Patchworkfamilien zwischen Glücksgefühlen und Alltagsrealität - Hilfen und Unterstützung für ein gelingendes Zusammenleben

Lieselotte Wilk, Isabella Knall, Renate Riedler-Singer und Martina Gschwandtner

Das Zusammenleben in Patchworkfamilien stellt neben vielen Glücksmomenten auch hohe Anforderungen an alle beteiligten Personen. Hoffnungen und Erwartungen bestehen bei Kindern und Erwachsenen genauso wie Ängste und Zweifel. Der Beitrag zeigt unterschiedliche Grundsätze auf, deren Beachtung und Umsetzung die Gemeinschaft und das Zusammenspiel in Stieffamilien erleichtern kann. Dabei wird auch auf Besonderheiten, wie zum Beispiel auf neu hinzukommende Stiefgeschwister und daraus entstehende Chancen und Probleme eingegangen. Die Neubesetzung der Elternrolle sowie unterschiedliche Besuchsregelungen erfordern viel Toleranz und Kraft von allen Familienmitgliedern.
Ziel ist es, als Stieffamilie zusammen zu wachsen und den Alltag mit allen Rechten und Pflichten gemeinsam meistern zu können.

Kinder, die in Stieffamilien aufwachsen, gehören meist zwei Familien an. Die primäre Stieffamilie ist jene, in der sie die meiste Zeit verbringen, in der sie mit jenem Elternteil zusammenleben, der die Obsorge für das Kind hat. Hier herrscht der Alltag des Kindes. Die Kinder verbringen aber auch meist einen (mehr oder weniger großen) Teil ihrer Zeit in der sekundären Stierfamilie.

Nun ist es interessant: Die Mitglieder einer Stieffamilie haben häufig unterschiedliche Ansichten darüber, wer eigentlich und in Wahrheit zu ihrer Familie gehört. Die erwachsenen Mitglieder der Primärfamilie zählen die Mitglieder der sekundären Stieffamilie des Kindes oft nicht zu ihrer eigentlichen engeren Familie. Kinder wiederum sind häufig in beide Familien mit ihren Regeln, Vorstellungen und Traditionen so eingebunden, dass sie meist alle Mitglieder beider Familien zu ihrer engeren Familie rechnen. Es ist allerdings auch möglich, dass Einzelne, mit denen man nicht so gut zurecht kommt, nicht als vollwertige Familienmitglieder akzeptiert, und daher auch nicht zur Familie gezählt werden.

Die solcherart unklare Abgrenzung der Familie nach außen und die Unsicherheit darüber, wer welcher Familie angehört, erschweren die Orientierung für Außenstehende. Aber auch die Zusammengehörigkeit und Exklusivität der Stieffamilie werden gefährdet.

Was haben nun Kinder im Idealfall davon, gleichzeitig mehreren Familien anzugehören?

Sie können jeweils verschiedene Familienregeln und Formen des Umgangs miteinander kennen lernen, die Fähigkeit entwickeln, sich an unterschiedliche Erziehungsstile anzupassen und flexibel auf Erwartungen zu reagieren.

Das Kind hat zwei Orte, an denen es sich “zu Hause” , sicher und geborgen fühlen kann. Für das Kind ist es hilfreich, wenn es auch beim außerhalb der Stieffamilie lebenden leiblichen Vater oder bei der Mutter einen eigenen Platz hat, vielleicht sogar ein eigenes Zimmer, jedenfalls Spielsachen, eine Spielecke oder einen eigenen Schreibtisch.

Ein Kind kann nicht nur zwei Familien, sondern kann auch zwei Mütter und zwei Väter haben, d.h. Kinder können unter günstigen Bedingungen mehrere Erwachsene als mütterliche und väterliche Bezugspersonen ansehen. Dies muss nicht heißen, dass alle Personen, die das Kind als Eltern betrachtet, die selbe Bedeutung im Sinne seelischer Nähe und Verbundenheit besitzen. Sie können aber wichtige Teilbereiche der elterlichen Aufgaben erfüllen.

Die spezifischen Erwartungen, die ein Kind bezüglich der Erfüllung elterlicher Aufgaben an die einzelnen Personen hat, werden nicht nur von seinem Alter, sondern auch von seinem Geschlecht, seiner bisherigen Familiengeschichte, der Verfügbarkeit der Eltern für das Kind und der spezifischen Lebenssituation der Familie mitbestimmt.

Auch Toleranz muss gelehrt und gelernt werden! Wie leicht oder wie schwer es dem Kind fällt, mehrere Erwachsene als Eltern zu akzeptieren, hängt auch davon ab, ob es fürchten muss, bestimmte Personen zu kränken, wenn es auch anderen Zuneigung entgegenbringt.

Was sind spezifische Probleme in solchen Situationen?

Es gibt keine allgemein gültigen Vorgaben dafür, wie unterschiedliche Eltern benannt werden sollen. Es ist letztlich dem Kind überlassen, ob es zum Stiefvater “Neuer Papa” sagt, ihn als “Vati” anspricht (im Gegensatz zum leiblichen Vater, der als “Papa” bezeichnet wird) oder ihn einfach mit seinem Vornamen anredet.

Mehrere Eltern zu haben bedeutet, dass von mehr als zwei Seiten an das Kind Erwartungen herangetragen werden. Meistens wird es versuchen, allen gerecht zu werden. Hier lauert freilich eine Gefahr: Wer allen gerecht werden möchte, droht zerrissen zu werden.

Mitunter wollen die verschiedenen Personen auch Widersprüchliches von ihrem Kind. Möglicherweise will der Stiefvater seinen Sohn zu einem durchsetzungsfähigen, energischen, zielstrebigen Erwachsenen erziehen, der leibliche Vater jedoch legt vorwiegend Wert auf die Ausbildung sozialer Fähigkeiten. Solche unterschiedlichen Ansprüche der Eltern führen oft zur Überforderung oder Verunsicherung des Kindes.

Aber natürlich kann das Spiel der Beziehungen in jede Richtung ausschlagen. Kinder benützen oft die Gelegenheit, die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen. Für Eltern ist es dann nicht immer einfach, verständnisvoll, klar und konsequent zu reagieren … und das, ohne den Partner abzuwerten. Typischerweise versucht das Kind, seine Wünsche mit der Begründung durchzusetzen, dass es beim Papa oder bei der Mama Bestimmtes immer dürfe, zum Beispiel bis zu einer bestimmten Zeit aufzubleiben.

Mehr als “nur” eine Mutter und “nur” einen Vater zu haben, stellt für Kinder auch eine einmalige Chance dar. Sie können den getrennt lebenden Vater/Mutter als wichtige Bezugs- und Kontaktperson behalten. Zusätzlich finden sie weitere Erwachsene vor, die möglicherweise Verständnis und Zeit investieren und sich zu weiteren wichtigen Menschen im Umkreis des Kindes entwickeln.

Das Kind hat die Möglichkeit, sich von mehreren Personen jeweils das zu holen, was diese im Besonderen geben können. So mag die neue Partnerin des nicht sorgeberechtigten Vaters die am besten informierte Gesprächspartnerin über derzeit aktuellste Musikgruppen sein, der leibliche Vater der Kompetenteste im Bereich neuer Computerspiele, der Stiefvater am besten in der Lage, bei der Reparatur der Rollerskates zu helfen, und die Mutter die aufmerksamste Zuhörerin, wenn es darum geht, den Schulfrust loszuwerden.

Grundsätze

Damit Ihr Kind aber diese Chancen nützen kann, muss eine Reihe von Vorbedingungen gegeben sein, deren Herstellung und Aufrechterhaltung nicht immer leicht ist:

…Eltern sollten sich dessen bewusst sein, dass sie für das Kind wichtig, wertvoll und einmalig sind, auch wenn daneben eine zweite mütterliche oder väterliche Bezugsperson existiert.

…Geben Sie dem Kind die Gewissheit, dass es für die Eltern akzeptabel ist, wenn es sie alle mag und deren positive Seiten schätzt. Vor allem: Das Kind muss auch die Freiheit besitzen, dies zeigen zu dürfen.

Das bedeutet: Körper und Seele sollten übereinstimmen! Wenn Sie nicht ehrlich sind, seien Sie sicher, Ihre Körpersprache verrät Sie! Das Kind wird es vielleicht nicht kommentieren, aber bemerken wahrscheinlich schon.

Ein Beispiel: Das Kind erhält zwar verbal die Erlaubnis, z.B. mit der neuen Partnerin des außerhalb lebenden Vaters Geburtstag zu feiern. Es muss aber aus Gesichtsausdruck und Körpersprache seiner Mutter ablesen, dass diese damit eigentlich nicht einverstanden ist … Wenn so etwas zur Regel wird, droht das Vorhandensein mehrerer Eltern eher zur Belastung zu werden statt eine Bereicherung zu sein.

Fortbestehende Konflikte

Ein weiteres Problem: Der Konflikt zwischen Vater und Mutter dauert an; wie das läuft, kennt jeder. Da wird gestritten, oder man redet in den häuslichen vier Wänden schlecht über den jeweils anderen.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, einen anderen Menschen schlecht zu machen und sein Ansehen in der Familie und in den Augen der eigenen Kinder herunterzumachen – eine ganz besonders perfide Art ist es, das Kind mit den (vermeintlichen oder wahren) schlechten Eigenschaften des getrennten Vaters (oder der Mutter) gleichzusetzen: “Mit dir hat reden keinen Sinn, du gerätst ganz deinem Vater nach!” Eltern abzuwerten bedeutet immer, dem Kind das unbefangene Aufrechterhalten einer Beziehung zu verwehren und häufig, das Kind einem belastenden Loyalitätskonflikt auszusetzen.

Soll das Kind seine Chancen nützen können, ist es nötig, dass die Beziehung des Kindes zu jedem einzelnen Elternteil als dessen Privatsphäre geachtet wird. Wird das Kind nach jedem Besuch bei seinem leiblichen Vater von seiner Mutter ausgefragt, erlebt das Kind dies vermutlich weniger als Anteilnahme, sondern eher als Kontrolle seiner Beziehung. In jeder Beziehung gibt es gute und schlechte Zeiten. Damit konstruktiv und verantwortlich umzugehen, ist aber Sache beider Beziehungspartner.

Ein glückliches Familienleben fällt nicht in den Schoß – es wird bedeuten, auf bestimmte eigene Ansprüche gegenüber dem Kind zu verzichten und die eigene Elternrolle zu begrenzen. Vielleicht aber fällt Ihnen dies leichter, wenn Sie sich vor Augen halten, dass es im Interesse des Kindes geschieht, und dass Sie damit Ihrem Kind Möglichkeiten eröffnen, die viele andere Kinder nicht haben.

Grundsätze

Ein Kind kann in zwei Familien, mit zwei Müttern und Vätern glücklich leben, wenn

…es sich von den Eltern das holen kann, was ihm diese im Besonderen geben können.

…es ihm gelingt, sich an die unterschiedlichen Familienregeln anzupassen und auf die jeweiligen Erwartungen zu reagieren.

…es durch die unterschiedlichen Erwartungen nicht überfordert und verunsichert wird.

…alle Eltern einander ein Mindestmaß an Wertschätzung und gegenseitiger Akzeptanz entgegenbringen und dem Kind das ehrlich gemeinte Einverständnis geben zu können, einander zu mögen, ohne dabei zu verschweigen, dass man nicht immer einer Meinung sein muss.

…es gelingt, die Verantwortung für das betroffene Kind aufzuteilen, und sich alle darüber einigen können, in welcher Form dies geschieht.

…sich die Erwachsenen klar machen, dass ein Kind durchaus in der Lage ist, mehrere Erwachsene als Eltern anzusehen.

Die Dramaturgie der Besuche – der leibliche Elternteil bleibt Elternteil

Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind etwas Exklusives und Einzigartiges, sie “bestehen einfach” , sind nicht aufkündbar. Durch die Trennung muss sich die Beziehung zwischen den leiblichen Eltern und zum Kind der neuen Situation anpassen.

Bei der Trennung ändern sich in der Regel Wohnumgebung, finanzieller Rahmen der Familie, Freundeskreis und Verwandtschaftsbeziehungen. Ein Kind verliert also einen Elternteil insofern, als der normale Alltag mit gemeinsam verbrachter Zeit und Verantwortung beider Eltern aufgelöst wird. Die gewohnte Zuverlässigkeit, Sicherheit und Geborgenheit können unter diesen Bedingungen leiden.

Nach der Trennung kommt es aber durchaus auch vor, dass sich die Beziehung zwischen Kind und außerhalb der Familie lebender/m Mutter/Vater verschlechtert. Man trifft sich seltener oder die Verbindung bricht überhaupt ab.

Mögliche Ursachen dafür können Unsicherheiten der Erwachsenen im Umgang mit dieser neuen Situation oder im Umgang mit dem Kind sein, Konflikte zwischen den leiblichen Eltern, mangelndes Vertrauen des sorgeberechtigten Elternteils in die gute Elternschaft der jeweils anderen, zweiten leiblichen Elternteile, räumliche Entfernungen, neue Interessen und Freundschaften oder die Neugründung einer Familie, die die “alten” Kontakte nicht fördert. Unter Umständen stört die Beziehung des Kindes zum außerhalb lebenden Elternteil den “Stief” ; er/sie will vielleicht, dass das Kind die Besuche einstellt.

Es kann aber andererseits auch sein, dass die Spannungen zwischen den leiblichen Eltern durch Scheidung und/oder durch die Stieffamiliengründung abgenommen haben, und dadurch die Beziehung zwischen außerhalb lebenden Vätern/Müttern und ihrem Kind wieder freier wird.

Auch wenn das Kind Stiefmutter oder -vater dazu bekommt, bleibt der außerhalb der Familie lebende leibliche Elternteil eine wichtige Bezugsperson. Die leiblichen Eltern können zwar kaum ersetzt werden, eher ergänzt, und zwar besonders in jenen Bereichen, die die leiblichen Eltern entweder kaum oder nicht ausfüllen können. So wird der Stiefelternteil einen Teil der Alltagsaufgaben übernehmen, da er ja überwiegend in der Familie des Kindes präsent ist.

Besucht das Kind seine/n außerhalb lebende Mutter/Vater, so wird sich diese/r meist bemühen, die gemeinsame Zeit möglichst attraktiv zu gestalten. Es finden besondere Aktivitäten und Unternehmungen statt. Alltägliche Betreuungs- und Versorgungsaufgaben bleiben meistens eher der Mutter überlassen, die auch das Sorgerecht und somit die Sorgepflicht übernommen hat.

Solche Besuche finden oft – im buchstäblichen, aber auch im übertragenen Sinn, an Sonntagen statt – was oft zu Verstimmung bei leiblichen Müttern oder Vätern führt, die das Gefühl haben, der/die andere sucht sich die “Betreuungs-Rosinen” aus dem Kuchen der gemeinsamen Elternschaft.

Wollen leibliche Eltern aber Aufgaben und Verantwortung übernehmen, können ihnen dies die Stiefeltern nicht “wegnehmen” , ohne dass es zu massiven Problemen führt. Zudem kann es sein, dass sich auswärts lebende Eltern der Verantwortung dem Kind gegenüber wieder verstärkt bewusst werden. Die Sorge vor Entfremdung verstärkt möglicherweise dann die Anstrengungen um das Kind.
Wenn der Kontakt zu leiblichen Elternteil abgebrochen wird…

Wenn aber der Aufwand oder die Schwierigkeiten, das Kind zu sehen, zu groß werden, kann es dazu führen, dass Mutter oder Vater sich zurückziehen. Stiefeltern beeinflussen diese Situation ihrerseits durch besondere Bemühungen um die Zuneigung des Kindes. Dadurch gerät das Kind nicht selten in einen Loyalitätskonflikt. Die Lösung dieses Konfliktes für das Kind ist nur dann möglich, wenn die Situation von allen beteiligten Erwachsenen erkannt wird.

Es kommt auch vor, dass außerhalb lebende Eltern den Kontakt zum Kind schon sehr bald nach der Trennung abgebrochen haben, dass sie quasi “verschwunden” sind, keinerlei elterliche Aufgaben erfüllen und das Kind sie kaum kennt.

Stiefeltern können dann Vater/Mutter im alltäglichen Leben weitgehend ersetzen, dennoch werden die leiblichen Eltern nie völlig bedeutungslos. Spätestens in der Pubertät, wenn das Kind auf die Suche nach seiner Identität geht, wird es sich mit ihnen als Personen und damit, wie weit sie ihre Elternrolle erfüllt haben, auseinander setzen (siehe beispielsweise “Jenseits von Eden” von John Steinbeck = Muttersuche, oder den Parsival-Mythos = Vatersuche).

Dies kann mit dazu beitragen, dass sich Jugendliche altersmäßig zu früh von der Familie ablösen (durch beispielsweise Rückzug aus der Familie oder frühzeitig intime Freundschaften oder gar Auszug aus der Wohnung) oder dass sie möglicherweise zu ihrer bisher getrennt lebenden Mutter/Vater ziehen wollen.

Die Ausgrenzung leiblicher Eltern als die Familie störendes Element bedeutet für das Kind beinahe immer einen Verlust. Dies geschieht nicht im Interesse des Kindes, sondern ist Resultat unbewältigter Konflikte zwischen den Erwachsenen.

Grundsätze

Leibliche Elternschaft ist unaufkündbar, auch wenn “neue” Eltern hinzukommen:

…Meist nehmen die Zahl und Häufigkeit der Kontakte zwischen den außerhalb der Familie lebenden leiblichen Eltern und den Kindern mit länger dauernder Trennung ab. Es ist aber wichtig, dass auch nach der Stieffamiliengründung die Kontakte zu den außerhalb lebenden Eltern nicht abgebrochen werden.

…Außerhalb der Stieffamilie lebende leibliche Eltern übernehmen Alltagsaufgaben wie etwa Betreuung oder Versorgung der Kinder seltener. Vielmehr finden besondere Aktivitäten und Unternehmungen statt. Genauso, wie sich leibliche, getrennt lebende Väter oder Mütter bemühen sollten, nicht zum reinen “Freizeitvater” zu werden, der das Kind ausschließlich verwöhnt, sollte sich auch die primäre Stieffamilie darüber im Klaren sein, dass die gemeinsam verbrachte Zeit für diese beiden etwas Besonderes ist.

…Die völlige Abwesenheit ihrer getrennt lebenden leiblichen Eltern im Leben des Kindes bedeutet immer einen Verlust. Spätestens in der Pubertät wird sich das Kind bei der Suche nach der eigenen Identität mit der fehlenden Person (und deren Erfüllung oder Nichterfüllung der Elternrolle) auseinander setzen. Es ist Aufgabe der Eltern, solche Informationen zur Verfügung zu stellen.

Meine, deine, unsere… Neue Geschwister treten hinzu

Oft erhält ein Kind durch Stieffamiliengründung nicht nur neue Eltern, sondern auch neue Geschwister (Stiefgeschwister). Jetzt braucht Ihr Kind vor allem,

  • dass es über seine Ängste und Befürchtungen offen sprechen kann,
  • dass diese von den Erwachsenen ernst genommen werden,
  • und dass der jeweilige Vater/die Mutter dem Kind zeigt: Ich hab dich lieb wie eh und je!

Anfangs wird ein neuer Bruder oder eine neue Schwester eher distanziert, wie ein neuer Mitschüler oder Konkurrent, betrachtet.

Für Ihr Kind kann sich durch die Stieffamiliengründung die Position in der Geschwisterreihe ebenso verändern wie seine Geschlechterposition. War es zum Beispiel bisher das älteste Kind, kann es jetzt zum jüngeren werden, war es das einzige Mädchen, kann nun auf einmal ein zweites Mädchen in der Familie sein.

Die Rollen auf der Geschwisterebene müssen also neu verteilt werden, was für Ihr Kind die Aufgabe von Privilegien ebenso wie die Übernahme neuer Verantwortlichkeiten zur Folge haben kann. Besonders schwerwiegend werden die Veränderungen von Ihrem Kind dann erlebt werden, wenn es bisher das einzige Kind in der Familie war.

Treten neue Kinder durch die Stieffamiliengründung hinzu, so bedeutet dies für Kinder in vieler Hinsicht immer ein Teilen-Müssen: ein Teilen von Raum, Zeit und Zuwendung der Eltern, häufig aber auch von persönlichen Dingen wie z.B. Spielzeug oder Sportartikeln. Nur wenn solche Veränderungen ausführlich besprochen wurden und mit Zustimmung Ihres Kindes erfolgen, wird es in der Lage sein, solche Maßnahmen ohne Kriegserklärung zu akzeptieren.

Viele Fallstricke und Gruben lauern auf dem Weg zu einem guten familiären Verständnis. Bringt etwa Vater/Mutter dem Stiefkind Aufmerksamkeit und Zuneigung entgegen, kann dies zu ausgeprägter Eifersucht des leiblichen Kindes führen, da dieses Angst hat, die bedingungslose elterliche Liebe zu verlieren.

Nicht selten haben Väter/Mütter, die nicht mit ihren Kindern vorwiegend zusammenleben, das Bedürfnis, es den Kindern, wenn sie bei ihnen sind, möglichst schön zu machen. Gefahr! Behandelt man die leiblichen Kinder bei solchen Besuchen bevorzugt, trägt dies unweigerlich Streit in die Beziehung zwischen leiblichen und Stiefkindern.

Neben diesen Schwierigkeiten, die das Hinzutreten neuer Geschwister für Ihr Kind bringt, ergeben sich aber auch neue Chancen: Ihr Kind erhält neue, gleichrangige Gefährten, mit denen es vieles gemeinsam unternehmen kann. Die neuen Geschwister können füreinander nicht nur Spielgefährten und Freizeitkameraden sein, sie können auch zu Vertrauenspersonen werden, mit denen man die eigenen Schwierigkeiten bespricht. Sind mehrere Kinder in einer Familie vorhanden, gelingt es ihnen zudem leichter, gemeinsam ihre Kinderinteressen und Wünsche gegenüber den Erwachsenen durchzusetzen.

Wenn beide Partner Kinder in die neue Familie einbringen, sind beide Partner zugleich Eltern und Stiefeltern. Ist jedem seine Rolle für das leibliche Kind meist klar, so muss diese bei dem Kind des neuen Partners erst gefunden werden.

Wird in Ihre Stieffamilie zusätzlich ein gemeinsames leibliches Kind geboren (Halbgeschwister), so bekommt das bereits in der Familie lebende Kind ein Sonderproblem: Es muss ein “Nesthäkchen” akzeptieren, das vermeintlich von den Eltern bevorzugt geliebt wird.

Die “alteingesessenen” Kinder müssen nun immer wieder aus dem Mund der Eltern hören, dass sie durch die Geburt ihres Halbgeschwisters für ihre Eltern nicht weniger wichtig geworden sind und nicht weniger geliebt werden. Nur dann wird es diesen möglich sein, das neue Geschwister willkommen zu heißen, es zu akzeptieren und zu mögen. Voraussetzung für eine positive Entwicklung der Geschwisterbeziehung aber wird es sein, dass das neue Kind nicht entgegen den verbalen Beteuerungen der Eltern in der Praxis dann doch bevorzugt und anders behandelt wird als die übrigen Kinder. Wobei man den Eltern ja zugesteht, dass die Beziehung zu einem leiblichen Kind intensiver erlebt werden kann als zu einem Stiefkind. Aber: Nichts da! Die Kinder gestehen da nichts zu! Sie wachen mit unbarmherzigen Argusaugen über jede Andeutung einer Einschränkung ihrer eingesessenen Herrschaftsrechte.

Die Vielfalt der möglichen Geschwisterbeziehungen in einer Stieffamilie schafft also eine Reihe von Problemen, beinhaltet aber auch eine Reihe von Chancen. Letztere werden aber nur dann zum Tragen kommen, wenn jedes Kind erleben kann, dass es (mindestens) genauso wichtig und wertvoll ist wie seine Geschwister.

Grundsätze

Die neuen Geschwisterbeziehungen in Stieffamilien können dann gelingen, wenn

…das Kind über seine Ängste, die durch das Hinzukommen neuer Geschwister ausgelöst werden, reden kann. Neue Geschwister machen es notwendig, Zeit, Raum und die Zuwendung der Eltern zu teilen, wodurch Kinder sich leicht benachteiligt fühlen.

…das Kind erlebt, dass seine neuen Geschwister Freunde, Spielgefährten und Freizeitkameraden sein können. Gemeinsam haben sie die Chance, sich gegenüber den Erwachsenen durchzusetzen.

…das Kind die Erfahrung macht, dass alle Kinder in der Familie gleich wichtig sind und keines von ihnen bevorzugt wird. Gerade, weil die Beziehung zum eigenen, leiblichen Kind meist ein besonderes Band sein wird, ist Fairness von größter Bedeutung.

…für die Kinder, die ständig in der Familie leben, die selben Regeln gelten wie für jene, die in diese Familie zu “Besuch” kommen.

Rechte und Pflichten im Alltag

Beim Eingehen einer neuen Partnerschaft stehen für leibliche Eltern nicht nur die eigenen Interessen im Vordergrund, sondern gleichermaßen jene des Kindes. Es ist wichtig, dass sich der “Stief” mit dem Kind gut versteht, dass sich die beiden mögen und einander akzeptieren.

Ein Partner mit Kind bedeutet, dass die Beziehung als Paar nicht völlig unbeschwert begonnen werden kann: Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme und Verzicht werden verstärkt gefordert. Das Vorhandensein eines Kindes kann je nach Situation bereichernd sein, manchmal steht ein Kind aber auch sehr im Weg, wenn es etwa um Intimität geht, um gemeinsame Zeit füreinander.

Die leiblichen Eltern stehen dabei nicht selten zwischen den Personen, die ihnen sehr wichtig sind: Einerseits fordert der neue Partner mit vollem Recht gemeinsame Zeit, um Partnerschaft zu leben, andererseits muss dadurch Zeit für das Kind reduziert werden.

Sie und Ihr neuer Partner wollen und müssen Ihre Familie gemeinsam gestalten und regeln: Alltag, Freizeit, Pflichtenverteilung sowie die Finanzen. Welche Aufgaben übernimmt wer? Welche werden gemeinsam in Angriff genommen?

Dabei treffen verschiedene Gewohnheiten, Vorstellungen und Lebensweisen zusammen. Für den einen sind gewisse Dinge selbstverständlich, die für den anderen ungewohnt sind. Jeder Partner erlebt Bereiche, die er anders machen würde. Es ist nicht immer leicht, alte Gewohnheiten abzulegen. Dies gilt auch für Aufteilung der alltäglichen Haushaltsdinge. Sie und Ihr Partner haben möglicherweise unterschiedliche Vorstellungen gerade in diesem “banalen” , aber notwendigen Bereich des Zusammenlebens. Für den einen sind beispielsweise ausgeprägte Sauberkeit und Ordnung selbstverständlich, der andere wiederum findet dies übertrieben – wegen solcher banaler Fragen hat es schon Morde gegeben; es reicht aber auch, wenn wegen der Wichtigkeit, die jemand dem häuslichen Staub zuerkennt, Ehen, und damit Familien auseinander krachen.

Sicherlich bringen die einzelnen Familienmitglieder auch unterschiedliche Interessen, Vorlieben und Hobbys ein. Nehmen Sie es als Gewinn und als Chance, Gemeinsamkeiten zu entdecken oder Neues zu erfahren. Wenn Sie aber durchaus mit dem Hobby Ihres Partners nichts anzufangen wissen, lassen Sie ihm/ihr trotzdem seine/ihre Freude. Diese Aufgaben stellen sich freilich bei jeder Familiengründung. Aber durch das längere Zusammenleben eines Elternteils mit einem Kind (oder mit mehreren) haben sich Gewohnheiten und Familienregeln bereits herausgebildet und gefestigt, die nun neu ausverhandelt werden müssen.

Das größte Problem: Erziehung der Stiefkinder

Bei keinem anderen Thema gibt es derart viele Stolpersteine für den häuslichen Frieden wie in der Frage der Erziehung! Disziplinierung und Umgang mit dem Kind sind neuralgische Punkte, deren Rolle im jeweils eigenen Fall man besser gründlich abklärt und bespricht, bevor es zum Super-Gau kommt.

Nicht immer wird der neue Partner die Erzieherrolle in dem Ausmaß übernehmen wollen, wie es sich der leibliche Elternteil wünscht.

Umgekehrt ist es denkbar, dass der neue Partner Erzieher sein möchte, jedoch damit auf Ablehnung stößt.

Auch wenn Vater/Mutter die Mitwirkung des neuen Partners an der Erziehung zwar begrüßt, zugleich aber dessen diesbezügliche Entscheidungen in Frage stellt, kann es zu Problemen kommen.

In summa: Die neuen Partner müssen klären, inwieweit der/die “Stief” überhaupt erzieherisch mitwirken kann und soll. Die gemeinsame Erziehung des Kindes wird logischerweise erleichtert, wenn die neuen Partner grundsätzlich ähnliche Erziehungsvorstellungen haben.

Ist dies nicht der Fall, wird vor allem der/die “Stief” die Erziehungsvorstellungen an jene des leiblichen Elternteils angleichen müssen, da dieser bisher für die Erziehung des Kindes zuständig war und meistens auch weiterhin vorwiegend dafür verantwortlich ist.

Es wird die Aufgabe von Vater oder Mutter sein, den “familienfremden” neuen Partner behutsam, aber bestimmt in die Familie einzuführen, damit er in dieser überhaupt Platz und Bedeutung bekommt und nicht immer Außenseiter oder Gast bleibt.

Grundsätze

Eine neue Familie, in die ein Partner bereits ein Kind mitbringt, wird sich positiv entwickeln, wenn

…bei der Partnerwahl neben den eigenen Interessen auch jene des Kindes bedeutsam sind und der “Stief” seinen Partner und dessen Kind gemeinsam annimmt.

…es den Partnern gelingt, für sich als Paar Zeit zu finden, und sie in ihrer Familie auch alleine sein können.

…die Partner ihre unterschiedlichen Gewohnheiten und Vorstellungen nicht von vornherein abwerten, sondern sich bemühen, aufeinander zuzugehen und Kompromisse zu finden.

…die individuellen Hobbys jedes Familienmitgliedes akzeptiert werden und die Interessen aller aufeinander abgestimmt und gleichberechtigt berücksichtigt werden.

…Vater/Mutter die Elternrolle vom neuen Partner nicht ohne weiteres einfordert. Dieser muss auch bereit sein, die damit verbundenen Verpflichtungen zu übernehmen.

…es den neuen Partnern gelingt, unterschiedliche Vorstellungen über Disziplinierung, Erziehung und Umgang mit dem Kind aufeinander abzustimmen, aber die Letztverantwortung den leiblichen Eltern als Obsorgeberechtigte zu überlassen.

Eine Elternrolle wird neu besetzt

Für das Kind bedeutet Ihre Entscheidung, eine neue Partnerschaft einzugehen, das Einfügen eines neuen Erwachsenen in die gewohnte Familie. Hatte das Kind Mutter oder Vater emotional bis zu diesem Zeitpunkt vorwiegend für sich alleine, so muss es die – meistens – geliebte Person von nun an mit jemandem – für das Kind noch unbekannten – teilen. Und gerade das ist für manches Kind schwer zu akzeptieren. Es entstehen Ängste, Vater oder Mutter zu verlieren, und auch Eifersucht auf den neuen Partner, da dieser Ansprüche auf Vater/Mutter erhebt. Das Kind erlebt den “Stief” unter Umständen als Eindringling, der Gewohntes und Geliebtes in Frage stellt. Je länger das Kind mit Mutter/Vater alleine zusammen gelebt hat, umso größer wird in der Regel der Widerstand des Kindes dem “Stief” gegenüber sein.

Es ist nötig, dass Kinder die Gelegenheit bekommen, die neuen Stiefeltern zu betrachten, zu “beschnuppern” und kennen zu lernen. Die Entwicklung einer Beziehung braucht Zeit, sie kann nicht vorschnell erzwungen werden. Wenn das Kind den “Stief” als Freund annehmen kann, wird der Start in die neue Familie erleichtert. Nicht immer wird das von Anfang an gelingen, doch bedeutet dies keineswegs, dass die Familie gescheitert ist. Es ist ja verständlich, dass ein Kind, das bereits Verluste und Enttäuschungen erlebt hat, neuen Personen gegenüber vorsichtig ist.

Dazu kommt: Ihr Kind ist an Ihr Verhalten und an Ihre Erziehungsrichtlinien gewöhnt. Es weiß genau, wer was von ihm erwartet, was es bei wem machen darf und was nicht. Plötzlich aber ist Erlaubtes bei dem neuen erwachsenen Familienmitglied nicht mehr toleriert, oder aber es dürfen Dinge gemacht werden, die bisher verboten waren. Dies führt zu schwerer Verunsicherung. Versucht der “Stief” , seine Erziehung durchzusetzen, ohne Rücksicht auf die Besonderheiten des Kindes zu nehmen, wird es schwierig. Es wird Streit und Kämpfe geben, die die ganze neue Familie erschüttern können. Selbst eine von Beginn an gute Beziehung bedeutet nicht automatisch, dass das Kind dem neuen Partner die Rolle des Erziehers zubilligt. Bei älteren Kindern wird die Erziehung größere Probleme schaffen als bei jüngeren. Nicht zuletzt, weil diese auf Grund des Alters sehr genau wissen, dass Stiefeltern rechtlich betrachtet nichts zu fordern, zu erzwingen, zu verbieten haben.

Bis zu fünf Jahre dauert es in der Regel, bis sich eine stabile Beziehung zwischen Kind und “Stief” aufgebaut hat, sagen die Wissenschaftler – mit Abweichungen natürlich: Es kann auch rascher oder langsamer gehen.
Rollen von Stiefeltern

Die Rolle, die das Kind dem “Stief” zuschreibt, kann sehr unterschiedlich sein. Es kann in ihm vorwiegend einen guten Freund und Gesprächspartner sehen, oder einen Spiel- und Freizeitkameraden. Er kann aber auch für das Kind in erster Linie nur der Partner von Vater/Mutter, bei distanzierter eigener Beziehung sein.

Stiefmutterfamilien haben es meist ein wenig schwerer. Dies hat mehrere Gründe: Die Erwartungen an eine Mutter sind nach wie vor umfassender als an einen Vater. Stiefmütter erleben häufig mehr Druck als Stiefväter, ihre Rolle perfekt zu erfüllen, ihre Kinder spontan zu lieben und ihnen eine “Supermutter” zu sein. Aber die emotionale Bindung der Kinder zu ihrer leiblichen Mutter bleibt häufig sehr eng – das führt dazu, dass Kinder, wenn sie ihre Stiefmutter lieben und akzeptieren, in einen ausgeprägten Loyalitätskonflikt geraten. Daraus ergibt sich folgender Kreislauf: Noch größeres Bemühen der Stiefmutter provoziert Ablehnung durch das Kind. Das enttäuscht die Stiefmutter und vermittelt ihr das Gefühl, keine gute Mutter zu sein, was wiederum dazu führt, dass sie sich noch intensiver um das Kind bemüht. Vorurteile in unserer Gesellschaft verstärken diesen Kreislauf.

Ein kleiner Rat: Versuchen Sie als Stiefmutter nicht, die leibliche Mutter zu ersetzen, und lassen Sie sich nicht in den Kreislauf der Erwartungen an Sie hineinziehen. Auch in Ihrer eigenen Rolle können Sie dem Kind Zuneigung und Geduld schenken.

Gelingt es Kind und Stiefeltern durch gegenseitige Akzeptanz und langsame Annäherung, im Laufe der Zeit eine gefühlsmäßige Verbundenheit, eine gute Beziehung sowie Vertrauen zu entwickeln, so ist für das Kind der Weg offen, den/die “Stief” als weitere Elternperson anzusehen und allenfalls “stiefelterliche” Entscheidungen zu akzeptieren.

Grundsätze

Ein Kind kann dann eine zusätzliche Elternperson akzeptieren, wenn

…die Beziehung Zeit zum Wachsen hatte.

…das Kind als eigenständiges Wesen angenommen wird und seine Interessen als wichtig akzeptiert werden.

…sich alle Familienmitglieder dessen bewusst sind, dass der Aufbau der Beziehung zwischen “Stief” und Kind mehrere Jahre benötigen kann.

…sich der “Stief” nicht als Mutter oder Vater dem Kind nähert, sondern als Partner der leiblichen Eltern und Freund des Kindes.

…der “Stief” bereit ist, seine eigenen Vorstellungen erst nach und nach einzubringen. Erst wenn eine Beziehung aufgebaut wurde, ist das Kind bereit, einen neuen Erzieher zu akzeptieren.

…das Kind mitsprechen kann, welche Rolle der “Stief” ihm gegenüber einnehmen soll.
 

Quelle

Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen (Hrsg.) (2001): Die Patchwork-Familie, oder Der Die Das Stief … Ein Ratgeber für Familien und solche, die es noch werden wollen. Wien: Selbstverlag, S. 67-75
 

Weitere Informationen

Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen
Abteilung V/7
Franz Josefs-Kai 51
A – 1010 Wien

Tel.: 01/71100-3330
 

Erstellt am 18. Dezember 2001, zuletzt geändert am 18. März 2010