Häusliche Krankenpflege

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten in ihrem Haushalt oder in ihrer Familie oder sonst an einem geeigneten Ort, insbesondere in betreuten Wohnformen, Schulen und Kindergärten häusliche Krankenpflege durch geeignete Pflegekräfte.

Wenn Krankenhauspflege geboten, aber nicht ausführbar ist, oder wenn sie durch die häusliche Krankenpflege vermieden oder verkürzt wird, umfasst die häusliche Krankenpflege die im Einzelfall erforderliche Grund- und Behandlungspflege sowie hauswirtschaftliche Versorgung. Der Anspruch besteht - von Ausnahmefällen abgesehen - bis zu 4 Wochen je Krankheitsfall.

Ferner erhalten Versicherte als häusliche Krankenpflege Behandlungspflege, wenn sie zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung erforderlich ist. Gleichfalls zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung kann die Kassensatzung vorsehen, dass die Krankenkasse als häusliche Krankenpflege auch Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erbringt. Die Gewährung von Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung ist nach Eintritt von Pflegebedürftigkeit im Sinne des Sozialgesetzbuches XI (soziale Pflegeversicherung) nicht zulässig.

Die Krankenkasse kann auch die Kosten für eine selbstbeschaffte Pflegeperson in angemessener Höhe erstatten, wenn sie keine Ersatzkraft stellen kann oder ein Grund besteht, von der Stellung einer Ersatzkraft abzusehen.

Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, haben zu den Kosten der häuslichen Krankenpflege eine Zuzahlung von 10 € für die Verordnung und 10 % der anfallenden Kosten für maximal 28 Tage im Kalenderjahr zu leisten.
Wegen der Befreiung von der Zuzahlung siehe Belastungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die häusliche Krankenpflege wird nur gewährt, wenn sie eine im Haushalt lebende Person nicht durchführen kann.

Pflegepersonen stellen u.a. – auch für nicht versicherte Personen – die Sozialen Dienste und Sozialstationen.

Wegen der Gewährung von Hauspflege in der gesetzlichen Unfallversicherung siehe Heilbehandlung für Unfallverletzte, im Rahmen der Sozialhilfe siehe Pflege, Hilfe zur
Hauspflege kommt auch für Kriegsopfer in Betracht.

§§ 37, 132 Sozialgesetzbuch V; § 11 Absatz 1 Nr. 7 Bundesversorgungsgesetz

Zuständig

Gesetzliche Krankenkassen, gesetzliche Unfallversicherungsträger, Sozialhilfeverwaltungen, Zentrum Bayern Familie und Soziales, Kriegsopferfürsorgestellen bei den Landratsämtern und kreisfreien Städten, Patientenportal Bayern

Quelle

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration
Winzererstraße 9
80797 München
Tel.: 089/1261-01

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Erstellt am 1. September 2004, zuletzt geändert am 24. September 2013