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Wechseljahre – Balance ohne Hormone

Erstellt am 19. Juni 2007, zuletzt geändert am 11. Februar 2010

Claudia Langohr    

Inhalt

Der Verlauf des Wechsels

Beschwerden

Was kann ich selbst unterstützend tun?

Allgemeine Maßnahmen

Naturheilkundliche Therapie

Der Ausdruck „Wechseljahre“ oder „Klimakterium“ beschreibt die Zeit des Übergangs in eine andere Lebensphase, sozusagen eine Umstellung bzw. ein Wechsel. Ähnlich wie sich in der Pubertät die Fortpflanzungsfähigkeit entwickelt, wird sie in den Wechseljahren zurückgenommen. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um einen normalen Bestandteil des Lebens, der bei ca. 50% der Frauen keinerlei Beschwerden verursacht.

Ca. 6,5 Mio. Frauen in Deutschland leiden allerdings unter Beschwerden wie z. B. Hitzewallungen, Schlafstörungen, verstärkten Blutungen, Zyklusstörungen, depressiven Verstimmungen usw. Wechseljahrsbeschwerden findet man hauptsächlich in den Industrieländern. In Kulturen, die das Alter verehren, treten nur selten Beschwerden auf.

Der Beginn der Umstellung findet meist Anfang des 40. Lebensjahres statt, kann aber, z. B. bei Raucherinnen, auch einige Jahre früher beginnen. Das Beschwerdebild kann zwischen einigen Monaten bis zu Jahren andauern und kann währenddessen mehr oder weniger intensiv auftreten. Medikamenteneinnahmen oder andere Erkrankungen können die Symptomatik verstärken.
Auch können im Klimakterium Hautveränderungen auftreten, da die Haut auf Sexualhormone bzw. deren Schwankungen sehr sensibel reagiert.

Noch vor einigen Jahren hat man zur Behandlung klimakterischer Beschwerden Hormone eingesetzt. In verschiedenen Studien zeigte sich allerdings ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei den behandelten Patientinnen, so dass mittlerweile viele Frauen eine natürliche Behandlung bevorzugen.

Der Verlauf des Wechsels

  • Prämenopause

    (Zeitraum ca. 1 – 6 Jahre vor letzter Regelblutung)

    Die Eierstöcke verändern sich, die Produktion der Hormone Östrogen und Gestagen sinkt. Dadurch verändern sich die Blutspiegel von Gelbkörperhormon und folikelstimulierendem Hormon (FSH) stark und reife Eizellen können nur noch in unregelmäßigen Abständen produziert werden. Aufgrund der Hormonschwankung wird der Zyklus unregelmäßig

  • Menopause

    (letzte Regelblutung):

    Dieser Lebensabschnitt kann erst im Nachhinein festgestellt werden, wenn ein Jahr lang keine Blutung mehr aufgetreten ist. Der Zeitraum liegt meist zw. dem 50. – 55. Lebensjahr; (Durchschnittsalter in Europa: 52 Jahre)

  • Postmenopause

    (Zeit nach der Menopause):

    Dieser Begriff steht für die Zeit nach der Menopause. Viele Frauen sind jetzt beschwerdefrei, allerdings können auch Jahre nach der letzten Regelblutung noch Beschwerden auftreten.

Beschwerden

Vielerlei Beschwerden, die in diesem Zeitraum auftreten, werden oft als klimakterische Beschwerden bezeichnet, sind aber altersabhängig. D. h. diese Beschwerden hängen nicht mit dem Hormonhaushalt zusammen.

Hauptproblematik während der Prämenopause sind Menstruationsbeschwerden jeglicher Art:

  • unregelmäßiger Zyklus

  • veränderte Blutung (nur bei Frauen, die keine Pille nehmen)
  • sehr schwache bis sehr starke Blutung
  • Zyklus kann sich sehr verkürzen, d. h. Blutungen treten in kürzeren Abständen auf
  • Dadurch Eisenmangel, Müdigkeit
  • Schmierblutungen zwischendurch
  • Abgang von Blutklumpen

Vegetative Beschwerden:

  • Hitzewallungen

  • Nächtliche Schweißausbrüche
  • Schwindelgefühl
  • Herzjagen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit, vorzeitiges Erwachen
  • Nachlassende Konzentrationsfähigkeit
  • Gedächtnisstörungen

Psychische Beschwerden:

  • Nervosität

  • Reizbarkeit
  • Angstgefühl
  • Depressive Verstimmung
  • Lustlosigkeit

Körperliche Veränderungen:

  • Elastizität der Haut lässt nach

  • Haut wird dünner, Juckreiz kann entstehen (ab 50. LJ schreitet Hautalterung aufgrund Hormonmangels schneller fort)
  • Ekzeme
  • Veränderung der Figur
  • Osteoporose (Abbau von Knochensubstanz, sog. “Knochenschwund” )
  • Schleimhäute werden trockener
  • Blasenbeschwerden, z. B. Reizblase oder Harninkontinenz (unfreiwilliger Harnabgang)

Was kann ich selbst unterstützend tun?

  • Hitzewallungen:

    • Anziehen nach dem Zwiebelschalenprinzip

    • Schlafen in kühlem Raum; zwei dünnere Decken sind besser, als eine dicke Decke
    • Kleidung, Bettzeug und Schlafanzug sollten aus Naturmaterialien bestehen
    • Morgendliche Wechselduschen trainieren den Kreislauf
    • Zu Beginn einer Hitzewallung kaltes Wasser über Puls laufen lassen
    • Kneipp´sche Güsse + Schiele-Fußbäder (Durchführung siehe „Allgemeine Maßnahmen) zur Vorbeugung
    • Salbeitee: 2 TL Salbei + 1/4 l kochendes Wasser, 15 Min. ziehen lassen; täglich 2 Tassen ungesüßt über mind. 4 Wochen trinken; kann auch für Waschungen verwendet werden
  • Menstruationsschmerzen:

    • “Heiße 7″ mit Magnesium phosph. n. Schüßler: 10 Tabl. in einem Glas lauwarmen Wasser auflösen, innerhalb von 10 Min. trinken

    • Heublumensack über Dampf erhitzen und auf den Unterbauch auflegen (Fertigprodukt aus der Apotheke oder selbstgemacht mit ca. 50 g Heublumen, die man in ein Baumwoll- oder Leinensäckchen füllt)
    • Frauentrunk: 90 g Gänsefingerkraut + 60 g Ringelblumen + 60 g Frauenmantel mischen; 1 geh. EL der Mischung in 1/4 l kalter Milch ansetzen, einige Stunden ziehen lassen, dann erhitzen und einmal aufkochen lassen; nach 5 Min. abseihen, 1 TL Butter, 2 TL Fruchtzucker, 1 Prise Zimt zugeben; bei Beschwerden mehrmals täglich 1 EL einnehmen
    • Schafgarben- oder Himbeerblättertee (je 2 TL Kräuter mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen und schluckweise trinken)
    • Schafgarben-Bad (ca. 70 g Schafgarbe mit 1 l kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen. Flüssigkeit dem Badewasser zugeben, 15 Min. bei 38 ° baden, anschließend mind. 30 Min. ruhen
    • Bei zu starker Menstruation: Teezubereitung: 60 g Gänsefingerkraut + 50 g Fünffingerwurzel + 40 g Eichenrinde + 30 g Schafgarbe + 30 g Hirtentäschelkraut mischen; 3 TL der Mischung mit 1/2 l kochendem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen
  • Harninkontinenz und Blasenbeschwerden:

    • Beckenbodengymnastik, Blasentraining (evtl. durch Krankengymnastik) bringen oft entscheidende Besserung

    • Blasentee: je 10 g Bärentraubenblätter, Goldrute, Birkenblätter, Schachtelhalm mischen, 3 TL der Mischung mit ¼ l kochendem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen, evtl. mit Honig gesüßt trinken (3 – 4 Tassen täglich)
  • Schlafstörungen:

    • bessern sich durch Entspannungstraining, Autogenes Training oder Meditation

    • Schlaffördernder Tee: je 10 g Baldrianwurzel, Hopfen, Melisse, Johanniskraut mischen, 2 TL der Mischung mit ¼ l kochendem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen und im Verlauf des Abends sowie direkt vor dem Schlafengehen je 1 Tasse trinken
  • Grundumsatz (= die vom Körper benötigte Energiemenge) sinkt mit zunehmendem Alter, deshalb helfen niedrigere Kalorienaufnahme und mehr Bewegung das Gewicht zu erhalten
  • Hautpflege:

    • Vitamin A -> Hautpflege-Vitamin, regt Kollagenbildung an; ist in vielen Hautcremes enthalten, kann aber in der Apotheke als Einzelsubstanz gekauft werden und in jede Gesichtscreme gemischt werden; die äußerliche Anwendung ist ausreichend

    • Vitamin E -> reduziert vorzeitige Hautalterung; kann in Kapselform eingenommen werden, ist aber auch als flüssige Lösung in der Apotheke erhältlich und kann jeder Gesichtscreme beigefügt werden; vorteilhaft ist eine äußerliche und innerliche Anwendung
    • Sonnenschutz
    • Cellulite-Vorbeugung bzw. Behandlung: trockene Bürstenmassagen morgens, beginnend bei den Füßen, immer in Richtung Herz; unterstützend dazu Silicea Salbe (aus der Apotheke)
    • Bewegung festigt das Gewebe (z. B. Radfahren festigt Oberschenkel und Gesäß)
  • Fußpflege bei starker Hornhautbildung, Einrisse an den Fersen, trockene Füße mit Schwielen und Hauteinrissen:
    • Fußbad mit Olivenöl + Vitamin E

    • Teebaumöl einmassieren
    • Bärlauch- Heilöl: 10 g Bärlauch + 5 g Ringelblumen + 2 g Rosmarin + 2 g Lavendelblüten in warmes Olivenöl einrühren, 3 Min. köcheln. Mischung über Nacht kühl stellen. Am nächsten Tag nochmals erhitzen, gut durchrühren, abkühlen lassen bis handwarm, dann absieben und abfüllen; bei Bedarf auf betroffene Stellen auftragen
  • Blutdruckschwankungen:
    • Mistel-Immergrün-Tee: 1 Handvoll Mistelblätter + 1 EL Immergrünblätter + 1 EL Olivenbaumblätter mischen, zerkleinern und mit 1 l kaltem Wasser in Topf geben. Mind. 12 Std. einweichen, dann abseihen; kurz vor dem Trinken Tee erwärmen und 1 TL Brennesselsaft zugeben; 3 x täglich trinken (kann mit Honig gesüßt werden)

Allgemeine Maßnahmen

  • Achten auf basenreiche, säurearme Ernährung
  • Basenliefernde Nahrungsmittel: Kartoffeln, Gemüse, Obst, stilles Mineralwasser
  • Säurebildende Nahrungsmittel: Zucker, Weißmehl, Kaffee, polierter Reis, Fleisch, Eier
  • Ernährungsumstellung auf frische Vollwertkost, viel Gemüse, Salat, Obst, Milch und Milchprodukte; wenig Zucker, Weißmehl, Wurst und Fleisch
  • Viel Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, sie enthalten pflanzliche Östrogene, die – anders als künstliche Hormone – keine schädlichen Nebenwirkungen haben
  • Calciumreiche Nahrungsmittel (z. B. Grünkohl, Nüsse) beugen Osteoporose vor
  • Regelmäßige Bewegung und Sport bessern die Beschwerden, erhalten die Figur
  • Trinkmenge mind. 3 l Wasser!!! pro Tag
  • Rosmarintee: 1 – 2 TL Rosmarin + 1/4 l kochendes Wasser, 10 Min. ziehen lassen
  • Vermeiden von Kaffee, Nikotin, Schwarztee und Alkohol
  • Saunabesuche regen den Stoffwechsel an
  • Basentees und Basenbäder (aus der Apotheke) wirken entsäuernd; anstelle der fertigen Basenbäder kann man ein Kernseife-Laugen-Bad (1 Stck. Kernseife einweichen, in Wanne mit Badewasser auffüllen; vorher Körper bürsten) selbst herstellen
  • Aromaöl-Bäder wirken entspannend (Lavendel, Melissenöl, Neroliöl aus Pomeranzen- oder Orangenblüten)
  • Melissenöl sanft in Solarplexus-Bereich zwischen Bauchnabel und Brustbein einmassieren, wirkt entspannend
  • Wechselfußbäder gegen nervöse Unruhe und Verstimmung; regt auch die Resthormonbildung an: 2 hohe Fußwannen mit Wasser befüllen, einmal 38 – 40 °, das andere 10 °, in jede Wanne 1 Handvoll Hopfenblüten bzw. -extrakt, man stellt die Füße für 5 Min. in den Eimer mit warmem Wasser, dann in das Gefäß mit kaltem Wasser; 2 – 3 mal wiederholen, später kann man bis zu 5 mal wiederholen
  • Schiele Fußbäder: in einer Fußbadewanne körpertemperiertes Wasser (ca. 34 °) geben, Schüssler Salz Nr. 22 und 11 (je 10 Tabl.) auflösen, Füße rein; das Wasser sollte bis zum Knöchel reichen; dann tassenweise Wasser aus der Fußbadewanne entnehmen und dafür tassenweise heißes Wasser zugeben bis max. 39 °; Dauer ca. 20 bis 25 Min.; die Wassertemperatur kontrollieren, sie muß pro Minute um 0,5 ° langsam auf 45 ° ansteigen; nach dem Bad abtrocknen, Baumwollsocken anziehen, mind. 30 Min. ruhen; Bäder täglich 5 Tage lang durchführen, dann 2 Tage Pause, dann nochmals 5 Tage bis zur Besserung der Beschwerden
  • Wenn Schiele-Fußbad nicht möglich -> alternativ Handbad
  • Kneipp´sche Wechselgüsse: Die Wechselgüsse können wahlweise nur von den Füßen bis zu den Oberschenkeln oder über den gesamten Körper gemacht werden. Zur Eingewöhnung kann man mit der Brause langsam an den Fußspitzen beginnend bis zu den Knien erst kaltes Wasser, dann heißes Wasser gießen. Die Güsse werden ca. 2 – 5 mal wiederholt. Im Laufe der Zeit kann man bis zu den Oberschenkeln hoch brausen, später dann den ganzen Körper. Wichtig ist, immer außen zu beginnen (Füße oder Hände), dann Richtung Herz vorgehen. D. h., Sie beginnen an den Füßen, bis zu den Oberschenkeln, Bauch, dann an den Händen, Oberarmen und Brustbereich.
  • 1 – 2x /Jahr Heilfasten, bzw. 1x/ Woche Obst- oder Reistag bringen Entlastung.

    Naturheilkundliche Therapie

    • Ausleitungsverfahren wie z. B. Aderlass, Schröpftherapie -> gute Wirkung bei Hitzewallungen

    • Baunscheidt-Therapie (http://www NULL.baunscheidt NULL.org/) z. B. zur Stärkung des Beckenbodens, Blasenschwäche, Schwindel, Konzentrationsschwäche
    • Vitamin-C-Hochdosis-Therapie bei: Schlafstörungen, Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit; evtl. kombiniert mit verschiedenen Vitaminen
    • Milchsäuretherapie (http://www NULL.asconex NULL.de/arzneimittel/milchsaeure NULL.pdf) zur Entgiftung, Ausleitung
    • Bioresonanztherapie (http://de NULL.wikipedia NULL.org/wiki/Bioresonanztherapie)
    • Homöosiniatrie (http://de NULL.wikipedia NULL.org/wiki/Hom%C3%B6osiniatrie) (laut Wikipedia: “Der Begriff der Homöosiniatrie beschreibt medizinische Konzepte die sowohl auf denen der traditionellen chinesischen Medizin (insbesondere Akupunktur) als auch der europäisch geprägten klassischen Homöopathie von Samuel Hahnemann basieren.” )
    • Pflanzenheilkunde, Mineralstoff- und Vitamintherapie

    Autorin

    Claudia Langohr ist Mutter eines sechsjährigen Sohnes und selbständige Heilpraktikerin, Dozentin und Autorin verschiedener Fachartikel sowie des Buches “Die natürliche Hausapotheke für Kinder” .

    Adresse

    Städtlerstr. 9

    91154 Roth

    Tel. 09171/89 89 71

    Internet: http://www.claudia-langohr.de (http://www NULL.claudia-langohr NULL.de)




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