Wenn das Haustier stirbt: Trauer liebevoll begleiten
Oft ist es der erste echte Verlust in ihrem Leben. Und gerade deshalb so prägend. Für viele Erwachsene wirkt die Trauer ums Tier vielleicht „kleiner“ als bei einem verstorbenen Menschen. Doch für Kinder ist dieser Abschied oft riesengroß.
Kinder trauern ehrlich – aber anders
Die Trauer von Kindern ist nicht immer sofort sichtbar. Manche Kinder werden still, andere aufgedreht. Einige machen betont viele Witze, andere wirken tagelang abwesend. Was Eltern oft überrascht: Auch starke Gefühle wie Wut oder Schuld gehören zur Trauer.
Ein Kind könnte zum Beispiel denken: „Ich habe gestern nicht mit ihr gespielt. Vielleicht ist sie deshalb gestorben.“
Eltern können hier entlasten. Indem sie zuhören. Und Dinge klar benennen. Ohne Floskeln wie „eingeschlafen“, sondern mit einfachen, ehrlichen Worten: „Unsere Katze ist gestorben. Ihr Herz hat aufgehört zu schlagen. Das ist traurig. Und du darfst traurig sein.“
Was tröstet wirklich?
Ein Schlüssel liegt im Mitmachen. Trauer will Ausdruck finden – durch Worte, durch Bewegung, durch Tun.
Kinder dürfen:
• ein Bild malen
• einen Abschiedsbrief schreiben
• einen Platz einrichten, an dem eine Kerze brennt
• einen kleinen Grabstein gestalten oder ein Erinnerungsbuch basteln
Auch der Tag der Beerdigung darf gestaltet werden. Ein Abschied im Garten, ein Besuch im Rosengarten oder das gemeinsame Freilassen eines Luftballons mit Grußbotschaft sind bewegende, heilsame Rituale.
Eltern müssen nicht „alles richtig“ machen
Viele Mütter und Väter haben Angst, etwas Falsches zu sagen. Oder sind selbst so traurig, dass sie nicht wissen, wie sie ihr Kind begleiten sollen.
Gut zu wissen: Es geht nicht um perfekte Worte. Sondern ums Dableiben. Eine Umarmung. Ein „Ich weiß auch nicht genau, wie das geht – aber wir schaffen das zusammen“.
Auch die eigene Traurigkeit darf gezeigt werden. Kinder lernen gerade in solchen Momenten: Gefühle sind okay. Auch schwere.
Der Tod eines Tieres ist für Kinder nicht nur ein trauriger Moment. Er ist auch ein Lernmoment. Wenn sie erleben, dass ihre Trauer ernst genommen wird, lernen sie: Tiere sind fühlende Wesen – bis zum letzten Atemzug. Und Mitgefühl endet nicht mit dem Tod.
Autorin
Petra Berghaus ist Familientrauerbegleiterin, Sängerin und Illustratorin. Mit dem Projekt Trost-Tiger und dem Mitmachbuch Ich tröste dich! (OVIS Verlag) unterstützt sie Familien dabei, kindgerechte Wege im Umgang mit Trauer zu finden. Das Buch enthält Impulse, Rituale und kreative Übungen – auch zur Begleitung nach dem Tod eines Haustiers.
eingestellt am 06. Februar 2026
