Wie Kinder Tod und Trauer erleben

Christine Fleck-Bohaumilitzky

Der Beitrag zeigt die unterschiedlichen Vorstellungen von Tod und Trauer bei Kindern in verschiedenen Entwicklungsphasen. Weiterhin gibt die Autorin Hinweise, wie Erwachsene den Kindern bei der Trauerarbeit behilflich sein können.

Immer wieder behaupten Eltern, LehrerInnen und ErzieherInnen, das Kind sei zu jung, um zu verstehen, was Tod bedeutet. Sie wollen es vor der Realität des Todes schützen und nicht mit etwas belasten, das es ihrer Meinung nach noch gar nicht erfassen kann. Doch Kinder sind sich dieser Realität bewusster als Erwachsene es annehmen. Sie haben je nach Alter ihre eigenen Vorstellungen von den Begriffen Leben und Tod.

Um Kinder zu verstehen und um ihnen helfen zu können, müssen Erwachsene sich selbst mit diesem Thema auseinandersetzen und auch wissen, was der Tod für Kinder in den verschiedenen Altersstufen bedeuten kann. Dabei ist es wichtig, zu beachten, dass Kinder gleichen Alters nicht immer auf dem gleichen Entwicklungsstand sind.
Die kindlichen Vorstellungen von Tod unterliegen einem fortlaufenden Reifungsprozess.

Kinder in den ersten fünf Lebensjahren

Gedanken an den Tod treten viel früher auf, als allgemein angenommen wird. Sie nehmen einen großen Einfluss auf die gesamte Entwicklung des Kindes, auf den Sozialisierungsprozess und auf die Entstehung der Religion1.

Schon in den ersten Lebensjahren entwickelt das Kind eigene Vorstellungen von den Begriffen belebt und unbelebt. Es beobachtet das Absterben von Pflanzen und Tieren und versucht diesen Vorgang mit den bisher gemachten Erfahrungen wie zum Beispiel Schlaf, Trennung, das Fehlen von etwas Gewohntem (z.B. dem Schnuller) oder etwas Notwendigem (z.B. der Nahrung) zu vereinen. Das Interesse an dem Vorgang der Veränderung von Belebtem zu Unbelebtem ist oft sehr stark, wandelt sich aber dann oft sehr plötzlich in Desinteresse - entweder weil das Kind selbst Angst hat oder weil es das Unbehagen in seinem Umfeld spürt2.

Beim Kind kann man die Vorstellung über den Tod von denen über das Leben nicht trennen. Jean PIAGET3, einer der Hauptvertreter der Entwicklungspsychologie, machte umfangreiche Untersuchungen darüber, welche Vorstellungen Kinder mit dem Begriff Leben verbinden. Er teilte die Ergebnisse in vier Stadien ein und fand heraus, dass in einem ersten Stadium (etwa zwischen dritten und sechsten Lebensjahr) all das als lebendig betrachtet wird, was in irgendeiner Form aktiv oder nützlich ist. Der Grundgedanke, der dahinter steckt, ist der, dass es einen Schöpfer geben muss, der alle existierenden Dinge für einen bestimmten Zweck geschaffen hat. Dieses Vermögen wird in das physikalische Objekt verlegt, wo es seine Funktion erfüllt, welche dann für das Kind das entscheidende Kriterium für Leben ist. Eine Kerze beispielsweise ist dann lebendig, wenn sie brennt, weil sie hell macht.

Im zweiten Stadium (etwa zwischen sechstem und achtem Lebensjahr) wird das Leben fast ausschließlich durch die Bewegung definiert, von der immer angenommen wird, sie enthalte einen Anteil von Spontaneität. Der See ist zum Beispiel nicht immer lebendig, denn manchmal hat er Wellen und manchmal hat er keine.

In einem dritten Stadium (etwa zwischen achtem und zwölftem Lebensjahr) kann das Kind zwischen eigener und erhaltener Bewegung unterscheiden. Alles, was eine spontane Eigenbewegung hat (z.B. die Fliege, die Sonne, der Mond) wird als lebendig bezeichnet.

In einem vierten und letzten Stadium (etwa ab dem zwölften Lebensjahr) gelten nur noch Pflanzen, Tiere und Menschen als lebendig.

Wie bereits anfangs erwähnt, gibt auch diese Einteilung, wie überhaupt alle altersmäßigen Einteilungen, nur einen ungefähren Rahmen.

Für die meisten Kinder unter fünf Jahren ist der Tod nichts Endgültiges. Sie vergleichen ihn mit dem Schlaf, aus dem man wieder aufwacht oder mit einer Reise, von der man wieder zurück kommt. Die kleine Jasmin z.B. regte sich furchtbar auf, als ihre Mutter bei der Aufzählung ihrer Geburtstagsgäste ihren verstorbenen Freud Lukas nicht erwähnte. Sie erklärte, dass Lukas bis zu ihrem vierten Geburtstag doch schon wieder aus dem Himmel zurück sei, weil das Tot-Sein doch nicht so lange dauern kann.

Für ein Kind kann es auch wie ein Tod sein, wenn Vater oder Mutter zur Arbeit gehen. Die unbewusste Parallelisierung von Tod und Trennung verursacht oft unangenehme und schmerzliche Gefühle. Für kleine Kinder bedeutet der Tod emotional vor allem Entzug oder Entbehrung von Wichtigem. Sie haben große Angst davor, von den Eltern verlassen zu werden. Diese Verlustangst beginnt mit einem Jahr und kann bis ins siebte, achte Lebensjahr hinein andauern. Nach einem Todesfall in der Familie oder im Freundeskreis klammern sich Kinder stark an ihre Eltern und wollen nicht mehr alleine bleiben. Sie haben Angst, dass ihnen oder den Eltern ebenfalls etwas zustoßen könnte, wenn sie von diesen getrennt sind.4

Die Vorstellung von Zeit ist bei Kindern dieses Alters sehr begrenzt. Sie begreifen nicht, dass der Tod irreversibel ist und kein vorübergehendes Phänomen. Die kleine Sandra sagte mit drei Jahren kurz nach dem Tod ihres Großvaters: „Ist Opi jetzt tot? Ist er gestorben? Wann kommt er wieder?" Auch wenn sie die Antwort vielleicht nicht ganz verstanden hat, erwidert ihre Mutter: „Opi ist gerade gestorben, er kommt nicht wieder." Es ist schwer, dem Kind zu erklären, dass man Tod und Leben nicht einfach auswechseln kann. Das wird zusätzlich blockiert durch Vorstellungen, in denen das Leben durch ein anderes einfach ausgetauscht wird. Erzählt man einem Kind, dass der Opa jetzt im Himmel bei den Engeln lebt, oder sieht es im Fernsehen Comic-Figuren, die in tausend Teile zerrissen werden und Sekunden später wieder wie vorher aussehen, wird es ihm zusätzlich erschwert, zu verstehen, dass der Tod unwiderruflich ist.

Für sehr viele Kinder dieser Altersstufe ist der Tod etwas Zufälliges. Menschen sterben dann, wenn der böse Räuber kommt oder sie von einem Auto überfahren werden. Man kann ewig leben, wenn man Glück hat oder ganz besonders vorsichtig ist5.

Die Wahrnehmung des Todes setzt ungefähr mit dem vierten Lebensjahr ein. Doch das vier- bis fünfjährige Kind sieht den Tod lediglich als etwas, das nur anderen widerfährt, den eigenen Tod gibt es emotional nicht. Töten von kleinen Tieren wie Ameisen oder Fliegen, Tot-Spielen mit Gleichaltrigen oder das Vermeiden toter Dinge findet man in dieser Altersstufe schon häufig.

Kinder im Alter nach dem fünften Lebensjahr

Eine realistische Vorstellung vom Tod entwickelt sich erst ab dem Schulalter. In dieser Entwicklungsphase beginnt das Kind den Tod mit Affekten zu verbinden, das heißt, es kann sich in die Situationen einfühlen, es kann auch mitfühlen.

In diesem Alter lernen Kinder allmählich die Endgültigkeit des Todes zu akzeptieren. Sie glauben trotzdem weiterhin; selbst davon nicht betroffen zu sein . Es ist ihnen auch nicht ganz klar, dass der Tod für jedes Lebewesen zutrifft. Für sie besteht weiterhin die Möglichkeit, sich dem Tod zu entziehen.

Ein Teil der Kinder in diesem Alter personifiziert den Tod. Es handelt sich ihrer Vorstellung nach dabei um eine eigene, separate Person oder der Tote selbst ist der Tod. Oft wird er als Engel in menschenähnlicher Gestalt, der im Himmel lebt oder als Skelett, das ein Komplize des Teufels ist, gesehen. Dieses Wesen kann sich unsichtbar machen, ist ganz leise, tanzt mit den Geistern, hinterlässt Fußspuren, schickt Vorboten und agiert meist in der Dunkelheit. Der Tod holt die Bösen und Ungehorsamen. Man kann ihm also entrinnen, wenn man brav, schnell und geschickt ist.

Auch das soziale Umfeld und kulturelle Faktoren haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Vorstellung eines personifizierten Todes (Religion, Horrorfilme, Märchen).

Ein fünfjähriges Kind kann sich nur schwer vorstellen, früher nicht existiert zu haben oder später einmal nicht mehr zu sein. Für Kinder dieses Alters gibt es in erster Linie die Gegenwart.

Mit circa sechs Jahren interessieren sich Kinder dafür, was aus den Toten wird. Sie haben zum Teil sehr konkrete Vorstellungen (Tote liegen im Sarg unter der Erde; sie können nicht mehr atmen, haben die Augen zu). Diese sind aber kaum mit Emotionen verbunden. Die Kinder wissen, dass es neben dem Alter noch andere Todesursachen gibt, wie zum Beispiel Krankheit oder Unfall. In dieser Altersgruppe fangen Kinder an, aus Wut Todeswünsche gegen Mutter, Vater oder Geschwister zu äußern. Sie halten vielleicht Ausschau nach einem möglichen Ersatz, für den Fall, dass ein Elternteil oder ein Geschwister stirbt.

Im siebten Lebensjahr wird das Zeitgefühl differenzierter. Ereignisse und zeitliche Zusammenhänge werden bewusst wahrgenommen. Die Ahnung, selbst einmal vom Tod betroffen zu sein, wird ignoriert. Dinge, die mit dem Tod einhergehen, wie Friedhof, Grab, Sarg oder Beerdigung sind von großem Interesse.

Achtjährige Kinder haben größtenteils kognitiv erkannt, dass alle Menschen, sie selbst mit eingeschlossen, einmal sterben müssen. Sie zeigen großes Interesse an dem, was nach dem Tod passiert6.

„Ich stelle mir vor, wenn ich, tot bin und im Sarg liege, dass es ganz dunkel ist. Und ob ich schon auf einem anderen Sarg liege oder ob unter meinem Sarg nur Sand ist. Was meine Eltern machen und meine Omas machen würden. Wie lange sie trauern würden." Andrea K, acht Jahre7

Normalerweise wissen Kinder ab dem achten Lebensjahr, dass der Körper eines Verstorbenen zerfällt. Dieser Gedanke ist für sie aber so unerträglich, dass sie beginnen, an die Unsterblichkeit zu glauben, unabhängig von der Religionszugehörigkeit. Diese Vorstellung verfestigt sich in der Regel bis zum Alter von 13 bis 14 Jahren und fällt dann, je nach Religionszugehörigkeit, wieder deutlich ab8.

Das Kind hat schon etwas über die Loslösung der Seele vom Körper gehört und beginnt sich damit auseinander zu setzen9.

„Ich liege erst im Bett zuhause und dann im Bett draußen. Vielleicht ist es im Winter sehr kalt, und dann friert es mich nicht, weil der Sarg eine weiße dicke Decke hat. Im Sarg glaub ich, müssen meine Oma und mein Opi auf den lieben Gott warten, weil der noch so viel arbeiten muss mit den anderen toten Menschen. Weil er die Seelen zählt." Andreas Sch., neun Jahre10

Nach dem neunten Lebensjahr akzeptieren Kinder in der Regel den Tod als ein Naturphänomen. Sie erkennen allmählich, dass der Tod alle Lebewesen betrifft und unausweichlich ist. Auch sie müssen eines Tages sterben. Diese realistischen Vorstellungen beruhen auf Erfahrungen und Beobachtungen biologischer und physiologischer Vorgänge. Der Tod tritt ein, wenn die Organfunktionen versagen11 „wenn du keinen Puls und keine Temperatur hast und nicht mehr atmen kannst"12

Kinder erleben Tod als Folge von Alter und Krankheit, von Gewalt, Unfällen und Suizid13.

Der Tod als das Ende des Lebens ist für manche Kinder dieser Altersstufe, in der sie beginnen, ihre eigene Identität zu suchen, eine besonders schmerzliche und beängstigende Tatsache14. Der Gedanke, dass die Seele nach der Loslösung vom Körper weiterlebt, gibt manchmal Trost.

Ein Junge dieses Alters schrieb:

„Was ist der Tod? Nun, ich denke, er ist ein Teil des Lebens eines Menschen. Wie die Schule. Das Leben hat viele Teile. Nur ein Teil davon ist irdisch. Es ist wie in der Schule, wenn wir weiter in eine andere Klasse gehen. Zu sterben heißt, ein neues Leben anfangen. Jeder muss einmal sterben, aber die Seele lebt weiter."16

Im allgemeinen ist der Tod in dieser Entwicklungsphase doch noch sehr weit weg vom Denken und Überlegen der Kinder, außer sie wurden schon mit einem frühen Tod in Familie und Freundeskreis konfrontiert.

Kinder vor dem siebten Lebensjahr kümmern sich tatsächlich am meisten um das Phänomen des Todes. Vielleicht geht das größere Interesse der kleineren Kinder an Sterben und Tod mit der Loslösung von zu Hause und dem Prozess, sich selbst zu finden, in einer größeren Welt des Kindergartens, der Schule und des Spielplatzes, einher.

Das Interesse am Tod tritt im Alter zwischen neun und elf Jahren zurück. In dieser Zeit sind die Rollen der Kinder im allgemeinen gut definiert. Es kommt dann in der Pubertät wieder verstärkt zum Vorschein. Je selbstbewusster ein Mensch ist und je sicherer in seiner Rolle im Leben, desto weniger scheint er sich um den Tod zu kümmern.

Das Todeskonzept in der Adoleszenz

„Die Adoleszenten haben ihr Ich und die Realitätstestung so weit entwickelt, dass sie imstande sein sollen, die ganze Tragweite und Endgültigkeit des Todes zu erkennen."17

Werden sie jedoch plötzlich und direkt mit dem Tod konfrontiert, kann es vorkommen, dass sie von ihren Vorstellungen und Verhaltensweisen in ein früheres Entwicklungsstadium zurückfallen18.

Die affektiven Einstellungen sind weitgehend durch die psychische Struktur und Abwehrmechanismen des Einzelnen bestimmt.

Die Suche nach der eigenen Identität ist unweigerlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens verknüpft, bei der auch immer Endlichkeit und Tod des Menschen eine Rolle spielen.

Der Süddeutsche Rundfunk veranstaltete vor einigen Jahren einen Wettbewerb, in dem er Jugendliche unter dem Motto Schreib dir ein Stück zum Mitmachen aufforderte. Ein Drittel der Teilnehmerinnen zwischen 15 und 19 Jahren behandelte in irgendeiner Form das Thema Suizid.

Jugendliche befinden sich in einer Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen. Die Suche nach ihrer Identität ist oft mit Angst und Unsicherheit verbunden, die durch die Überwältigung von körperlichem Wachstum und dem Erlangen der Sexualität noch verstärkt wird. Dadurch können Suizidphantasien entstehen, die den Qualen dieser kummervollen Zeit ein Ende setzen sollten19.

Die Hoffnungslosigkeit der Heranwachsenden ist für Eltern, LehrerInnen und ErzieherInnen oft nicht zu erkennen, da sie sich meist hinter einer arroganten, gelangweilten oder aufmüpfigen Maske versteckt. Auf diese Art und Weise entfremden sich Jugendliche und Erwachsene immer mehr voneinander, sodass oft kaum ein Spielraum bleibt für Gespräche über Ängste, Sorgen und den Sinn des Lebens.

Die Suche nach der eigenen Identität ist unweigerlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens verknüpft, bei der auch immer Endlichkeit und Tod des Menschen eine Rolle spielen.

Ich weiß, dass alle Lebewesen sterben müssen. Der Gedanke, für immer weg zu sein, ist natürlich unheimlich. Warum es diese Einrichtung gibt, dass man sterben muss? Das ist nun mal so, damit hier neue Menschen Platz haben. Ich glaube nicht, dass es so was wie Gott gibt, der sich Sterben ausgedacht hat, obwohl auch kluge Leute das behaupten. Wie soll denn das funktionieren, frage ich mich, wenn man nach dem Tod bei Gott sein soll? Ich glaube, das hat sich mal im Altertum ein frommer Mensch, so ein Mönch vielleicht, ausgedacht und es weiter erzählt, damit keiner mehr vor dem Tod Angst haben sollte. Früher waren die Leute dümmer und so haben sie das alles weiter erzählt. Wenn ich mal sterbe, werde ich zu Nichts. Man lebt ja eine Weile. Mit der Zeit kann sich jeder an den Tot-Gedanken gewöhnen. Das ich gelebt habe, ist der Sinn." Guido, 15 Jahre20

Der schwere Stand der Heranwachsenden wird oft durch das Unverständnis von Erwachsenen, das sich in negativer Kritik äußert, verstärkt. Aber auch die Erwachsenen sind überfordert. Sie haben Angst um die Jugendlichen und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Denn in dieser Phase distanzieren sich die Jungen oft von den Alten, wollen nicht viel mit ihnen zu tun haben. Selbstliebe und Selbsthass werden auf Eltern und Erzieher projiziert. Die Jungen wollen lieber heute als morgen autonom und selbständig sein. Auf der anderen Seite sind ihre hilflosen Abhängigkeitswünsche mehr als je zuvor vorhanden.

Suizid als Bestrafung für die kritisierende Umwelt entspricht früheren kindlichen Vorstellungen, die hier wieder in Erscheinung treten: „Jetzt seht ihr, was ihr angerichtet habt, aber nun ist es zu spät."21 Andererseits taucht der Tod im Leben des Heranwachsenden durch das Spiel mit dem Leben als höchsten Einsatz auf, wie zum Beispiel beim U-Bahn-Surfen oder anderen waghalsigen Aktivitäten. Es dient der Demonstration der eigenen Macht und dem Gefühl der totalen Selbststeuerung. Manchmal wirkt der Gedanke an den Eintritt des Todes vor der Erfüllung des Lebens als starke narzisstische Kränkung, gegen die mit aller Kraft und mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln revoltiert wird. Die Adoleszenten sprechen in der Regel nicht gerne über den Tod22.

Todkranke Kinder und Jugendliche haben eine andere Einstellung zum Tod, als gesunde, auch wenn ihre Vorstellung ebenfalls von Alter, Reife und Entwicklung abhängen. Auf diese spezielle Thematik wird hier aber nicht weiter eingegangen.

Trauer bei Kindern und Jugendlichen

Für Kinder und Jugendliche gilt, wie für Erwachsene, Trauer ist Schwerstarbeit für Leib und Seele.

Sehr schön kommt das in einem Gedicht von Gottfried Benn zum Ausdruck:

Ich trage dich wie eine Wunde

auf meiner Stirn, die sich nicht schließt.

Sie schmerzt nicht immer

und es fließt das Herz sich nicht daraus tot.

Nur manchmal plötzlich bin ich blind

und spüre Blut in meinem Munde.

Gottfried Benn

„Trauern ist eine gesunde, lebensnotwendige und kreative Reaktion auf Verlust und Trennungsereignisse."23 Sie ist angeboren und eine Antwort der Seele und des Körpers auf Trennung und Verlust.

Trauer tritt nicht nur in Verbindung mit Tod auf. Fast täglich müssen wir uns verabschieden. Wir müssen uns trennen von der Brust der Mutter, von einem verloren gegangenen Kuscheltier, von der Schule, vom Arbeitsplatz, von einer Wohnung, von Jugend, Schönheit und Gesundheit oder von erwachsenen Kindern, die das Haus verlassen. All diese Ereignisse müssen verarbeitet werden, und das können wir, indem wir trauern.

„Trauer ist ... ein Gefühlsspektrum. eine einzigartige, weil individuell unterschiedliche und zugleich unglaublich vielseitige Empfindung."24

Es gibt viele Ausdrucksweisen der Trauer, die sich vermischen, sich abwechseln oder aufeinander folgen können - Weinen, Schreien, Stöhnen, Wut, Zorn, Aggression, Trotz, Schuldgefühle, Hilflosigkeit, .... Es ist wichtig, seinen Gefühlen in der Trauer nachzugehen, denn nur so ist es möglich, den Verlust zu verarbeiten.

Nicht nur die Seele, sondern auch der Körper reagiert auf den Verlust eines geliebten Menschen. Symptome, wie Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Herzrasen, Kurzatmigkeit, Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen können sich als Begleiterscheinungen der Trauer zeigen.

Viele Menschen versuchen, sich gegen die Trauer zu wehren, sie zu verdrängen. Sie haben Angst davor, sich diesem oft kaum zu ertragenden Schmerz auszusetzen oder ihre Gefühle preiszugeben. Es führt aber kein Weg an der Trauer vorbei, sondern nur durch sie hindurch. Nur ein Zulassen der Trauer verhindert, dass sich der Schmerz nach innen richtet und krank macht.25

Trauer ist auch ein Ausdruck von Liebe. Deshalb ist auch die Intensität der Beziehung zu einem Menschen ausschlaggebend für die Intensität der Trauer. Trauer ist nicht zeitgebunden. Die Zeit der Trauer kann sehr kurz und dann vielleicht auch beendet sein, aber auch ein Leben lang immer wiederkehren.

Schwierigkeiten der Trauerarbeit für ein Kind

Für die Kinder entstehen noch größere Schwierigkeiten, beim Trauern: ihre Unfähigkeit zu verbalisieren ist größer, und die mangelnde kognitive Einsicht in die Gegebenheiten des Leben steht ihnen im Weg.26

Meist sind Kinder doppelte Verlierer. Beim Verlust von Vater, Mutter oder Geschwistern verlieren sie nicht nur eine geliebte Bezugsperson, einen Freund und Spielkameraden, sondern meist auch noch über längere Zeit hinweg die Zuwendung und Aufmerksamkeit ihrer Familie, die selbst trauert. „Nur wenigen Müttern und Vätern gelingt es, in der natürlichen Selbstbezogenheit ihrer Trauer, die Ängste, Fragen und Schuldgefühle der Kinder wahrzunehmen und auf sie einzugehen." Das soll kein Vorwurf an die Eltern sein.27

Doch gerade Kinder brauchen in dieser Zeit besonders viel Aufmerksamkeit, um wirksame Trauerarbeit zu leisten, um sich eines Tages wieder dem Leben zuwenden zu können.

Der Tod eines nahestehenden Menschen hat für jedes Kind ganz individuelle Auswirkungen. Diese hängen von verschiedenen Faktoren ab.

Alter, Reife, Ich-Stärke, phasenspezifische Probleme, Vorerlebnisse und die persönliche Beziehung zum Verstorbenen spielen eine wichtige Rolle.

„... die Chance eines Kindes, einen Tod ohne seelischen Schaden zu überstehen, sei um so besser, je älter, reifer und seelisch gesünder es sei.28

Es ist sehr wichtig, mit dem Kind offen über die wirkliche Todesursache des Verstorbenen zu sprechen. Dabei sollte man immer wieder betonen, dass sein Verhalten absolut nichts mit dem Tod dieses Menschen zu tun hat.

Treten zwei der folgenden Sachverhalten gleichzeitig auf, ist es unter Umständen hilfreich und notwendig, das Kind psychotherapeutisch zu unterstützen:

  • bei Tod der Eltern/eines Elternteiles, falls das Kind weniger als vier Jahre alt ist
  • bei Wechsel des Wohnorts
  • bei finanzieller Not
  • bei pathologischer Trauer des lebenden Elternteils
  • bei auffallend guter Laune beim Tod eines Elternteils
  • bei zu großer physischer Intimität mit dem lebenden Elternteil
  • bei plötzlichem und unerwartetem Tod
  •  bei Tod nach einer mehr als sechs Monate dauernden Krankheit
  •  für ein Mädchen, dessen Mutter bei der Geburt eines Kindes, durch Gebärmutter- oder Brustkrebs gestorben ist
  • beim Tod eines Vaters während der Adoleszenz eines Jungen.29

Stirbt ein Geschwister, so sind Kinder besonders betroffen. Die Eltern sind dann oft durch Schmerz und Trauer so auf sich selbst bezogen, dass sie außerstande sind, dem lebenden Kind die nötige Zuwendung zu geben. Man spricht von „doppelten" Verlieren – die Kinder haben Bruder oder Schwester verloren und die Eltern, die sie einmal hatten.

Eine Mutter erzählt: „Lena war 17 Monate alt, als Matthias starb. In den ersten zwei Wochen entging es uns fast völlig, dass wir noch ein Kind haben. Lena wurde von Großeltern, Tanten und Freunden versorgt. Als wir uns ihr wieder bewusst zuwandten, zeigte sie große Trennungsängste. Lena blieb von da an bei keinem anderen Menschen mehr. Sie wurde Fremden gegenüber sehr scheu, was vorher nicht der Fall war. Langsam konnten wir durch unsere Bemühungen ihr Vertrauen zurückgewinnen." Ohne die nötige Zuwendung besteht die Gefahr, dass ein Kind unfähig wird, eine natürliche Beziehung zu einem neuen Geschwisterkind zu entwickeln.

Wie Kinder mit ihrer Trauer fertig werden, hängt nicht allein von ihrer Persönlichkeit ab, sondern vor allem auch vom Umgang der Eltern, Erzieher und des ganzen sozialen Umfelds mit dem Tod dieses Menschen. Ihr Verhalten stellt in der Seele des Kindes Weichen, die tiefgreifende Auswirkungen auf das spätere Leben als Erwachsener haben können. Die ganze Dimension der Verwundung kann sich erst nach vielen Jahren, zum Beispiel durch ein Versagen in der Partnerschaft zeigen.

Stirbt ein Mensch, soll ein Kind Kummer und Trauer mit den Angehörigen teilen dürfen. Kinder können Trauer besser ertragen, als Isolierung, in die sie geraten, wenn man sie ausschließt. Eltern fanden während des zweiten Weltkrieges heraus, dass ihre Kinder die Gefahr und die Tragödien der Bombardierung besser aushalten konnten, als die Trennung von den Eltern, wenn diese sie zur Sicherheit auf das Land schickten.

Fußnoten

  1. vgl. BÜRGIN, D., Das Kind, die lebensbedrohende Krankheit und der Tod. Bern 21981, S.53
  2. vgl. ebd. S.53
  3. PIAGET, J.,Das Weltbild des Kindes. Stuttgart 1978
  4. vgl. Grollmann, E.A., Mit Kindern über den Tod sprechen. Ein Ratgeber für Eltern. Konstanz 1991, S. 35 f.
  5. vgl. ebd. S 36f.
  6. vgl. BÜRGIN, a.a.O., S. 59
  7. zit. n. BROCHER, T., Wenn Kinder trauern. Reinbeck 1985, S. 23
  8.  vgl. BROCHER, a.a.O, S. 19
  9. vgl. BÜRGIN, a.a.O., S. 60
  10. zit. n. BROCHER, a.a.O., S. 22
  11. vgl. BÜRGIN, a.a.O., S. 60
  12. RUDOLPH, M., Wie ist das, wenn man tot ist? Mit Kindern über das Sterben reden. Ravensburg 1979, S. 11
  13. vgl. BROCHER, a.a.O., S. 19f., BÜRGIN, a.a.O., S. 63
  14. GROLLMANN, a.a.O., S. 38
  15.  vgI. BÜRGIN, a.a.O., S. 31
  16. zit. n. REED, a.a.O., S. 12f.
  17. vgl. BÜRGIN, S. 66
  18. vgl. BÜRGIN, S. 66
  19. vgl. BROCHER, a.a.O., S. 39
  20. zit. n. BROCHER, a.a.O., S. 50
  21. vgl. BROCHER, a.a.O., S. 42
  22. vgl. BIJRGIN, a.a.O., S. 67
  23. CANACAKIS, J., in: STUDENT, Chr., Im Himmel welken keine Blumen. Freiburg im Breisgau 21992 S. 187
  24. CANACAKIS, J., in: STUDENT, Chr., Im Himmel welken keine Blumen., S. 183
  25. vgl. CANACAKIS, J., in: STUDENT, Chr., Im Himmel welken keine Blumen, S. 181
  26. LEIST Marielene, Kinder begegnen dem Tod. Gütersloh 2 1993, S. 149
  27. vgl. GOLDMANN-POSCH, U., Wenn Mütter trauern. Erinnerungen an das verlorene Kind. München 1990, S. 44
  28. Zit. n. LEIST, M., a.a.O, S.150
  29.  vgl. KLIMAN, G., Seelische Katastrophen und Notfälle im Kindesalter. Stuttgart 1973, S. 102f.

Verwendete Literatur

  • BROCHER, T., Wenn Kinder trauern. Reinbeck 1985
  • BÜRGIN, D., Das Kind, die lebensbedrohende Krankheit und der Tod. Bern 21981
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  • FLECK-BOHAUMILITZKY, C.,Wenn Kinder trauern. Was sie fühlen – was sie fragen – was sie brauchen. Ostfildern 2016
  • GOLDMANN-POSCH, U., Wenn Mütter trauern. Erinnerungen an das verlorene Kind. München 1990
  • GROLLMANN, E. A., Mit Kindern über den Tod sprechen. Ein Ratgeber für Eltern. Konstanz 2000
  • KLIMANN, G., Seelische Katastrophen und Notfälle im Kindesalter. Stuttgart 1973
  • KROHN, W. C., Da sein, wenn Kinder trauern. Freiburg im Br. 1998
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  • PIAGET, J., Das moralische Urteil beim Kinde. München 1986
  • PIAGET, J., Das Weltbild des Kindes. Stuttgart 1978
  • PLIETH, M., Kind und Tod. Göttingen 2009
  • PLIETH, M., Tote essen auch Nutella: Die tröstende Kraft kindlicher Todesvorstellungen. Ostfildern 2013
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  • WITT-LOERS, St., Wie Kinder Verlust erleben: … und wie wir sie hilfreich begleiten können. Göttingen 2016
  • WITT-LOERS, St., Trauernde Jugendliche in der Schule. Göttingen 2015
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Weiterführende Literatur

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  • FÄSSLER-WEIBEL, P. (Hg.), Wenn Kinder sterben. Freiburg Schweiz 1996
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  • FLECK-BOHAUMILITZKY, C. (Hg.), Überall deine Spuren. Eltern erzählen vom Tod ihres Kindes. München 2000
  • FLECK-BOHAUMILITZKY, C., Wenn Kinder vor ihren Eltern sterben: Ein Begleiter für Verwaiste Eltern. Stuttgart 2008
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  • PALM, G., Jetzt bist du schon gegangen, Kind. Trauerbegleitung und Rituale mit Eltern frühverstorbener Kinder. Don Bosco München 2001
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  • PAUL, C. (Hg.), Neue Wege in der Trauer- und Sterbebegleitung. Hintergründe und Erfahrungsberichte für die Praxis. Gütersloh 2001
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  • ROECKNER M., Briefe an Sigrid. Ein Wegbegleiter für trauernde Eltern. München 1999
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  • SPENDEL, S. A., Durchkreuzte Hoffnungen. Ein Kreuzweg für Eltern, die um ihre Kinder trauern. Bernward bei Don Bosco München 2000
  • STOLTE, K., Liebe Joana. Briefe an mein verstorbenes Kind - ein heilsamer Weg durch die Trauer. Gütersloh 2001
  • UFFMANN, A., Trauern und leben. Begleitung durch die Landschaften der Trauer. Stuttgart 1998
  • VOSS-EISER, M., „Noch einmal sprechen von der Wärme des Lebens...". Texte aus der Erfahrung von Trauernden. Stuttgart 2012
  • WIESE, A., Um Kinder trauern. Eltern und Geschwister begegnen dem Tod. Gütersloh 2001
  • ZAGDANSKI, D., Wenn Worte fehlen. Auf trauernde Menschen eingehen. Freiburg i. Br. 2000

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Autorin

Mag. theol. Christine FLECK-BOHAUMILITZKY

Pastoralreferentin, Klinikseelsorgerin, Notfallseelsorgerin, TZI-Gruppenleiterin (Diplom), Supervisorin DGSv, Beraterin für Etik im Gesundheitswesen (cekib)Palliativfachkraft, Fachberaterin Traumapastoral, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbandes verwaiste Eltern und trauernde Geschwister e.V., Buchautorin

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Erstellt am 18. Juni 2002, Überarbeitung Oktober 2019