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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Wie gesund sind unsere Kinder und Jugendlichen?

Edgar Friederichs     Edgar Friederichs



Aktuelle Situationsbeschreibung

Die Kindheit und Jugendzeit ist nach klassischer Lehrmeinung die Phase bester Gesundheit: aber - die Praxen der Kinder- und Jugendpsychiater und der Therapeuten sind übervoll. Trinken, Rauchen, Drogen, mangelhafte Bildung, auffällige Ernährungsgewohnheiten, mangelnde körperliche Ertüchtigung, erhöhter Fernsehkonsum, Gewaltvideos und -spiele, Konsum etc. Die Annahme bester Gesundheit war solange gültig, bis wir wussten, dass die strukturellen Veränderungen in unserer Gesellschaft und die veränderten Rahmenbedingungen sich offensichtlich auf die Entwicklung unserer Kinder und Jugend deutlicher auswirken als wir bisher dachten.

a) Körperliche Probleme

Wir beobachten einen erschreckenden Anstieg des Diabetes (Zuckerkrankheit) Typ II schon bei Jugendlichen (weniger Bewegung, mangelhafte Ernährung) und eine Zunahme der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das höhere Risiko für Diabetes Typ II ist bedingt durch die Zunahme der Übergewichtigen. Neueste Langzeituntersuchungen sehen einen möglichen Zusammenhang zwischen frühzeitigem Fernsehkonsum und der Entwicklung von Gesundheitsrisiken (Fettleibigkeit, Herz-Kreislauferkrankungen) im Erwachsenalter (Lit. 16, 18, 21, 22). Wir beobachten eine Zunahme von Haltungsschäden , eine Zunahme an Lese-Rechtschreibproblemen, Verhaltensproblemen, Mobbing und Gewalt in unseren Schulen. Wir wissen noch nicht, wie sich der zunehmende Gebrauch der Mobiltelefone langfristig auf die allgemeine und gesundheitliche Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen auswirkt.

b) Psychische Probleme

In einem 1998 erhobenen Überblick des Robert-Koch-Institutes lag die Häufigkeit psychischer Störungen bei 32,1% (12). Nach den Daten des Robert-Koch-Institutes sind insgesamt 15,6 Millionen Bundesbürger der Altersgruppe 18 - 65 Jahre in irgendeiner Form betroffen. Hierunter fallen Angststörungen mit 14,5%, affektive (überwiegend depressive) Störungen mit 14,5% und körperbezogene Störungen mit 11%. Frauen sind deutlich häufiger betroffen, bei Männern manifestieren sich psychische Störungen häufiger als Suchterkrankungen. Für Kinder und Jugendliche hat die Erhebung eines Kinder- und Jugendüberblicks ab 2002 begonnen und es ist wichtig, die Ergebnisse aufmerksam auszuwerten, zu analysieren und zu reagieren.

Viele - insbesondere die Politik - wiegen sich in einer fälschlichen Sicherheit, dass mit der Bewältigung organischer Erkrankungen (akute Infektionen etc.) unsere Kinder und Jugendlichen "gesünder" seien. Wie bewältigungsfähig (resilient) sie für die Zukunft sind, ist angesichts der Datenlage eine wichtige Fragestellung.

Angesichts der Tatsache, dass eine Änderung der genetischen Ausstattung praktisch ausgeschlossen und eine Zunahme hirnorganischer Schädigungen höchst unwahrscheinlich ist, werden zurzeit andere Erklärungsansätze für das sprunghafte Ansteigen bestimmter Entwicklungsstörungen diskutiert, z B. die Änderung der psychosozialen Entwicklungsbedingungen oder etwa der Trend, Erziehungsfragen zu Krankheiten umzudeuten (23). In den USA widmet man sich diesem Thema unter dem Begriff "Resilienz" (Bewältigungsfähigkeit) schon seit einigen Jahren (25).


Neuere Daten bei Kindern

2003 zeigten Schuleingangsuntersuchungen aus München, dass nur 30% der einzuschulenden Kinder einen Purzelbaum im ersten Anlauf schafften. Eine Studie mit 1500 Grundschulkindern aus 33 Schulen in München (2002) zeigte, dass nur 25% der Münchener Schüler 1996 die Ausdauerleistungen von 1976 erreichten. Im Ergebnis haben viele Probleme beim Laufen, Klettern, Werfen, Springen. Aus den Münchener Schuleingangsuntersuchungen geht hervor, dass 20% der Kinder Übergewicht haben, 60% haben Haltungsschäden. 44% der 4.-Klässler klagen über gelegentliche, 8% über ständige Rückenschmerzen, 40% haben Koordinationsschwächen. Während 1991 noch 2,1 % der Schüler Verhaltensauffälligkeiten zeigten waren es im Jahr 2000 schon 11,3 %.

Daten aus verschiedenen Schuleingangsuntersuchungen in den letzten Jahren zeigen in einem hohen Prozentsatz (bis zu 25%) auffällige (d.h. schulrelevante) Befunde (3, 4, 5, 6, 7). U. a. sind dies fein- oder grobmotorische Koordinationsstörungen, motorische Unruhe, (visuelle und auditive) Wahrnehmungsstörungen, Sprachstörungen und Verhaltensauffälligkeiten. Studien, die einen Zusammenhang von Konzentrationsproblemen im Schulalter und Fernsehkonsum im Vorschulalter zeigen, tauchen auf (16, 17, 21, 22).

Demgegenüber stehen immer noch die deutlich niedrigeren Zahlen aus den Vorsorgeuntersuchungen U8/U9 (2), speziell in den Bereichen Seh-, Entwicklungs- und Sprachstörungen (unter 1%). Die Häufigkeit auffälliger Befunde bei den Vorsorgeuntersuchungen hat danach insgesamt in den letzten Jahren drastisch abgenommen (1, 2).

Wir sehen eine Zunahme der Unfälle, eine erhöhte Infekt- und Allergieanfälligkeit bei Kleinkindern. 25% haben bereits als Kinder Herz-Kreislaufschwächen und damit ein erhöhtes Infarktrisiko. Fernsehen erhöht das Risiko für Fettstoffwechselstörungen und Konzentrationsprobleme im Schulalltag (21, 22).

Schaut man sich die Entwicklungsdaten unter dem Aspekt des Sozialgefälles an, so ist das Risiko von Fettleibigkeit um den Faktor 3, von emotional/sozialen Störungen um den Faktor 5, von psychomotorischen Störungen um den Faktor 6 und von Lernstörungen um den Faktor 15 erhöht, wenn ein Kind aus der untersten Sozialschicht kommt - verglichen mit einem Kind der obersten Sozialschicht (26).

Mangel an epidemiologischen Daten

Bisher fehlen in Deutschland aussagekräftige Daten zur Häufigkeit und Verteilung psychischer Erkrankungen bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Es fehlen auch Daten zum Essverhalten, zum Fernsehkonsum und Zusammenhänge mit der weiteren physischen und psychischen Entwicklung. Die "super size me"-Generation rollt auf uns zu. Die Daten der Bildungsstudien (PISA, OECD u. a.) haben zumindest Bewegung in die politische Landschaft gebracht.


Aktuelle WHO-Daten bei Jugendlichen

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte, dass deutsche Jugendliche "Europameister" beim Rauchen sind, außerdem trinken unsere Jugendlichen viel Alkohol, treiben wenig Sport und werden immer dicker. Schlack spricht von Häufigkeiten bis 20% von fehlernährten Kindern und Jugendlichen (23). Jeder 4. Junge und mehr als jedes vierte Mädchen in Deutschland greifen täglich zur Zigarette. (Frankreich, Niederlande 19%, Dänemark 15%). In Deutschland kiffen danach 18% regelmäßig Haschisch oder Marihuana.

Bei Alkohol liegen deutsche Jugendliche hinter Briten, Niederländern und Dänen im oberen Drittel, 15 % der 13-jährigen, 46 % der 15-jährigen geben wöchentlichen Alkoholkonsum an. Alkopops sind Hits, "Komatrinken", Alkoholvergiftungen haben nach neuesten Statistiken innerhalb von 2 Jahren um 26% zugenommen, trotz erhöhter Steuern. Insbesondere sind es immer Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten, die sich mit Zigaretten und Alkohol ruinieren. Über 15% der Jugendlichen sind nach dieser Studie übergewichtig, dieser Anteil ist europaweit gleich. Elf- bis 13-jährige Kinder sind einen Tag pro Woche weniger körperlich aktiv als amerikanische Kinder.


Bildung

Deutschland gehört danach zu den vier Ländern mit besonders hohen Mobbingraten unter Jugendlichen, jeder dritte elf- bis 15-jährige war im vergangenen Jahr in eine Schlägerei verwickelt, aktiv oder passiv als Opfer. Die Nachrichten über Gewalt an Schulen sind nicht zufällig, Einen Grund für das aggressive Verhalten sieht Hurrelmann in unserem Schulsystem, das wenig Erfolgserlebnisse zulasse. Zigaretten rauchen sei ein Indiz für "geringe Lebenszufriedenheit, negative gesundheitliche Selbsteinschätzung und geringen Schulerfolg".

Wie sieht es mit der Bildung aus? 10% aller Jugendlichen verlassen die Schule in Deutschland heute ohne Abschluss, 2/3 sind männlich, ein großer Teil dieser Jugendlichen ist arbeitslos. VW als einer der größten Arbeitgeber in Deutschland stellt zurzeit 200 Azubis pro Jahr ein, nur 10% sind Hauptschüler, viele Betriebe bilden gar nicht mehr aus; für Bürojobs braucht man heute mindestens den Realschulabschluss. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes hängt direkt mit den Ausgaben für Bildung und Forschung zusammen. Ein Bildungsmangel erzeugt Folgekosten: Wer die Schule ohne Abschluss verlässt, wird für die Öffentlichkeit teurer, eine Milchmädchenrechnung. PISA und die OECD-Studie spiegeln die Unterschiede zu anderen Ländern wieder, dahingehend, dass die Missstände in Deutschland vergleichsweise größer sind, ohne dass wir bisher genaue Ursachen wissen.

Unser Bildungssystem krankt daran, dass die Investitionen schlecht verteilt sind: Gymnasiasten, Studenten bekommen vergleichsweise viel Unterstützung, Kleinkinder in Kindergärten und Grundschüler wenig. Wir leisten uns als einziges Land Erzieherinnen ohne akademische Ausbildung; Kindergärten bräuchten aber Geld, um ihrem Bildungsauftrag gerecht zu werden, Grundschulen müssten modernisiert werden. Die neuesten Daten der OECD geben schlechte Noten für das deutsche Schulsystem im Vergleich zu anderen Ländern. Das Schulsystem sei starr, die Lehrerschaft überaltert, es hapere an Didaktik und Pädagogik bei sonst fachlich guter Ausbildung.


Wann beginnen die Probleme?

Zentrale Regulationsstörungen (u. a. Schreien, Schlafen, Essen, Temperatur, Immunsystem) haben im Säuglings- und Kleinkindalter einen deutlich höheren Stellenwert bekommen (14). Kinder mit zentralen (u. a. visuellen und auditiven) Verarbeitungsstörungen sowie mit sekundären Verhaltensproblemen im Kleinkind- und Schulalter stellen neue Herausforderungen dar. Zunehmende Probleme im Schulalltag geben Hinweise auf mögliche Entwicklungsstörungen.

Ebenfalls zeigen Zahlen über den Verlauf sehr unreifer Frühgeborener einen signifikant hohen Anstieg von Lern- und Leistungsstörungen. Die Eltern dieser Kinder berichten nach diesen Untersuchungen mehr als doppelt so häufig von Verhaltensproblemen wie die Eltern von sog. Norm- und Kontrollkindern (17). Die Profilanalyse zeigt nach diesen Erhebungen besonders häufig Aufmerksamkeitsstörungen, Probleme im Sozialverhalten und schizoide Verhaltensweisen. Neuere Forschungsergebnisse diskutieren einen möglichen Zusammenhang frühzeitiger zentraler Regulationsprobleme und einer hohen Wahrscheinlichkeit ein "Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom" (ADS) zu entwickeln (19).


Resilienz - ein neues (altes) Thema

Die entwicklungspädiatrische Beurteilung der emotionalen Entwicklung bis zum Schulalter setzt das Verstehen der Abläufe im Gehirn voraus. Dabei bestimmt die Entstehung des Bindungsverhaltens das eigene Selbstwertgefühl, die spätere Fähigkeit zur sozialen Einordnung und Behauptung eine sichere Bindungsfähigkeit zu bestehenden und neuen Bezugspersonen. Gefährdungen müssen frühzeitig erkannt werden, um frühzeitige Hilfe anbieten zu können. Bedingungen, die das sprunghafte Ansteigen von Entwicklungsstörungen fördern können sind
  1. Mangelhafte Kindheitserfahrung der Eltern
  2. Sozialer Stress (z.B. Armut)
  3. Verlust sinnvoller Familientraditionen und familiärer Netzwerke
  4. inadäquates und inaktivierendes Reizangebot (Medien, Spielmaterial)
  5. elterliche Bequemlichkeit, materielle Ersatzbefriedigung (23).
Ein neues Wort geistert herum: "Resilienz", im Deutschen würde man von Bewältigungsfähigkeit sprechen. Was ist Resilienz? Resilient zu sein heißt einen Entwicklungsprozess zu durchlaufen, der trotz hoher Risiken zu einem guten Ausgang führt. Weiterhin verbindet man mit Resilienz die Fähigkeit, unter Stress angemessen zu handeln und die Fähigkeit, sich von Verletzungen und Widrigkeiten zu erholen (25). Resilient zu werden ist also eine primäre Präventionsaufgabe.

Die Ergebnisse vieler Studien zeigen, dass ein Leben oberhalb der Armutsgrenze, keine Lernbehinderung, ein unbeschwertes Temperament sowie kompetente und greifbare Eltern gute Voraussetzungen für eine resiliente Entwicklung sind (25). Faktoren, die in diesem Zusammenhang die Resilienz stärken sind
  • gute (Aus-) Bildungs-Chancen
  • Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft
  • höheres Intelligenzniveau
  • die Fähigkeit, Probleme zu lösen
  • Eigeninitiative
  • gutes Selbstwertgefühl sowie
  • ein Sinn für Humor.
Die stärksten Faktoren für die Resilienz eines Kindes sind somit ein unbeschwertes Temperament, dauerhafte familiäre Beziehungen, kompetente Bezugspersonen u. a. auch in der Schule, die Entwicklung von Selbstachtung und ein Gefühl emotionaler Sicherheit.

Kompetenz auf akademischem, gesellschaftlichem und beruflichem Gebiet, Zuversicht oder eine positiv eingestellte Identität, Verbindungen oder gesunde Beziehungen, Charakter oder positive Werte, Integrität und Maßstäbe sowie Fürsorge und Mitgefühl (Empathie) gelten als die wichtigste Eigenschaften, die es zu erwerben gilt, um resilient zu werden (25).


Was steht dem zurzeit entgegen?

Viele Jugendprojekte werden mit dem Rotstift gestrichen. Die Zusammenarbeit zwischen Drogenhilfe und Jugendhilfe hat weite Lücken. Vor der Arztpraxis enden oft die Angebote. Jugendliche befinden sich in einem medizinischen - leider nicht nur medizinischen - Niemandsland mangels Angeboten an Zuständigkeiten. Gesundheitserziehung und Gesundheiterhaltung, vorbeugen, beraten sind weiterhin nicht klassische Bestandteile der Ausbildung der Kinder- und Jugendärzte.


Gibt es Warnsymptome, die auf eine mangelnde Resilienzentwicklung hindeuten?

Wenn wir im Alter von 1 - 3 Jahren eine auffällige Angstsymptomatik gegenüber Erwachsenen und/oder Kindern, Tieren oder Situationen beobachten, ein geringes Mimikverhalten, eine nicht altersgemäße Bindung an Bindungspersonen sowie erkennen, dass transitorische Objekte noch wichtig sind, dann können dies erste Warnzeichen sein. Ausgeprägt lange Tagträume, Rückzug in eine eigene Spiel-Erlebnis-Welt, ein geringes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl verbunden mit Essstörungen, und Schlafstörungen oder exzessives Schreien ("Schreibabys") sind bekannte Risikofaktoren. Kaum eigenes Spielen oder Anklammern an die Mutter sowie Regulationsstörungen können ebenfalls hinweisend sein.

Im Alter von 4 - 6 Jahren können depressiv/aggressives Verhalten, wenig Mimik, leichte Stimmungslabilität, introvertiertes Verhalten mit aggressiven Tendenzen, geringe motorische Aktivität, Essstörungen sowie Einschlaf-/Durchschlafstörungen mit Albträumen im Vordergrund stehen.


Zusammenfassung

Stress und Entwicklungsrisiken belasten unsere Kinder immer mehr. Nicht so sehr körperliche Erkrankungen werden die Kinder- und Jugendärzte in der Zukunft in Deutschland und Europa weiter beschäftigen sondern viel mehr die Konsequenzen des gesellschaftlichen Wandels (9, 11, 12, 13, 20). Es zeichnet sich ab, dass Prävention von Entwicklungsstörungen einen zunehmenden Stellenwert bekommen muss, wenn wir Langzeitrisiken wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Lern- und Verhaltensproblemen u. ä. gezielt vorbeugen wollen. Wir sind in der Regel dahingehend ausgebildet, nur auf Symptome hin zu reagieren, aber weniger darauf, Symptomatik präventiv zu verhindern. Nicht so sehr auf die Symptome zu reagieren als schon frühzeitig Risikofaktoren erkennen und steuernd hinzuweisen sind Aufgabenbereiche, die zunehmende Anforderungen an Vorsorgebereiche stellen.

Die offensichtliche Abnahme der Resilienz im weitesten Sinne unserer Kinder und Jugendlichen lässt andere Aufgaben der primären Prävention in den Vordergrund treten. Insgesamt wird unter diesem Aspekt die Allgemeinpädiatrie in der Zukunft einen niedrigeren Stellenwert bekommen. Wir benötigen Zentren mit Subspezialisierungen, die u. a. sowohl fachliche als auch familienorientierte kommunikative Kompetenz besitzen. In diesem Konzept ist die Familie mündiger Partner. Versorgungsangebote für Kinder mit Entwicklungsproblemen, die die familiäre Situation mit einbeziehen können, werden deswegen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Eine ambulante Pädiatrie hat mehr denn je die Aufgabe, sich mit Fragen der Prävention - seien es Verhaltensstörung, Gewalt, Schulprobleme, familiäre Probleme, Drogenabhängigkeit, Ernährungsanalysen etc. - zu beschäftigen (10, 11, 13, 24).


Literatur

1) Hohmann, A.: Früherkennung kindlicher Sehstörungen, Stand und Perspektiven, Köln, 1987

2) Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung: Gesundheit von Kindern, Epidemiologische Grundlagen, Band 3 , Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.), 1998

3) Altenhofen, L.: Das Programm zur Krankheitsfrüherkennung bei Kindern: Inanspruchnahme und Datenlage in: Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung: Gesundheit von Kindern, Epidemiologische Grundlagen, Band 3 , Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.), 1998, 24-33

4) Bode, H. u. Sproll-Fenner, G: Prävalenz von Entwicklungs- und Verhaltensstörungen bei der schulärztlichen Untersuchung, Pädiatrische Praxis 53, 589-595

5) Roland, W.: et al.: Die Jugendgesundheitsberatung (J1) in Stuttgart: Ergebnisse aus 12 Kinderarztpraxen Januar 1995 - Oktober 1996, der kinderarzt 28 (3) 1997, 271-278

6) Richter, J.: Psychosoziale Auffälligkeiten im Vorschulalter, der kinderarzt 27(11), 1996,1320-1327

7) Mersmann, H.: Gesundheit von Schulanfängern - Auswirkungen sozialer Benachteiligungen in Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung: Gesundheit von Kindern, Epidemiologische Grundlagen, Band 3 , Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.), 1998, 60-78

8) Hurrelmann,K.: Bielefelder Erklärung zur Kinder- und Jugendpolitik. pädiat. prax. 53, 681- 686, 1997/98

9) Lindlbauer-Eisennach, U. Der Kinder- und Jugendarzt vor neuen Aufgaben. Kinderärztliche Praxis 2001(3) 178-180

10) Hoyer, P.F.: Zukunftsperspektiven der Pädiatrie. Kinderärztliche Praxis 2001(3) 192-195

11) Robert-Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 2001(13)

12) Largo, R.: Weiterbildung in Entwicklungspädiatrie. Kinderärztliche Praxis 2001(5) 316-317

13) Regulationsstörungen der frühen Kindheit: Erfolge der Münchener Sprechstunde für Schreibabys seit 10 Jahren. Pädiatrische Nachrichten 02/2002-03-28

14) Riebsam-Simon, E.: Eckpunkte einer großen Gesundheitsreform. Deutsches Ärzteblatt 99(5), 2002, A267-A270

15) Myrtek, M., Scharff, Ch.: Fernsehen, Schule und Verhalten, Verlag Hans Huber 1997

16) Wolke, D., Schulze, J., Meyer, R.: Entwicklungslangzeitfolgen bei ehemaligen sehr unreifen Frühgeborenen. Bayerische Entwicklungsstudie Monatsschrift Kinderheilkunde 149 (1) 2001, S. 53 - S. 62

17) Ennemoser, M., Schiffer, K., Schneider, W.: Die Rolle des Fernsehkonsums bei der Entwicklung von Lesekompetenzen. In N. Groeben & B. Hurrelmann (Hrsg.), Lesekompetenz Strukturen, Dimensionen, Funktionen, Juventa, Weinheim 2001

18) Kolip. P., Nordlohne, E., Hurrelmann, K.: Der Jugendgesundheitssurvey 1993 in: Kolip, P-, Hurrelmann, K. u. Schnabel, P.-E. (Hrsg.) Jugend und Gesundheit. Interventionsfelder und Präventionsbereiche. Weinheim, Iuventa 1994

19) Wolke, D., Rizzo, P., Woods, S. Persistent Infant Crying and Hyperactivity Problems in middle Childhood. Pediatrics 109(6) 1054-1060, 2003

20) Borchert, J.: Das "Gleichgewicht des Ganzen": Zur Notwendigkeit einer familienpolitischen Strukturreform. der kinderarzt 26(9), 1113-1122, 1995

21) Hancox, R.J., Milne, B.J., Poulton, R.: Association between child and adolescent television viewing and adult health: a longitudinal birth cohort study. The Lancet 364, 257-262, 2004

22) Christakis D.A. et al: Early televison exposure and subsequent attentional problems in children. Pediatrics 113(4)708-713, 2004

23) Schlack, H.- G. Sozialpädiatrie 2. Auflage; 2000

24) Friederichs, E.: Entwicklungspädiatrie vom Säugling bis zum Jugendlichen - Notwendigkeit effizienterer Präventionsleistungen im Hinblick auf Lern- und Leistungsprobleme. Nervenheilkunde 9, 462-466, 2003

25) Brooks R., Goldstein S.: Raising Resilient Children Contemporary Bools, Chikago, 2003


Autor

Priv.-Doz. Dr. med. Dipl. Phys. E. Friederichs

Leitung eines eigenen Forschungsprojektes der DFG an der Kinderklinik in Heidelberg, verbunden mit Habilitation. Lehrauftrag an der Universität Heidelberg
Tätigkeit im klinischen Forschungsbereich eines pharmazeutischen Unternehmens
Leitung einer privaten Kinder- und Jugendklinik zurzeit in eigener Familien- und entwicklungspädiatrischer Einrichtung
Schwerpunkte: verhaltenstherapeutische Methoden insbesondere videogestützte Analyse von Verhaltensmustern zur Erfassung der non-verbalen Kommunikation
Objektive messtechnische Erfassung von zentralen (visuellen/auditiven) Verarbeitungsstörungen im Gehirn und den Zusammenhang mit Lern- und Leistungsproblemen.
Vorsitzender des "Forum für Jugendmedizin e.V."


Adresse

Schwerpunktpraxis für Entwicklung und Lernen
PD Dr. med. Edgar Friederichs
Heinrichsdamm 6, 96047 Bamberg
Tel.: 0951-2972991
Fax: 0951-2972993


E-Mail: info@entwicklung-staerken.de


Internet: http://www.entwicklung-staerken.de




Letzte Änderung: 25.06.2008 16:25:46Zum Seitenanfang