Kinder-und Jugendärzte warnen vor Momo-Challenge und anderen Kettenbriefen in Sozialen Netzwerken

Die Momo-Challenge sorgt derzeit bei vielen Kindern für Angst - und bei ihren Eltern. Die Gruselfigur erschreckt nicht nur, sie soll Kinder und Jugendliche angeblich sogar bis in den Suizid treiben. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt vor Momo und anderen Gruselfiguren und gibt Tipps zum Umgang mit dem Phänomen.

Seit einigen Monaten bekommen Menschen vor allem über ihr WhatsApp-Fach, aber auch über andere Messenger-Dienste und Onlinecomputerspiele Nachrichten von Momo, einer Horrorfigur. Die animierte Gruselfigur ruft zur Kontaktaufnahme und zur Teilnahme am so genannten Momo-Challenge auf. Bei der Momo-Challenge geht es um Erfüllung bestimmter Aufgaben wie etwa der Weiterleitung der Teilnahmeaufforderung an Freunde.

Dr. Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte: "Die Gruselfigur macht Kindern Angst. Und nicht nur das. Sie fordert sie zum Beispiel auf, ihre Nachricht weiterzuleiten, so wird der Horror immer weiterverbreitet. Für den Fall einer Missachtung dieser Anweisungen werden drastische Konsequenzen angedroht. Durch diese Form der Nötigung wird auf die Kinder großer psychischer Druck aufgebaut.

Momo gibt es nicht, sie ist eine Kunstfigur, ein Gerücht, Internetbenutzer können unter ihrem Namen gruselige Kettenbriefe verschicken und zu Challenges aufrufen. WhatsApp ist das ideale Medium, um solche Fake-News und viralen Mythen zu verbreiten.

Was Eltern tun sollten, um ihre Kinder vor Kettenbriefen a la Momo-Challenge zu schützen:

  • Sensibilisieren Sie Ihre Kinder ganz allgemein für einen sorgsamen Umgang mit Medien aller Art.
  • Lassen Sie Ihre Kinder wissen, dass sie mit Ihnen über alles reden können, was sie im Internet sehen und hören.
  • Begleiten Sie ihre ersten Schritte ins Internet aktiv, richten Sie Messengerdienste gemeinsam mit ihnen ein, und informieren Sie sie, wo Gefahren lauern und welche Art von Einstellungen Schutz bieten.

Im Hinblick auf unerwünschte Kettenbriefe machen Sie Ihrem Kind klar:

  • keinesfalls weiterschicken, sondern löschen
  • keine persönlichen Daten preisgeben
  • keine Anhänge oder Verknüpfungen (Links) öffnen
  • unbekannte Rufnummern blockieren oder sperren

Als Eltern können Sie zudem eine Anzeige bei der Polizei erstatten, die Verbreitung von Teilnahmeaufforderungen mit Hilfe vorsätzlicher Drohungen stellt den Straftatbestand der Nötigung dar.

Und schließlich: Achten Sie selbst auch darauf, welche Inhalte Sie online teilen. Selbst gutgemeinte Warnungen vor Momo und anderen Horrorfiguren tragen zur Verbreitung von Gerüchten und Hysterie bei."

Quelle

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.