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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Familienpolitik in Niederösterreich

Peter Pitzinger     Dr. Peter Pitzinger

Die Entwicklung der letzten 10 Jahre in der Familienpolitik des Landes Niederösterreich war geprägt von den Impulsen, die vom Internationalen Jahr der Familie 1994 ausgingen. Die „Grundsatzerklärung zur Familienpolitik“, die der NÖ Landtag 1994 verabschiedet hat, ermöglichen Impulse in der kommunalen Familienpolitik, u. a. durch die Einsetzung von ehrenamtlichen „Gemeinde-Familienreferenten“ und die Gründung der NÖ Elternschule als abteilungsübergreifendes Projekt des Landes Niederösterreich. Zusätzlich wird auch die Aktion Tagesmütter und die NÖ Familienhilfe großzügig ausgebaut.

Der gesellschaftliche Wandel, der insbesondere durch die gesellschaftliche und berufliche Gleichstellung der Frauen begründet wurde, hat auch die Lebensform „Familie“ erreicht. Obwohl in allen Umfragen ein glückliches Familienleben und Kinder zu den wertvollsten Zielen auch der Jugendlichen zählen, ist in der Realität die hohe Scheidungsrate und der Rückgang der Geburten zur Kenntnis zu nehmen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung auch auf die Familienförderung in Niederösterreich sind u. a. in vermehrten Bemühungen für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch in Angeboten wie dem NÖ Partnerschaftstraining zu bemerken.

Erfolgsstory NÖ Familienpass

 Logo nö familienland Als Service- und Kommunikationsinstrument wurde der NÖ Familienpass stark ausgebaut. Zu Beginn des Jahres 1995 waren 44.183 Familien Inhaber des NÖ Familienpasses, der 1995 erstmals in Form einer Scheckkarte ausgestellt wurde. Anfang 2005 wurde die Zahl der Inhaber mit 120.000 Familien fast verdreifacht. Die ungebrochene Attraktivität des Familienpasses liegt einerseits im ständigen Ausbau der Vorteile mit derzeit rund 1.500 Vorteilsgebern aus allen Branchen. Die NÖ Familienstudie 2001 hat gezeigt, dass besonders die Angebote und Anregungen für die gemeinsame Freizeitgestaltung (Ausflugsziele, Gaststätten, Familienfeste) von den Familien stark genutzt werden. Andererseits wurden auch die mit dem Familienpass verbundenen Versicherungsleistungen ausgebaut bzw. neue Leistungen eingeführt. Dabei ist besonders die Spitalstaggeldversicherung bei der Begleitung eines Kindes im Krankenhaus hervorzuheben sowie die Unfallversicherung für alle Kinder, die im Jahr 1999 eingeführt wurde. Die Versicherungsleistungen werden gewährt, wenn der jährliche Kostenbeitrag in der Höhe von 8,72 Euro eingezahlt wird.

Anfang 2000 ist der Familienpass eine Kooperation mit der ÖBB eingegangen, die ÖBB Vorteilscard Familie ist für Inhaber des Familienpasses um 10,90 Euro (statt 18,10 Euro Normalpreis) erhältlich.

Inhaber des Familienpasses erhalten sechs mal jährlich das Magazin „Meine family / NÖ Familienjournal“ und einmal im Jahr einen Vorteilskatalog mit einer Auflistung aller Vorteilsgeber. Ein wichtiges Instrument zur Kommunikation ist auch die Internetseite www.familienpass.at, über die im Jahr 2004 schon die Hälfte aller Neuanträge elektronisch eingegangen ist. Die Internetseite bietet auch einige besondere Leistungen, etwa eine Ortssuche mit Landkarte für Vorteilsgeberabfragen oder einen kostenlosen Versand eines „Niederösterreich“-Handylogos. Antragsformulare für den Familienpass sind auch in den Gemeinden und auf den Bezirkshauptmannschaften erhältlich.

Die NÖ Familienhilfe als Sicherung der Wahlfreiheit

Die NÖ Familienhilfe, 1989 eingeführt, ist eine der Kernleistungen des Familienlandes Nummer eins. Bis zur Einführung des Kinderbetreuungsgeldes im Jahre 2002 wurde durch die NÖ Familienhilfe jenen Müttern und Vätern ein „Karenzersatzgeld“ geboten, die kein Karenzgeld des Bundes beziehen konnten, also nicht berufstätigen Müttern, sowie Bäuerinnen und Gewerbetreibenden, die nur eine Leistung in der Höhe des halben Karenzgeldes bezogen. Mit dem Kinderbetreuungsgeldgesetz des Bundes beziehen nun alle Mütter (bzw. Väter) ein Kinderbetreuungsgeld in der Höhe von monatlich 436 Euro. Die NÖ Familienhilfe war und ist einkommensabhängig. Dabei wird nicht eine starre Einkommensgrenze für alle Familien herangezogen, sondern das Einkommen individuell als „gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen“ berechnet, d.h. es wird die Familiengröße und das Alter der Kinder berücksichtigt. Diese familiengerechte Berechnungsmethode wird auch für andere Einkommensgrenzen verwendet, z.B. bei der Familienurlaubsaktion oder bei allen Förderungen im Bereich der Kinderbetreuung in Niederösterreich.

Die Höhe der NÖ Familienhilfe hat sich im Beobachtungszeitraum mehrmals verbessert, 1995 betrug die Familienhilfe maximal 254,35 Euro (3.500 Schilling), 2005 beträgt die Maximalförderung ebenso wie das Kinderbetreuungsgeld 436 Euro monatlich. Auch die Einkommensgrenzen wurden mehrmals angehoben, zuletzt im Jahr 2003. Der Auszahlungszeitraum der NÖ Familienhilfe war ursprünglich von der Geburt bis zum dritten Geburtstag des Kindes. Derzeit wird die Familienhilfe vom Ende des Bezuges des Kinderbetreuungsgeldes bis zum Kindergarteneintritt ausbezahlt (maximal bis zum 42. Lebensmonat). Für diese Förderung sind 2005 im Budget 8 Millionen Euro vorgesehen (1995 waren es 6,9 Millionen).
Die NÖ Familienhilfe ist ein Element der Wahlfreiheit im Konzept der Familienförderung im Land Niederösterreich. Neben der Unterstützung jener Eltern, die einige Zeit bewusst der Kindererziehung und Familienarbeit widmen wollen stellt das Land durch ein sehr dichtes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen und Förderungen der Kinderbetreuung auch den berufstätigen Eltern Hilfen zur Verfügung, um Familie und Erwerbsleben optimal vereinbaren zu können. Die Kinderbetreuung soll dabei nicht nur bedarfsgerecht, sondern auch kindgerecht sein.

Kinderbetreuung in Niederösterreich – der Bedarf ist gedeckt

Im Großen und Ganzen kann Niederösterreich Vollversorgung bei der Kinderbetreuung anbieten. Das bestätigte eine vom Institut für Familienforschung im Jahr 2000 durchgeführte Studie. Demnach liegt die Auslastungsrate der Kindergärten bei durchschnittlich 76 Prozent. Bei den dreijährigen Kindern beträgt die Zahl der im Kindergarten angemeldeten 76 Prozent, bei den Vierjährigen 100 Prozent und bei den Fünfjährigen 97 Prozent des jeweiligen Geburtsjahrganges.

Insgesamt 40.329 Kinder besuchten im Jahr 2000 die niederösterreichischen Kindergärten (1.042 an der Zahl mit 2.075 Gruppen), das waren 500 Kinder weniger als ein Jahr zuvor. Unter dreijährige Kinder gibt es knapp 45.000, die eine Betreuung in Anspruch nehmen könnten. Die Praxis zeigt allerdings, dass hier der Bedarf nicht so groß ist. So werden für die unter Einjährigen fast keine, für die Ein- bis Zweijährigen ein Prozent und für die Zwei- bis Dreijährigen 10 Prozent der Betreuungsmöglichkeiten in Anspruch genommen. Auch die kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung im Kindergarten wird wenig in Anspruch genommen, hier sind die Tagesmütter beliebter.

Thema von Kontroversen war und ist die Frage des Bedarfs an weiteren Kinderbetreuungseinrichtungen. Neben der oben zitierten Studie des Instituts für Familienforschung stellen in der Familienstudie 2002 die Eltern von Vorschulkindern dem Land ein gutes Zeugnis aus: 90% sind mit dem Angebot zufrieden. Im Mikrozensus 2002 (Statistik Austria) wird erhoben, dass nur 10.000 Kinder, die noch in keiner Betreuungseinrichtung sind, in Niederösterreich einen Bedarf haben. Davon 3.000 Kinder unter 6 Jahren und 6.000 Schulkinder. Die Untersuchung erhob den Bedarf für Kinder bis 14 Jahre.

Die Kommission „bedarfsgerechte externe Kinderbetreuung“ wurde aufgrund eines gemeinsamen Beschlusses von Bund und Ländern vom 6. November 2003 eingerichtet. Ziel der Kommission war es, bis Sommer 2004 einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten, in dem gezielt und bedarfsgerecht auf neue Betreuungssituationen, regionale Gegebenheiten und Flexibilität in der Arbeitszeit eingegangen wird und auf Basis der Best-Practice-Modelle neue Möglichkeiten in der Kinderbetreuung aufgezeigt werden. Der Kommission gehörten Vertreter und Vertreterinnen des Bundes, der Bundesländer, des Städte- und Gemeindebundes, der Sozialpartner und der Familienorganisationen an. Mittels einer neuen Methode der Bedarfsberechnung kam die Kommission auf einen Mehrbedarf für Niederösterreich in der Höhe von 1.521 Plätzen für Kinder bis zum Ende des Volksschulalters, davon 708 Plätze für bis zu zweijährige und 623 Plätze für Volksschulkinder. Das Land hat mit dem Aktionsteam Nachmittagsbetreuung für die Schaffung von neuen Plätzen an Volksschulen und der Kinderbetreuungs-Hotline für die individuelle Beratung von speziellen Bedürfnissen reagiert.

Von 1997 bis 2000 stellte der Bund im Rahmen der „Kinderbetreuungsmilliarde“ zweimal dem Land etwa 7 Mio Euro für den Ausbau und die Schaffung von Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung, die aus Landesmitteln verdoppelt werden. In Niederösterreich wurden damit rund 7.000 neue Betreuungsplätze geschaffen. Die administrative Abwicklung erfolgte über das NÖ Familienreferat.

Ein wichtiges Angebot sind die Landeskindergärten, die am Vormittag kostenlos sind und für die am Nachmittag ein sozial gestaffelter Kostenbeitrag von höchstens 72 Euro zu bezahlen ist. Kindergärten sind für Kinder von 3 bis 6 Jahren, derzeit werden rund 43.000 Kinder in über 1.080 Kindergärten betreut. Niederösterreich ist das einzige Bundesland, in dem die Eltern aufgrund des Kindergartengesetzes die Möglichkeit haben, die Öffnungszeiten der Kindergärten selbst zu bestimmen! Der § 23 Absatz 5 des NÖ Kindergartengesetzes bestimmt: wenn Bedarf für mindestens drei Kinder zu Beginn des Kindergartenjahres besteht, muss der Kindergartenerhalter (die Gemeinde) nach 13.00 Uhr eine Erziehungs- und Betreuungszeit einrichten.

In über 120 Kindergärten laufen Versuche mit alterserweiterten Gruppen, d.h. es werden einerseits Volksschulkinder aufgenommen, andererseits Kinder ab zweieinhalb Jahren.

Rund um die Novellierung des NÖ Kindergartengesetzes gab es 1996 heftige Diskussionen. Familienorganisationen äußern sich ablehnend bezüglich der Einführung eines Kostenbeitrages. Die Schaffung von Kleinkindergruppen für Kinder ab zwei Jahren lehnen namhafte Entwicklungspsychologen und Pädagogen ab. Die Trennungsangst in diesem Alter sei noch zu groß. Seitens des Landes wird auf die Alternativangebote „Aktion Tagesmütter“ und die NÖ Familienhilfe als finanzielle Unterstützung für Eltern, die selbst bei ihren Kindern unter drei Jahren bleiben wollen, hingewiesen.

Im Zuge der Beantwortung eines Resolutionsantrages des NÖ Landtages wird 1996 auch eine Arbeitsgruppe zur Diskussion eines „Kinderbetreuungsschecks" eingerichtet. Dabei werden die Vor- und Nachteile einer solchen familienpolitischen Maßnahme sowie die organisatorischen und finanziellen Auswirkungen diskutiert. Am 27. Juni 1996 beschließt der NÖ Landtag schließlich die Novelle zum Kindergartengesetz und ein neues Kinderbetreuungsgesetz. Ab Herbst 1996 ist damit die Betreuung im Kindergarten am Nachmittag kostenpflichtig. Im Kinderbetreuungsgesetz werden unter anderem die Förderungen für Tagesmütter, Tagesbetreuungseinrichtungen und Horte geregelt. Eltern erhalten je nach gewichtetem Pro-Kopf-Einkommen einen Zuschuss zu den Betreuungskosten, die Trägerorganisationen und Vereine erhalten einen Zuschuss zu den Personalkosten. 2005 sieht das Budget dafür rund 11 Millionen Euro vor.

Tagesbetreuungseinrichtungen sind für Kinder von 0 bis 15 Jahren. In 122 Einrichtungen werden rund 2.120 Kinder betreut. Tagesbetreuungseinrichtungen sind vor allem (elternverwaltete) Kindergruppen und Kinderkrippen.

Nach dem NÖ Kinderbetreuungsgesetz 1996 werden Zuschüsse einerseits an die Eltern bezahlt (bis zu 291 Euro bei Ganztagesbetreuung, gestaffelt nach dem gewichteten Pro-Kopf-Einkommen) und an die Träger Zuschüsse für die Personalkosten (zwischen 25,50 Euro und 73 Euro pro Kind und Monat). Die Zuschüsse an die Träger werden von den Gemeinden verdoppelt, Voraussetzung ist ein bestehender Bedarf.

1996 wird eine Studie des Instituts für Familienforschung zum Thema „Teilzeitbetreuung von Kindern in Österreich“ präsentiert. Diese ergibt, dass NÖ bei der Versorgung mit Tageseltern mit 2.600 betreuten Kindern und 1.050 Tageseltern im Bundesvergleich klar an der Spitze liegt. 30 Prozent aller österreichischen Tageseltern und 40 Prozent aller betreuten Kinder befinden sich demnach in NÖ.

Von den betreuten Kindern sind 35 Prozent jünger als drei Jahre, 45 Prozent im Kindergartenalter, 20 Prozent im Pflichtschulalter. Nur ganz wenige Tageseltern sind Männer. Für die Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren durch freiberufliche Tagesmütter spricht laut Studie neben dem pädagogischen vor allem das Kosten-Argument: Die Tagesmutter kommt mit etwa 1,80 Euro je Kind und Stunde im Verhältnis zum Kindergarten oder gar zur Kinderkrippe mit 5,80 Euro pro Stunde und Kind wesentlich günstiger.

Tagesmütter sind für Kinder von 0 bis 15 Jahren geeignet. 1.500 Tagesmütter betreuen rund 5.500 Kinder. Nach dem NÖ Kinderbetreuungsgesetz 1996 werden Zuschüsse einerseits an die Eltern bezahlt (bis zu 330 Euro bei Ganztagesbetreuung, gestaffelt nach dem gewichteten Pro-Kopf-Einkommen) und an die Träger Zuschüsse für die Personalkosten (zwischen 25,50 Euro und 51 Euro pro Kind und Monat). Die Zuschüsse an die Träger werden von den Gemeinden verdoppelt, Voraussetzung ist ein bestehender Bedarf. Seit 2001 unterstützt das Land auch die Sozialversicherungskosten für Tagesmütter.

Horte sind für Schulkinder von 6 bis 15 Jahren. In 196 Horten werden rund 6.500 Kinder betreut. Nach dem NÖ Kinderbetreuungsgesetz 1996 werden Zuschüsse einerseits an die Eltern bezahlt (bis zu 145,50 Euro bei 80 Stunden im Monat, gestaffelt nach dem gewichteten Pro-Kopf-Einkommen) und an die Träger Zuschüsse für die Personalkosten (25,50 Euro pro Kind und Monat). Die Zuschüsse an die Träger werden von den Gemeinden verdoppelt, Voraussetzung ist ein bestehender Bedarf.

Mobile Mamis sind Tagesmütter, die Kinder von 0 bis 15 Jahren bei den Familien zu Hause betreuen (besonders geeignet für kleine Kinder und bei mehreren Kindern), die Mitnahme der eigenen Kinder ist möglich. Derzeit sind rund 50 Mobile Mamis im Einsatz, ein weiterer Ausbau ist geplant. Die Kosten für die Eltern betragen zwischen 3 und 6 Euro pro Stunde, die Förderung des Landes bis zu 1,82 Euro (max. 330 Euro im Monat).

Der Zuschuss zu den Kindergartentransportkosten für Elterngemeinschaften oder Gemeinden, die die Kinder zum Kindergarten befördern, ist gerade im ländlichen Bereich eine wichtige Förderung. Der Zuschuss beträgt für PKWs 0,218 Euro pro Kilometer und für Autobusse 0,541 Euro pro Kilometer, bei Gemeinden wird die Finanzkraftquote berücksichtigt. Für rund 1.500 Anträge im Jahr werden 1,5 Mio Euro aufgewendet.

Mit Jänner 2004 startete das Aktionsteam Nachmittagsbetreuung, ein Beraterteam, das Gemeinden und Schuldirektoren zur Verfügung steht. Dazu wurde auch eine neue Förderung eingeführt, die je Gemeinde bis zu 10.000 Euro in Form von Personalkosten für Erzieher an ganztätigen Schulformen für neue Betreuungseinrichtungen zur Verfügung stellt. Für das Schuljahr 2004/2005 konnten in 13 Volks- und Sonderschulen neue Angebote der schulischen Nachmittagsbetreuung eingeführt werden. Das Aktionsteam ist unter der Hotline Tel. 02742/9005-1-9005 erreichbar.

Ebenfalls im Jahr 2004 wurde die Oma/Opa Börse des Landes Niederösterreich ins Leben gerufen. Es gibt viele Familien, die eine Kinderbetreuung suchen. Manche ganz regelmäßig, andere eher ab und zu. Und es gibt viele ältere Menschen, die Freude daran haben – und Zeit dazu hätten. Die Oma/Opa Börse möchte diese Familien und Senioren zusammenbringen. Fünf Partnerorganisationen bieten den Senioren auch eine kleine Einführung in die Aufgabe an. Das Land stellt eine Haftpflichtversicherung und eine Unfallversicherung für alle Kinder bei.

Eine wesentliche Serviceeinrichtung, gerade auch in Fragen der Kinderbetreuung, stellt die Familienhotline dar. Unter der Telefonnummer 02742/9005-1-9005 erreichen Familien von Montag bis Freitag, 7 Uhr früh bis 19 Uhr abends, Expertinnen und Mitarbeiterinnen des Familienreferates für alle Fragen, Anregungen und Probleme rund um das Thema „Familie“, Familienpass und Kinderbetreuung. Die Hotline wurde im September 2002 eingerichtet und konnte alleine im Jahr 2004 31.500 Anrufe protokollieren. Die Erfahrungen des Hotline-Teams wurden in einem umfangreichen Nachschlagwerk, dem NÖ Familien-Ratgeber, aufgezeichnet und sind auch im Internet abrufbar. (www.familienpass.at/rg/)

Förderungen in allen Lebenssituationen

Eine Reihe von Förderungen des Familienreferates helfen Familien in speziellen Lebenssituationen, z.B. Mehrkinderfamilien, oder unterstützen Familien in Notfällen.

Die Familienurlaubsaktion ist eine Förderung, die besonders einkommensschwache und kinderreiche Familien anspricht. Für einwöchige Urlaube, die Familien in Niederösterreich verbringen, wird dabei unter Beachtung von Einkommensgrenzen eine Förderung von 43 Euro je Familienmitglied gewährt. Jedes Jahr nehmen rund 500 Familien diese Förderung in Anspruch.

Der Verwaltungsfonds zur Hilfe für NÖ Familien kann Familien in unverschuldeten Notfällen mit einmaligen Geldleistungen helfen. Meist wird die Höhe der Unterstützung nach einem persönlichen Beratungsgespräch mit einem Mitarbeiter des Familienreferates festgelegt. Jedes Jahr wird dafür ein Betrag von rund 630.000 Euro aufgewendet.

Die Aktion Familienauto wendet sich speziell an Familien mit vier und mehr Kindern. Nach einer Änderung des Kraftfahrgesetzes im Jahr 1999 muss nun für jedes Kind ein eigener Sitzplatz zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit den speziellen Rabatten des Autohandels gibt das Land eine Unterstützung von 1.800 Euro für Neuwägen und von 730 Euro für Gebrauchtwägen. Im Jahr 2004 wurden 230 Familien mit rund 260.000 Euro unterstützt.

Im Herbst 2004 wurde die Schulstarthilfe neu eingeführt. Familien mit zwei oder mehr Kindern, die einen Taferlklassler haben (erstmaliger Besuch der 1. Schulstufe), erhalten einen Zuschuss für die Schulkosten von 100 Euro. 2004 haben über 12.000 Familien diese Hilfe in Anspruch genommen.

Nach einer Geburt von Zwillingen oder Drillingen fallen natürlich besonders viele Kosten für eine Familie an. Als Unterstützung für diese Familien wurde 2004 die Mehrlingsgeburten-Förderung eingeführt. Dabei erhalten Familien eine einmalige Zuwendung von 500 Euro für Zwillinge, 1.000 Euro für Drillinge, usw. Im Jahr 2004 wurden 72 Zwillingsgeburten und 13 Drillingsgeburten gefördert.

Familienreferat: Service und Leistung

Regelmäßig bietet das Familienreferat Servicepublikationen oder Serviceleistungen an. Dazu zählt etwa der Versand einer Kindergartenbox mit Probeartikeln und Informationen an alle Kindergartenkinder (erstmalig 2004), die Herausgabe einer Familienfreizeitkarte, eines Ausflugsführers und eines Gastronomieführers speziell für Familien. Vor der großen Verbreitung des Internets wurde mehrere Jahre ein Elternbildungskalender herausgebracht (zuletzt 1998). Sehr beliebt bei den Familien ist die Dokumentenmappe für Neugeborene (erstmals 2001), die von den Meldeämtern gratis verteilt wird. Darin finden sich Informationen für Jungfamilien und alle wichtigen Förderungsunterlagen. Gleichzeitig dient die Mappe als praktische Aufbewahrungshilfe mit Registerblättern für alle Dokumente des Kindes.

Aber auch die Veranstaltungen des Familienreferates erfreuen sich großer Beliebtheit und bieten Familien eine nette Gelegenheit zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Zuerst einmal jährlich beim so genannten „Familiensonntag“, ab 1999 vier mal jährlich bei den Familienpass-Wochenenden an bekannten Ausflugsorten, immer verbunden mit einem Gratiseintritt für Kinder (z.B. im Tierpark Haag, in der No Name City, bei Landesausstellungen). Seit dem Jahr 2000 findet jährlich ein Familienpass-Schiwochenende statt, bei dem in über 20 Schigebieten Kinder gratis den Lift benützen können. Schon zweimal wurde im NÖ Landhaus ein Spielefest veranstaltet, bei dem über 6.000 Besucher neue und bewährte Brettspiele ausprobieren konnten. Mehrmals fand im Landhausviertel ein großes Familienfest mit Confetti statt, immer mit mehreren tausend Besuchern.

Zehn Jahre lang wurde gemeinsam mit dem Bildungs- und Heimatwerk das NÖ Landesfamiliensingen durchgeführt, mit jährlich bis zu sechs Großveranstaltungen. Ab 2001 fährt die „Familienpass-Sommertour“ mit einem Aktionsauto zu Familienfesten im ganzen Land und bietet Spiel und Spaß für die Kinder, jedes Jahr werden rund 40 Veranstaltungen abgehalten. Schließlich ist das Familienreferat mit Informationsständen bei unzähligen Publikumsmessen und Großveranstaltungen vertreten gewesen. Für familienpolitisch aktive und engagierte Bürger wurden oftmals Enqueten und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen abgehalten, etwa zu den Themen „Kinderbetreuung in Europa“, „Familienstimmrecht“ oder „Die Familie als Zielgruppe für Politik und Wirtschaft“. Auf Nachfrage von Vereinen oder Gemeinden veranstaltet das Familienreferat auch eigene Vortragsabende zum Thema „Familienförderung in Niederösterreich“ oder zu anderen aktuellen Themen, so wurden alleine im Jahr 1997 zum Thema „Sucht und Sehnsucht“ (Drogen) 17 Abendveranstaltungen in Gemeinden durchgeführt.

2004 wurde erstmals ein Landesfamilienpreis verliehen. Dieser Preis wurde in vier Kategorien vergeben und würdigt vor allem das Engagement und Initiativen für Familien. Bei diesem erstmals durchgeführten Wettbewerb gab es über 100 Einsendungen. In der Kategorie "Gemeinden, Behörden und Verwaltungseinrichtungen" ging der erste Preis an die Marktgemeinde Brunn, die für ihr Projekt "Kinderkulturprogramm für das ganze Jahr" ausgezeichnet wurde. Auf den Plätzen folgten die Gemeinde Zöbern und die Marktgemeinde Hohenberg. In der Kategorie "Kindergärten und Schulen" ging Platz eins an die BAKIP Mistelbach (Bundeslehranstalt für Kindergartenpädagogik) für ihre Initiative Kinderschikurs für 3- bis 6-jährige. Die weiteren Preisträger sind die VS und der Elternverein Berndorf-St. Veit sowie der NÖ Landeskindergarten Ziersdorf.

In der Kategorie "Vereine und Initiativen" wurde der Verein "Miteinander - Kretschmer Tina" aus Groß Siegharts für Initiativen wie Kinderfest, Spielplatz bezogene Projekte, Spielgeräteverleih etc. ausgezeichnet. Platz zwei und Platz drei gingen an den Tennisclub Prottes und den Elternverein der Schulen der Schulschwestern in Amstetten.

In der Kategorie "Einzelpersonen und Familien" ging der erste Preis an Rosemarie Pichler aus Kaltenbach in der Gemeinde Traunstein für das Projekt Buchverleih, Kinderkleider, Spielebasar, Lesefrühling etc. Die weiteren Preisträger in dieser Kategorie sind Gabriele Hofbauer aus Hollenstein und Maria Pilles aus Lanzenkirchen. Neben der öffentlichen Anerkennung wurden für die Preisträger auch Geldpreise vergeben. Für den ersten Platz gab es 2.000 Euro, für Platz zwei 1.000 Euro und für Platz drei 500 Euro.

Spielplätze, Sekten und Elternschule - weitere familienpolitische Handlungsfelder

Kommunale Familienpolitik wird für immer mehr Gemeinden ein wichtiges politisches Handlungsfeld. Nach der Einführung der ehrenamtlichen Gemeinde-Familienreferenten im Jahr 1994 konnten 1996 schon 380 GFR gezählt werden, 2005 sind in rund 490 Gemeinden Ansprechpersonen für die Familien tätig. In verschiedenen Jahren wurden Seminare und Schulungen für die Referenten durch das NÖ Familienreferat angeboten und ein Handbuch für kommunale Familienpolitik herausgebracht.

Sekten - Wissen schützt“ ist das Motto der Landesstelle für Sektenfragen die 1997 beim Familienreferat eingerichtet wird. Die Meinungs- und Religionsfreiheit hat dort ihre Grenzen, wo die persönliche Entscheidungsfreiheit eines Menschen soweit eingeschränkt wird, dass es zu einer persönlichen und finanziellen Abhängigkeit und zu einer Isolation von der Familie und vom sozialen Umfeld kommt. Ziel ist es über die Sekteninformationsstelle in den Bezirken Aufklärungsarbeit zu leisten, aber auch Fakten über einschlägige Gruppen zu sammeln und weiterzugeben. Rasch werden eine eigene Homepage (www.sektenstelle.at) aufgebaut, Enqueten und Informationsveranstaltungen (z.B. zum Thema Jugendsatanismus) und Erstberatungen abgehalten. 2004 erscheint die umfangreiche Broschüre „Religionsgemeinschaften in Niederösterreich“.

Seit 2002 läuft gemeinsam mit der Kinder und Jugend Anwaltschaft das Projekt „Konflikte sind zum Lösen da“ in niederösterreichischen Volksschulen, das zur Gewaltprävention und zur Förderung der mediativen Pädagogik dient. Das Familienreferat übernimmt die Kosten für jährlich etwa 40 Volksschulklassen.

Angesichts immer höherer Scheidungsraten (im Jahr 2002 haben sich rund 4.000 Paare in Niederösterreich scheiden lassen, ein Viertel dieser Ehen hat weniger als fünf Jahre gedauert) wurde vom NÖ Familienreferat das NÖ Partnerschaftstraining ins Leben gerufen. Das NÖ Partnerschaftstraining richtet sich an junge Paare in Niederösterreich, die ihr weiteres Leben gemeinsam verbringen wollen.

Unter Koordination des NÖ Familienreferates bieten gemeinnützige Organisationen ihre Erfahrung in der Erwachsenenbildung im Bereich Ehe, Familie und Zusammenleben von Mann und Frau an. In verschiedenen Veranstaltungsreihen werden vier Themenkomplexe behandelt: Herkunftsfamilie, Kommunikation, Rollenverständnis und Sexualität/Erotik. Zum Einsatz kommen aktivierende Methoden der Erwachsenenbildung (Einzel-, Paar- und Gruppenarbeit, Diskussion, Einbringen eigener Erfahrungen und Verwendung audiovisueller Medien). Um die Vertrautheit und die spezielle Form der Kommunikation unter Paaren zu gewährleisten, treten als Referenten ausschließlich Paare auf. Je nach Veranstalter finden die Seminare in Bildungshäusern, Seminarhotels oder anderen Bildungszentren statt, und zwar halbtags (zwei Einheiten), ganztags (vier Einheiten) oder als Reihe von Abendveranstaltungen.

Im Rahmen der 1994 ins Leben gerufenen NÖ Elternschule haben Eltern die Möglichkeit, vier Vortragsreihen zu Fragen der Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder zu besuchen. Ziel ist es den NÖ Familien ein aktuelles, qualitativ hochwertiges Elternbildungsangebot zu bieten. In vier Modulen werden entsprechend dem Alter der Kinder – für werdende Eltern und Eltern von Kinder bis 3 Jahren; für Eltern von Kindergartenkindern; für Eltern von Volksschulkinder und für Eltern von Kindern von 10 bis 15 Jahren – die speziellen Fragen, Anliegen, altersbezogenen Themen besprochen und diskutiert. Durch qualifizierte Trainer der Erwachsenenbildung und den Austausch in der Gruppe werden z.B. im Kindergartenalter Themen wie außerfamiliäre Kinderbetreuung und ihre Bedeutung für Kind und Familie, Schulreife oder Entwicklung des Kindes in diesem Alter bearbeitet und neue Informationen gewonnen. Das Angebot wird vom Land großzügig finanziell gefördert (Organisationskosten, Referentenkosten).

Weiters können spezielle Themen auch als Einzelveranstaltungen z.B. im Rahmen von Elternabenden an Kindergärten und Schulen durchgeführt werden:
  • Bilder ohne Ende - Kinder & Katastrophen – Die Ängste der Kinder durch schreckliche Bilder in den Medien
  • Kids online – Computerkinder, wo es um den Umgang mit Internet und Computer in der Familie geht
  • Kinder, Fernsehen & Co – die Gestaltung des Alltags und Fragen zum Verhalten im Bereich der Medien sind Thema
  • Krankheit Sucht - Familie mit Maß und Ziel – das Thema Sucht mit besonderem Schwerpunkt Alkohol und Nikotin ist im Mittelpunkt
  • Mit Kindern Konflikte lösen – Gesprächkultur und Umgang mit Konflikten, speziell auch zwischen Eltern und Kindern werden besprochen.
  • Sekten – eine Gefahr für junge Menschen, Erkennen, Vorbeugung und Umgang
  • Gesunde Ernährung – Qualität aus Österreich; kindgerechte Ernährung – worauf ist bei Lebensmitteln zu achten
Die Angebote der NÖ Elternschule werden gut angenommen. 2004 stieg die Zahl der Veranstaltungen um 46%, bei den Spezialmodulen sogar um 76%. Nähere Informationen und alle Formulare bietet die Internetseite www.elternschule.at.

Seit 1995 engagiert sich das Familienreferat im Bereich Spielplätze und Spielräume. Gemeinsam mit dem Verein Spiellandschaft Niederösterreich werden Beratungen und Wettbewerbe durchgeführt. 2002 wurde schließlich das Spielplatzbüro des NÖ Familienreferates eingerichtet. Es unterstützt niederösterreichische Gemeinden, Kindergärten, Schulen, Eltern- und Initiativgruppen - alle, die sich für bedürfnisgerechte Spielräume in Niederösterreich engagieren. Etwa durch Beratungen zum Thema „Bedürfnisgerechte Spielräume“. Kindermitbeteiligung ist dem Spielplatzbüro ein weiteres wichtiges Anliegen. Zur Belebung von Spielräumen bietet das Spielplatzbüro die „Spielkiste auf Rädern“ an, die rund 60 Veranstaltungen während der Sommermonate durchführt. Wichtigstes Betätigungsfeld ist aber die NÖ Spielplatzförderung, bei der in Form eines Wettbewerbes jährlich 25 Gemeinden eine Förderung für ein Spielplatzprojekt in der Höhe von 10.000 Euro erhalten. Das Spielplatzbüro begleitet die Gemeinden bei der Einreichung, Realisierung und Kindermitbeteiligung.

Über das Familienreferat laufen eine Reihe von Förderungen an Organisationen und Vereine, die familienrelevante Themen zum Inhalt haben. So werden z.B. die Familienorganisationen, die medienpädagogische Beratungsstelle, Eltern-Kind-Zentren, die 13 Mütterstudios in Niederösterreich, Forschungsprojekte und vieles andere finanziell unterstützt.

Ausblick

Die familienpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre liegen vor allem in der demographischen Entwicklung und den damit zusammenhängenden Problemen. Es ist belegt, dass sich Frauen und Männer mehr Kinder wünschen, als sie tatsächlich realisieren (Österreich hat mit 130 Kinder auf 100 Frauen eine der niedrigsten Geburtenraten Europas). Das erste Ziel für eine zukunftsorientierte Familienpolitik muss es daher sein, den vorhandenen Kinderwunsch auch realisierbar zu machen: jedes „Wunschkind“ soll auch auf die Welt kommen dürfen.

Über die Gründe des Geburtenrückganges gibt es viele Studien und ebenso viele oft widersprechende Deutungen. Ein Vergleich mit anderen Ländern, insbesondere jenen mit einer höheren Geburtenrate wie Frankreich oder Irland, führt kaum zu sinnvollen Ergebnissen, weil die Rahmenbedingungen (von den kulturellen Einstellungen bis zu den rechtlichen Bestimmungen im Arbeits- und Sozialrecht) zu unterschiedlich und nicht vergleichbar sind. Drei Voraussetzungen für einen größeren Kindersegen scheinen aber klar zu sein: die gesellschaftliche Akzeptanz der Entscheidung der Frau (Annehmen der Rolle), ein Vertrauen auch in die persönliche wirtschaftliche Zukunft (keine Arbeitslosigkeit, Wohnverhältnisse, finanzielle Rahmenbedingungen) und ein Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Wiedereinstieg, flexible Arbeitszeiten).

Viele diese Grunderfordernisse liegen in der Kompetenz des Bundes. Hier wird sich das Land für den weiteren Ausbau eines familiengerechten Steuersystems einsetzen, insbesondere für die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten und der Sicherung der Existenzminima der Kinder. Die Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbsleben müssen auch im Bundesbereich weiter verbessert werden, etwa durch die Schaffung von Rahmenbedingungen für flexiblere Arbeitszeiten, Rechtsanspruch auf Teilzeit (mit überbetrieblichen Ausgleichsmechanismen) und die Ermöglichung von durchlässigen Erwerbsbiographien (Familienphasen ohne Nachteile, Hilfen für Wiedereinstieg, Abschaffung der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld). Da Familienbeihilfen ein wichtiges Instrument zur Armutsbekämpfung sind, ist eine Dynamisierung der Leistungen mit dem allgemeinen Ausgaben- und Lohnniveau anzustreben.

Das Land Niederösterreich wird weiter sein Netz an bedarfs- und kindgerechten Kinderbetreuungsmöglichkeiten ausbauen. Die veränderte Arbeitswelt und flexiblere Anforderungen benötigen auch flexible Formen der Kinderbetreuung. Mit den Mobilen Mamis wurde bereits ein richtiger Weg gegangen. Dies ist auch durch die große Nachfrage gerade an dieser Betreuungsform feststellbar. Weitere Formen auch von haushaltsunterstützenden Initiativen sollten entwickelt werden.

Eltern fühlen sich in ihrer Elternschaft zunehmend überfordert, die Einflüsse von Medien und Peergroups nehmen zu. Auch die Führung von partnerschaftlichen Beziehungen werden schwieriger, was nicht zuletzt die Scheidungszahlen zeigen. Hier wird auch in Zukunft der Elternbildung und der Partnerbildung eine entscheidende Rolle zukommen. Ein wichtiges Element könnten auch Selbsthilfegruppen und Eltern-Kind-Zentren, die durch Elterninitiativen entstanden sind, spielen. Diese Zentren dienen auch der Kommunikation zwischen Familien und Land.

Die Gestaltung des unmittelbaren Lebensraumes ist den Eltern ein wichtiges Anliegen, dies zeigte auch die NÖ Familienstudie 2002, bei der z.B. Spielplätze und die Mitplanung an Spielplätze das Thema Nummer eins waren. Durch eine Unterstützung dieser Anliegen in bewährter Form (Spielplatzbüro) und einen Ausbau der Angebote für kommunale Familienpolitik (Gemeindefamilienreferenten) können die Zukunftschancen gerade der kleinen Landgemeinden deutlich verbessert werden.

Für das Familienreferat selber hat sich der Weg der Serviceleistungen als richtig erwiesen. Unbürokratische und schnelle Erledigungen, telefonisches Service und einen weiteren Ausbau der Möglichkeiten über Internet und E-Mail (e-government) sollen Mittelpunkt unserer Bemühungen sein.

Autor

Dr. Peter Pitzinger
Landesfamilienreferent und Sektenbeauftragter für Niederösterreich
Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Allgemeine Förderung / Familienreferat
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten

Tel. 02742.9005.13282
Tel. 0676.812.13282
Fax 02742.9005.13335

www.familienpass.at
www.noel.gv.at/Soziales/familie.htm




Letzte Änderung: 12.05.2005 12:27:01Zum Seitenanfang