Spielen ist wichtig für die kindliche Entwicklung

Spielen ist ein zentraler Bestandteil einer gesunden kindlichen Entwicklung und wichtig für die entsprechende Hirnreifung. Darauf macht der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) aufmerksam. Die American Academy of Pediatrics (AAP) hat dafür in einer aktuellen Veröffentlichung wissenschaftliche Belege gesammelt.

„Untersuchungen zeigen, dass Spielen sich positiv auf die Sprach-, Rechen-, Problemlösungsfähigkeiten und sozialen Fähigkeiten auswirkt, Stress verringert und die Kreativität und die Phantasie fördert. Spielen ist aber auch für ihre Eltern wichtig, da das Teilen schöner Momente während des Spiels ihre Beziehung stärkt. Doch Medien wie Fernsehen, Videospiele, Smartphones und Tablets halten Kinder zunehmend vom Spielen ab. Es ist bedenklich, wenn das Eintauchen in eine elektronische Welt Zeit für echtes Spielen raubt. Auch deshalb ist es sinnvoll, die Medienzeiten zu begrenzen und Spielen zu fördern“, bekräftigt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), das Fazit der amerikanischen Übersichtsarbeit. Spielerisches Lernen können Eltern von klein auf anregen. Es beginnt damit, das nonverbale Verhalten des Säuglings in den ersten Lebensmonaten zu beobachten und darauf zu reagieren. Zum Beispiel, wenn ein Baby Eltern anlächelt, lächeln diese zurück. Verstecken spielen gehört zu den ersten Spielen.

„Kinder brauchen täglich etwas Zeit auch für unstrukturiertes Spielen – dazu gehört u.a. körperliche Aktivität“, rät Dr. Fegeler. Die AAP weist darauf hin, dass Länder, die kleineren Kindern dafür mehr Zeit zur Verfügung stellen, bei ihren Kindern einen größeren akademischen Erfolg beobachten können. Raum für Bewegung und Spiel zu haben, nutzt nicht nur der körperlichen Gesundheit, sondern kann Kinder auch zusammenbringen und ihnen Gelegenheit geben, Freundschaften zu knüpfen.

Spielen lässt sich schwer definieren. Im Allgemeinen beschreibt es eine freiwillige Tätigkeit, die von einem Menschen selbst aktiv ausgeht und ihm Spaß macht. Aber beim Spielen geht es nicht nur um Spaß, sondern auch darum, zu experimentieren, Grenzen und Risiken auszuloten. Kinder, die spielerisch lernen, lernen i.d.R. besser als gelangweilte Kinder, heißt es in der amerikanischen Publikation. Die Forscher geben in ihrer Übersichtsarbeit zu bedenken, dass kulturelle Veränderungen, wie die Notwendigkeit, dass in vielen Familien aus finanziellen Gründen beide Elternteile Vollzeit arbeiten müssen, sowie der Umstand, dass es weniger sichere Orte zum Spielen und mehr digitale Ablenkungen gibt, die Möglichkeiten für Kinder zu spielen verringert haben.

Quelle: Pediatrics, AAP News

Quelle

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.