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Karies bei zwei- bis dreijährigen Kindern – wie Sie vorbeugen können

Erstellt am 9. März 2009, zuletzt geändert am 7. April 2010

Karies nimmt bei Kindern bereits ab dem zweiten Lebensjahr massiv zu. Lediglich 10 Prozent der Milchzahnkaries der Zweijährigen und nur rund 20 Prozent der Milchzahnkaries der Dreijährigen wird von einem Zahnarzt behandelt wird – also jedes fünfte bis zehnte Kind. Zu den Ursachen der Karies und warum sie behandelt werden sollte, haben wir Prof. Dr. Norbert Krämer befragt. Er ist Leiter der Abteilung Kinderzahnheilkunde am Universitätsklinikum der TU Dresden.

Warum haben bereits so viele Zweijährige kariöse Zähne?

Leider geben zu viele Eltern ihren Kleinen ein Fläschchen mit Saft oder Milch mit ins Bett, damit sie schneller und ruhiger einschlafen. Dadurch vermehren sich die Kariesbakterien enorm – selbst wenn der Saft mit Wasser verdünnt ist, steigt das Kariesrisiko extrem an. Ein weiterer Kariesverursacher ist der Eistee. Sein PH-Wert ist für die Milchzähne viel zu sauer und der handelsübliche Tee ist zudem stark gesüßt.

Wirkt sich die Karieserkrankung negativ auf das Lebensgefühl der Kleinen aus?

Ja – denn die so genannte Nuckelkaries beginnt immer an den sichtbaren Frontzähnen und zwar häufig auf der schwer einsehbaren Innenseite der Zähne. Wird sie nicht behandelt, werden die Zähne mit der Zeit dunkelbraun und brechen sogar ab. Oftmals sind diese Kinder den Hänseleien von Spielkameraden ausgesetzt. Werden die Zähne zu spät behandelt, bleibt nur die Entfernung der Wurzelreste. Der Zahnarzt kann ihnen dann ab dem vierten Lebensjahr mit einer kindgerechten Zahnprothesen helfen.

Schmerzhaft für die Kleinen kann auch eine nicht behandelte Karies an den Backenzähnen werden. Denn im Laufe der Zeit können sich Fisteln, eitrige Entzündungen und Abszesse bilden, die unter Umständen auch die darunterliegenden bleibenden Zahnkeime in ihrer Entwicklung beeinträchtigen.

Warum sollte Karies an den Milchzähnen unbedingt behandelt werden?

Wenn die Milchzähne mit einer offenen nicht behandelten Karies befallen sind, dann gehen die Bakterien sehr leicht auf die gesunden neuen Zähne über. Bei den neuen Zähnen sind insbesondere die so genannten Sechsjahresbackenzähne schnell betroffen. Das liegt an den teilweise recht tiefen Fissuren, in denen sich die Bakterien richtig einnisten können und an den schwer zu reinigen Zahnzwischenräumen. Der Zahnarzt kann diese Vertiefungen versiegeln, so dass sie gegen die Kariesbakterien geschützt sind.

Wann sollten die Kinder zum ersten Mal zum Zahnarzt?

Wir raten den Eltern zum Zahnarzt zu gehen, wenn der erste Zahn durchgebrochen ist. Dann geht es vor allem darum, die Hauptursache für die frühkindliche Karies – die „Nuckelflasche“ – ab dem ersten Geburtstag zu eliminieren. Die American Academy of Pediatric Dentistry (AAPD) hat deutliche Empfehlungen für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr ausgesprochen: nicht mit der Flasche einschlafen, ab dem ersten Geburtstag aus der Tasse trinken, mit dem ersten Zahn die Mundhygiene kontrollieren, kein Zucker – damit ist auch Fruchtzucker, Milchzucker oder Traubenzucker gemeint – aus der Flasche oder Schnabeltasse und den ersten Zahnarztbesuch zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat vorsehen.

Weitere Informationen: Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V.
www.rundum-zahngesund.de (http://www NULL.rundum-zahngesund NULL.de)

Die Verbraucherbroschüre Gesunde Zähne, gesunder Mund – in jedem Alter kann gegen Einsendung eines frankierten und adressierten DIN A 5-Rückumschlages bestellt werden; größere Bestellmengen werden gegen Portoerstattung (Rechnung) kostenfrei ausgeliefert.

Deutsches Grünes Kreuz Sektion Zahngesundheit

Stickwort: Zahn-Broschüre

Schuhmarkt 4

35037 Marburg

per Mail: zahngesund@kilian.de (zahngesund null@null kilian NULL.de)

telefonisch: 06421 29340


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