Draußen spielen: Studie zu einem unterschätzten Motor der kindlichen Entwicklung

Kinder wachsen heute unter veränderten räumlichen und zeitlichen Lebensbedingungen auf. Das hat auch Auswirkungen auf ihr Spielverhalten. Das freie Kinderspiel in Natur und öffentlichem Raum ist heute nicht mehr selbstverständlicher Bestandteil der Kindheit. Stattdessen ist eine Tendenz zu angeleiteten Tätigkeiten in geschützten Räumen zu beobachten. Angesichts mangelnder Bewegung der Kinder ist auch die Kommune gefordert, die eigenständige Mobilität der Kinder in der Verkehrs- und Freiraumplanung sowie im Ganztagsausbau zu berücksichtigen. Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung beschäftigt sich mit diesem Thema.

Veränderte Lebenswelt von Kindern

Kinder wachsen heute unter anderen Lebensbedingungen auf als noch vor einigen Jahrzehnten. Nicht nur die sozialstrukturellen Bedingungen hinsichtlich einer zunehmenden Pluralisierung von Lebensformen, der steigenden Berufstätigkeit beider Eltern, um nur einige Entwicklungen zu nennen, sondern auch die Erziehungsstile und die Bedeutung des Kindes als Mittelpunkt der Familie haben sich verändert. Nicht zu unterschätzen sind dabei die veränderten räumlichen und zeitlichen Lebensbedingungen, unter denen Kinder heute aufwachsen.

Angesichts mangelnder Bewegung der Kinder ist auch die Kommune gefordert, die eigenständige Mobilität der Kinder in der Verkehrs- und Freiraumplanung sowie im Ganztagsausbau zu berücksichtigen.

Kinderspiel als biologisch angelegtes Bedürfnis

Kinder spielen leidenschaftlich gerne. Vor allem draußen in der freien Natur bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zu toben, sich in Wald und Wiese zu verstecken oder auf Bäume zu klettern.

In der Menschheitsgeschichte war das Spielen im Freien schon immer ein natürlicher Bestandteil von Kindheit. Mittlerweile haben sich die Spielmöglichkeiten für Kinder draußen vor allem in Städten, aber auch auf dem Land durch zahlreiche Bebauungsmaßnahmen deutlich eingeschränkt. So haben Kinder mittlerweile leider weniger Möglichkeiten sich mit ihrer kulturellen und natürlichen Umwelt spielerisch und gefahrenlos auseinanderzusetzen.

Die Bedeutung des Draußenspiels

Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren haben insgesamt gesehen den größten Bewegungsdrang. Heutzutage verbringen sie diesen Lebensabschnitt allerdings vor allem im Sitzen, in der Schule, bei den Hausaufgaben oder auch vor und mit elektronischen Medien. Dabei fördert das Spielen und Toben im Freien nachweislich die körperliche Entwicklung. Aber auch Sozial- und Sprachkompetenzen werden durch ausreichend Bewegung, Rollenspiele im Freien und die Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen durch gemeinsames Toben und Herumsausen begünstigt. Zudem kann auch die Familienatmosphäre entspannt werden. Wenn Kinder selbstbestimmt und eigenständig draußen Fahrradfahren oder Freunde zum Fußballspielen treffen, schafft das auch für Eltern Freiräume sich zu erholen oder anderen Tätigkeiten und Interessen nachzugehen.

Studien belegen deutlich, dass Kinder sich zu wenig bewegen. Langfristig kann diese Tatsache die Lebensqualität und Gesundheit Heranwachsender negativ beeinflussen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rückenprobleme nimmt mit steigendem Bewegungsmangel drastisch zu.

Schlussfolgerungen

Das Ziel von politischen und wissenschaftlichen Bemühungen sollte es sein, sich hier Gehör zu verschaffen um die Wertschätzung und Verwirklichung des Draußenspiels für Kinder wieder deutlich erhöhen zu können. Notwendig hierzu wären wissenschaftliche und politische Bemühungen, die über Medieninformationen Eltern, Ärzte und pädagogische Fachkräfte erreichen um über die Bedeutung des Freien Spiels für die körperliche, emotionale sowie soziale Entwicklung von Kindern und Heranwachsenden aufzuklären.

Download

Die Ausgabe Nr. 315 der Reihe Analysen & Argumente, September 2018 mit dem Titel „Draußen spielen - ein unterschätzter Motor der kindlichen Entwicklung“ (PDF, 404 KB) steht  zum Download zur Verfügung, ebenso wie weitere Informationen zur Familienpolitik.

Die Reihe Analysen & Argumente der Konrad-Adenauer-Stiftung informiert in konzentrierter Form über wichtige Positionen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu aktuellen Themen. Die einzelnen Ausgaben stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen vor, bieten Kurzanalysen, erläutern die weiteren Pläne der Stiftung und nennen Ansprechpartner/-innen der Stiftung

Quelle

Konrad-Adenauer-Stiftung, Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe

Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz
Logo: Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz