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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

DVD-/Videofilme für Grundschulkinder

Susanne Kreichauf       Susanne Kreichauf


Kwom und der König der Affen

Frankreich, Deutschland, Großbritannien 1999, Regie: Jean Francois Laguionie, 76 Min., Farbe, ab 6 Jahre

Nach einer großen Überflutung teilt sich das Affenvolk in zwei Gruppen: die Woonkos leben hoch oben auf den Bäumen, die Laankos unten auf der Erde. Im Laufe der Zeit haben sie ihre gemeinsamen Wurzeln vergessen und Vorurteile beherrschen die Erinnerung. Nur der junge Affe Kwom lässt sich von all dem nicht beeindrucken, er hat sich seine kindliche Neugier bewahrt. So findet er es auch nicht weiter tragisch, dass er nach einem allzu gewagten Sprung in der dubiosen Welt unten landet. Und was er dort erlebt, ist so spannend wie neu. Die Laankos erweisen sich als Volk, in dem Erziehung und Bildung eine große Rolle spielen. Sie sind ihrerseits beeindruckt von Kwoms Kletterkünsten und den vielfältigen Schreien des jungen Affen, die immer etwas Anderes bedeuten. Als eine finstere Intrige gegen Laankos König und seine Tochter läuft, setzt Kwom mit seiner neuen Freundin Gina all seine Fähigkeiten ein.

Ein liebenswert animiertes europäisches Zeichentrickabenteuer, das durch seine Machart und die klaren Charaktere auch schon jüngere Kinder anspricht. Dank einer tiefgründigen Geschichte und Moral, die ein Plädoyer für Toleranz und (Völker-)Verständigung ist, hat er aber auch für ältere Kinder und Erwachsene reichlich zu bieten. Eine Fabel, die als Familienfilm im besten Sinn zu empfehlen ist.


Hey Arnold! The Movie

USA 2002, Regie: Tuck Tucker, 74 Min., Farbe, ab 6 Jahre

Vorbild für diese Kinoversion ist eine in den USA beliebte Fernsehserie um den selbstbewussten kleinen Arnold, der bei seinen unkonventionellen Großeltern lebt. Arnold und sein bester Freund Gerald haben es sich zum Ziel gesetzt, ihr Viertel zu retten. Denn der fiese Geschäftemacher Scheck will alle Häuser abreißen, um sein Future Tech Industries Imperium auszubauen. Als Arnold erfährt, dass in diesem Viertel der berühmte Tomaten-Zwischenfall stattfand, mit dem die Einwanderer einst die Briten vertrieben, macht er sich gemeinsam mit Gerald auf die Suche nach dem Dokument, das den Ort zum historischen Erbe erklärte. Doch das Dokument ist im Besitz von Scheck und der ist natürlich nicht im geringsten daran interessiert, es herauszurücken. Unerwartete Hilfe erhält Arnold von Helga, die ihre tiefe Zuneigung zu Arnold normalerweise durch zickige Zankereien zum Ausdruck bringt.

"Hey Arnold – The Movie" ist anarchistischer Zeichentrick mit einer dichten Geschichte, fantastischen Charakteren und dramaturgischen Anleihen an Action-Spielfilme aller Art. Ein Spaß für alle, die schräge Typen und hanebüchene Abenteuer, querköpfige Kids und dickschädelige Alte mögen. Der Film bleibt dabei kindgerecht und bietet für alle Altersgruppen spannende und äußerst witzige Unterhaltung.


Die geheimnisvolle Minusch

Niederlande 2001, Regie: Vincent Bal, 93 Min., Farbe, ab 8 Jahre

Der junge Herr Tibbe scheint als Journalist – schüchtern wie er ist – seinen Beruf verfehlt zu haben. Nach einem verpatzten wichtigen Interview , erhält Tibbe von seiner Chefin die letzte Chance für eine gute Story. Ziemlich ratlos ist der Journalist, und dann trifft er auf die rätselhafte Frau Minusch, die behauptet eine verwandelte Katze zu sein. Tatsächlich kennt Minusch durch das nächtliche Zusammentreffen der Katzen alle Neuigkeiten. So kommt der Journalist mit Hilfe seiner neuen Informantin einem Umweltskandal auf die Spur. Tibbe und Minusch müssen viele Abenteuer bestehen, ehe es ihnen gemeinsam gelingt dem skrupellosen Industriellen Ellemeet das Handwerk zu legen.

Die Buchvorlage dieses überaus gelungenen Kinder- und Jugendfilms stammt von Annie M. G. Schmidt, die als Astrid Lindgren der Niederlande gilt. Regisseur Vincent Bal stellt dabei unter Beweis, dass er ein besonderes Gespür für Kinder- und Jugendfilme hat. Unterhaltung, Spannung und Poesie gehen in diesem modernen Märchen eine wunderbare Mischung ein. Wie bei jedem Märchen gibt es auch hier eine Moral, die kein bisschen dick aufgetragen ist: Es geht um Freundschaft, Tierliebe, Umweltschutz und den Mut sich mächtigen Feinden zu stellen.


Bibi Blocksberg

Deutschland 2002, Regie: Hermine Huntgeburth, 102 Min., Farbe, ab 8 Jahre
Auszeichnungen: Deutscher Jugendvideopreis, Deutscher Filmpreis, Goldener Spatz


Die erst zwölfjährige Hexe Bibi Blocksberg aus Neustadt hat bei einem Hausbrand zwei Kindern das Leben gerettet, denn sie zauberte geistesgegenwärtig einen Regenschauer herbei. Zur Belohnung soll sie auf dem Blocksberg vom obersten Hexenrat eine Kristallkugel erhalten, die sie den erwachsenen Hexen und Bibis Mutter gleichstellt. Ihr Vater findet allerdings, eine richtige Hexe im Haus sei schon mehr als genug. Das nutzt die böse Hexe Rabia später aus, denn aus Missgunst hatte sie Bibis Kugel zerstört und musste ihr die eigene Kugel überlassen, in der sie ein gestohlenes Geheimrezept aufbewahrte. Um die Kugel zurückzubekommen, ist ihr jedes Mittel recht. Durch Rabias Zaubersprüche verlieren Bibi und ihre Familie alles, was ihnen lieb und teuer ist. Und da Bibis Vater glaubt, die familiären Hexenkünste seien daran schuld, verlangt er von Bibi und seiner Frau, der Hexerei ein für allemal abzuschwören.

Etwa 15 Jahre nachdem Bibi Blocksberg und ihre Eltern ihren beispiellosen Siegeszug auf Hörspielkassetten und im Zeichentrick antraten, wagte sich Hermine Huntgeburth an die erste Realfilm-Version mit einer bisher nicht veröffentlichten Geschichte über Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Mut und Stärke. Die Handlung des Films spielt ganz in der heutigen Zeit inklusive aller Ausstattungsgegenstände, die einen modernen Haushalt kennzeichnen. Computeranimationen sorgen bei den Spezialeffekten und Hexereien für entsprechende Schauwerte. Mehrmals wird die Handlung durch Musikeinlagen der Darsteller unterbrochen, um die Figuren stärker zu charakterisieren. Damit wird die für kleinere Kinder sehr spannende Handlung in der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse zugunsten des Unterhaltungswertes etwas entschärft.


Tsatsiki, Tintenfische und erste Küsse

Schweden/Norwegen/Dänemark 1999, Regie: Ella Lemhagen , 90 Min., Farbe, ab 8 Jahre

Eigentlich heißt er Tobias, aber alle nennen ihn Tsatsiki, denn er hat einen griechischen Vater. Der 8-jährige träumt davon, ihn endlich einmal kennenzulernen und mit ihm nach Tintenfischen zu tauchen. Seine Mutter Tina hatte sich im Urlaub in ihn verliebt und danach nie wieder gesehen. Tina hat ihre eigenen Träume: Sie will als Rockmusikerin mit ihrer Band berühmt werden. Eines Tages zieht der Polizist Morsan bei ihnen ein. Nicht lange, und auch Morsan beginnt zu träumen. Von Tina nämlich. Er ist wirklich ein netter Kerl, das kann sie nicht übersehen. Aber Tina und ein Polizist! - Obendrein einer der nichts besseres zu tun hat, als die Küche aufzuräumen! Tsatsiki fasst schnell Zutrauen zu dem neuen Mieter und merkt, dass er stets als großer Freund für ihn da ist.

Der Film steht ganz in der Tradition des qualitätsvollen schwedischen Kinderfilms. Er liefert eine erfrischend moderne Erzählung, die sich besonders dadurch auszeichnet, dass sie stets ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmungen und Bedürfnisse ihres jungen Protagonisten richtet und dadurch unmittelbar auch die Gefühle seiner jungen Zuschauer anspricht.



Quelle

Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland
Küppelstein 34
42857 Remscheid
Website: www.kjf.de




Letzte Änderung: 26.04.2005 08:24:15Zum Seitenanfang