“Landesstiftung – Hilfe für Mutter und Kind”

Antje Schöne

Die bayerische “Landesstiftung – Hilfe für Mutter und Kind”, eine Stiftung des öffentlichen Rechts, unterstützt seit 1978 werdende Mütter in Not und kinderreiche Familien sowie Alleinerziehende in besonderen Notlagen, die ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben, mit finanziellen Beihilfen, sofern die gesetzlichen Leistungen nicht ausreichen.

Stiftungsleistungen sind grundsätzlich freiwillige Leistungen. Ein Rechtsanspruch auf sie besteht nicht.

Auch in anderen Bundesländern gibt es vergleichbare Landesstiftungen, wobei alle Landesstiftungen die Stiftungsmittel im Rahmen der Vorgaben der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ eigenständig und auf unterschiedliche Art und Weise vergeben.

Hilfen für Familien in Not (Stiftungszweck I)

Durch unvorhersehbare Ereignisse wie beispielsweise Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit oder Tod können Familien schuldlos in eine Notlage geraten, die sie aus eigenen Kräften nicht bewältigen können. Nicht nur das familiäre Zusammenleben wird durch diese persönlichen Unglücksfälle belastet, sondern die Familien werden auch mit finanziellen Problemen konfrontiert, die häufig ihre Leistungsfähigkeit übersteigen. Die Landesstiftung “Hilfe für Mutter und Kind” leistet in diesen Fällen Hilfe zur Selbsthilfe. Durch finanzielle Zuwendungen soll die bestehende Notlage gelindert und eine tragfähige Basis für die Zukunft geschaffen werden.

Wer erhält Hilfe?

Im Mittelpunkt der Förderung stehen kinderreiche Familien, also Familien mit drei oder mehr Kindern, und Alleinerziehende mit Säuglingen, Kleinkindern oder Kindern im schulpflichtigen Alter. In besonderen Ausnahmefällen können auch Familien mit weniger als drei Kindern Hilfe erhalten.

Was sind die Voraussetzungen?

Hilfen der Landesstiftung können Familien erhalten, die sich in einer unverschuldeten Notlage befinden und nicht in der Lage sind, diese aus eigenen Kräften zu meistern. Von einer unverschuldeten Notlage wird in der Regel dann ausgegangen, wenn unvorhersehbare Ereignisse (z.B. unverschuldete Arbeitslosigkeit, Unfall, Krankheit, Tod) oder nicht zu vertretende Umstände zur Entstehung der Notsituation beigetragen haben.

Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass

  • der Hilfesuchende bereit ist, im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Problemlösung selbst beizutragen,
  • eine dauerhafte Bewältigung der Notlage zu erwarten ist,
  • keine gesetzlichen Leistungen oder sonstigen Hilfen zur Beseitigung der Notlage zur Verfügung stehen,
  • die örtlich zuständige Gemeinde, die Sozialhilfeverwaltung, das Jugendamt, das Gesundheitsamt oder ein Verband der freien Wohlfahrtspflege das Hilfegesuch befürwortet,
  • der Hilfesuchende seit mindestens sechs Monaten seinen ständigen Aufenthalt in Bayern hat,
  • mindestens ein Familienmitglied die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und
  • das Bruttofamilieneinkommen unter der Einkommensgrenze des § 53 Abgabenordnung liegt.

Welche Hilfen sind möglich?

Das Hilfsangebot der “Landesstiftung – Hilfe für Mutter und Kind” ist vielfältig und orientiert sich an den Bedürfnissen der einzelnen Familie. Sowohl die Finanzierung notwendiger Anschaffungen, die Sicherstellung des Lebensunterhalts als auch die Minderung von Schuldverpflichtungen sowie finanzielle Beihilfen zur Erhaltung und Beschaffung von Wohnraum sind im Rahmen der Hilfeleistungen der Landesstiftung “Hilfe für Mutter und Kind” möglich.

Hilfen für Mehrlingsfamilien ab Drillingen

Um die besonderen wirtschaftlichen Belastungen für Familien mit Drillingen, Vierlingen oder Fünflingen zu mildern, gewährt die Landesstiftung “Hilfe für Mutter und Kind” aus Mitteln des Freistaates Bayern eine einmalige Beihilfe in Höhe von 515,- EUR für jedes Kind.

Wenn die Eltern bei der aufwändigen Betreuung der Kinder nicht durch Verwandte oder Bekannte unterstützt werden, ist oft eine Haushaltshilfe erforderlich. Die “Landesstiftung – Hilfe für Mutter und Kind kann in diesen Fällen einen monatlichen Zuschuss zur Finanzierung der Haushaltshilfe für die Dauer von 12 Monaten gewähren. Voraussetzung für eine finanzielle Unterstützung ist jedoch, dass die für Stiftungsleistungen geltende Einkommensgrenze nicht überschritten wird.

  • Zudem vermittelt die Landesstiftung auf Wunsch der Mehrlingsfamilie auch Einladungen zu sog. Drillingstreffen in die Familienferienstätten des Kolpingwerkes.
  • Die Lieferung eines kostenlosen Willkommenspakets mit verschiedenen Babyprodukten der Firma Nestlé Deutschland AG kann ebenfalls durch die „Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind“ veranlasst werden.
  • Der Baur-Versand bietet Familien mit Mehrlingsgeburten ab Drillingen die Möglichkeit, Waren vergünstigt im Versandhandel zu beziehen.
  • Mit der Zustimmung der Familie ist die Landesstiftung zudem bereit, bei der Kommune um eine mögliche Unterstützung anlässlich der Mehrlingsgeburt anzufragen.

Hilfen für Schwangere in Notlagen (Stiftungszweck II)

Eine Schwangerschaft ist ein tiefgreifendes Erlebnis und von der Freude auf das Kind geprägt. Oft aber verlangt die Geburt eines Kindes gerade von der Mutter erhebliche Umstellungen in der Lebensplanung und bringt zahlreiche Probleme, insbesondere finanzielle Belastungen, mit sich.

Sofern die gesetzlichen Hilfen, wie beispielsweise Kindergeld, Elterngeld, Landeserziehungsgeld, Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz, aber auch Arbeitslosengeld II bzw. Sozialhilfe, im Einzelfall nicht ausreichen, stellt die Landesstiftung “Hilfe für Mutter und Kind” noch ergänzende Leistungen zur Verfügung. Sie will damit schwangeren Frauen und Müttern mit Kleinkindern, die sich in einer seelischen und wirtschaftlichen Notlage befinden, schnell und unbürokratisch helfen und ihnen in ausweglos erscheinender Situation eine Perspektive für ein gemeinsames Leben mit ihrem Kind eröffnen.

Wer erhält Hilfe?

Die Leistungen der “Landesstiftung – Hilfe für Mutter und Kind” setzen voraus, dass die werdende Mutter

  • eine ärztliche Bescheinigung über die bestehende Schwangerschaft vorlegt,
  • ihre Hauptwohnung in Bayern hat,
  • bereit ist, auch eine persönliche Beratung anzunehmen,
  • in ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, d.h. das Einkommen darf bestimmte Grenzen nicht überschreiten.

Welche Hilfen sind möglich?

Das Unterstützungsangebot der Landesstiftung in Form von freiwilligen Schenkungen ist in seiner Vielfalt ungewöhnlich breit und flexibel. Angefangen von Umstandskleidung und Babyausstattung bis hin zu Einrichtungsgegenständen und Haushaltshilfen können Zuschüsse für alle Anschaffungen, die im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes stehen, geleistet werden. Wurde der Erstantrag während der Schwangerschaft gestellt, sind bei Bedarf weitere Anträge bis zum 3. Lebensjahr des Kindes möglich.

Wie ist das Verfahren?

Hilfesuchende werdende Mütter müssen bereits vor der Geburt des Kindes einen Antrag bei der “Landesstiftung – Hilfe für Mutter und Kind stellen, sonst entfällt die Fördermöglichkeit. Anträge werden von den staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen freier Träger, den Schwangerschaftsberatungsstellen in den Landratsämtern/ Gesundheitsverwaltungen und den Katholischen Schwangerenberatungsstellen aufgenommen. In einem vertraulichen Beratungsgespräch können alle offenen Fragen geklärt werden. Die Beratung sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Die Beratung ist kostenlos. Adressen finden Sie im Telefonbuch oder unter Landesstiftung-Mutter-Kind. Bitte beachten Sie, dass Sie Ihren Antrag nur über eine Schwangerenberatungsstelle stellen können; eine direkte Antragstellung bei der Landesstiftung ist nicht möglich.

Ein Verzeichnis der staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen in Bayern finden Sie hier:

Adresse

Landesstiftung – Hilfe für Mutter und Kind
Hegelstr. 2
95447 Bayreuth
Tel.: 0921/605-1 (Vermittlung)
E-Mail
Website


Bei Fragen zum Stiftungszweck I “Familie in Not”: 0921/605-3336 (Buchstabe A bis K), 0921/605-3342 (Buchstabe L bis Z)

Fragen zum Stiftungszweck II „Hilfen für Schwangere in Notlagen“ richten Sie bitte direkt an eine Schwangerenberatungsstelle.

Adressen von vergleichbaren Stiftungen anderer Bundesländer

Baden-Württemberg

Stiftung “Familie in Not”
Postanschrift: Postfach 10 60 22, 70049 Stuttgart
Telefon: 07 11 / 63 75 – 0
E-Mail
Website

Berlin

Stiftung „Hilfe für die Familie”
Postanschrift: Oranienburger Straße 13 – 14 , 10178 Berlin
Telefon: 0 30 / 20 08 91 0
E-Mail:
Website

Brandenburg

Stiftung „Hilfe für Familien in Not – Stiftung des Landes Brandenburg”
Postanschrift: Heinrich-Mann-Allee 103, Haus 3, 14473 Potsdam
Telefon: 03 31 / 86 65 99 – 0
E-Mail
Website

Bremen

Bremische Evangelische Kirche
Postanschrift: Domsheide 2, 28195 Bremen
Telefon: 04 21 / 33 35 63
E-Mail
Website

Hamburg

Caritasverband für Hamburg e.V.
Postanschrift: Danziger Straße 66, 20099 Hamburg
Telefon: 0 40 / 28 01 40 – 0
E-Mail
Website

Hessen

Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck
Postanschrift: Kölnische Straße 136, 34119 Kassel
Telefon: 05 61 / 10 95 – 0
E-Mail
Website

Mecklenburg-Vorpommern

Stiftung „Hilfen für Frauen und Familien”
Postanschrift: Friedrich-Engels-Str. 47, 19061 Schwerin
Telefon: 03 85 / 588 95 -42, -43, -44, -45
E-Mail
Website

Niedersachsen

Stiftung „Familie in Not”
Postanschrift: Postfach 141, 30001 Hannover
Telefon: 05 11 / 10 67 49 0
E-Mail
Website

Nordrhein-Westfalen

Caritasverband für die Diözese Münster e.V.
Postanschrift: Kardinal-von-Galen-Ring 45, 48149 Münster
Telefon: 02 51 / 89 01 – 224
E-Mail
Website

Rheinland-Pfalz

Stiftung “Familie in Not – Rheinland-Pfalz”
Postanschrift: Kaiser-Friedrich-Straße 5a, 55116 Mainz
Internet

Saarland

Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e.V.
Postanschrift: Johannisstraße 2, 66111 Saarbrücken
Telefon: 06 81 / 30 90 6 – 0
E-Mail
Website

Sachsen

Stiftung „Hilfe für Familien, Mutter und Kind” des Freistaates Sachsen
Geschäftsstelle
Postanschrift: Reichsstraße 3, 09112 Chemnitz
Postfach 1345, 09072 Chemnitz
Telefon: 0371 / 57 73 70
Fax: 0371 / 57 74 40
E-Mail
Website

Sachsen-Anhalt

Stiftung „Familie in Not” – Sachsen-Anhalt
Postanschrift: Postfach 39 11 55, 39135 Magdeburg
Hausanschrift: Liebknechtstraße 65, 39110 Magdeburg
Telefon: 03 91 / 72 73 99 10
Fax: 03 91 / 72 73 99 14
E-Mail
Website

Schleswig-Holstein

Stiftung „Familie in Not”
Postanschrift: Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel
Telefon: 04 31 / 988 – 0
E-Mail
Website

Thüringen

Thüringer Stiftung HandinHand – Hilfe für Kinder, Schwangere und Familien in Not
Postanschrift: Linderbacher Weg 30, 99099 Erfurt
Telefon: 03 61 / 44 20 10
E-Mail
Website
 

Erstellt am 17. März 2010, zuletzt geändert am 13. Juni 2013