Inklusion in der Kindertagesbetreuung - Finanzierung mit Lücken

Die Expertise „Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung“ untersucht die länderspezifischen Finanzierungssysteme als eine Grundlage von Inklusion in der Kindertagesbetreuung. Die Ergebnisse verdeutlichen sehr unterschiedliche Finanzierungsregelungen in den einzelnen Bundesländern. Die Finanzierung spielt für die Umsetzung einer inklusiven Bildung im frühkindlichen Bereich eine wichtige Rolle, betonen Diakonie, der Paritätische und die Gewerkschaft GEW als Auftrageber der Studie.

Am 05.10.2018 wurden die Ergebnisse der Studie "Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung" im Rahmen eines Fachgesprächs vorgestellt. Untersucht wurden die länderspezifischen Finanzierungssystemen als eine Grundlage von Inklusion in der Kindertagesbetreuung. "Die Studie offenbart, dass Förderung der Inklusion von Kindern mit Behinderung und die Unterstützung der Familien regional sehr unterschiedlich umgesetzt wird. Von gleichwertigen Lebensverhältnissen für diese Familien kann bei der Kindertagesbetreuung keine Rede sein", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Finanzierungssysteme der 16 Bundesländer

In Zusammenarbeit mit der Diakonie Deutschland, dem Paritätischen Gesamtverband und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung die Finanzierungssysteme aller 16 Bundesländer analysiert. Der besondere Fokus der Analyse lag dabei in der systematischen Betrachtung der länderspezifischen Finanzierungsregelungen zur Inklusion von Kindern mit Behinderung in der Kindertagesbetreuung. Die Ergebnisse verdeutlichen eindrucksvoll die landesrechtliche Vielfalt bei der Finanzierung. "Wenn wir wollen, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen müssen wir Zugangshürden abbauen, für Familien mehr Verbindlichkeit schaffen und für Einrichtungen Anreize bei der Finanzierung von Inklusion in der Kindertagesbetreuung erhöhen", betont Loheide.

Inklusive Bildung auch in der Kindertagesbetreuung

Mit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention ist die Gestaltung eines inklusiven Systems von Bildung, Betreuung und Erziehung seit 2008 verpflichtende Aufgabe für alle. Auch im frühkindlichen Bereich sind Teilhabe und Selbstbestimmung wesentliche Leitlinien dafür. Eine Öffnung der Kindertagesbetreuung und Konzepte für gemeinsame Bildung, Betreuung und Erziehung sind nicht erst mit der UN-Behindertenrechtskonvention in Angriff genommen worden. Für die Umsetzung und Sicherung inklusiver Bildung spielt die Finanzierung eine wichtige Rolle und ist auch vor dem Hintergrund der Debatte um eine inklusive Lösung bei der SGB VIII-Reform relevant.

Die Expertise "Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung - Finanzierung  inklusiv" (PDF, 994 KB) steht hier als Download zur Verfügung.

Quellen

Diakonie Deutschland, Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe