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Wenn Sterne im Wohnzimmer ihren Glanz entfalten

Erstellt am 19. November 2002, zuletzt geändert am 19. November 2002

Michael Schnabel      
Michael Schnabel

Kinder und der Sternenhimmel

In der Adventszeit sind die Tage kurz und die Nächte werden länger. Da sind auch Kleinkinder abends noch unterwegs. Wenn sich Eltern Zeit lassen und der Himmel nicht bewölkt ist, dann entdecken Kinder das Meer der Sterne am Himmel. Vor allem, wenn das Leuchten der Sterne nicht durch künstliches Licht gedämpft wird, sieht man das Funkeln und Glitzern der Sterne ganz deutlich. Ein Erlebnis für jedes Kind – und auch für den staunensfähigen Erwachsenen!

Beim Betrachten des Sternenhimmels berühren die Symbole “Himmel und Sterne” unser Tiefenbewusstsein. Himmel ist ein Symbol für Glück, Zufriedenheit, Weite und Sehnsucht des Menschen. Der Stern ist für den Menschen ein Zeichen der Hoffnung, der Orientierung, der Freude und des Glücks. Diese Erlebnisdimensionen versetzen Kinder und Erwachsene ins Staunen, wenn sie den Nachthimmel auf sich wirken lassen.

(Praktische Anregung: Wenn Sie in der Zeit vor Weihnachten nachts mit dem Auto unterwegs sind, halten sie auf einem abgelegenen Parkplatz an. Dann lassen Sie auf sich und die Kinder die Pracht des Sternenhimmels wirken.)

Wie Sterne ihren Glanz entfalten und Erfahrungen des Staunens lassen sich auch im Wohnzimmer wecken. Dazu werden von Erwachsenen und Kindern Sterne und Schwimmkerzen hergestellt. Eine Wanne mit Wasser dient als Nachthimmel, auf dem sich Sterne entfalten und ihren Lichtschein darbieten.

Sterne

Vorbereitungen: Sterne und Schwimmkerzen herstellen

Die Kinder malen mit Wachsmalkreiden Sterne auf ein etwas kräftigeres Papier. Sie sollten sehr lichte Farben benutzen, denn Sterne leuchten hell und klar. Anschließend werden die Sterne ausgeschnitten. Das Sternenmuster darf nicht durch Falten gewonnen werden, weil mehrmals abgeknicktes Papier die Spannung verloren hat und sich nicht mehr öffnet. Die Zacken der ausgeschnittenen Sterne werden zur Mitte hin gefaltet.

Sterne

Schwimmkerzen herstellen

Man braucht dazu Teelichter und Walnussschalen. In einem warmen Wasserbad werden die Teelichter nur soweit erwärmt, dass sich das Wachs kneten lässt. Dann nimmt man das Wachs des Teelichts mitsamt dem Docht und drückt es in eine Nussschale. Und schon ist eine Kerze entstanden, die prima auf dem Wasser schwimmt.

Meditatives Ritual

Damit Faszination und Begeisterung um sich aufgipfeln können, sind Ablauf und Erlebnismöglichkeiten genau zu planen. Denn kleine Pannen und Schwierigkeiten können das Erlebnis verderben und die Aktionen verflachen lassen.

Bevor die Kinder in den verdunkelten Raum kommen dürfen, wird eine möglichst große Wanne mit Wasser bereitgestellt. Das Wasser kann mit blauer Farbe oder Tinte eingefärbt werden, so gleicht es eher dem Nachthimmel. Im verdunkelten Raum, der nur durch Kerzen erhellt ist, setzen sich die Kinder im Kreis um die Wanne. Die Mutter erklärt in knappen Sätzen: Wir wollen zusammen den Nachthimmel bestaunen. Wir lassen unsere Sterne auf diesem Himmel aufleuchten. Nach und nach öffnen sich unsere Sterne. Sie zeigen uns ihre Pracht. Sie spiegeln das Licht der Kerzen. Sie künden vom Lichtstrahl der Sterne.

Sterne

Zwischendurch werden einige brennende Schwimmkerzen ins Wasser gelassen.

Nacheinander legen die Kinder ihre Sterne ins Wasser. Langsam entfalten sich die Sterne und das Strahlen und Glitzern kommt zur Geltung. Jeder Stern erhält die Möglichkeit, sich voll zu entfalten, erst dann wird ein weiterer Stern ins Wasser gelegt.

Im ersten Teil der Übung sollte es völlig ruhig sein, denn die Kinder sind ganz gefangen vom Geschehen, dass sie zum Singen oder Hören einer Geschichte nicht fähig sind. Daher würden jetzt Lieder und Geschichten eher stören.

Nachdem den Kindern ausgiebig Zeit zum Schauen und Betrachten ihrer Sterne eingeräumt wurde, kann durch Lieder und Geschichten das feierliche Erlebnis erweitert werden.

Die Erlebnisgestalt der Sterne wirkt stärker nach, wenn die Kinder nach der Aktion den Raum verlassen, ohne dass elektrisches Licht eingeschaltet wurde. Denn das grelle Licht überdeckt und verdirbt das freundliche Leuchten der Kerzen.

Anmerkung

Die Bilder wurden vom Autor bei einem Familienwochenende des Eltern-Kind-Programm e.V. aufgenommen. Kindern und Eltern ein herzliches Dankeschön für die Erlaubnis, die Bilder veröffentlichen zu dürfen. Weitere Informationen: http://www.ekp.de (http://www NULL.ekp NULL.de)

Autor

Michael Schnabel ist wissenschaftlicher Angestellter am

Staatsinstitut für Frühpädagogik

Eckbau Nord

Winzererstraße 9

D – 80797 München

Tel.: 089/99825-1929

E-Mail: Michael Schnabel (Michael NULL.Schnabel null@null extern NULL.lrz-muenchen NULL.de)


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