Studie: Kinder lieben Smartphones - aber auch Bücher

Viele Kinder wollen gern ein eigenes Smartphone oder Tablet besitzen - gleichzeitig lesen sie weiter ganz klassisch Bücher und Zeitschriften. Das sind zwei Ergebnisse der Kinder-Medien-Studie 2018, die Anfang August in Berlin vorgestellt wurde und bereits zum zweiten mal aufgelegt worden ist.

Kein „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“: Kinder in Deutschland wachsen in die Dualität von analogen und digitalen Medien- und Freizeitaktivitäten hinein und sind smart genug, beide Welten exzellent zu managen. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse der Kinder-Medien-Studie 2018 von Blue Ocean Entertainment AG, Egmont Ehapa Media GmbH, Gruner + Jahr, Panini Verlags GmbH, SPIEGEL-Verlag und ZEIT Verlag. Die sechs Medienhäuser haben in diesem Jahr zum zweiten Mal in einer repräsentativen Medienstudie den Medienkonsum und das -nutzungsverhalten von 7,26 Millionen Kindern in Deutschland untersucht. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Kinder ziehen sich trotz zunehmender Digitalisierung nicht in die virtuelle Welt zurück, sondern nehmen das aktuelle Geschehen in ihrer Umwelt mit allen Sinnen wahr. Sie hören, sehen und lesen von der Welt – und wollen sie verbessern. Denn hätten sie eine Superkraft zur Auswahl, würden sich Deutschlands Kinder zwischen vier und 13 Jahren vor allem die Fähigkeit wünschen, Frieden, Schutz und Gerechtigkeit für alle Menschen zu erreichen.

Digitale Spielerlebnisse werden wichtiger

Kinder verfügen laut der Studie  über eine gute Balance zwischen der analogen und digitalen Beschäftigung und halten sich bei der Freizeitgestaltung beide Welten offen. So haben Freizeitaktivitäten wie „mit Freunden zusammen sein“ (89 Prozent) oder „im Freien spielen“ (81 Prozent) im Durchschnitt über alle Altersklassen hinweg eine hohe Bedeutung. Gleichzeitig wird das digitale Spielerlebnis auf Tablet, Smartphone oder Computer (mindestens mehrmals pro Woche) mit zunehmendem Alter immer relevanter (71 Prozent der 13-Jährigen gegenüber sieben Prozent bei den Vierjährigen).

Kinder wachsen mit der Digitalisierung

Die Kinderzimmer in Deutschland sind gefüllt mit klassischem Spielzeug. Gleichzeitig entwickelt sich das Online-Interesse der Kinder: Mit zunehmendem Alter werden Kinderzimmer zunehmend digitaler, Hard- und Software ergänzen die Ausstattung und ab 13 Jahren ersetzen elektronische Endgeräte eine Vielzahl an traditionellem Spielzeug: So besitzen 92 Prozent der 13-jährigen Mädchen und Jungen bereits ein Smartphone, 55 Prozent einen Computer und 26% ein Tablet.

Serien werden meist im linearen Fernsehen geguckt

2017 schon war das Ergebnis der Kinder-Medien-Studie: Kinder lesen am liebsten von Papier. Auch in diesem Jahr bleiben Kinder Printmedien treu: 70 Prozent der Kinder lesen Bücher oder Zeitschriften mindestens mehrmals pro Woche von Papier. Beim Lesevergnügen spielen elektronische Endgeräte und Lesemedien in der Zielgruppe der Vier- bis 13-Jährigen keine Rolle. Anders ist es bei Radio und TV: Die Nutzung von kostenpflichtigen Streaming- oder kostenlosen Videodiensten wird mit zunehmendem Alter interessanter. So greifen zum Beispiel 35 Prozent der 13-Jährigen mindestens mehrmals pro Woche auf YouTube, Vimeo oder andere kostenlose Videodienste zurück, wenn es um Filme, Serien oder Fernsehsendungen geht. Dennoch bleiben 87 Prozent der Kinder auch hier den klassischen Medien treu und schauen Filme, Serien oder Fernsehsendungen mindestens mehrmals pro Woche linear.

WhatsApp für ältere Kinder Kommunkationsweg Nummer 1

WhatsApp statt Anruf? Nicht bei der Generation Smartphone. Gleichwohl die App für die älteren Kinder von zehn bis 13 Jahren von hoher Relevanz ist (74 Prozent), nutzen 97 Prozent der Kinder das Telefon und damit stärker als die Textnachricht (90 Prozent). Bei den Sechs- bis Neunjährigen ist die Differenz noch deutlich ausgeprägter: Während 88 Prozent mindestens ab und zu telefonieren, schreiben lediglich 42 Prozent Textnachrichten. Lieber schreiben die Jüngeren sogar noch Postkarten oder Briefe (43 Prozent). Die älteren Kinder dagegen sind allen Kommunikationsformen gegenüber offen, senden fast genauso gerne Sprachnachrichten wie sie Bilder teilen oder ihren Status posten (70 Prozent und 65 Prozent) und nehmen auch weiterhin noch gerne den Stift in die Hand, um Grüße per Post zu verschicken (49 Prozent).

41 Prozent hoffen auf eigenes/neues Smartphone

Vier- bis 13-Jährigen ist es wichtig, digital ausgestattet zu sein, weshalb digitale Endgeräte ganz oben auf der Wunschliste stehen: Für 41 Prozent der Kinder ist ein Handy oder Smartphone Wunschobjekt Nr. 1, gefolgt von Spielen für das Handheld oder die Spielkonsole mit 33 Prozent und einem Tablet mit 32 Prozent. Ergänzt wird die Liste durch eine große Bandbreite an klassischen Wunschobjekten, die von Puppen und Puzzeln über Plüschtiere und Fahrräder bis hin zu Gesellschaftsspielen reicht.

Zur gesamten Studie geht es hier

Quelle

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