Personalnot droht: Immer weniger Jobsuchende in der Frühen Bildung

Auf dem Arbeitsmarkt stehen immer weniger Arbeitskräfte für den Bereich der Kindertagesbetreuung zur Verfügung. Das ist angesichts des hohen Personalbedarfs von Kitas ein Problem. Berechnungen des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund gehen bereits von einem Personalnotstand für die kommenden Jahre aus.

Im Jahr 2017 lag die berufsspezifische Arbeitslosenquote in der Frühen Bildung bei 1,3%. Fünf Jahre zuvor betrug sie noch 2,0%. Damit steht ein vergleichsweise immer kleineres Reservoir an Arbeitslosen mit dem Zielberuf zur Verfügung – auch absolut betrachtet: Zwischen 2012 und 2017 ging die Zahl arbeitslos gemeldeter Personen mit dem Zielberuf Frühe Bildung um 14% von 11.400 auf 9.800 Personen zurück. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung.

Boomender Teilarbeitsmarkt Frühe Bildung

Gleichzeitig stieg die Zahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in dem Bereich: Im Jahr 2017 waren 743.374 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Frühen Bildung tätig. Das ist über ein Viertel mehr als noch im Jahr 2012 (+26%). Damit zählt die Frühe Bildung zu den am stärksten boomenden Teilarbeitsmärkten in Deutschland – aufgrund des massiven Ausbaus institutioneller Bildung, Betreuung und Erziehung. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter auf dem gesamten Arbeitsmarkt nur um knapp 9%.

Leergefegter Arbeitsmarkt 

Dem hohen Personalbedarf der Kitas stehen immer weniger arbeitslos gemeldete Personen gegenüber. Das Reservoir ist leergefegt“, sagt WiFF-Referent Michael Walter. „Die berufsspezifische Arbeitslosenquote ist so niedrig, dass man von Vollbeschäftigung spricht. Wir gehen davon aus, dass ein Teil der Arbeitslosen sich im Übergang zwischen zwei Anstellungen befindet und sich nur kurzfristig arbeitslos meldet. Es gibt also kaum noch Spielraum“, stellt Walter fest.

Drohender Personalnotstand

Angesichts des weiterhin hohen Personalbedarfs in den kommenden Jahren droht ein Personalmangel: Bis zu 329.000 zusätzliche pädagogische Fachkräfte werden in Krippen, Kindergärten und in der Grundschulbetreuung bis zum Jahr 2025 voraussichtlich gebraucht, wie eine Prognose des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund zeigte.

Fachkräftebarometer Frühe Bildung
Das Fachkräftebarometer Frühe Bildung liefert auf Basis amtlicher Daten ausführliche Informationen über Personal, Arbeitsmarkt, Erwerbssituation sowie Ausbildung und Qualifizierung in der Frühpädagogik. Das Beobachtungs- und Analyseinstrument erscheint etwa alle zwei Jahre. Die letzte Ausgabe wurde im Juni 2017 veröffentlicht. fachkraeftebarometer.de präsentiert einen Überblick über Bundestrends und Entwicklungen in den Ländern. Darüber hinaus wird jeden Monat eine aktuelle Zahl vorgestellt, die die Analysen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung fortschreibt.

Quelle

Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF)