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	<title>Familienhandbuch</title>
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	<description>des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)</description>
	<lastBuildDate>Wed, 19 Jun 2013 13:13:39 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Bund und Länder auf dem Weg zur inklusiven Bildung</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 04:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, und der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh, haben am Montag 17.06.13 gemeinsam die Nationale Konferenz &#8220;Inklusion gestalten &#8211; gemeinsam. kompetent. professionell&#8221; im Café Moskau in Berlin eröffnet. Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, der Bildungsverwaltung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, und der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh, haben am Montag 17.06.13 gemeinsam die Nationale Konferenz &#8220;Inklusion gestalten &#8211; gemeinsam. kompetent. professionell&#8221; im Café Moskau in Berlin eröffnet.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, der Bildungsverwaltung und Bildungspraxis werden noch bis morgen darüber diskutieren, wie das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Menschen ausgebaut und die Aus- und Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte für inklusive Bildung weiterentwickelt werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Mit der im Jahr 2009 ratifizierten Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen hat sich Deutschland in Artikel 24 dieser Konvention verpflichtet, ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Anlässlich der Eröffnung sagte Ministerin von der Leyen:  &#8221;Ein ganz Zentrales Ziel bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist das gemeinsame Lernen von jungen Menschen mit und ohne Behinderung. Heute bringen wir die wichtigsten Beteiligten in Bund und Ländern und die Behindertenverbände an einen Tisch, damit wir zügig Fortschritte machen. Inklusives Lernen soll im ganzen Land selbstverständlich werden. Wir wollen, dass Menschen mit Behinderung ganz normal am Arbeitsleben teilnehmen, die beste Voraussetzung dafür ist gute Bildung. Ich wünsche mir insbesondere, dass mehr schwerbehinderte Jugendliche eine betriebliche Ausbildung aufnehmen. Das muss uns die gemeinsame Anstrengung wert sein.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Bundesbildungsministerin Wanka erklärte: &#8220;Bei der Umsetzung inklusiver Bildung müssen wir uns auf solides Wissen stützen, wenn Reformen in der Praxis erfolgreich sein sollen. Wir werden unsere Forschungsförderung in diesem Bereich deshalb gezielt weiter ausbauen.&#8221; Wanka betonte, dass es sich auszahle, in eine qualitativ hochwertige inklusive Bildung zu investieren. &#8220;Jeder Cent ist dafür gut angelegt&#8221;, sagte die Ministerin. Mit Blick auf die Umsetzung inklusiver Bildung an den Schulen, wies die Bundesbildungsministerin darauf hin, dass die Schließung von Förderschulen aus Kostengründen der falsche Weg sei. &#8220;Inklusion darf kein Vorwand für ein Sparprogramm der Länder sein&#8221;, unterstrich Wanka.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh, betonte: &#8220;Inklusion ist nicht nur eine Sache der Schule, sondern der gesamten Gesellschaft. Viele müssen mitgenommen und überzeugt werden, damit Inklusion gelingt und ein Gewinn für alle ist. Der Anteil des gemeinsamen Unterrichts ist in den letzten Jahren erfreulich gewachsen. Dennoch wird uns das Thema auch in den kommenden Jahren begleiten, und es werden erhebliche Anstrengungen notwendig sein, um Inklusion erfolgreich zu gestalten. Dazu gehören auch gut ausgebildete Lehrkräfte.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">In ihren Eröffnungsstatements betonten die Vertreter von Bund und Ländern die gemeinsame Verantwortung bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und äußerten die Erwartung, dass die nationale Konferenz &#8220;Inklusion gestalten &#8211; gemeinsam. kompetent. professionell&#8221;, dazu beiträgt, das Thema Inklusion noch stärker als gesamtgesellschaftliche Herausforderung in der Öffentlichkeit zu verankern.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Für die die nationale Konferenz &#8220;Inklusion gestalten &#8211; gemeinsam. kompetent. professionell&#8221; wurde ein Internetportal eingerichtet, das die wichtigsten Ergebnisse der Veranstaltung dokumentieren wird: <a href="http://www.konferenz-inklusion-gestalten.de/"   >http://www.konferenz-inklusion-gestalten.de/</a></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Quelle:</strong> Bundesministerium für Bildung und Forschung, <a href="http://www.bmbf.de"   >www.bmbf.de</a></span></p>
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		<title>Essen gegen die innere Leere  &#8211; Merkmale und Ursachen von Essstörungen</title>
		<link>https://www.familienhandbuch.de/gesundheit/krankheiten-von-kindern-und-jugendlichen/essen-gegen-die-innere-leere-merkmale-und-ursachen-von-essstorungen</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 12:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krankheiten von Kindern und Jugendlichen]]></category>

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		<description><![CDATA[   Prof. Dr. Eva Wunderer         Essstörungen sind schwerwiegende psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter. Die Betroffenen versuchen durch Essen bzw. Nicht-Essen Probleme in den Griff zu bekommen, die sie auf andere Weise nicht zu lösen vermögen. Unterschieden werden Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht), Binge-Eating-Störung (Esssucht) und weitere atypische Essstörungen. An der Entstehung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">   <em>Prof. Dr. Eva Wunderer</em></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> <a href="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2004/11/wunderer_foto.jpg"   ><img class="alignleft size-full wp-image-16064" alt="wunderer_foto" src="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2004/11/wunderer_foto.jpg" width="127" height="90" /></a></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> </span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> </span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Essstörungen sind schwerwiegende psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter. Die Betroffenen versuchen durch Essen bzw. Nicht-Essen Probleme in den Griff zu bekommen, die sie auf andere Weise nicht zu lösen vermögen. Unterschieden werden Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht), Binge-Eating-Störung (Esssucht) und weitere atypische Essstörungen. An der Entstehung von Essstörungen sind viele Faktoren beteiligt, familiäre und soziokulturelle Hintergründe ebenso wie individuelle Merkmale und biologische Faktoren. Professionelle Hilfe ist in den meisten Fällen unverzichtbar.</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ungefähr jede/r fünfte Jugendliche in Deutschland zeigt auffälliges Essverhalten – das ist das erschreckende Ergebnis des bundesweit repräsentativen Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts (KIGGS). 0,5 bis 1% der Frauen erkranken irgendwann in ihrem Leben an Anorexia nervosa, 1 bis 1,5% an Bulimia nervosa, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist; für die Binge-Eating-Störung liegen die Werte noch höher. Es sind längst nicht nur junge Frauen betroffen, sondern auch Kinder, Frauen in der Lebensmitte und – in rund jedem zehnten Fall – Männer.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Essstörungen sind ernstzunehmende und bedrohliche psychosomatische Erkrankungen, viel mehr als nur Probleme mit dem Essen.</b> Hungern, Essanfälle und Erbrechen sind nur die Spitze des „Problem-Eisbergs“, der Versuch, Schwierigkeiten im Leben in den Griff zu bekommen, die man auf andere Art und Weise nicht bewältigen kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;"><b>Merkmale von Essstörungen</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Hilde Bruch, die als Forscherin und Therapeutin viel mit Menschen mit Essstörungen gearbeitet hat, nennt drei wesentliche Merkmale der Essstörung: (1) die Störung des Körperbildes, (2) große Schwierigkeiten, eigene Körpersignale und auch Gefühle wahrzunehmen und (3) ein tief verwurzeltes Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Im Folgenden sind wesentliche Merkmale von Essstörungen im Überblick zusammengestellt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Auffälliges Verhalten in Bezug auf Essen und Gewicht</b></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Sehr viel oder sehr wenig trinken</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ständiges Kaugummikauen</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Eingeschränkte Lebensmittelauswahl, „Verbote“</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Sehr wenig essen</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Heißhungeranfälle – oft im Wechsel mit Fasttagen</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Rückzug nach den Mahlzeiten</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Erbrechen, teilweise Medikamentenmissbrauch</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Starke Gewichtsveränderungen</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Sich selbst als zu dick empfinden</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Andere zum Essen verführen, aber selbst nichts essen</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Essen mit anderen meiden</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Negative Gefühle durch Essen beseitigen wollen („Frustessen“)</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Zwanghaftes Verhalten</b></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Genaue Tagesplanung</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Rituale rund um das Essen (z.B. immer zur selben Uhrzeit essen, Tisch aufwändig decken)</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Dauernd über Essen, Figur und Gewicht nachdenken</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Sich häufig wiegen, Körperteile messen (z.B. Taillenumfang)</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Starke körperliche Aktivität</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Im Kontakt mit sich und anderen</b></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Wenig Selbstbewusstsein</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Leistungsstreben, Perfektionismus</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Sozialer Rückzug</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Depressive Stimmung</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Überempfindlichkeit, Gereiztheit</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Kein Geld für sich ausgeben, sich nichts gönnen</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Körperliche Symptome</b></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ständiges Frieren (bei Untergewicht)</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Körperliche Schwäche, Schwindel</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Schlafstörungen</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ausbleiben der Regelblutung, Libidoverlust</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Trockene, schuppige Haut,</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Haarausfall, Lanugobehaarung am ganzen Körper</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Geschwollene, verhärtete Speicheldrüsen; Zahnschäden (durch Erbrechen)</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Sodbrennen, Magenschmerzen, Verdauungsprobleme</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Osteoporose</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Insbesondere bei Magersucht besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, frühzeitig zu versterben (infolge körperlicher Begleit- und Folgeerscheinungen und einer erhöhten Suizidgefahr)</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;"><b>Arten von Essstörungen</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Unterschieden werden die Anorexia nervosa (Magersucht), die Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht), die Binge-Eating-Störung (Ess-Sucht) und weitere atypische bzw. nicht näher bezeichnete Essstörungen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Anorexia nervosa (Magersucht)</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Wichtigstes diagnostisches Kriterium der Anorexia nervosa („nervöse Appetitlosigkeit“) oder Magersucht ist ein deutliches <b>Untergewicht</b>. Der Gewichtsverlust ist <b>selbst herbeigeführt</b>, durch Fasten, exzessive körperliche Aktivität, Erbrechen oder Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmitteln. In der Folge kommt es zu <b>hormonellen Veränderungen</b>, deren erkennbares Zeichen bei Mädchen und Frauen das Ausbleiben der Regelblutung ist; bei männlichen Betroffenen kommt es zu Libido- und Potenzverlust.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Trotz ihres meist erheblichen Untergewichts fühlen sich die Betroffenen zu dick (<b>Körperbildstörung</b>) und haben große Angst zuzunehmen („<b>Gewichtsphobie</b>“). Sie machen ihren Selbstwert in hohem Maße von Essen, Figur und Gewicht abhängig, jedes Pfund mehr auf der Waage wird als persönliches Versagen erlebt. Da sie sich fortwährend viele Lebensmittel verbieten, werden Heißhungeranfälle provoziert, denen dann wiederum durch Erbrechen, Sport oder Abführmittel entgegengewirkt wird. Die meisten von Magersucht Betroffenen haben also – wie bei der Bulimie – Essanfälle.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Der Übergang von der Anorexia zur Bulimia nervosa (von griechisch bous= Ochse und limos = Hunger) ist oft fließend, ein guter Teil der bulimischen Patienten hatte eine Anorexie in der Vorgeschichte. Kernsymptomatik der Bulimia nervosa sind <b>Heißhungeranfälle und anschließende gegenregulierende Maßnahmen</b>. Manche Betroffenen verzichten auf Erbrechen und Medikamente und versuchen, sich die zugeführten Kalorien wieder abzutrainieren – man spricht auch von einer „Sportbulimie“. Bei den Essanfällen nehmen die Betroffenen in kurzer Zeit große Mengen von Nahrungsmitteln zu sich, bevorzugt solche, die sie sich sonst verbieten, weil sie zuviel Fett oder Kohlenhydrate enthalten. Sie haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, schämen sich und fühlen sich schuldig für ihr Verhalten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Da sich das <b>Gewicht zumeist im Normalbereich</b> bewegt, kann die Erkrankung oft jahrelang geheim gehalten werden. Die Betroffenen haben ebenfalls in der Regel eine <b>sehr negative und oft verzerrte Sicht auf ihren Körper</b>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Binge-Eating-Störung (Ess-Sucht) </b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Die Binge-Eating-Störung ist ebenfalls <b>durch Essanfälle gekennzeichnet – jedoch fehlen im Gegensatz zur Bulimie gegenregulierende Maßnahmen</b>. In der Folge nehmen die Betroffenen oft deutlich an Gewicht zu, viele sind übergewichtig. Die Essanfälle werden – wie bei der Bulimie – als sehr belastend und beschämend empfunden, bieten zugleich aber ein Ventil, um Anstrengung, Druck und Frustration zumindest kurzfristig abzubauen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Weitere Essstörungen</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">In vielen Fällen werden <b>nicht alle diagnostischen Merkmale einer Essstörung erfüllt</b>, dann spricht man von einer „nicht näher bezeichneten“ bzw. „atypischen Essstörung“. Schätzungen zufolge fallen mehr als die Hälfte der Essstörungen klinischen Ausmaßes in diese Kategorie. Wichtig ist somit auch dann professionelle Hilfe zu suchen, wenn sich unspezifische bzw. nicht alle gängigen Symptome zeigen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b><span style="font-size: medium;">Ursachen von Essstörungen</span> </b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Essstörungen sind – wie oben bereits erwähnt – Lösungsversuche für Probleme, die die Betroffenen gegenwärtig auf andere Weise nicht in den Griff bekommen. Sie sind in der Regel von mehreren Faktoren bedingt: Der familiäre Kontext und Lernerfahrungen spielen ebenso eine Rolle wie soziokulturelle, individuelle und biologische Faktoren. Ein Teil der Betroffenen hat Grenzverletzungen, emotionalen oder sexuellen Missbrauch erlebt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><a href="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/Wunderer_Abbildung.jpg"   ><img class="aligncenter size-full wp-image-16283" alt="Wunderer_Abbildung" src="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/Wunderer_Abbildung.jpg" width="431" height="322" /></a></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Biologische Faktoren</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Bei Menschen mit Essstörungen zeigen sich <b>Auffälligkeiten im Hormonhaushalt</b> (z.B. Leptin, Ghrelin) sowie im <b>Neurotransmitterhaushalt</b> (z.B. Serotonin, Dopamin). Zwillingsstudien weisen zudem auf eine <b>genetische Komponente</b> von Essstörungen hin. Physiologische Ursachen spielen auch bei Essanfällen eine wichtige Rolle: Der Körper entwickelt als Reaktion auf eine anhaltend eingeschränkte Ernährung gleichsam zwangsläufig Heißhunger.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Sozialer und familiärer Kontext </b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Essstörungen sind nicht die Schuld von Mutter, Vater oder Familie, doch es gibt bestimmte <b>Beziehungsmuster</b>, die die Entstehung und vor allem die Aufrechterhaltung von Essstörungen unterstützen können. Wie die Forschung zeigt, werden Kinder, die später Essstörungen entwickeln, häufiger wegen ihrer Figur und ihres Essverhaltens <b>gehänselt</b>, vor allem wenn sie vor Beginn der Essstörung übergewichtig sind. Teilweise finden sich in der Familie oder im Freundeskreis <b>andere Personen mit auffälligen Essverhalten</b> und bieten damit ein ungünstiges Modell. Wenn die Eltern aus Sorge um das Kind extra (kalorienarmes) Essen anbieten oder spezielle (Light-)Produkte kaufen, unterstützen sie unwillentlich die Aufrechterhaltung der Essstörung.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Individuelle Faktoren</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Gerade die Magersucht vermittelt ein <b>Gefühl von Kontrolle</b> und hebt den <b>Selbstwert</b>. Die Betroffenen sind anfangs stolz darauf, dass sie nichts essen müssen, während alle anderen ihrem Hunger nachgeben. Sie nehmen ab, bekommen zumindest zu Beginn viel Anerkennung dafür, und haben endlich das Gefühl, doch etwas zu können und im Griff zu haben. Auch für Menschen mit Bulimie sind das Aussehen und der äußere Schein in der Regel sehr wichtig: Sie wollen stark wirken, als Personen, die ihr Leben im Griff haben – und verbergen so Schwächen und Schwierigkeiten und auch ihre Ess-Brech-Anfälle.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Darüber hinaus sind bestimmte <b>dysfunktionale Denkmuster</b> typisch für Menschen mit Essstörungen, beispielsweise das sogenannte Schwarz-weiß- oder Alles-oder-Nichts-Denken: „Entweder ich mache es perfekt, oder ich bin ein Versager“ und: „Wenn ich jetzt schon zwei Stücke Schokolade gegessen habe, kann ich gleich die ganze Tafel nehmen“.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Soziokulturelle Faktoren</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Als schön gilt bei uns, wer schlank ist </b>– und zwar weitaus schlanker als der Durchschnitt der Bevölkerung. Auch Männer sehen sich zunehmend gesellschaftlichem Druck ausgesetzt fettfrei und durchtrainiert zu sein. Entsprechend streben Jungen und Männer mit Magersucht meist eher nach dem muskulösen und nicht nach dem völlig abgemagerten Körper.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ein weiterer häufig erwähnter soziokultureller Faktor sind die <b>sich verändernde Rollen</b>. Frauen und Männer sehen sich widersprüchlichen Anforderungen ausgesetzt, die zu erheblichen individuellen Konflikten führen können. Sie sollen zugleich beruflich erfolgreich, beliebt und gutaussehend sein und sich als liebende/r Partner/in und Mutter/Vater mit ganzer Kraft für Partner/in und Familie einsetzen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Solche soziokulturellen Einflüsse allein machen keine Essstörung, doch sie lassen es attraktiv erscheinen, Probleme durch Hungern lösen zu wollen. Schon in jungen Jahren wird das Mädchen, das in der Pause nur eine Karotte knabbert und zierlich ist wie eine Balletttänzerin, von den anderen bewundert – warum also sollte es zunehmen? Zumal viele der <b>Idole in den Medien</b>, seien es Models, Sportlerinnen, Schauspielerinnen oder Sängerinnen, ebenfalls untergewichtig sind.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;"><b>Auslösende Bedingungen und Ereignisse</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Auslöser einer Essstörung sind dann oftmals <b>kritische Lebensereignisse</b>, beispielsweise ein Umzug, ein Todesfall in der Familie, Konflikte im Freundeskreis oder der Bruch einer Liebesbeziehung.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Essstörungen haben nicht selten mit Ablösung zu tun. Sie bieten die Möglichkeit einer Art „<b>Abgrenzung in Verstrickung</b>“: Die Betroffenen grenzen sich über das Essverhalten ab, bleiben aber zugleich mit der Familie eng verbunden – zumal sich die anderen, gerade bei der Magersucht, um das betroffene Familienmitglied sorgen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;"><b>Was tun bei Essstörungen?</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Essstörungen bleiben oft jahrelang unerkannt und nur ein Teil der Betroffenen begibt sich jemals in eine professionelle Behandlung. Doch letztere ist meist nötig, um die Essstörung wirklich hinter sich lassen zu können, was mindestens 50% der Betroffenen gelingt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Aus meiner Erfahrung <b>ist es wichtig und richtig, den Verdacht auf eine Essstörung anzusprechen</b>. Entscheidend ist die Essstörung nicht zu bagatellisieren („nun esse doch einfach wieder mehr“), sondern zu signalisieren, dass man die/den Betroffenen ernst nimmt und die Essstörung als Lösungsversuch für tiefer liegende Probleme erkennt. Im ersten Kontakt empfiehlt es sich zudem, <b>nicht die unmittelbaren Symptome der Essstörung anzusprechen</b> (z.B. Gewichtsabnahme, Essanfälle, erbrechen), da die Betroffenen sich dafür oft schämen oder Angst haben, man wolle sie unter Druck setzen, zuzunehmen und die Essstörung aufzugeben, ohne die sie sich ihr Leben momentan nicht vorstellen können. Stattdessen kann man andere Begleiterscheinungen ansprechen, wie z.B. sozialen Rückzug, Gereiztheit, Leistungsabfall oder plötzliche starke Konzentration auf Schule und Beruf. Wer zum Ausdruck bringt, dass er sich Sorgen macht, das Gefühl hat, dem Gegenüber gehe es nicht gut, er habe ein Problem,  weil er beispielsweise so zurückgezogen und schweigsam sei, kommt dem Kern und der Ursache der Symptomatik näher. <b>Druck ist in jedem Fall zu vermeiden</b>. Oftmals haben Essstörungen, wie gesagt, mit Ablösung, Abgrenzung und Macht zu tun, und so reagieren Betroffene mit Trotz und Gegenwehr, wenn sie sich bevormundet und unverstanden fühlen. </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Natürlich ist ein gewisses Vertrauensverhältnis nötig, um den Verdacht auf eine Essstörung sinnvollerweise ansprechen zu können. Und auch dann läuft man Gefahr, dass die oder der Betroffene sich zurückzieht, aus Angst, nun genau beobachtet oder in seiner Problematik erkannt zu werden. Doch die Alternative erscheint mir schlimmer: so verzweifelt zu sein, dass mir nur Hungern, Überessen oder Erbrechen als denkbarer Ausweg erscheinen und das Gefühl zu haben, keiner merkt etwas, keiner will etwas davon wissen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Lesen Sie  zu diesem Thema in unserem Handbuch auch den Beitrag: <a href="https://www.familienhandbuch.de/gesundheit/medizinische-fragen-von-eltern/ess-storungen-wo-bekomme-ich-hilfe"   >„Essstörungen – wo bekomme ich Hilfe?“</a></b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;"><b>Literatur</b></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Bruch, H. (1982). Der goldene Käfig. Das Rätsel der Magersucht. Frankfurt: Fischer.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Bruch, H. (1997). Essstörungen. Zur Psychologie und Therapie von Übergewicht und Magersucht. Frankfurt: Fischer.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Herpertz-Dahlmann, B. et al. (2008). Disordered eating behaviour and attitudes, associated psychopathology and health-related quality of life: results of the BELLA study. European Child and Adolescent Psychiatry, 17, 82-91.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Hölling, H. &amp; Schlack, R. (2007). Essstörungen im Kindes- und Jugendalter. Erste Ergebnisse aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 50, 794-799.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Wunderer, E. (2007). Essen gegen die innere Leere. Essstörungen erkennen, erklären, behandeln. ErnährungsUmschau 4/07, 180-187.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Wunderer, E., Borse, S. &amp; Schnebel, A. (2013). Essstörungen. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2013. Lengerich: Pabst, 135-142.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Wunderer, E. &amp; Schnebel, A. (2008). Interdisziplinäre Essstörungstherapie. Psychotherapie, Medizinische Behandlung, Sozialpädagogische Begleitung, Ernährungstherapie. Weinheim: Beltz.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;"><b>Autorin</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Prof. Dr.  Eva Wunderer, Diplompsychologin, Systemische Paar- und Familientherapeutin (DGSF), Hochschule für Angewandte Wissenschaften Landshut, Fakultät für Soziale Arbeit. Am Lurzenhof 1, 84036 Landshut </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Kontakt</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><a href="eva.wunderer@haw-landshut.de"   >eva.wunderer@haw-landshut.de</a>.</span></p>
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		<title>Kinder sollten Essen stehen lassen dürfen</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 05:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Eltern Kinder zwingen, ihre Mahlzeit ganz aufzuessen oder bestimmte Lebensmittel ganz verbieten, so hat dies eher einen negativen als positiven Effekt. „Kinder sollten Reste von ihrer Mahlzeit liegen lassen dürfen, wenn sie satt sind. Denn wenn sie zum Aufessen gezwungen werden, kann dies später das Risiko für Übergewicht erhöhen“, verweist Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Wenn Eltern Kinder zwingen, ihre Mahlzeit ganz aufzuessen oder bestimmte Lebensmittel ganz verbieten, so hat dies eher einen negativen als positiven Effekt. „Kinder sollten Reste von ihrer Mahlzeit liegen lassen dürfen, wenn sie satt sind. Denn wenn sie zum Aufessen gezwungen werden, kann dies später das Risiko für Übergewicht erhöhen“, verweist Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), auf eine aktuelle amerikanische Untersuchung, die in Pediatrics veröffentlicht wurde.</span></strong></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Als besonders streng erwiesen sich demnach die Väter gegenüber ihren Söhnen, wenn es um das Leeressen des Tellers ging. „Dieses erzieherische Verhalten verhindert, dass Kinder auf ihr eigenes Hunger- bzw. Sättigungsgefühl achten. Stattdessen lernen sie, sich von äußeren Einflüssen bestimmen zu lassen, wie z.B. von einem zu üppigen Essensangebot. Besser ist es, Kinder zu gesundem Essverhalten zu ermuntern, Obst und Gemüse reichlich anzubieten und maßvolles Naschen zu erlauben. Besonders wichtig ist auch das elterliche Vorbild, an dem sich Kinder orientieren“, rät Dr. Fegeler. Dürfen Kinder selbst wählen, sollten sie lernen, nicht wahllos Speisen auf ihrem Teller anzuhäufen, um sie dann stehen zu lassen. Stattdessen sollten sie lieber Nachschlag nehmen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass Kinder, denen bestimmte Nahrungsmittel strikt untersagt wurden, bereits in der Kindheit zu <a href="http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/krankheit/show.php3?id=57&amp;nodeid=28"   >Übergewicht</a> tendierten. Vermutlich erscheint ihnen das Verbotene besonders verlockend, sodass sie gierig zugreifen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben, so die Forscher.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Studienleiterin Katie Loth von der Universität Minnesota und ihre Kollegen werteten die Daten von über 2.200 Teenagern (Durchschnittsalter 14 Jahre) und deren Eltern aus (3.431), die aus zwei umfangreichen Befragungen zum Thema „Jugend, Ernährung, Aktivität und Familie“ stammten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Quelle: <a href="http://pediatrics.aappublications.org/content/early/2013/04/16/peds.2012-3073.full.pdf"   target="_blank" ><span style="color: #990000;">Pediatrics,</span></a> <a href="http://thechart.blogs.cnn.com/2013/04/22/pushing-kids-to-eat-may-cause-obesity-later/?hpt=he_c2"   target="_blank" ><span style="color: #990000;">CNN Health</span></a></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;"><strong>Quelle:</strong> Kinder- und Jugendärzte im Netz,  <a href="http://www.kinderaerzte-im-netz.de/"   >www.kinderaerzte-im-netz.de</a>.<em><br />
</em></span></p>
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		<title>Steuerklasse wechseln: Ein Riesen­plus beim Eltern­geld</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jun 2013 05:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Bislang konnten verheiratete Paare durch einen Wechsel der Steuerklasse vor der Geburt eines Kindes ganz legal das Eltern­geld nach der Geburt erhöhen. Seit Anfang 2013 ist das nicht mehr so einfach. Wer das Eltern­geld optimieren will, muss jetzt schnell und schlau handeln. Die Mühe lohnt sich: Es winkt ein Plus beim Eltern­geld in Höhe von [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Bislang konnten verheiratete Paare durch einen Wechsel der Steuerklasse vor der Geburt eines Kindes ganz legal das Eltern­geld nach der Geburt erhöhen. Seit Anfang 2013 ist das nicht mehr so einfach. Wer das Eltern­geld optimieren will, muss jetzt schnell und schlau handeln. Die Mühe lohnt sich: Es winkt ein Plus beim Eltern­geld in Höhe von mehreren Tausend Euro.</strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Das Eltern­geld um mehrere Tausend Euro erhöhen</span></h3>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Werdende Eltern können die Höhe des Eltern­geldes selbst beein­flussen. Sind die Partner verheiratet, können sie mehrere Steuerklassen wählen. Die Steuerklasse beein­flussen das vom Arbeit­geber ausgezahlte Netto­gehalt. Und da sich das Eltern­geld nach der Geburt am Netto­gehalt vor der Geburt orientiert, gilt: Derjenige Eltern­teil, der nach der Geburt zu Hause bleibt und Eltern­geld beziehen wird, sollte in eine für ihn güns­tige Steuerklasse wechseln. Die Mühe lohnt sich. Eine güns­tige Steuerklasse kann das Eltern­geld um mehrere hundert Euro pro Monat erhöhen.</span></p>
<h3><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Fast 5 000 Euro mehr Eltern­geld im Beispielfall</span></h3>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Ein Beispiel: Eine 40-jährige Arbeitnehmerin verdient 3 000 Euro brutto monatlich. Ist sie in der für sie ungüns­tigen Steuerklasse V bekommt sie monatlich rund 1 477 Euro Gehalt ausgezahlt. Auf Basis dieses Netto­gehalt errechnet die Eltern­geld­stelle nach der Geburt ihres Kindes ein Eltern­geld in Höhe von monatlich 906 Euro. Ist sie im Jahr vor der Geburt hingegen in der Steuerklasse III, beträgt das Netto­einkommen 2 105 Euro und das spätere Eltern­geld beträgt dann 1 314 Euro monatlich. Bezieht die junge Mutter für den maximal möglichen Zeitraum von zwölf Monaten Eltern­geld, bekommt sie in der güns­tigeren Variante rund 4 900 Euro mehr als in der ungüns­tigeren Variante.</span></p>
<h3><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Diese Steuerklassen können Ehepaare wählen</span></h3>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Verheiratete Paar können folgende Varianten wählen:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Beide Partner können die Steuerklasse IV nehmen.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Einer der Partner wählt die III und der andere die V.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Und seit 2010 können beide Partner auch die sogenannte Klasse „IV mit Faktor“ wählen.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Unabhängig von Geburt und Eltern­geld gilt die Faust­regel: Verdienen die Ehepartner unterschiedlich viel, sollte derjenige die Steuerklasse III wählen, der mindestens 60 Prozent des gemein­samen Brutto­lohns verdient. So bekommt das Ehepaar möglichst viel Netto vom Brutto­gehalt. Da in viele Ehen immer noch der Mann erheblich mehr verdient als die Ehefrau, sind die Ehemänner üblicher­weise in der Steuerklasse III und die Frauen in der Steuerklasse V.</span></p>
<h3><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Wechsel der Steuerklasse wegen anstehender Geburt</span></h3>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Die für die Haus­halts­kasse vieler Paare beste Steuerklassen-Kombination „Ehemann III/Ehefrau V“ kann ungünstig sein, wenn das Ehepaar ein Kind erwartet. Da häufig die Ehefrau nach der Geburt in Eltern­zeit geht und Eltern­geld für die zwölf Monate nach der Geburt beantragt, sollte sie vor der Geburt in die Steuerklasse III wechseln, um später möglichst viel Eltern­geld zu bekommen. Das gilt jedenfalls dann, wenn sie berufs­tätig ist und mehr als das Mindest­eltern­geld in Höhe von 300 Euro zu erwarten hat. Wechselt die Frau vor der Geburt des Kindes in die Steuerklasse III, obwohl sie erheblich weniger als ihr Mann verdient, hat das Paar zwar in der vorgeburtlichen Zeit weniger Netto zum Leben. Aber dieser steuerliche Nachteil wird mit der Steuererklärung wieder ausgeglichen. Das wiederum ist beim Eltern­geld nicht möglich. Bleibt die Ehefrau in der Steuerklasse V, bekommt sie weniger Eltern­geld und kann dieses Minus nicht wieder zurück­holen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;"><strong>Tipp:</strong> Ihre aktuellen Steuerklassen finden Sie auf den monatlichen Gehalts­bescheinigungen des Arbeit­gebers. Einen Wechsel der Steuerklasse können Sie zusammen mit Ihrem Ehepartner beim Finanz­amt an Ihrem Wohn­ort beantragen. Und keine Angst: Den Steuer­vorteil, den Sie durch eine andere Steuerklassen-Kombination verlieren, bekommen Sie mit der Steuererklärung später zurück.</span></p>
<h3><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Bundes­sozialge­richt erlaubt Steuerklassen-Trick</span></h3>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;">Das Bundes­sozialge­richt hat bereits im Jahr 2009 einen Steuerklassen­wechsel zum Zwecke der Eltern­geld­erhöhung <a href="http://www.test.de/Bundessozialgericht-zum-Elterngeld-Freie-Steuerklassenwahl-1787445-0/"   >erlaubt</a>. Seit Anfang 2013 gilt jedoch das „Gesetz zur Vereinfachung des Eltern­geldvoll­zuges“. Diese Gesetzes­änderung hat Ehepaaren den legalen Steuerklassen-Trick erheblich erschwert. Paare, die erst mit Bekannt­werden der Schwangerschaft die Steuerklassen wechseln wollen, müssen jetzt sehr schnell sein, wenn sie vom Steuertrick profitieren wollen. <a href="http://www.test.de/Steuerklasse-wechseln-Ein-Riesenplus-beim-Elterngeld-4532918-4535970/"   >test.de erklärt, wie das gelingt</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;"><strong>Quelle:</strong> Stiftung Warentest, <a href="http://www.test.de"   >http://www.test.de</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Flut in Deutschland: Kindern Katastrophenbilder erklären</title>
		<link>https://www.familienhandbuch.de/archiv/flut-in-deutschland-kindern-katastrophenbilder-erklaren</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 09:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Bilder von der Flutkatastrophe in Teilen Deutschlands sowie Osteuropas bestimmen derzeit die Medien. SCHAU HIN! rät Eltern dazu, mit ihren Kindern über die Ereignisse zu reden und mit ihnen gemeinsam altersgerechte Kindernachrichten zu nutzen. Foto: © SCHAU HIN Erschütternde Bilder der überfluteten Regionen sind in den Medien zurzeit allgegenwärtig. Bilder von den zerstörten Häusern und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p class="mceTemp"><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Bilder von der Flutkatastrophe in Teilen Deutschlands sowie Osteuropas bestimmen derzeit die Medien. SCHAU HIN! rät Eltern dazu, mit ihren Kindern über die Ereignisse zu reden und mit ihnen gemeinsam altersgerechte Kindernachrichten zu nutzen.</strong></span></p>
<dl class="wp-caption alignright" id="attachment_16252" style="width: 292px;">
<dt class="wp-caption-dt"><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><a href="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/Hochwasser-Foto.jpg"   ><img class="size-full wp-image-16252" alt="Foto: © SCHAU HIN" src="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/Hochwasser-Foto.jpg" width="282" height="175" /></a></span></dt>
<dd class="wp-caption-dd"><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Foto: © SCHAU HIN</span></dd>
</dl>
<div>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Erschütternde Bilder der überfluteten Regionen sind in den Medien zurzeit allgegenwärtig. Bilder von den zerstörten Häusern und den Rettungsmaßnahmen in den Flutgebieten beschäftigen gerade auch Kinder. Ihre Reaktionen können sich ganz unterschiedlich ausdrücken: Manche Kinder verstecken sich, andere sind verängstigt und fragen sich, ob ihnen ein ähnliches Schicksal widerfahren kann oder welche Möglichkeiten es gibt, die Flutopfer zu unterstützen.</span></p>
<div>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Mit Kindern über das Gesehene sprechen</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Besonders kleine Kinder sind noch nicht in der Lage, Fernsehnachrichten für Erwachsene zu verstehen und einzuordnen. Als Faustregel gilt daher, dass für Kinder unter zehn Jahren Nachrichten für Erwachsene ungeeignet sind. „Eltern sollten die Berichterstattung in jedem Falle zusammen mit ihren Kindern schauen und auf altersgerechte Formate achten. Wenn sie mit ihnen über das Geschehen sprechen, lernen sie besser, solche Gefahren einzuordnen und mit Ängsten umzugehen“, meint „SCHAU HIN!“-Mediencoach Kristin Langer. Darüber hinaus können Eltern ihre Kinder dazu anregen, ihre Ängste in einem Bild oder einer Geschichte auszudrücken. Ältere Kinder können sich auch mit geeigneten Büchern, Sendungen oder Webseiten direkt mit den Ursachen und Folgen der Flutkatastrophe beschäftigen oder mit der Frage, welche Maßnahmen man bei Überschwemmungen treffen kann. Manchen Kindern hilft es, wenn sie selbst etwas tun können, beispielsweise indem sie etwas von ihrem Taschengeld spenden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Kindgerechte Erklärungen bieten Kindernachrichten wie „logo!“ im KiKa (<a href="http://www.zdftivi.de/" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.zdftivi.de</a>), das auf der Website auch ein ausführliches Spezial zum Hochwasser anbietet (<a href="http://www.tivi.de/fernsehen/logo/index/41141" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.tivi.de/fernsehen/logo/index/41141</a>), „neuneinhalb“ in der ARD (<a href="http://www.neuneinhalb.wdr.de/" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.neuneinhalb.wdr.de</a>), „Minitz“ vom Südwestrundfunk (www.kindernetz.de/minitz) oder der Kinderradiokanal (<a href="http://www.kiraka.de/" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.kiraka.de</a>). Die Sendungen und Webseiten erläutern anschaulich und kindgerecht die Hintergründe, etwa durch Erklärfilme.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Quelle:</strong> SCHAU HIN!, <a href="http://schau-hin.info"   >http://schau-hin.info</a></span></p>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ernährungserziehung: Kinder brauchen Vorbilder</title>
		<link>https://www.familienhandbuch.de/ernaehrung/von-kindern-und-jugendlichen/ernahrungserziehung-kinder-brauchen-vorbilder</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 06:57:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[... von Kindern und Jugendlichen]]></category>

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		<description><![CDATA[   Edith Gätjen     &#160; &#160; &#160; &#160; Aufbauend auf den genetischen und physiologischen Grundlagen bestimmt eine liebevolle Ernährungserziehung das Essverhalten von Kindern. Die Vorbildfunktion der Eltern gehört ebenso dazu wie natürliche Entwicklungsschritte zu berücksichtigen. Bereits ab der zehnten Schwangerschaftswoche bilden sich beim Ungeborenen erste Geschmacksknospen auf der Zunge und in der Mundschleimhaut. Ab [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><em>   Edith Gätjen</em></span><br />
<div id="attachment_16236" class="wp-caption alignleft" style="width: 104px"><a href="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/Gätjen_Foto1.jpg"   ><img class="size-full wp-image-16236" alt="     Foto: © UGB" src="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/Gätjen_Foto1.jpg" width="94" height="125" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: © UGB</p></div></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;"> </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif;"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Aufbauend auf den genetischen und physiologischen Grundlagen bestimmt eine liebevolle Ernährungserziehung das Essverhalten von Kindern. Die Vorbildfunktion der Eltern gehört ebenso dazu wie natürliche Entwicklungsschritte zu berücksichtigen.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Bereits ab der zehnten Schwangerschaftswoche bilden sich beim Ungeborenen erste Geschmacksknospen auf der Zunge und in der Mundschleimhaut. Ab der 13. Woche reifen die Geschmacksnerven, so dass der Fötus nun beginnt, Geschmacks­eindrücke zu verarbeiten. Das Fruchtwasser schmeckt nach der von der Mutter aufgenommenen Nahrung. So ist es zu erklären, dass Geschmacksvorlieben bereits im Mutterleib geprägt werden – quasi angeboren sind, wenn auch nicht im genetischen Code verankert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Die Geschmacksprägung beginnt also bereits im Mutterleib und ist damit auch die Grundlage der Gesundheitsvorsorge. Dieser Prozess geht während der Stillzeit weiter&#8230;&#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><a href="http://www.ugb.de/kinder-gesund-ernaehren/ernaehrungserziehung-kinder-brauchen-vorbilder/"   >Lesen Sie hier weiter: www.ugb.de</a></span></p>
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		<item>
		<title>Die Fachberater für Säuglings- und Kinderernährung: fairberaten.net</title>
		<link>https://www.familienhandbuch.de/angebote-und-hilfen/beratungsstellen-amter-therapeuten/die-fachberater-fur-sauglings-und-kinderernahrung-fairberaten-net</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 06:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beratungsstellen, Ämter, Therapeuten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">https://www.familienhandbuch.de/?p=16147</guid>
		<description><![CDATA[Schon direkt nach der Geburt werden frisch gebackene Eltern mit Werbematerialien von Säuglingsnahrung, Spezialmilchen, Babymenüs und ähnlichem überschüttet. Nur: Welche Informationen sind seriös und bei welchen geht es lediglich darum, unnötige Produkte zu verkaufen? Die Fachberater für Säuglings- und Kinderernährung vom Netzwerk fairberaten.net stehen Eltern, Erziehern und Lehrern mit Rat und Tat zur Seite. Sie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong><a href="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/fairberaten-web.png"   ><img class="alignright size-full wp-image-16239" alt="fairberaten-web" src="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/fairberaten-web.png" width="370" height="236" /></a>Schon direkt nach der Geburt werden frisch gebackene Eltern mit Werbematerialien von Säuglingsnahrung, Spezialmilchen, Babymenüs und ähnlichem überschüttet. Nur: Welche Informationen sind seriös und bei welchen geht es lediglich darum, unnötige Produkte zu verkaufen?</strong> </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Die Fachberater für Säuglings- und Kinderernährung vom Netzwerk fairberaten.net stehen Eltern, Erziehern und Lehrern mit Rat und Tat zur Seite. Sie beraten kompetent rund um die optimale Versorgung des Nachwuchses und bieten Kurse an, angefangen von der Ernährung im ersten Lebensjahr oder zur Kleinkindkost am Familientisch bis zur optimalen Versorgung der Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> Die Fachberaterinnen des Netzwerks unterstützen Eltern aber auch in Einzelgesprächen oder beraten Erzieher und Lehrer, wie sich ein vollwertiges Pausenfrühstück oder ein ausgewogenes Mittagessen in Kitas und Schulen erfolgreich umsetzen lässt. </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Die Kurs- und Beratungsangebote werden von geschulten Beraterinnen durchgeführt, die sich im Rahmen der Qualitätssicherung zu Neutralität und Unabhängigkeit verpflichtet haben. Fachberater für Säuglings- und Kinderernährung in Ihrer Nähe und weitere Informationen zur gesunden Ernährung von Kindern finden Sie unter <a href="http://www.fairberaten.net/saeuglings-und-kinderernaehrung/"   >www.fairberaten.net/saeuglings-und-kinderernaehrung</a></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Nähere Informationen zur Ausbildung zur FachberaterIn für Säuglings- und Kinderernährung lesen Sie hier: <a href="http://www.ugb.de/kinder-gesund-ernaehren/gesunder-start-ins-leben/"   >&#8220;Gesunder Start ins Leben&#8221; </a>(www.ugb.de)</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Quelle</strong>: Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e.V., <a href="www.ugb.de"   >www.ugb.de</a></span></p>
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		<title>Grünes Licht für vertrauliche Geburt</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 05:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Deutsche Bundestag hat am 07.06.13 einen von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, vorgelegten Gesetzentwurf zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt endgültig beschlossen. Ziel einer vertraulichen Geburt ist es, die für Mütter und Kinder riskanten heimlichen Geburten außerhalb medizinischer Einrichtungen so unnötig wie möglich zu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Der Deutsche Bundestag hat am 07.06.13 einen von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, vorgelegten Gesetzentwurf zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt endgültig beschlossen.</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ziel einer vertraulichen Geburt ist es, die für Mütter und Kinder riskanten heimlichen Geburten außerhalb medizinischer Einrichtungen so unnötig wie möglich zu machen sowie Fälle zu verhindern, in denen Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden. Außerdem haben vertraulich geborene Kinder die Möglichkeit, später ihre Herkunft zu erfahren.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">&#8220;Müttern die Möglichkeit zur vertraulichen Geburt unter bestmöglichen medizinischen und rechtlichen Umständen für ihr Kind und sie selbst zu geben, war mir wirklich ein Herzensanliegen&#8221;, sagt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. &#8220;Nach dem Bundeskinderschutzgesetz und dem Gesetz zum Hilfetelefon &#8216;Gewalt gegen Frauen&#8217; ist es bereits das dritte Gesetz aus meinem Haus, das der Deutsche Bundestag ohne Gegenstimmen beschlossen hat. Ich bin sehr froh, dass es uns auch hier gelungen ist, ein Zeichen der Geschlossenheit für die Schutzbedürftigen in unserem Land zu setzen.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Zielgruppe für eine vertrauliche Geburt sind Frauen, die ihre Schwangerschaft verdrängen oder verheimlichen und vom regulären Hilfesystem derzeit nicht erreicht werden. Das Gesetz soll den Müttern für eine genügend lange Dauer die Anonymität der Daten garantieren, damit die Mütter tatsächlich Zutrauen in die Schutzsphäre der vertraulichen Geburt bekommen. Gleichzeitig haben die betroffenen Kinder ab dem 16. Lebensjahr die Chance, ihre eigene Identität festzustellen. Zudem soll das Beratungs- und Hilfesystem für Schwangere ausgebaut werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Wenn der Bundesrat zustimmt, können die Neureglungen zum 1. Mai 2014 in Kraft treten, damit die erforderlichen Vorkehrungen für die Umsetzung getroffen werden können. Dazu gehören unter anderem die Qualifizierung von Beratungsfachkräften, die elektronische Umstellung beim Geburtenregister und die Einrichtung eines bundeszentralen Notrufs.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Die vertrauliche Geburt soll Angebote anonymer Geburt künftig ersetzen und eine echte Alternative zu Babyklappen sein. Babyklappen sind wissenschaftlich höchst umstritten und bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Mit der vertraulichen Geburt schafft die Bundesregierung erstmals ein legales und rechtssicheres Angebot für alle Betroffenen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Quelle:</strong> Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, <a href="http://www.bmfsfj.de/"   >www.bmfsfj.de</a>/</span></p>
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		<title>Wenn man Kinder nicht nur sieht, sondern auch hört &#8211; Überlegungen zum Thema Kinderlärm</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 07:51:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[   Dr. Sabine Buchebner-Ferstl         Vor gut einem Jahr, am 24.04.2012, war auf der Internet-Seite des ORF zu lesen:1 „In einem Gemeindebau in der Linzer Straße in Wien-Penzing hat ein 27-jähriger Fleischhauer Kinder mit einem Messer bedroht. (…) (Er) drohte ihnen mit den Worten: ‚Verschwindet, sonst steche ich euch ab‘. Kurz danach [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><em>   Dr. Sabine Buchebner-Ferstl</em></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> <i><a href="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/Buchebner-Ferstl_Foto.jpg"   ><img class="alignleft size-full wp-image-16105" alt="Buchebner-Ferstl_Foto" src="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/Buchebner-Ferstl_Foto.jpg" width="78" height="118" /></a><br />
<img class="alignright" title="Foto: Christine Geserick ÖIF" alt="" src="http://www.oif.ac.at/uploads/RTEmagicC_seite_1.jpg.jpg" width="279" height="288" /><br />
</i></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> </span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> <strong><i>Vor gut einem Jahr, am 24.04.2012, war auf der Internet-Seite des ORF zu lesen</i><i>:</i><i><i><i><sup>1</sup></i></i></i><i> „In einem Gemeindebau in der Linzer Straße in Wien-Penzing hat ein 27-jähriger Fleischhauer Kinder mit einem Messer bedroht. (…) (Er) drohte ihnen mit den Worten: ‚Verschwindet, sonst steche ich euch ab‘. Kurz danach zeigte sich der Mann an dem Fenster seiner Wohnung im Erdgeschoß und schrie die Kinder mit einem Messer in der Hand an.“ </i><i><br />
</i></strong></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> <strong> Was war der Grund für diesen Vorfall? Zwei Kinder zwischen sieben und elf Jahren hatten im Innenhof eines Gemeindebaus gespielt. Dem Mann waren die Kinder offenbar zu laut.</strong> </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ein Vorfall, der betroffen macht – deutlicher, um nicht zu sagen, plakativer kann Kinderfeindlichkeit wohl kaum in Erscheinung treten. </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Sicherlich haben wir es hier mit einem Extremfall zu tun, der in dieser Art und Weise zum Glück wohl eher selten anzutreffen ist. Dennoch soll dies nicht über eines hinwegtäuschen: Wenn es einen Faktor gibt, der im Alltag in der Konfrontation zwischen Erwachsenen und Kindern außerhalb des Kontextes Familie am ehesten Kinderfeindlichkeit heraufzubeschwören vermag, dann handelt es sich primär um eben diesen: Kinderlärm.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Während sich ein früherer Artikel in <i>beziehungsweise</i> mit den rechtlichen Aspekten des Kinderlärms auseinander gesetzt hat,<sup>2</sup> nähert sich der vorliegende Beitrag der Thematik von verschiedenen Seiten an. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, was im Speziellen gerade den von Kindern verursachten Lärm für viele Erwachsene so unerträglich macht und welche Querverbindungen zwischen dem Umgang mit Kinderlärm und dem historischen und gesellschaftlichen Kontext, in dem Menschen leben, hergestellt werden können.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Die objektive und die subjektive Seite des Lärms </b></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> Wenn man über „Kinderlärm“ diskutiert, ist es sinnvoll, sich vor Augen zu führen, dass „Lärm“ neben einer objektiven Komponente (Schalldruck, gemessen in Dezibel sowie Frequenz, gemessen in Hertz) immer auch eine subjektive Komponente besitzt. Dies impliziert, dass laute Geräusche an und für sich keinesfalls zwingend mit dem Begriff „Lärm“ konnotiert sind (wie die meisten Besucher von Diskotheken bestätigen werden); erst, wenn das Geräusch als unangenehm, unerwünscht empfunden wird, wird es als Lärm erlebt. Umgekehrt muss Lärm nicht in ohrenbetäubenden Dimensionen stattfinden, um als solcher wahrgenommen zu werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Wenden wir uns zuerst der objektiven Komponente des Kinderlärms zu. Hier sind zuallererst zwei Dinge festzuhalten. Erstens: Kinder können unbestritten laut sein, d.h. Geräusche mit hohen Dezibelwerten erzeugen.<sup>3</sup> Zweitens: Der Frequenzbereich, für den das menschliche Ohr die höchste Empfindlichkeit aufweist, liegt etwa zwischen 2.000 und 4.000 Hertz. Gleichzeitig werden Geräusche in diesem Frequenzbereich auch als besonders unangenehm erlebt und sind geeignet, den Körper in einen Stresszustand zu versetzen. Die menschliche Sprache ist im Frequenzbereich von 150 bis 7.000 Hertz angesiedelt. Die Wahrscheinlichkeit dürfte nicht so gering sein, dass lebhaft spielende Kinder gnadenlos den „kritischen“ Frequenzbereich treffen. Für schrilles Schreien, Quietschen und Kreischen, aber auch für Sirenen – also für alles, was als Warnung vor Bedrohung oder auch als Hilfeschrei interpretiert werden kann – trifft dies in der Regel zu. In einer Studie, in der Menschen 34 unangenehme Geräusche bewerten sollten, rangierten Babygeschrei und schrilles Kreischen an dritter Stelle (vgl. Trevor 2007).</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Auch wer über ein entspanntes Verhältnis zu kindlichen Lautäußerungen in gehobener Lautstärke verfügt, wird zugeben, dass zum Beispiel das Schreien eines Säuglings nicht sehr gut mit einem Zustand der Entspannung vereinbar ist – und dies aus gutem Grund!</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Die biologische Sinnhaftigkeit des Kinderlärms</b></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> Kinderlärm, vor allem, wenn er als Geschrei in Erscheinung tritt, alarmiert, zieht die Aufmerksamkeit unweigerlich auf sich, dringt in seiner Helligkeit und Klarheit beharrlich und erbarmungslos ins Bewusstsein. Todt (1988; Todt et al. 1995) bezeichnet das Schreien von Primatenkindern als besonders effektives Signalverhalten, was nicht zuletzt in seiner dynamischen Struktur begründet liegt, die einen Gewöhnungseffekt verhindert. Dabei sind es vor allem die auf große Distanzen wirkenden, hochfrequenten Lautmerkmale des Protestgeschreis, die „wie eine Alarmsirene weithin hörbar sind“ (Ahnert 2004). Das Protestschreien gilt als besonders erfolgreiche Strategie, da es die Wahrscheinlichkeit, versorgt zu werden, unmittelbar erhöht (ebenda), was bedeutet, dass diese Signalwirkung evolutionsbiologisch betrachtet von großer Sinnhaftigkeit ist.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Für Kinder ist es überlebensnotwendig, durch ihre Lautäußerungen, durch Rufen und Schreien auf sich aufmerksam machen zu können. Kinderstimmen müssen sich vom Alltagslärm abheben, müssen aus der Klangwolke, von der wir umgeben sind, hervorstechen, müssen imstande sein, die Aufmerksamkeit eines Erwachsenen von allen anderen Dingen abzuziehen und sich selbst zum Fokus zu machen. Je jünger das Kind ist, je weniger es für sich selbst sorgen kann, desto sinnvoller und notwendiger erweist sich diese Fähigkeit. Wer jemals das durchdringende Schreien eines Säuglings vernommen hat, weiß, dass nur wenige Geräusche und Lautäußerungen mit dieser kleinen „menschlichen Lärmquelle“ konkurrieren können. </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Auch die Lautäußerungen älterer Kinder beinhalten noch zahlreiche Elemente dieser biologischen Signalwirkung. So ist Kinderlärm zumeist durch eine Dynamik geprägt (was einer Habituation, die durch gleichförmige Geräusche ermöglicht wird, entgegenläuft) und oft auch von hochfrequenten Elementen (Kreischen, schrilles Schreien) durchdrungen. Zudem ist, wie bereits angesprochen, die Lautstärke keinesfalls zu unterschätzen. Auch wenn es mit fünf, sieben oder zehn Jahren nicht mehr primär darum geht, durch lautes Herbeischreien von Erwachsenen das eigene Überleben zu sichern, weist der „Lärm“, den ältere Kinder erzeugen, eine weitere biologische Sinnhaftigkeit auf: Spielen und Herumtoben mit anderen Kindern sind ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden kindlichen Entwicklung in motorischer, kognitiver und sozialer Hinsicht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Auch wenn das Ruhebedürfnis der Erwachsenen zuweilen vehement Erfüllung verlangt, so scheint intuitiv doch ein gewisser Konsens über das angeborene Bewegungs- und Spielbedürfnis von Kindern zu bestehen, dem auch bis zu einem gewissen Grad Rechnung getragen werden muss. Das „Recht auf Spiel“ ist auch in den UN-Kinderrechtskonventionen (Artikel 31) festgelegt. Und es versteht sich von selbst, dass dieses Recht nicht nur erwachsenengenehme, sprich „geräuscharme“ Spiele wie Schach oder „Stille Post“ einschließen oder generell mit einem Anspruch auf eine möglichst geringe Lautstärke verknüpft sein kann. Kindliches Spielen und Herumtoben beinhaltet stets auch einen gewissen Lärmfaktor. Nahezu lautlos spielende, sich gemächlich bewegende Kinder auf einem Spielplatz – eine gespenstische Vorstellung…</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Kinderlärm hat, wie eben gezeigt, also durchaus das Potenzial, ja in gewisser Hinsicht zum Teil sogar die evolutionsbiologische Intention, „störend“ (alarmierend) zu sein. Allerdings gibt es durchaus eine Reihe von Menschen, die spielende Kinder nicht primär als Lärmquellen, die möglichst rasch und konsequent abzustellen sind, erleben, sondern sich an der auch akustisch deutlich bemerkbaren Lebendigkeit von Kindern erfreuen. Dies führt uns zur eingangs erwähnten subjektiven Komponente des Lärms. </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">So ist wohl den meisten aus eigener Erfahrung bekannt, dass das Summen einer Fliege oder das Ticken einer Uhr (ca. 20 Dezibel) als unerträglicher Lärm erscheinen kann, wenn es gerade ein Uhr in der Früh ist und man verzweifelt versucht, einzuschlafen. Dies verweist darauf, dass es auch von der Tätigkeit, die wir gerade durchführen (wollen), abhängt, wie störend Geräusche an und für sich wahrgenommen werden. Umgekehrt wird objektiv gesundheitlich höchst bedenklicher Lärm mit einem Schalldruck von 120 Dezibel, wie er etwa in Diskotheken und bei Rockkonzerten die Regel ist, von zahlreichen Menschen keinesfalls als unangenehm erlebt, sondern sogar aktiv aufgesucht und als höchst positives Sinneserlebnis abgespeichert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">In dieser Hinsicht ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Wahrnehmung von Kinderlärm auch mit der generellen Einstellung zu Kindern zu tun hat. Dies bedeutet nun nicht, dass jede Person, die Dauergetrampel im darüberliegenden Stockwerk als wenig schlaffördernd empfindet, eine Abneigung gegen Kinder besitzt. Wenn jedoch beispielsweise Personen im Vorfeld aufgrund der zu erwarteten Lärmbelästigung vehement gegen den Bau eines Kindergartens in Wohnnähe protestieren, so kommt man nicht umhin, eine ablehnende Haltung gegen Kinder grundsätzlich zu unterstellen. </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Sind wir heute weniger tolerant als zu früheren Zeiten?</b></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> Vieles scheint dafür zu sprechen, dass die oftmals geringe Toleranz gegenüber Kinderlärm vor allem ein Phänomen unserer Zeit ist: Die generelle Lärmbelastung durch Industrie und Verkehr, die sich noch viel schwieriger „abstellen“ lässt als der durch Kinder verursachte Lärm, ungünstige bauliche Gegebenheiten, die die Lärmproblematik noch verstärken, und nicht zuletzt die in den letzten Jahrzehnten deutlich gewachsene Einschränkung des kindlichen Erfahrungsraumes in der Natur (weit weg von lärmempfindlichen Erwachsenen),… all diese Dinge tragen sicherlich nicht zur Entspannung der Lage bei. </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Allerdings hat sich die Problematik des Umweltlärms schon sehr viel früher entwickelt und ist in Zusammenhang mit der zunehmenden Industrialisierung um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) zu sehen, die vor allem in den Städten zu einer zuvor nicht gekannten Lärmbelastung führte. So ist es wohl kein Zufall, dass bereits vor mehr als hundert Jahren neben sonstigem durch Menschen verursachten Lärm auch Kinderlärm zum Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><i>„Auch Teppichklopfen sowie Kinderlärm im Hof oder in den Treppenhäusern empfanden im ausgehenden 19. Jahrhundert viele Menschen zunehmend als lästig, wie zahlreiche Beschwerden und gerichtliche Auseinandersetzungen zeigen“ (Jütte 2000: 223). </i></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Der Anspruch, dass Kinder sich so ruhig wie nur möglich verhalten sollen, ist auf jeden Fall keineswegs kennzeichnend für die heutige Zeit. Im Gegenteil: Während Kindern heute sogar von juristischer Seite das Recht auf „Lärm“ bis zu einem gewissen Grad zugestanden wird, bestand im Rahmen der flächendeckend praktizierten autoritären Erziehung Konsens darüber, dass man Kinder „nur sehen, aber nicht hören“ sollte. Interessanterweise stammt dieser Ausspruch, dessen zeitlichen Ursprung man intuitiv wohl eher später einschätzen würde, eigentlich von einem Augustinermönch im England des 15. Jahrhunderts:<sup>4</sup></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> <i><br />
„Hyt ys old Englysch sawe: A mayde schuld be seen, but not herd.”</i></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">„Sawe“ bezeichnet ein Sprichwort, „mayde“ ist nicht nur als Mädchen, sondern generell als Kind zu interpretieren.<sup>5</sup> Und die Tatsache, dass es sich um ein „altes englisches Sprichwort“ handelt, lässt den Schluss zu, dass die entsprechende Einstellung noch auf deutlich frühere Zeiten zurückgeht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Was (Kinder)lärm mit Macht zu tun hat</b></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> Warum aber hatten Erwachsene offenbar schon vor Jahrhunderten den Anspruch, dass Kinder still sein müssen? War Kinderlärm – etwa aufgrund der Lautstärke und der oben erwähnten physiologisch und evolutionsbiologisch begründeten Besonderheiten – immer schon einfach nur „lästig“? </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Auf diese Frage geben Anthropologen und Historiker eine bemerkenswerte Antwort: „Das Grundmuster dieser Symbolik besteht darin, dass, wie Anthropologen und Historiker gezeigt haben, laute Geräusche im Falle einer positiven Bewertung mit Eigenschaften versehen wurden wie Macht, Stärke, Fortschritt, Wohlstand, Energie, Dynamik, Männlichkeit und Kontrolle. Doch die gleichen Geräusche wurden, wenn sie unerwünscht waren und man sie somit als ‚Lärm‘ bezeichnete, als absichtliche Störung der sozialen Ordnung angesehen, verursacht oft von jenen, die in der Hierarchie tiefer standen. […] Das Recht, Lärm zu machen, war lange Zeit das Privileg der Mächtigen, während Menschen von niedrigerem Rang (Frauen, Kinder, Diener) zur Ruhe angehalten wurden oder unter Verdacht standen, die soziale Ordnung absichtlich durch Lärm zu stören.“ (Bijsterveld 2001: zitiert in Payer 2003: 14f). </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Lärm hat also in gewisser Weise auch mit Macht zu tun, und unser Verhältnis zum Kinderlärm sagt insofern auch immer ein bisschen etwas darüber aus, wie viel Macht wir Kindern (auch unbewusst) zugestehen. Ob wir überhaupt wollen, dass Kinder eine Stimme haben. Auch wenn diese manchmal etwas lauter sein kann.  </span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><sup>1</sup> Vgl. <a href="http://wien.orf.at/news/stories/2530240" title="Öffnet externen Link in neuem Fenster"   target="_blank" >http://wien.orf.at/news/stories/2530240</a></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><sup>2</sup> Kinderlärm. Wenn bei Kinderlachen die Polizei einschreitet. Ein Kommentar von Peter Pitzinger. <a href="http://www.oif.ac.at/fileadmin/OEIF/beziehungsweise/2011/bzw_mai_2011.pdf" title="Leitet Herunterladen der Datei ein"   >beziehungsweise 05.2011<br />
</a></span><br />
<span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"> <sup>3</sup> Kinderlärm wird zusammen mit starkem Straßenlärm bei rund 80 Dezibel angegeben; vgl. z.B. <a href="http://%29/" title="Öffnet externen Link in neuem Fenster"   target="_blank" >www.swr.de</a></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><sup>4</sup> Vgl. dazu: <a href="http://www.phrases.org.uk/meanings/children-should-be-seen-and-not-heard.html" title="Öffnet externen Link in neuem Fenster"   target="_blank" >www.phrases.org.uk/meanings/children-should-be-seen-and-not-heard.html</a>).</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><sup>5</sup> Dennoch weist der Begriff durchaus auch darauf hin, dass nicht nur die Äußerungen von Kindern, sondern auch von Frauen als weitgehend verzichtbar angesehen wurden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b><br />
Literatur:</b></span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ahnert, Lieselotte; Maywald, Jörg (Hg.) (2004): Frühe Bindung. Entstehung und Entwicklung. München: E. Reinhardt.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Cox, Trevor. J. (2007): Bad vibes: an investigation into the worst sounds in the world, PPA-09-003, proc. 19th ICA Madrid.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Jütte, Robert (2000): Geschichte der Sinne. Von der Antike bis zum Cyberspace. München: Ch. Beck. </span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Payer, Peter (2003): Vom Geräusch zum Lärm. Zur Geschichte des Hörens im 19. und frühen 20. Jahrhunderts. In: Wolfram Aichinger, Franz X. Eder, Claudia Leitner (Hg.), Sinne und Erfahrung in der Geschichte. Innsbruck-Wien-München-Bozen: Studienverlag, S. 173-191. </span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Todt, Dietmar (1988): Serial calling as a mediator of interaction process: Crying in primates. In: Dietmar Todt, Philipp Goedeking &amp; David Symmes (Hg.): Primate vocal coummunication. Heidelberg: Springer, S. 88-107.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Todt, Dietmar (1995): Aspekte der Entwicklung sozialer Bindungen auf vormenschlicher Stufe. In: Spangler &amp; Zimmermann (Hg.): Die Bindungstheorie. Grundlagen, Forschung und Anwendung. Stuttgart: Klett-Cotta, S. 21-39.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b><br />
Autorin</b></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Dr. Sabine Buchebner-Ferstl, wissenschaftl. Mitarbeiterin am Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) der Universität Wien</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><b>Kontakt:</b> <a href="mailto:sabine.buchebner-ferstl@oif.ac.at" title="Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mail"   >sabine.buchebner-ferstl@oif.ac.at </a></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><em>Der Beitrag erschien in der Zeitschrift &#8220;beziehungsweise&#8221; Juni 2013 und wird hier mit freundlicher Genehmigung übernommen.</em></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gesetz zur Stärkung der Rechte leiblicher Väter passiert den Bundesrat</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 04:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur abschließenden Beratung des am 25. April 2013 vom Bundestag verabschiedeten Gesetzes zur Stärkung der Rechte des leiblichen, nicht rechtlichen Vaters erklärt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Leibliche Väter, deren Kinder bereits einen rechtlichen Vater haben und die ernsthaftes Interesse an ihrem Kind haben, werden es künftig leichter haben, in Kontakt zu ihrem Kind zu treten und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Zur abschließenden Beratung des am 25. April 2013 vom Bundestag verabschiedeten Gesetzes zur Stärkung der Rechte des leiblichen, nicht rechtlichen Vaters erklärt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Leibliche Väter, deren Kinder bereits einen rechtlichen Vater haben und die ernsthaftes Interesse an ihrem Kind haben, werden es künftig leichter haben, in Kontakt zu ihrem Kind zu treten und Informationen über ihr Kind zu erhalten. Dies ist eine gute Nachricht – sowohl für die betroffenen leiblichen Väter, als auch für die Kinder. Deshalb freue ich mich, dass nach dem klaren Votum des Bundestags das Gesetz nun auch den Bundesrat passiert hat.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Bisher kam ein Umgangsrecht für leibliche, nicht rechtliche Väter nur in Betracht, wenn sie bereits eine Beziehung zum Kind hatten. War dies nicht der Fall, etwa weil die rechtlichen Eltern des Kindes den Kontakt nicht zuließen, so blieb der leibliche Vater kategorisch vom Umgangsrecht ausgeschlossen. Ob ein Kontakt zum leiblichen Vater im konkreten Fall für das Kind förderlich gewesen wäre, blieb dabei unberücksichtigt. Das wird sich nun ändern. Künftig rückt das Kindeswohl stärker in den Mittelpunkt. Denn auch der Kontakt zum leiblichen Vater kann für ein Kind gut und förderlich sein. Nach der neuen Regelung des § 1686a BGB kann ein Umgangsrecht des leiblichen Vaters künftig auch dann in Betracht kommen, wenn noch keine enge Beziehung zu dem Kind besteht. Entscheidend ist nun vielmehr, ob der leibliche Vater ein ernsthaftes Interesse an seinem Kind gezeigt hat und ob der Umgang mit dem leiblichen Vater dem Kindeswohl dient.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Dabei steht außer Frage: Es ist für alle Beteiligten in der Regel keine leichte Situation, wenn es neben den rechtlichen Eltern noch einen leiblichen Vater gibt, der im Leben des Kindes eine Rolle spielen möchte. Für das Kind und für die soziale Familie, in der es lebt, kann dies zu großer Verunsicherung führen und zu einer echten Belastungsprobe werden. Ich bin aber überzeugt: Das Gesetz bietet in diesem Spannungsfeld den bestmöglichen Lösungsansatz. Es erkennt die berechtigten Interessen leiblicher Väter an, die Kontakt zu ihrem Kind möchten, auch wenn dieses mit seinen rechtlich-sozialen Eltern aufwächst. Zu Recht aber wurde dem Wohl des Kindes oberste Priorität eingeräumt. Deshalb wurde das Umgangsrecht des leiblichen Vaters an Hürden geknüpft, die sicherstellen, dass die Stabilität der sozialen Familie im Interesse des Kindes nicht unnötig gefährdet wird. Ein Antrag auf Umgang ist nur zulässig, wenn der leibliche Vater an Eides statt versichert, dass er der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat. Ein Umgangsrecht kommt zudem nur in Betracht, wenn der leibliche Vater ein ernsthaftes Interesse an seinem Kind gezeigt hat. Im Mittelpunkt steht stets die Frage, ob der Umgang dem Kindeswohl dient.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Neben dem Recht auf Umgang erhalten leibliche Väter künftig auch das Recht, Auskunft über die persönlichen Verhältnisses des Kindes zu verlangen, soweit das dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Bestehen Zweifel an der Vaterschaft, so kann diese Frage innerhalb des Umgangs- bzw. Auskunftsverfahrens geklärt werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Um in Kraft treten zu können, muss das Gesetz nun noch vom Bundespräsidenten ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt verkündet werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Zum Hintergrund:</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Dem leiblichen Vater eines Kindes, der mit der Mutter des Kindes nicht verheiratet ist und auch nicht die Vaterschaft anerkannt hat, steht nach der geltenden Regelung ein Umgangsrecht gemäß § 1685 Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) nur zu, wenn er eine enge Bezugsperson des Kindes ist, für das Kind tatsächlich Verantwortung trägt oder getragen hat (sozial-familiäre Beziehung) und der Umgang dem Kindeswohl dient. Hat das Kind bereits einen rechtlichen Vater und konnte der leibliche Vater zu seinem Kind keine Beziehung aufbauen, so bleibt ihm der Kontakt zum Kind bisher verwehrt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Dies gilt unabhängig davon, aus welchen Gründen keine Beziehung zum Kind aufgebaut wurde, also auch dann, wenn der leibliche Vater bereit war, für das Kind Verantwortung zu übernehmen, und ihm dies allein aufgrund der Weigerung der rechtlichen Eltern nicht möglich war. Zudem bleibt der Kontakt zum Kind ohne Rücksicht darauf verwehrt, ob der Umgang mit dem leiblichen Vater dem Wohl des Kindes dient.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Ein leiblicher, nicht rechtlicher Vater hat darüber hinaus derzeit auch kein Recht, Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes zu verlangen. Nach § 1686 Satz 1 BGB kann jeder Elternteil vom anderen Elternteil bei berechtigtem Interesse Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes verlangen, soweit dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht. Der Auskunftsanspruch nach § 1686 BGB steht jedoch nur den Eltern im rechtlichen Sinne zu, nicht aber dem nur leiblichen Vater.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in zwei Entscheidungen beanstandet, dass dem leiblichen Vater eines Kindes ein Umgangs- und Auskunftsrecht ohne Prüfung des Kindeswohlinteresses im Einzelfall vorenthalten wird. Die Rechtsposition der leiblichen, nicht rechtlichen Väter soll daher gestärkt werden. Der Entwurf sieht zu diesem Zweck Folgendes vor:</span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Hat der leibliche Vater ernsthaftes Interesse an dem Kind gezeigt, erhält er ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn der Umgang dem Kindeswohl dient. Das gilt unabhängig davon, ob er zum Kind bereits eine sozial-familiäre Beziehung hat.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Zudem wird dem leiblichen Vater bei berechtigtem Interesse ein Recht auf Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes eingeräumt, soweit dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.</span></li>
<li><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Voraussetzung des Umgangs- und Auskunftsrechts ist, dass der Antragsteller auch wirklich der leibliche Vater ist. Die leibliche Vaterschaft ist dabei im Rahmen des Umgangs- oder Auskunftsverfahrens zu prüfen und gegebenenfalls über eine Beweiserhebung zu klären. Zur Feststellung der biologischen Vaterschaft ist flankierend vorgesehen, dass unter bestimmten Voraussetzungen Abstammungsuntersuchungen geduldet werden müssen. Damit soll die Mutter des Kindes oder eine sonstige Person den Anspruch des leiblichen Vaters nicht vereiteln können, indem sie die erforderlichen Untersuchungen zur Abstammung verweigert.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Quelle:</strong> Bundesministeriums der Justiz,  <a href="http://www.bmj.de"   >www.bmj.de</a></span></p>
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		<title>Scripted Reality für Kinder nicht geeignet</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 05:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Serien wie „Berlin – Tag und Nacht“ boomen. Besonders beliebt sind diese Formate bei älteren Kindern und Jugendlichen. Doch Experten warnen, dass diese Art der Inszenierung insbesondere für Kinder kaum zu durchschauen ist. Sie halten die Szenen für tatsächliche Geschehnisse. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, der Medienratgeber für Familien, rät Eltern deshalb, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Serien wie „Berlin – Tag und Nacht“ boomen. Besonders beliebt sind diese Formate bei älteren Kindern und Jugendlichen. Doch Experten warnen, dass diese Art der Inszenierung insbesondere für Kinder kaum zu durchschauen ist. Sie halten die Szenen für tatsächliche Geschehnisse. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, der Medienratgeber für Familien, rät Eltern deshalb, auf Scripted Reality-Serien für ihren Nachwuchs zu verzichten.</strong></span></p>
<div>
<div><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Fernsehformate, die eine inszenierte Wirklichkeit abbilden, sollen dem Zuschauer das Gefühl geben, „live“ an einem realen Geschehen teilzuhaben. Gerade Jüngeren ist aber nicht bewusst, dass es sich um inszenierte Szenen auf Grundlage eines Drehbuchs handelt und die vermeintlich authentischen Figuren Laienschauspieler sind. Prinzip ist, Auseinandersetzungen immer wieder auf die Spitze zu treiben, Emotionen wie Neid und Missgunst bestimmen den Alltag der Serienfiguren. So werden fragwürdige Vorbilder und Klischees von Sexualität, Partnerschaft und dem Lösen von Konflikten vermittelt. Hinzu kommt, dass die Darsteller in sozialen Netzwerken auf eigenen Profilen ihre Rolle weiterspielen und die täglichen Vorkommnisse dort kommentieren – dies erhöht ihre Glaubwürdigkeit bei den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern.</strong></span></p>
<div>
<div><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Emotionen nach Drehbuch</strong></span></div>
</div>
<div itemprop="articleBody">
<div>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">„Der emotionale Ausnahmezustand ist Normalität, der Umgangston ist rau und abwertend“, meint Michael Gurt vom JFF &#8211; Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. „Sind solche Sendungen die vorrangige Orientierungsquelle, wird es kritisch. Heranwachsende sollten mehr geboten bekommen als Emotionen nach Drehbuch.“ Denn Kinder und Jugendliche benötigen in erster Linie echte Vorbilder. Empfehlenswert sind altersgerechte Geschichten, die sich vielschichtig mit Themen wie Freundschaft, erster Liebe, Zusammenleben, aber auch Bewährungsproben auseinandersetzen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Wenn Jugendliche Scripted Reality-Serien dennoch unbedingt sehen wollen – weil der Gruppendruck, etwa auf dem Schulhof zu groß ist – sollte dies frühestens im Alter von zwölf Jahren möglich sein. Ungeachtet des Alters ist es aber wichtig, dass Eltern diese Sendungen mit ihren Kindern gemeinsam schauen, mit ihnen über den Unterschied von Realität und Fiktion sprechen und auch über die Menschenbilder diskutieren, die dort gezeigt werden. Grundsätzlich sind diese Formate weder für Kinder noch für Jugendliche geeignet – Experten raten davon ab.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Anregungen und Informationen für Eltern zum Thema „Scripted Reality“ gibt es in der aktuellen Ausgabe des Magazins „FLIMMO“ und unter <a href="http://www.flimmo.tv/" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.flimmo.tv</a>. Empfehlungen für kindgerechte Sendungen erhalten Eltern bei den TV Tipps auf <a href="http://www.schau-hin.info/" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.schau-hin.info</a> und <a href="http://www.tvspielfilm.de/tv-tipps/kids-tv" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.tvspielfilm.de/tv-tipps/kids-tv</a> sowie auf <a href="http://www.top-videonews.de/" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.top-videonews.de</a> oder <a href="http://www.vision-kino.de/" title="Opens external link in new window"   target="_blank" >www.vision-kino.de</a>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Quelle:</strong> SCHAU HIN!, <a href="http://schau-hin.info"   >http://schau-hin.info</a></span></p>
</div>
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		<title>Vegane Ernährung: Ein Plus für die Gesundheit?</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jun 2013 08:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lachenmaier</dc:creator>
				<category><![CDATA[... von Kindern und Jugendlichen]]></category>

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		<description><![CDATA[<!--2384-->]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><em>Dr. oec. troph. Markus Keller<br />
</em></span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><strong>Zahlreiche Gründe sprechen für eine Ernährung ohne tierische Produkte: Tierethik, Klimaschutz und Welternährung sind nur einige davon. Auch aus gesundheitlicher Sicht hat eine vegane Ernährung viele Vorteile – vorausgesetzt, sie wird richtig zusammengestellt.</strong></span></p>
<div id="attachment_16244" class="wp-caption alignright" style="width: 309px"><a href="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/veganes-gericht.jpg"   ><img class="size-full wp-image-16244" alt="Foto: © UGB/U. Fischer " src="https://www.familienhandbuch.de/wp-content/uploads/2013/06/veganes-gericht.jpg" width="299" height="223" /></a><p class="wp-caption-text"><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: x-small;">Foto: © UGB/U. Fischer</span></p></div>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;">Eine ausgewogene <b>vegane Ernährung</b> birgt angesichts unserer heutigen Lebensbedingungen ein großes Potenzial, um Zivilisationkrankheiten vorzubeugen. So sind Veganer im Durchschnitt deutlich schlanker und haben wesentlich seltener Übergewicht als die Allgemeinbevölkerung. Dazu trägt die niedrige Energiedichte der veganen Kost maßgeblich bei, denn bei gleichem Volumen der Nahrung wird weniger Energie aufgenommen. Gleichzeitig enthält die Kost deutlich mehr Ballaststoffe, aber weniger Fett und Protein. Denn statt fett- und proteinreicher Lebensmittel wie Käse, Butter und Sahne kommen Gemüse, Obst und Getreide auf den Tisch&#8230;..</span></p>
<p><span style="font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: small;"><a href="http://www.ugb.de/vollwert-ernaehrung/vegane-ernaehrung-gesundheit"   >Lesen Sie hier weiter: www.ugb.de</a><br />
</span></p>
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