Social Media ist Familiensache

Jüngere Kinder allein bei der Social-Media-Nutzung? Das Gutachten „Katzenvideos, Memes und Influencer - Social Media im Kinder- und Familienalltag“ kann das so nicht bestätigen. Im Gegenteil: Eltern ermöglichen eine meist begleitete Nutzung, begrenzen sie aber auch stark.

Rund 80% der Eltern setzen Zeitlimits von rund 30 Minuten am Tag. Weitere Ergebnisse des Gutachtens von Jeffrey Wimmer und Moritz Schweiger: Social Media bedeutet für drei- bis zehnjährige Kinder vor allem videobasierte YouTube-Unterhaltung. Die Nutzung erfolgt häufig nachmittags und eingebettet in Familienroutinen, etwa bei Autofahrten oder während Eltern den Haushalt erledigen.

BLM-Präsident Dr. Thorsten Schmiege: „Das Gutachten zeichnet ein differenziertes Bild der Social-Media-Nutzung im Familienalltag. Es zeigt, dass Social Media weniger der sozialen Selbstdarstellung dient, sondern Teil der konkreten Familienpraxis ist. Aber Eltern stoßen mit ihren Kontroll- und Begleitstrategien auch an Grenzen. Für Medienpädagogik, Regulierung und Plattformen folgt daraus: Zeitlimits oder Verbote allein helfen nicht weiter. Notwendig sind alltagsnahe Medienbildung, kindgerechte Plattform-Standards und klare Familienregeln. Jeder muss Verantwortung für die sichere Nutzung übernehmen.“

Wie das aussehen kann, diskutierten Expertinnen und Experten aus Forschung, Medienpädagogik und Regulierung im Rahmen einer Online-Veranstaltung zur Präsentation des Gutachtens. Dabei ging es auch um entwicklungspsychologische Herausforderungen, die medienpädagogische Bewertung von Social-Media-Content am Beispiel des Elternratgebers FLIMMO und um das Für und Wider eines Social-Media-Verbots.

Der Forschungsbericht ist auf der BLM-Website hier zum Download zu finden.

Zur Studie:

Das Gutachten von Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Jeffrey Wimmer und Dr. Moritz Schweiger basiert auf einem Methoden-Mix, der quantitative Erhebungen mit qualitativen Befragungen verbindet, um alltagsnahe Einblicke in familiäre Nutzungssituationen zu ermöglichen und daraus Schlussfolgerungen für Medienpädagogik und Medienregulierung zu ziehen.

Quelle

Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)