Beginnen bevor es beginnt – Primäre Prävention im Kinderschutz

Dr. Klaus Neumann
Kneumann2

 

 

"Vorsorgen ist besser denn Heilen“ steht als Grundsatz hinter den vielfältigen Bemühungen verschiedenster Berufsgruppen (Psychologen, Soziologen, Pädagogen, Stadtgestalter, Sozialplaner, … *) und gesellschaftlichen Institutionen, um die Lebensumstände von Kindern und Familien nachhaltig positiv zu gestalten und damit u.a. auch familialer Gewalt primär präventiv zu begegnen.

Diese Bemühungen stehen oft vereinzelt und unkoordiniert im gesellschaftlichen Raum, finden kaum zueinander und lassen Lücken, behindern sich gar.

Abhilfe schaffen kann ein Blick aus der Lebenslaufperspektive von Kindern, weil eine chronologische Abfolge die sinnvollen und notwendigen hilfreichen Einwirkungsmöglichkeiten erkennen lässt.

„Beginnen bevor es beginnt“ soll nicht zuletzt auch die politischen Akteuren vor Ort ermuntern, sich Module, Anregungen, Arbeitsfelder aus dem vorliegenden Text herauszugreifen und konkret umzusetzen.

1. Eltern und Verantwortung
2. Begriffsklärung
3. Alltagsbiographie als Richtschnur praktischer primärer Prävention
3.1 Werdende Eltern/ Schwangerschaft/ vor einer Geburt
3.2 In den ersten Lebensmonaten und später
3.3 Die kommenden Jahre bis zum Schuleintritt
3.4 Schuleintritt des Kindes
4. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
Fazit

Wer über die Ursachen und komplexen Entstehungsbedingungen von Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch an Kindern in Familien ausreichende Kenntnisse besitzt und dies auch wie die Kinderschutz-Zentren seit Jahren publiziert, kommt unweigerlich dazu, daraus auch die Konsequenzen zu ziehen und sich (wieder vermehrt) der Ursachenbekämpfung von Gewalt zuzuwenden, sich mit Modellen Primärer Prävention und den Möglichkeiten ihrer Umsetzung zu beschäftigen.

Diese Wendung hin zu einem schon in den Anfängen moderner Kinderschutzarbeit aktuellen Ansatz ist sowohl Rückkehr zu “politischer” Arbeit wie auch sinnvolle Fortführung und Weiterentwicklung bisheriger therapeutischer und beraterischer Tätigkeit.

Die Bedeutung primärer Prävention findet ihren Ausdruck in der zunehmenden fachlichen Diskussion (siehe auch: Sonderheft 1999 des DKSB ”Mit Kindern leben”, ”Informationen für Erziehungsberatungsstellen” der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, Heft 1/ 1999 ).

1. Eltern und Verantwortung

Eltern sind nach wie vor die wichtigsten Bezugspersonen von Kindern. Sie bleiben – allen modernen Zeiten zum Trotz – in einem fast archaischen Beziehungsverhältnis zu ihren Kindern, das in vorgegebene gesellschaftliche Rahmenbedingungen eingebettet ist.

Eltern haben somit grundsätzlich und unabwendbar die Verantwortung für ihre Kinder. Deshalb können, dürfen und müssen sie sich bei dieser schwierigen Aufgabe Unterstützung von anderer Seite, von Nachbarn, Verwandten, Institutionen holen. Aufgabe des modernen Kinderschutzes und der Lobbyarbeit für Kinder und Familien ist es, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu analysieren, öffentlich zu machen und möglichst konstruktiv zu gestalten bzw. dies einzufordern.

Die überaus schwierige Elternrolle muss darüber hinaus gestärkt und neben die Verantwortung zum Wohle der Kinder ein ausgleichendes und unterstützendes Ausmaß an Elternrechten gestellt werden.

Wer intensive und frühe Vorbereitung werdender Eltern auf ihre Rolle (zum Beispiel über ein Pflichtfach “Lebenskunde” schon in Grundschulen, durch Elternkurse in der Erwachsenenbildung usf.) fordert und damit aus gesellschaftlichem Anspruch in den letzten “Frei- und Schonraum “Familie interveniert, der muss Eltern auch zugestehen, dass sie zu” konstruktiven Störfaktoren “in Institutionen und gesellschaftlichen Strukturen werden können. In Kindergärten, Schulen und Kommunalverwaltung – im Prinzip im gesamten politischen Raum – müssen dann Eltern Mitsprache- und Gestaltungsrechte in größerem Ausmaß als bisher eingeräumt werden.

2. Begriffsklärung

Der weit gefächerte Begriff der Prävention wird in der Erziehungsberatung schon seit langem diskutiert und sowohl als Erfolg versprechendes Ziel wie auch als illusionäre Aufgabe verstanden. Karl Gerlicher hat in einem umfassenden Artikel zu der geläufigsten Definition (nach Caplan 1964) gefunden:

  • Primäre Prävention umfasst die Förderung psychischer Gesundheit der Bevölkerung durch Bildung und Aufklärung, Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen, Angebote von konkreten unterstützenden Maßnahmen – etwa im Rahmen von Sozialhilfe.
  • Sekundäre Prävention beschreibt die Früherkennung von Störungen bzw. Erkrankungen und die sofortige Einleitung entsprechender Maßnahmen (Annahme: Hilfe in der” Krise “ist besonders effektiv).
  • Tertiäre Prävention wäre somit die Behandlung und Rehabilitation von ernsthaften und chronischen Erkrankungen.

Diese Definitionen sind kunstvoll und geschliffen – ich möchte es einfacher in ein Bild setzen: Wenn ein Autofahrer sich eines Wintermorgens mit seinem Wagen auf den Weg macht und an einer Brücke bei Glatteis ins Schleudern gerät, aufs Feld und gegen einen Baum rast, von einem zufällig vorbeikommenden Mitmenschen gefunden, per Handy der gut ausgerüstete Rettungswagen alarmiert, der Verunglückte ins Unfallhospital gebracht, operiert, gepflegt und anschließend in einer Reha-Klinik wieder zum Laufen gebracht wird – dann ist das tertiäre Prävention. Wenn derselbe Autofahrer an der gleichen Stelle über Verkehrsschilder gewarnt, durch Leitplanken gestoppt und von Airbags und Sicherheitsgurten beschirmt mit ein paar blauen Flecken und einem Totalschaden am Wagen davonkommt – dann ist das sekundäre Prävention. Wenn aber unser Autofahrer morgens vom Verkehrsfunk informiert, die Straße besonders vorsichtig und geübt durch etliche Schleudertrainingskurse befährt, eventuell eine alternative, ungefährlichere Strecke wählt oder gar an diesem Tag sein Auto in der Garage lässt und ein anderes Verkehrsmittel wählt – dann ist das primäre Prävention.

An diesem schlichten konkreten Beispiel kann gut deutlich werden, dass Vorbeugung im Wortsinn vorrangig die Vermeidung eines Schadenfalls, nicht so sehr sein glimpflicher Ausgang und schon gar nicht seine hochkomplexe Reparatur sein kann. Der Präventionsbegriff darf nicht beliebig benutzt werden, sonst wird auch im Denken unscharf, was wirkliche Vorbeugung bedeutet. Mit etwas Sinn für Humor lassen sich dann auch Formulierungen wie ”Schulprävention” oder ”Sexualprävention” ertragen, die sicher etwas Gutes meinen, was aber mancher lustlose Schüler für sich oder manche Lust fürchtenden Eltern für ihre halbwüchsigen Kinder nur gar zu gern missverstehen würden.

Prävention als zunehmend wichtiger werdende Aufgabe im Kinderschutz kann somit im Sinne obiger Definition als Primäre Prävention mit gelegentlichen Elementen sekundärer Prävention verstanden werden. Der Focus Primäre Prävention schließt dabei keineswegs aus, dass in der alltäglichen Arbeit einer Beratungsstelle auch und gleichzeitig Arbeitsfelder der sekundären und tertiären Prävention von Bedeutung sind.

Semantisch und inhaltlich-fachlich ist die Dreiteilung des Begriffs” Prävention “kritisch zu betrachten: Zuvorkommen kann man im Grund nur einem Ereignis oder einer Entwicklung, bevor es eingetreten ist bzw. begonnen hat. Alle” Präventions “bemühungen danach bergen in sich den etwas zynischen Aspekt, dass ein schon eingetretener Schaden reduziert und Wiederholung abgewendet werden soll. Hilfesysteme oder Angebote, die erst dann aktiv werden (können), wenn zumindest ein Erstschaden eingetreten ist, sind ebenso absurd wie geläufige Praxis. Nicht von ungefähr forderte deshalb schon der 8. Jugendbericht der Bundesregierung von der modernen Jugendhilfe mehr Prävention, stärkere Dezentralisierung, größere Alltagsorientierung und intensivere Integration und Partizipation von Kindern und Familien in die Hilfesysteme bzw. bei deren Gestaltung.

3. Alltagsbiographie als Richtschnur praktischer primärer Prävention

Um die vielfältigen Aspekte präventiver Kinderschutzarbeit bewerten und in einen geordneten Zusammenhang bringen zu können, gilt es, die schon in den verschiedenen Bereichen von Sozialarbeit, Erwachsenenbildung und Therapie existierenden Ansätze und Arbeitsfelder in einen natürlichen Kontext zu stellen. Strukturdefizite, Überlappungen im Hilfsangebot wie auch erfolgreiche Praxisbeispiele lassen sich auf diesem Wege erkennen und besser beschreiben. Modelle präventiver Arbeit, die auf soziologische Termini und Sichtweisen fokussieren und mit Flussdiagrammen oder Verlaufsschemata arbeiten, verringern den Bezug zur Alltagswelt von Kindern und Familien zugunsten eines mechanistischen Blicks ”von oben herab” .

Das “Lebenslaufmodell” versucht dagegen sehr konkret zu beschreiben, welche präventiven hilfreichen Angebote oder Stationen im Leben eines Kindes quasi “am Wegesrand” auftauchen können. Fehlen diese unterstützenden Angebote im Leben einer Familie, im Alltag von Kindern – dann besteht zunehmend die Wahrscheinlichkeit, dass bedrängende, stresserzeugende Lebensumstände sich zu einer gewalterzeugenden Struktur, dem “violentogenen Komplex”, verdichten können, die abhängig auch von intrapsychischen, individuellen Faktoren der Eltern und Kinder den Ausbruch familialer Gewalt begünstigen.

Die Zeit der Eltern vor einer Geburt, die ersten Säuglingsmonate, Kindergarten- und Schulzeit, Adoleszenz und junge Erwachsenenwelt bilden dabei einen Lebenslauf, der sich zum Kreis schließt, wenn dann aus Erwachsenen (manchmal auch noch fast Kinder) wieder Eltern werden, die weiterreichen, was sie erfahren und gelernt haben, ob sie Hilfen erhielten oder mit Defiziten leben mussten. Diesen “Salto Soziale” positiv zu durchlaufen und zu sicherem Stand zu bringen, ist schon fast eine volle Lebensaufgabe. Wenn dieses Kunststück misslingt, dann können Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch sich von einer Generation zur nächsten fortsetzen.

Im “Lebenslaufmodell” markiert jedes hervorgehobene Stichwort einen Bereich, den Jugendämter, Soziale Dienste, Kinderschutzorganisationen, Fachverbände und Beratungsstellen als Einstieg zu einem Projekt oder intensivem Arbeitsfeld primärer Prävention nutzen können.

3.1. Werdende Eltern/ Schwangerschaft/ vor einer Geburt

Schon in den Schulen werden Trainingseinheiten und Kurse angeboten zu allgemeinen und speziellen Erziehungsfragen sowie den grundsätzlichen Rechten und Pflichten von Eltern und Kindern. Wesentlich ist dabei, die unausweichlichen Höhen und Tiefen im Eltern- und Kinderleben realistisch zu schildern (als Nebeneffekt ergäben sich Reflexionsmöglichkeiten auf die eigenen Eltern, der angedachte Rollenwechsel Kind – Eltern könnte das Verständnis zwischen den Generationen befördern und Konflikte abbauen helfen). Die Kurse beinhalten auch Grundinformationen über die Hilfsangebote des regionalen Sozialen Netzes und praktische Übungen darin, sich dieses Netzes auch angemessen zu bedienen. Ziel ist, die “Schamschwelle” potentieller Ratsuchender zu senken und sie zu befähigen, Hilfen selbstverständlicher und früher annehmen zu können.

Im Lehrplan der Schulen existiert ein reguläres Wahl- oder auch Pflichtfach “Lebenskunde” o. ä., das die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt, sich im Alltag konflikt- und stressfreier bewegen zu können. Sie lernen Verträge zu schließen, sich eventuell und rechtzeitig Rechtsberatung zu holen und auf die Tücken und Details alltäglicher Lebensführung zu achten.

Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung (auch die sog. Familienbildungsstätten) bieten gemeinsame Kurse für mehrere Generationen einer Familie an, um die oft sehr reduzierte Kommunikation zwischen Großeltern, Eltern und Kindern zu erweitern und einen Informationsaustausch (zum Beispiel über das sog. ”alte” Wissen von Krankheiten und ihrer Heilung) wieder in Gang zu setzen. Über Information und pädagogische Anleitung üben die Generationen Kooperation und gegenseitige Abgrenzung (zum Beispiel am altbekannten Stress erzeugenden “Einmischungs-Konflikt” zwischen neuen und alten Eltern). Die mögliche Abwesenheit eigener Eltern kann dabei problemlos durch Stellvertreter in einer größeren Gruppe ausgeglichen werden.

Bei allen Übungen geht es um eine realistische Darstellung und mentale Einübung von kommendem Alltags-Eltern(er)leben. Die Bewältigung oft banal erscheinender, immer aber Stress erzeugender Situationen steht dabei im Vordergrund (zum Beispiel: ”Könnten Sie mir mal eben helfen, den Kinderwagen in den Bus / die Treppe hinauf zu tragen?”). Die Motivation zur freiwilligen Teilnahme an diesen Kursen wie auch ihre Finanzierung können erreicht werden über ein von den Krankenkassen oder anderen Trägern gesponsertes Bonus-System, das viel Raum für Kreativität offen lässt. Dieser Ansatz setzt bei Kommunen wie Kassen die Einsicht voraus, dass sich die Investitionen menschlich wie materiell vielfach amortisieren (wenn, zum Beispiel, Klinikaufenthalte für Erwachsene und Kinder oder psychosoziale Traumatisierungen mit langwierigen Folgebehandlungen vermieden werden können).

Schwangerenberatungsstellen (zum Beispiel ”für natürliche Geburt”), die Praxen niedergelassener Hebammen und Frauenärzte sowie entsprechende Kliniken sind weitere Orte, an denen neben den medizinischen Komponenten auch die psychologischen und sozialen Aspekte von Elternschaft angesprochen und real ins Bewusstsein gehoben werden. Die hier entstehenden Elterngruppen können, da ihre TeilnehmerInnen gleiche Zukunftserwartungen haben, mit hoher Motivation in die Zeit nach der Geburt weitergeführt werden und Kerne von Selbsthilfegruppen und Initiativen für den neuen Lebensabschnitt bilden.

Die Medien bevorzugen die Darstellung realistischer Familienszenarien und pflegen eine offene Diskussion über Hindernisse und Klippen beim Erziehungs- und Elternjob. Da in unserer Gesellschaft Haltungen und Werte sich auf In-Out-Skalen abbilden bzw. fast darauf reduziert werden, obliegt den Medien eine besonders hohe Verantwortung. Sie können positiv oder negativ dazu beitragen, ob Elternschaft unter Stress gerät oder nicht. Nicht nur der feuilletonistisch-humorige ”kleine Erziehungsberater” sondern auch die ehrlich-offene Darstellung von Erziehungsproblemen, die es (auch mit Humor) zu lösen gilt, bilden dann die Informationsbühne von Eltern.

Eine immer wiederkehrende Erfahrung aus der Familienberatung ist, dass Eltern geradezu euphorisch dankbar reagieren, wenn ihre heimlich-destruktiven Gedanken stellvertretend ausgesprochen und subtile Normstiftungen offen hinterfragt werden: ”… haben Sie nicht auch manchmal den Wunsch gehabt, die lieben Kleinen mal für ein paar Tage los zu sein und an einen umherziehenden Sklavenhändler zu verkaufen?” Nirgendwo wird doch von Müttern und, wenn vorhanden, auch von Vätern, so viel gelogen wie auf Kinderspielplätzen: Meiner ist schon sauber, meiner kann schon dies, meine beginnt schon zu lesen. Kennen Sie das nicht auch?”.

In den Kliniken ist es nach der Geburt eines Kindes wichtig, in früher (hier geht es um die ersten Stunden und Tage) und lebensnaher Begleitung Kind und Eltern zusammenzuhalten bzw. zusammenzubringen, um das Problem des so genannten “Fadenrisses” bei schwierigen und frühen Geburten mit möglicher Bindungsschwäche, Ablehnung des Kindes und gestörter Beziehung zum Partner vermeiden zu helfen. Dabei sind multidisziplinäre Kontakte zur guten Weiterverweisung ebenso erforderlich wie scheinbar banale ”Ausstattungsdetails “: In Väter-Mütter-Kinderappartements kann die überstürzt gewordene Familie dann in Ruhe ihre Gemeinsamkeit erfahren, das heißt, um ein Begriffspaar zu bilden: aus “Rooming” wird “Parenting”.

In der Kinderarztpraxis sind die folgenden Vorsorgeuntersuchungen gleichzeitig Gesprächsforen für Eltern und Arzt, um früh intrafamiliäre Konflikte erkennen und Interventionen starten zu können. Dazu benötigen Mediziner spezielle fachliche Kompetenz und Weiterbildung, Vernetzungshilfen und finanzielle Rückenstärkung dieser Maßnahmen durch entsprechende Verrechnung seitens der Kassen (zur gesellschaftlichen Amortisation s. o. !). Darüber hinaus bieten Ärzte im Verbund mit anderen Berufsgruppen spezielle Informationen für junge Familien an.

3.2. In den ersten Lebensmonaten und später

Selbstverständlich ist dafür zu sorgen, dass Kindern Krippenplätze ausreichend und für die Eltern erreichbar zur Verfügung stehen. Anzustreben ist die Betreuung durch qualifiziertes (und dann auch besser bezahltes) Personal beiderlei Geschlechts, um der” Monokultur weiblicher Bezugspersonen “möglichst früh entgegen zu wirken. Schon vor der Geburt ist eine Kontaktaufnahme zwischen Eltern und Institution denkbar, eventuell auch, um schon existierende Elterngruppen (s. o.) bei ihren Bemühungen nach Initiativenbildung o. ä. zu unterstützen und Isolationen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Von eminent hoher Bedeutung ist der sofortige (nicht erst nach Wochen oder auf Anfrage erfolgende) Kontakt von kommunalen Säuglingskrankenschwestern über Hausbesuche. Diese Unterstützung für die ersten Wochen wird flächendeckend und obligatorisch (wie in England) angeboten, um Betreuungslücken wie auch Stigmatisierung durch” Brennpunkt”bezogenheit und damit wieder Abwehr zu vermeiden.

Mütterberatung findet für die Eltern in einer akzeptablen Form statt, nicht im Hinterhof oder im Büromuff früher Jahre, sondern im Stadtteil, eventuell in Verbindung mit Krippen oder Horten. So könnte in einer Art “Baby-Streetwork” über verschiedene Anlaufstellen, wie zum Beispiel einen “Treffpunkt Elterncafe”, ein lebensnaher und persönlicher Beratungskontakt zum Tragen kommen.

Informationen mit Entlastungs- und Unterstützungsprogrammen für Eltern (zum Beispiel über eine zentral organisierte, qualitätsgesicherte und dezentral angebotene Tagespflege- oder Babysitter-Börse mit zusätzlichen Angeboten wie Spieltherapie usf.) werden regulär und ständig dort platziert, wo sich die “Zielpersonen” befinden. Denkbar wäre eine zentrale Kinderlitfasssäule in Büchereien, um die frustrierende Unübersichtlichkeit der Angebote zu ordnen und finanzielle wie personelle Ressourcen auf beiden Seiten optimal zu nutzen. Ein weiteres Beispiel speziell zur Unterstützung und Entlastung von risikoreichen Familien im Alltagsbereich sind so genannte Paten-Projekte, die seitens Jugendamt oder Sozialdiensten organisiert und supervidiert persönlich-private Hilfsangebote vermitteln.

Als wichtige Träger multipler Informationen haben sich “Elternbriefe” erwiesen, besonders wenn sie – zur besseren mentalen Einstellung der Eltern – schon einige Monate vor dem entsprechenden Altersabschnitt des Kindes zur Verfügung stehen. In einer zunehmend ethnisch gemischten Gesellschaft sind diese Elternbriefe in den wichtigsten “Fremdsprachen” aufzulegen.

Ein Sammelordner mit wohnortnahen Elterninformationen, der die Vernetzung sozialer Dienste abbildet und schon vor der Geburt unaufgefordert als Dienstleistung der Kommune abgegeben wird – eventuell bei einem “Antrittsbesuch” der Säuglingskrankenschwester – kann Eltern ein ständig wachsender Informationspool und Entlastungsquelle sein. Auf Dorf- oder Stadtteilfesten werden diese Angebote über Informationsstände im persönlichen Gespräch an den Mann und die Frau gebracht. MitarbeiterInnen der unterschiedlichsten Institutionen können bei dieser Gelegenheit sowohl sich als auch ihre Einrichtungen vorstellen.

Erziehungsberatungsstellen verknüpfen ihre Angebote mit denen anderer Einrichtungen und gehen damit offensiv in den öffentlichen Raum (Vorträge, Sprechstunden, zum Beispiel in Mütterberatungsstellen). Darüber hinaus können Beratungsstellen speziell für junge Familien Angebote entwickeln, um eine positive Eltern-Kind-Beziehung zu stärken bzw. entstehen zu lassen (zum Beispiel unter dem Motto “Babys Sprache sprechen – sein Kind verstehen lernen”). Dabei beginnt diese konstruktive Unterstützung von Eltern schon früh (zum Beispiel im Zusammenhang mit Angeboten zur Geburtsvorbereitung), um sich dann dezentral am Wohnort, im Stadtteil fortzusetzen. Die praktischen Hilfen zur Alltagsbewältigung beugen Enttäuschungen und Rückzug besonders in jungen Familien vor.

3.3 Die kommenden Jahre bis zum Schuleintritt

In diese Zeit gehören ausreichende und akzeptable Kindergartenplätze, die von Ausstattung und Angebot her Defiziten der Alltagsumgebung entgegenwirken bzw. sie auszugleichen versuchen. Zum Beispiel geben ”Waldkindergärten” einen hervorragenden Rahmen, um dem kindlichen Bewegungsstreben zu entsprechen, Aggressionen abbauen zu helfen, die Kinder in ihre wachsende Körperlichkeit einzuüben und soziale Kompetenz zu stärken. Auch hier sind zusätzliche männliche Bezugspersonen bedeutsam. Generell sind auch die kurzfristigen Möglichkeiten zum” Babyparken “(zum Beispiel um Einkäufe o. ä. zu erledigen) auszubauen, weil sie sich als ausgesprochen entlastend und Stress reduzierend erwiesen haben.

Mütter (besser: Eltern)-Zentren-, Kleiderläden und den vielfältigsten Initiativen oder Angeboten in freier Trägerschaft kommt besondere Bedeutung zu. Ihr komplexes Angebot gilt es transparent zu halten über regionale Informationsbörsen und BürgerInnen-Treffs. Hier wirkt ermutigende und unterstützenswerte Selbsthilfe von Eltern – anderen und ihnen selbst zum Nutzen. Für Eltern wie Kinder sollten Möglichkeiten geschaffen werden, angebotene Dienstleistungen auch in Gutschein-Werte zu tauschen, so könnten die erbrachten Leistungen den Selbstwert steigern, erlebte Abhängigkeiten von Sozialleistungen mildern und Anspruchshaltungen verringern.

Während bekanntlich die Jugendlichen als eigentliche” Lückekinder “im Betreuungssystem renitent und damit gesellschaftlich als anerkannte Problempopulation auftreten, erscheint die Altersgruppe von ca. 8-14 Jahren noch unauffällig und reagiert sich wohl eher im Familienrahmen ab. Sie beginnt aber zunehmend als” die Straßenkinder der modernen Industriegesellschaft “in Erscheinung zu treten. Die Kombination verschiedener Angebote zum Beispiel in einem Kinderhaus (Krippe, Kindergarten, Elterntreff) kann die Lücke vor dem Jugendtreff schließen helfen. Spielplatzpatenschaften durch Stadtteilvereine oder Bürgergruppen – unterstützt durch spezielle” Know-How “-Träger (zum Beispiel” Spiellandschaft Stadt “/ Urbanes Wohnen e.V. in München) – verstärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Bezug der Erwachsenen zum Umfeld.

Im Erwerbsleben der Eltern sind die Möglichkeiten zu Teilzeitarbeit bzw. zu mehrfach wechselnder Elternzeit (auch in kleinen Zeitabschnitten) zu fördern, um die von Kindern als notwendig und positiv erlebte Anwesenheit möglichst beider Elternteile im Familienalltag zu erreichen. Dieser Ansatz ist durch eine Imagekampagne zu unterstützen, die gesellschaftliche Normen dahingehend modifiziert, dass männliche Häuslichkeit und der hohe Kompetenzgehalt von Erziehungsarbeit betont werden nach dem Motto: “… ein Manager, der nicht mindestens drei Monate zuhause sein Kind betreut hat, kann unmöglich im Betrieb Führungspositionen übernehmen…” .

Betriebskinderkrippen oder -kindergärten als Teil eines praktizierten Sozialpaktes zwischen den Tarifparteien ergänzen die bestehenden kommunalen Einrichtungen. Hier haben die östlichen Bundesländer Erfahrungswerte beizutragen, die durchaus berücksichtigt werden sollten. Arbeitsplatzgarantie und Lohndifferenzausgleich zwischen den Eltern gehören als flankierende Maßnahmen zum realistischen Gelingen dieses Modells. Nur so können Eltern motiviert werden, sich die “doppelte Elternschaft” zu leisten. Selbstverständlich bedarf die finanzielle Mehrbelastung gesellschaftlicher Unterstützung – die hier einfließenden Mittel werden sich, wie schon oben ausgeführt, mehrfach amortisieren.

3.4. Schuleintritt des Kindes

Jetzt werden planbare Unterrichtszeiten (Stichwort: 13-Uhr-Schule) wichtig, die Eltern die Möglichkeit zu Erziehung mit Beruf geben. Hierzu gehören Mittagstischangebote und eine Hausaufgabenbetreuung, die in den Alltag einer zum Stadtteil hin offenen Schule integriert sind. Ausdruck dieser Haltung sind auch zur Nutzung für möglichst viele Bewohner geöffnete Schulhöfe und -räume. Die Umsetzung darf nicht scheitern an der ebenfalls offenen Frage: Was sagt der Hausmeister dazu? Der Imagegewinn für die Schule als nicht mehr nur alleinigem Ort von Leistung und Lernen wäre gewaltig. In Europa existieren funktionierende Ganztagsschulen (zum Beispiel in Frankreich), deren teilweise Adaptation lohnenswert wäre. Weitere entlastende Angebote für Familien sind mobile “Straßenkinder-Projekte” , die aus dem schulischen Bereich entstehen und ihn ergänzen können.

4. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

Losgelöst von der Altersentwicklung eines Kindes sollten Stadt- und Sozialplanung sich an den Interessen von Kindern und Familien ausrichten. Dabei gilt die Maxime: “Was Kindern und Familien gut tut, kann Alten oder anderen gesellschaftlichen Gruppen nicht schaden.” Statt Interessenkollisionen zu befürchten, sollten Interessenkombinationen die Sicht von Planung und Politik bestimmen. Maßnahmen und Regelungen, Anordnungen und kommunale Gesetze sollten zur besseren Realitätsüberprüfung und Veränderbarkeit mit einem” Verfallsdatum “versehen werden.

Wichtige Planungselemente sind die familiengerechte Wohnumfeldgestaltung und verbesserte Angebotsstrukturen des täglichen Bedarfs. Gedacht ist dabei nicht nur an gute Einkaufsmöglichkeiten sondern auch an Orte der Kommunikation und des Rückzuges. So entstehen Straßen und Plätze als leicht erreichbare Nischen und Winkel, als Lebens- und Erlebnisräume kindlicher Entwicklung. Wohnungen mit kinder- und familienfreundlichen Grundrissen sind noch mehr als bisher zu fördern und zu entwickeln. Hierher gehören als architektonische Stichworte das große, helle Kinderzimmer, die Wohn-Küche, der Spiel-Flur in der Wohnung und das Treppenhaus als von allen Bewohnern akzeptiertes Vorfeld für Kinder.

Hier wie auch bei der Wohnumfeldgestaltung ist eine frühe Bürgerbeteiligung wichtig, die bei Altbaugebieten fast leichter zu realisieren ist als bei Neubaugebieten aus einem Stück. Auf diese Weise werden ”Identifikationsanker” geworfen, die Initiative und Verantwortlichkeit für den eigenen Wohnort fördern (siehe auch oben: Spielplatzpatenschaften). Wünschenswert ist auch die stadtteilbezogene und regional gegliederte Möglichkeit, Neigungen und Talente der Kinder zu fördern (zum Beispiel in einem Stadtteil-Bürgerhaus). So entfiele für viele Eltern und Kinder der tagtägliche” Beförderungsstress” zum Verein, zum Chor usf.

Es geht auch um die Wiedergewinnung öffentlicher Räume als Spiel- und Nutzflächen für Kinder und ihre Eltern. Stadtteilpläne für Kinder sollten daher nicht nur Radwege-Netze, sondern auch Kinderwege-Netze beinhalten, um den unausweichlichen Erkundungsdrang der Kinder angesichts der Verkehrsgefahren zu entschärfen. “Sozialbrachen” – also bewusst schon während der Planung aus der Planung herausgehaltene Flächen, die sich im Laufe der Jahre während der Stadtentwicklung auch verändern können, sind ein weiteres offenes und Kreativität förderndes Angebot. Um es etwas pointiert zu formulieren: Innenhöfe, Vorgärten und öffentliche Grünflächen müssen von Dekorationsflächen und Kotablagerungsbereichen für Hunde zu Teilen eines vernetzten Spielbereichs für Kinder werden. Eltern wie Kinder brauchen eine in dieser Hinsicht sichere Umgebung, um sich stressfrei bewegen zu können.

Es muss möglich sein, dass Eltern angstfrei zu ihren Kindern sagen können: ”Lass mich jetzt mal in Ruhe – geh` nach draußen und spiel`”, oder dass Kinder abends heimkommen und sich als Ausdruck einer entspannten Spielsituation folgender Dialog frei nach Mark Twain zwischen Eltern und Kind entwickelt: ”Wo warst du?” ”Draußen”. ”Was hast du gemacht?” ”Nichts”.

Schutz vor Abgasen und Autoverkehr durch Verkehrsberuhigung als Standard von Wohnquartieren gehört dazu und lässt sich – wenn wirklich gewollt, wie Beispiele zeigen – auch sehr kostengünstig, effektiv und ansehnlich gestalten. Dabei ist es unbedingt notwendig, in die Kooperation mit Instanzen einzutreten, die Einfluss und Akzeptanz zur Durchsetzung (denken wir nur an die großen Automobilclubs) besitzen.

Zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zählen auch die kommerziellen Lebensbereiche (Läden, Supermärkte, Wohnungsgesellschaften, Vermieter usf.). Nischen privatisierter Eigeninteressen, die sich gegen Kinder richten, sind mit dem Ansatz sozialer Elternschaft nicht vereinbar. Starre Partikularinteressen sind in unserer modernen Gesellschaft auch kaum haltbar, wenn man bedenkt, wie vielfältig das Individuum trotz aller Eigenständigkeit mit der Gemeinschaft und ihren Angeboten verflochten ist.

Wettbewerb und Konkurrenz als viel beschworene Regularien des Marktes können in diesem Bereich zu erhöhter Mitarbeit für “Kinderverträglichkeit” motivieren. Mit Testsiegeln und Güteprädikaten werden die kinder- und familienfreundlichsten Läden und Einkaufsketten ausgezeichnet. Ein Auswahlkriterium könnte zum Beispiel sein, ob man zur Beseitigung der so genannten “Quengelware” an den Kassen bereit ist oder zu einer räumlichen Trennung der Angebote in” Lebens”mittel und ”Süßware”. Die Wettbewerber rekrutieren sich aus dem Alltag von Familien und ergeben eine beliebig verlängerbare Liste: Büchereien und Verwaltungen, Verkehrsbetriebe und Schwimmbäder, … .

Die Kinderverträglichkeits-Kampagne wird getragen von einer intensiven Proklamation sozialer Elternschaft (auch der Singles und Alten) durch Politik, Medien und Verbände. Auf diesem Wege kann auch der beschädigte Generationenvertrag reaktiviert werden und neuen Sinn erhalten. Junge und Alte haben die Chance, in der Erfahrung gegenseitiger Ergänzung zu leben, sich kennen zu lernen und in ihren Verschiedenartigkeiten zu respektieren.

Wenn Kinder und Jugendliche früh Aufgaben und Verantwortung in einem angemessenen Bezugsrahmen übernehmen (von der Familie bis hin zum Stadtteil) und an einem fair praktizierten Interessenausgleich (runde Tische) teilnehmen können, üben sie sich (und die Erwachsenen) in demokratischen Grundtugenden wie Kompromissfähigkeit und Toleranz. Hier liegt ein weites Betätigungsfeld für Kinder- und Jugendforen, die in ihren Auswirkungen wieder in die Familien hinein reichen und sie beeinflussen.

Die Idee personennaher Stadtteil- oder Gemeindearbeit findet sich auch wieder in dem Projekt Stadtteil-ManagerIn, das davon ausgeht, dass die so benannte Person, kompetent sowohl in Administration wie auch in bürgernaher Kommunikation, zugleich sozialpädagogisch wie kulturell und seelsorgerisch den Wohnbereich umsorgt und betreut. Der Volksmund hat für diese Bündelung fast unvereinbarer Fähigkeiten den Begriff der ”Eier legenden Wollmilchsau” geprägt, die Projektrealisierung bleibt trotzdem zu erhoffen und abzuwarten.

In Politik und Administration sollte die Einrichtung von Kinderbeauftragten und Kinderbüros als Maßnahme der Familien- und Sozialpolitik begriffen werden. Kinderbeauftragte können darüber hinaus auch als “Kulturbeauftragte” verstanden werden, wenn wir als einen Ausdruck von Kultur in einer Gesellschaft die gute Form des Miteinanderlebens aller Gruppen definieren.

Fazit

Im Lebenslauf-Modell bilden sich konkret die Umstände und Einflüsse, Hilfestellungen und Angebote ab, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verringerung von Stress, Überforderung und Hilflosigkeit von Eltern führen. Jeder dieser” Meilensteine am Lebensweg “ist ein Punkt auf der nach oben offenen” Unterstützungs-Skala für Eltern “- Mütter wie Väter, allein erziehend oder in welcher familiären Konstellation auch immer. Mit anderen Worten: Immer dann, wenn diese Meilensteine als flankierende Maßnahmen oder” Leitplanken “fehlen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern auf dem schwierigen Weg der Erziehung ihrer Kinder ins” Schleudern “geraten und sich wie die Kinder ins Unglück reißen.

Das so genannte” Misshandlungssyndrom “- ein irreführender, weil Ursachen und nicht Symptome beschreibender, dennoch benutzter Kinderschutzbegriff – benennt gut die um eine Familie herum existierenden und unter Umständen sich in Misshandlung und/oder Vernachlässigung von Kindern auswirkenden Faktoren. Dieser” violentogene Komplex “ist in seiner Gewalt erzeugenden Dynamik unbestritten und weitgehend bekannt. Die Familie wird von ihm quasi umringt, verliert den Blick und den Zugriff auf vorhandene Hilfsangebote und gerät immer mehr in Isolation, Depression und Gewalt. Es ist deshalb unerlässlich, den Ursachen familialer Gewalt mit einem Netz früher Hilfen und Entlastungsangeboten zu begegnen. Hervorragende Beispiele engagierter Unterstützung stehen oft noch vereinzelt und ohne ausreichenden Verbund in der sozialen Landschaft – Konkurrenz behindert gelegentlich immer wieder die Kooperation.

Um einen alten Satz des Kinderschutzes zu variieren:

  • Wer Kindern (und den Eltern) wirklich helfen will, darf nicht warten, bis das Problem entstanden ist, sondern muss ganz früh anfangen.
  • Wer Kindern wirklich helfen will, darf nicht um seine Besitzstände fürchten, sondern muss sich freudig in Kooperation mit anderen HelferInnen begeben können.
  • Wer Kindern wirklich helfen will, darf nicht darauf vertrauen, dass ihm die politischen Instanzen schon ausreichend Mittel und Gelegenheiten zur Verfügung stellen werden, sondern muss sich mit dieser Forderung auch konkret-persönlich engagieren, die Auseinandersetzung nicht scheuen und hartnäckig unbequeme Fragen stellen.

*) hier ist immer auch und nicht zuletzt das weibliche Geschlecht mitgedacht.

Autor

Dr. Klaus Neumann, Dipl.-Psych., Klinischer Psychologe und Supervisor, Gesprächspsychotherapeut GwG, Paar- und Familientherapeut

  • Von 1986 bis 2011 am Kinderschutz-Zentrum München tätig
  • Von 1998 bis 2000 Vorstand der BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren)
  • von 2000 bis 2014 im Landesvorstand des DKSB Bayern,
  • Mitglied des Leitbild-Ausschusses des DKSB 2003
  • seit 2004 Präsidiumsbeauftragter für Kindeswohl und Kinderrechte des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen + Psychologen (BDP).
  • Mitglied der Koordinierungsgruppe der National Coalition (NC) von 2004 bis 2010.
  • Seit 2002 in der Kommunalpolitik als gewähltes Mitglied des Bezirksausschusses 17 (Obergiesing-Fasangarten) der LH München.
  • Dort Kinder- und Jugendbeauftragter sowie Vorsitzender des UA Verkehr
  • Verheiratet, eine Tochter

Kontakt

Deisenhofener Str. 44
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Tel.: 089 69 63 06

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Erstellt am 26. Juli 2005, zuletzt geändert am 9. Mai 2014