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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Empfehlenswerte Bücher für 10- bis 14-jährige Kinder

Leseforum Bayern



ab 10 Jahre


Besondere Empfehlung:
Michael Noonan:
The December Boys
Baumhaus 2007, 250 S., geb., € 14,90


Fünf Jungen aus einem Waisenhaus in Australien können dank einer Spende Ferien am Meer verbringen. Es hätte ein wunderbarer Urlaub werden können, stattdessen entwickeln sie Misstrauen und Eifersucht, da nur einer von ihnen adoptiert werden soll.
Thematisch und sprachlich empfehlenswert. (ab 11)




Ägypten. Meine Abenteuer in der Vergangenheit

Anthony Weisz, Horncastle 2007, 96 S., geb., € 14,90

1351 v.Chr. beginnt die spannende Reise des Tagebuchschreibers von Venedig nach Ägypten. Per Schiff, Boot oder auf dem Eselrücken gelangt er über Memphis nach Theben und von dort zurück nach Achet-Aton. Diese Reiseroute berührt drei Machtzentren in der Reihenfolge ihrer Entstehung. Der Schreiber selbst erlebt dabei einen wichtigen Wendepunkt, z. B. im Tal der Könige: das Dorf der Handwerker wird in die neue Residenz Achet-Aton verlegt, denn Echnaton lässt das eigene Grab hier nicht mehr fertigstellen. Damit bricht der Pharao auch mit der Tradition, Totenstädte im Westen einer Stadt anzulegen. Gemeinsam mit seiner Frau Nofretete hebt Echnaton noch viele andere Regeln auf. So lässt er sich nicht traditionell schöner und größer als in Wirklichkeit darstellen, sondern lebensecht – und dabei war er für seine Zeitgenossen eher hässlich. Seine Neuerungen werden nicht ohne Bangen angenommen, wie der Beobachter allerorten hört. Aber beim Krönungsfest fallen alle diesem faszinierenden Herrscher zu Füßen …Mit schönen Photos aus dem alten Ägypten!


Die Geschichte von Wilhelm Tell

Jürg Schubiger, dtv Reihe Hanser 2006, 94 S.,1 Karte, TB, € 6,50

Der Mythos von Wilhelm Tell, mit augenzwinkerndem Witz für Kinder aufbereitet. Wilhelm Tell ist hier ein unbeholfener Mann, der gründlich, dafür aber umso langsamer denkt und nur sein urnerisches Kauderwelsch spricht. Menschen wie der Landvogt, die lächeln, wo nichts lustig ist, machen ihn ratlos. Umso mehr bewundert er seinen gewitzten und schlagfertigen Sohn Walter, was die beiden in die bekannte Bredouille bringt. Tell handelt in dieser Darstellung nicht aus politischen Motiven, sondern aus der Notwendigkeit, seine Familie zu schützen. Bis zum Ende auf der Flucht, kommt er um bei einem seiner unüberlegten Versuche anderen zu helfen. Nicht er beeindruckt den Jungen, sondern Walter, der wie er seinen Vater vermisst und doch voller Hoffnung wartet. So ganz nebenbei wird deutlich, dass Heroismus immer eine Interpretation der Nachwelt ist. „Wie es in Wirklichkeit war, darüber sprechen wir ein anderes Mal.”



Der Sohn des Gladiators. Ein Mitratekrimi aus dem Alten Rom

Franjo Terhart, dtv junior 2007, 155 S., TB, € 6,95

Cäsar feiert in einem großen Triumphzug den Sieg über Vercingetorix. Cornelia, die ihren Spürsinn bereits mehrmals unter Beweis gestellt hat, entdeckt dabei einen Jungen, der sich auffällig benimmt und dabei einen Zettel mit einem Lageplan verliert. Sie wittert eine interessante Entdeckung und macht sich mit ihrem Bruder und ihren Freunden auf die Suche nach dem bezeichneten Ort. Dort stoßen sie auf eine Bande von Jungen, die von einem stets verborgen bleibenden Anführer befehligt werden, den sie „Sohn des Gladiators“ nennen. Nach einigen gefährlichen Abenteuern erfährt Cornelia die wahre und schreckliche Geschichte seines Lebens und kann Abhilfe schaffen.




Little Vampie

Renate Welsh, dtv junior 2007, 135 S., TB, € 6,95

Erstes Englisch, leicht gemacht: Die Erzählung „Das Vamperl“ von Renate Welsh, ins Englische übertragen von Anthea Bell und mit Vokabelleisten versehen von Birgit Hock.
Die Geschichte des liebenswerten kleinen Vampirs, der den Menschen nicht Blut, sondern das Gift der Galle aussaugt, so dass sie augenblicklich alle Bosheit ablegen, ist hier in leicht verständliches Englisch übertragen. Einige Wörter und Redewendungen, die meist noch nicht im Anfangswortschatz erlernt worden sind, werden im Text fett gedruckt und erscheinen unten in einer Vokabelleiste, so dass das zeitraubende häufige Nachschlagen im Wörterbuch entfällt. Die übrigen eventuell noch unbekannten Vokabeln erschließen sich meist aus dem Zusammenhang. Ziel ist es, einen fremdsprachigen Text mit Freude zu lesen, den Lesefluss möglichst nicht zu unterbrechen, mit „Mut zur Lücke“, so dass nicht jedes Wort übersetzt werden muss, sondern das eine oder andere Detail auch einmal um des größeren Zusammenhangs Willen vernachlässigt werden darf. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das die Lernmotivation erheblich steigern kann!


Den Schmugglern auf der Spur

Alan MacDonald, Beltz & Gelberg 2006, 223 S., geb., € 12,90

In England werden die Waren, vor allem die Genussmittel, während der Kontinentalsperre knapp. Da lohnt sich der Schmuggel über den Seeweg für das kleine Küstenstädtchen, in dem sich diese fesselnde, aufregende Geschichte ereignet. Fast alle Bewohner stecken beim Schmuggeln unter einer Decke. Das entdeckt der 13-jährige Will erst sehr spät. Will muss neben der Schule im Wirtshaus seiner Mutter mithelfen, nachdem der Vater getötet worden ist. Durch eine zwielichtige Gestalt gerät diese Alltagswelt aus den Fugen. Zugleich beobachtet Will zufällig einen Transport von Schmuggelware und wird verdächtigt, ein Spion zu sein. Immer neu zwingen ihn unvorhergesehene Ereignisse, Verdächtigungen, Missverständnisse zu halsbrecherischen Aktionen. Als der neue Zollbeamte mit seinem schonungslosen Vorgehen gegen alle Verdächtigen Unruhe in den Ort bringt, sieht sich Will plötzlich zwischen mehreren Fronten. Ein Kampf ums Überleben beginnt.



1000 Gründe, nicht Amor zu spielen

Hortense Ullrich, rororo rotfuchs 2007, 158 S., TB, € 6,90

Sanny und Konny sind Geschwister und das Chaos in ihrer Familie ist groß, denn ganz ohne Schwierigkeiten bewältigt der Vater den 6-Personen-Haushalt nicht. Als dann auch noch Frank, sein Schulfreund, zusammen mit seiner Tochter Kelly zu Besuch kommt, droht alles aus dem Ruder zu laufen. Frank ist ein übler Angeber und der Vater will ihm vorspielen, wie erfolgreich und vermögend die eigene Familie ist. Sanny und Konny spielen kräftig mit. Und dann ist da noch der Schulball, der unter dem Motto „berühmte Paare“ steht. Sanny und Konny haben feste Partner und müssen sich nur noch auf ein berühmtes Vorbild einigen. Für Konnys Freund Kai das „Supergirl“ zu finden, wird allerdings zur Herausforderung für alle. Als Kelly, der Besuch, dann auch noch mit sämtlichen Jungen anbandelt, gerät alles durcheinander …




Tohuwabohu

Ulla Steuernagel, Klaus Ensikat: DVA 2007, 207 S., geb., € 19,95

Wie alle bisherigen Bände der Kinder-Uni ist auch dieser schön gestaltet und besticht mit Leinenrücken und den herrlichen Illustrationen von Klaus Ensikat. Die Autorin Ulla Steuernagel versetzte sich darin in die Psyche eines Kindes: In Form eines stillen Selbstgesprächs erklärt sie auf spielerische Art und Weise Begriffe aus der Wissenschaft, die alle irgendwie mit Tohuwabohu – also Chaos und Unordnung – zu tun haben. Ausgangspunkt ist ein kleiner Schlawiner, der im vermeintlichen Durcheinander seines Zimmers sitzt und die nervige Order seiner Mutter erhalten hat, seinen „Saustall“ endlich aufzuräumen. Für das tägliche Durcheinander im Kinderzimmer ist dieses Buch genau das Richtige. In einer liebevollen und nicht verblödenden Art nimmt sich die Autorin der Bedürfnisse der Kinder an und zeigt ihnen, dass sie verstanden und vor allem ernst genommen werden.



Wer schnarcht denn da im Kofferraum?

Richard Scrimger, dtv 2007, 204 S., TB, € 6,95

Jane, die 12-jährige Heldin des Buches, erzählt humorvoll von einer abenteuerlichen Fahrt in den Urlaub: vom turbulenten Aufbruch ihrer Familie und von einem Vater, der meint, dass er alles in den Griff bekommt. Eine zweitägige Urlaubsfahrt mit drei Kindern im Auto und einer sauertöpfischen Oma auf dem Beifahrersitz kann ihn nicht schrecken. Dann aber tritt ein Ereignis ein, das alles auf den Kopf stellt.

Jane hat an einer Tankstelle einen Obdachlosen getroffen, der genau das gleiche Ziel wie die Familie hat, aber kein Geld für die Fahrt. Als sie ihn als blinden Passagier in das Familienauto schmuggelt, fangen die Probleme erst wirklich an. Am Ende kommen alle zu ihrem gewünschten Ziel und sich gegenseitig viel näher. Eine im Stil einer Slapstick-Komödie erzählte Geschichte, bei der wirklich jeder lachen muss!



Gefangen am Fluss

Shirley Corlett, dtv 2007, 220 S.,TB, € 7,95

Der 13-jährige Matthew hat seit ewigen Zeiten auf ein BMX-Rad gespart und ist nun endlich stolzer Besitzer, bis es ihm gestohlen wird. Aber seine Familie, Mom Sandi und sein großer Bruder Rudy, unterstützen ihn bei der Suche genau wie die Familie seines Freundes Caleb, dessen Mutter Debs und dessen großer Bruder Brad. Eigentlich sind alle eine große Familie. Als sich aber an einem Freitagabend die beiden 18-Jährigen Rudy und Brad betrinken, Auto fahren und Brad bei einem Unfall stirbt, veranlasst Debs, dass die Familien keinen Kontakt mehr haben, da sie Rudy für schuldig am Tod ihres Sohnes Brad hält.
Matthew und Caleb wollen dies nicht akzeptieren und reißen aus. Sie sind in unwegsamem Gelände in Neuseeland unterwegs, aber was anfangs als Abenteuer geplant war, wächst sich zu einer wahren Odyssee aus. Tagelange Niederschläge lassen Flüsse anschwellen und unpassierbar werden; beide geraten in Lebensgefahr, da auch das Handy kein Netz mehr hat, bis sie in wirklich letzter Minute gerettet werden. Aber das Abenteuer der beiden Buben hat sein Ziel erreicht und die beiden Familien versöhnen sich wieder. Am Ende stellt sich auch der wahre Schuldige am Unfall heraus.


Der Klan der Wölfin

Maite Carranza, Bloomsbury 2007, 412 S., geb., € 17,95

Für ihre 14 Jahre ist die intelligente Anaid viel zu klein und wird entsprechend von ihren Klassenkameraden gehänselt. Dann verschwindet ihre Mutter Selene vom einen Tag auf den anderen und Anaíd erfährt, dass die Frauen ihrer Familie ein gefährliches Geheimnis hüten: Eine Prophezeiung besagt, dass Selene die Auserwählte aus dem Hexen-Klan der friedlichen Omar wäre, die eines Tages den erbitterten Krieg gegen den blutrünstigen Odish-Klan beenden wird. Von ihrer Tante Criselda lernt Anaíd, dass sie alle zum Clan der Wölfe gehören und dem Element Erde unterstehen. Anaid entdeckt, dass sie starke Zauberkräfte besitzt, und beschließt, ihre Mutter auf eigene Faust zu suchen. Sie reist mit Criselda nach Sizilien, wo sich die Clanführerinnen der vier Elemente bereits zusammengefunden haben. Dort wird Anaíd in die Hexenkünste eingeweiht, damit sie ihrer Mutter beistehen kann. Nach einer Reihe von Abenteuern gelingt es Anaíd, ihre Mutter aus den Händen der Odish und aus der Welt der Finsternis zu retten. Als spannnender Schmöker und Beginn einer Fantasy-Trilogie vor allem für Mädchen empfohlen!



Hat der Weltraum eine Tür?

Ulrich Janßen, Klaus Werner, Klaus Ensikat, DVA 2007, 222 S., geb., € 19,95

Seit 2002 bietet die Universität Tübingen Vorlesungen für ein sehr junges Publikum an, in denen Fachwissenschaftler in geeigneter Weise aus ihrem Forschungsgebiet berichten. Bei allen Themen werden Kinder so angesprochen, dass sie sich ernst genommen fühlen. Den Vortrag über Astronomie kann man jetzt ausführlicher nachlesen: „Hat der Weltraum eine Tür“ beschäftigt sich mit den Themengebieten Astronomie, Astrophysik, Kosmologie und Raumfahrt. Geschrieben wurde es von Klaus Werner, Direktor des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Uni Tübingen, und Ulrich Jansen, Redakteur beim Schwäbischen Tageblatt und Mitbegründer der Kinder-Uni-Bewegung. Die Kinder-Uni arbeitet mit einem einfachen, gleichwohl wirkungsvollen Trick: Sie stellt vordergründig triviale Fragen. Damit folgt sie einem Prinzip, das Wissenschaftler und Kinder vereint, und schafft Spielraum für ausführliche Antworten. In lockerem Ton, mit Bezügen auf die Lebenswelt der Kinder, gelegentlich auch mit ironischen Spitzen auf den Schulbetrieb, beschreibt der Text die Erkenntnisse und Methoden heutiger und früherer Himmelsforschung, von den neuesten Vorstellungen der Kosmologen bis zur ersten Messung der Lichtgeschwindigkeit, vom Fernrohrnachbau eines Galilei bis zur Raumkapsel. Die Fakten sind gut erklärt, Nebenbemerkungen und schwierigere Zusammenhänge in abgetrennten Textboxen vom eigentlichen Textfluss abgesetzt. Im Anhang sind schwierige Wörter und Ausdrücke aus der Astronomie und Astrophysik in Kurzfassung erklärt. Die Illustrationen zu dem Buch hat Klaus Ensikat beigetragen. Auch ältere Schüler und Erwachsene können hier noch etwas lernen!


Der Fluch des Meisters

Laura Gallego García, dtv junior 2007, 254 S., TB, € 7,95

Im ersten Teil der Trilogie „Im Tal der Wölfe“ hat Dana den grausamen Meister besiegt und ist neue Turmherrin geworden. Im vorliegenden zweiten Teil steht die junge Magier-Schülerin Salamandra im Vordergrund. Als Salamandra schon auf dem Scheiterhaufen steht und mit ihrem Leben abgeschlossen hat, taucht plötzlich der Elf Fenris auf und befreit sie von den Flammen. Er bringt sie zum Turm ins Tal der Wölfe, wo sie von ihm und der Turmherrin Dana in den Künsten der Magie unterwiesen wird. Doch als die Elfenprinzessin Nawin mit einer Magierin eintrifft, verschwindet Dana spurlos. Der alte Meister hatte ihr mit seinem letzten Atemzug Rache geschworen – „schlimmer als der Tod“ und lockt sie jetzt in das Labyrinth der Schatten: in eine Welt jenseits von Raum und Zeit, von Leben und Tod, in der dunkle Nebelschwaden wabern und die Insassen solange von Alpträumen gequält werden, bis sie sich in verstandlose Schatten verwandeln. Währenddessen setzen Danas Schüler alles daran, ihre Lehrerin wiederzufinden. Salamandra begibt sich gemeinsam mit den anderen Schülern auf die Suche nach Dana und es gelingt ihnen die Turmherrin zu retten, obwohl einer von ihnen einen Pakt mit dem alten Meister geschlossen hat. Eine schöne Geschichte von Magie und Liebe, die junge Fantasy-Freunde begeistern wird.


Lexikon des verrückten Weltalls

Wolfgang Hars, Scherz 2007, 279 S., geb., € 16,90

Wolfgang Hars hat schon zu den unterschiedlichsten Themen „Wissenswertes“ gesammelt (z. B. Werbesprüche, Reklamehelden, männliche und weibliche Sexualität oder zuletzt Fußball), jetzt hat er sich mit Astronomie und Astrologie befasst. Sein Buch versammelt zahlreiche wissenswerte wie auch nutzlose (aber äußerst amüsante) Fakten über den Weltraum, die bemannte Raumfahrt sowie lustige Geschichten über angebliche Alien-Entführungen, vermeintliche Ufo-Abstürze und Ufo-Sichtungen und vieles mehr in ungeordneter Reihenfolge. Köstlich sind insbesondere die vielen Geschichten darüber, wie man sich Ufo-Fotos selbst bastelt oder die „Tatsachenberichte“ einiger Ufo-Experten. Der Großteil der Artikel, Aufzählungen, Statistiken und grafischen Verdeutlichungen bietet jedoch ernsthafte, gesicherte Fakten. Was ist mit dem ersten Menschen im Weltall? Wie hoch waren die Kosten der NASARaumsonden? Wie genau lief der Wettlauf zum Mond ab? Man blättert und staunt und findet eigentlich auf jeder Seite immer wieder neue kuriose Fakten, nimmt das Buch immer wieder zur Hand und stöbert weiter.


Der geheime Schlüssel zum Universum

Lucy Hawking, Stephen Hawking, cbj 2007, 266 S., geb., € 16,95

Der Astrophysiker Stephen Hawking und seine Tochter Lucy haben eine Science-Fiction-Story verfasst, welche die komplexen Erkenntnisse der Hawking'schen Kosmologie nun auch Kindern auf spielerische Art und Weise nahe zu bringen versucht. Der 12-jährige George lernt seine neuen Nachbarn kennen: Die gleichaltrige Annie und deren Vater Eric, einen Wissenschaftler auf der Suche nach Leben auf fernen Planeten. Hilfreich dabei ist der futuristische Super-PC „Cosmos", mit dem man direkt ins Weltall reisen kann. Annie steckt George kurzerhand in einen Raumanzug und los geht der Ritt auf einem rasenden Kometen. Sie streifen den Jupiter und beobachten Schwarze Löcher – bis Georges Lehrer und Erics Konkurrent dem Ganzen auf die Spur kommt, Eric eine Falle stellt und ihn ins unendliche Universum lockt. Doch bevor der von Schwarzen Löchern aufgesogen wird, kann George dem Bösewicht das Handwerk legen. Dank einfacher Erklärungen, zahlreicher Illustrationen und Infotafeln zu Begriffen wie „Materie“ oder „Sonnensystem“ dürften Astrofans ab zehn Jahren ihre Freude an dieser gewinnbringenden Lektüre haben, die Neugier zum Einstieg in die Astrophysik weckt und deren Abenteuer-Teile für Spannung sorgen. Lesemuffel können sich über das gleichnamige Hörbuch freuen, für das einer der meistgefragten Sprecher, Rufus Beck, ans Mikrofon gegangen ist.


Kosmonauten. Mit 20 Millionen PS ins All

Maja Nielsen, Gerstenberg 2006, 62 S., geb., € 12,90

Als der Russe Jurij Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch ins All startete und damit das Zeitalter der bemannten Raumfahrt einleitete, begann eins der aufregendsten Abenteuer der Geschichte. Der erste Deutsche im All war 17 Jahre später der Ostdeutsche Sigmund Jähn. Während seines achttägigen Flugs umkreiste er die Erde 125 Mal und führte dabei zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen durch. Der ESA-Astronaut Thomas Reiter verbrachte 1996 schon einmal 179 Tage auf der russischen Weltraumstation MIR. In dieser Zeit unternahm er als erster Deutscher einen Weltraumspaziergang. Im Juli 2006 startete er zu einem mehrmonatigen Forschungseinsatz auf der internationalen Raumstation ISS.
Maja Nielsen zeichnet mit den Geschichten dieser drei Männer ein authentisches und zugleich höchst menschliches Bild der Raumfahrt. Sie hat ein Buch geschrieben, in dem es um Träume geht und um die Sehnsucht der Menschen, die Grenzen der Erdanziehung zu überwinden. Trotzdem kommen die Fakten nicht zu kurz: Neben der Geschichte der Raumfahrt wird z. B. vom „Kalten Krieg“, von den technischen Problemen der Raumfahrt, vom Leben in der Schwerelosigkeit, von Katastrophen und davon, wie aus dem früheren Wettstreit von Ost und West inzwischen eine Zusammenarbeit vieler Länder geworden ist, berichtet. Aussagekräftiges Bildmaterial, eine Chronik, eine Reihe von Links sowie Buch- und Filmtipps ermöglichen es Interessierten, sich weiter zu informieren.
Die spannend erzählte Geschichte der bemannten Raumfahrt (aus Sicht von drei Kosmonauten, also Raumfahrern des früheren Ostblocks) eignet sich für interessierte Leser zum Schmökern ebenso wie als Infoquelle für Referate. Das spannende, informativ und lehrreich geschriebene Buch nimmt vor allem junge Leser mit auf eine spannende Reise ins Weltall.


Tatort Kunstauktion. Leg den Fälschern das Handwerk!

Anna Nilsen, Gerstenberg 2007, 48 S., geb., € 14,90

Das Buch fängt mit einer Comic-Erzählung an, in der ein junger Auktionator nur einen Tag vor der großen Kunstauktion erfährt, dass 16 der hier zum Verkauf angebotenen Meisterwerke der internationalen Malerei gefälscht sein sollen. Ein unbekannter Wohltäter will in dieser Situation helfen und übermittelt per E-Mail ergänzende Informationen. Die Auswertung dieser Informationen, der genaue Vergleich zwischen den zu verkaufenden Bildern und ihren Abbildungen im Auktionskatalog sowie der Eintrag aller Ergebnisse in eine Tabelle ermöglicht es dem Protagonisten ebenso wie dem Leser und Betrachter, die gefälschten Bilder zu identifizieren. Der genaue Vergleich der Bilder zeigt nämlich, dass die Fälscher auf ihren „Werken“ Zeichen hinterlassen haben. Nur dadurch können zunächst Fälschungen von Originalen unterschieden werden. Die Anzahl der Fehler macht dann deutlich, ob es sich um einen „guten“, „sehr guten“ oder „meisterhaften“ Fälscher gehandelt hat. Entsprechend variieren die Beträge, die dafür gezahlt wurden. Durch Kontoauszüge, die der Polizei von vier Verdächtigen vorliegen, kann schließlich der kriminelle Auftraggeber der Fälschungen überführt und verhaftet werden. Zusätzlich zur spannenden Rahmenhandlung findet der Leser in diesem Buch eine knappe Einführung in die Geschichte der Kunst, die Kindern und Jugendlichen eine erste Orientierung auf diesem Feld zu bieten vermag.


Schach

Michael Powell, arsEdition 2006, 48 S., geb., € 14,90

„Schach“ ist ein äußerst attraktives Sachbuch, das jungen Einsteigern das königliche Spiel näher bringen kann. Es enthält nicht nur grundlegende Informationen über den Spielverlauf, die Aufstellung und Bedeutung der Figuren, darüber was eine Rochade oder ein Remis ist, sondern es werden auch verschiedene Schachtaktiken vorgestellt und Tipps von Schachexperten gegeben. Die verständlichen Texte sind sehr kurz gehalten und mit Illustrationen versehen. Das Besondere an diesem kleinen, stabilen Buch mit Spiralbindung aber ist, dass es ein magnetisches Schachbrett und hochwertige magnetische Figuren enthält. So ist das Buch auch unterwegs einsetzbar. Die vorgestellten Spielzüge können jederzeit direkt nachgespielt werden.


Warum Schabbat schon am Freitag beginnt. Die Kinder-Uni reist in die Welt des Judentums

Eli Bar-Chen, Heike Specht, DVA 2007, 191 S. m. zahlr. Abb., geb., € 19,95

Warum fahren in Jerusalem am Samstag keine Busse? Warum beginnt das jüdische Jahr schon im September? Welche Sprache spricht man in Israel? Und warum schweigen Erwachsene manchmal so betreten, wenn es um die Geschichte der Juden geht? Die Kinder-Uni beantwortet diese und viele weitere Fragen und nimmt junge Leser und Leserinnen mit auf eine abenteuerliche Reise in die Welt des Judentums. Dabei wird das Jüdische Museum in Berlin für die Geschwister Lilli und Jakob zum Ausgangspunkt für eine spannende Zeitreise in die Welt des Judentums in Vergangenheit und Gegenwart. Ein alter Museumswächter zeigt ihnen die Kunst, mit Büchern zu reisen, einzutauchen in die Geschichten, die sie erzählen, beginnend beim Stammvater Abraham in Ur.










Die Sache mit Finn

Tom Kelly, Carlsen 2007, 256 S., geb., € 14,90

Wochenlang hat Danny nicht gesprochen, dann verschwindet er. Unterwegs trifft er viele seltsame Gestalten und findet schließlich eine Antwort auf die Fragen, die ihn belasten: Wie soll er überwinden, dass sein Zwillingsbruder bei einem Unfall ums Leben gekommen ist? Wird es für ihn je wieder eine normale Familie geben? Danny schafft es! Einer der besten Kinderromane des Jahres.








ab 12 Jahre


Ich wär so gern wie du

Wolf Kunik, Gabriel 2007, 141 S., geb., € 9,90

Lena ist manchmal neidisch auf ihre beste Freundin Angela. Diese ist hübsch und redegewandt, nicht so schüchtern und linkisch wie Lena. Und weil ihre Mutter Schauspielerin ist, hat sie auch immer tolle Klamotten. Bei Lenas Eltern ist das Geld knapp; da bleibt nicht viel übrig für Markenjeans und Designer- T-Shirts. Außerdem hat Lena noch eine kleine Schwester, die sie manchmal gewaltig nervt, Angela dagegen ist ein Einzelkind. Lena fühlt sich von ihren Eltern oft unverstanden; wie gut, dass wenigstens ihre Tante Verständnis aufbringt und ihr für die Klassenfahrt ein tolles Designer-T-Shirt schenkt. Umso größer ist Lenas Enttäuschung, als sie damit in der Disco auftaucht und von ihren Klassenkameraden ausgelacht wird. Auch David, in den sie sich verliebt hat, dem gegenüber sie sich aber aufgrund ihrer Schüchternheit immer wieder sehr abweisend benimmt, hält nicht zu ihr. Schließlich aber findet alles ein gutes Ende, alle Missverständnisse klären sich auf und Lena entdeckt ihre eigenen Talente und die Vorzüge, in einer Familie leben zu dürfen. Ein Buch, das sich vor allem für Mädchen eignet, Probleme aus dem Alltag der Jugendlichen anspricht und Lösungsmöglichkeiten auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung anbietet.


Katharina

Nina Blazon, Ravensburger Buchverlag 2007, 411 S., geb., € 16,95

Der spannende historische Roman schildert den Aufstieg der deutschen Prinzessin zur unumschränkt mächtigen Zarin „Katharina die Große“. Um diesen Weg zu beschreiten, lernt sie auf dem glatten Parkett des Hofes in Moskau, St. Petersburg oder in den Sommerresidenzen, wie sie Intrigen entgehen, aber auch, wie sie sie zu ihren Gunsten knüpfen kann. Nur wenige Vertraute lässt sie an ihre Seite, darunter die Hofdame Valentina, die mit hellem Verstand die Machenschaften der Höflinge durchschaut und Katharina nach Kräften unterstützt. Valentina ist dabei nicht völlig selbstlos, sondern hofft, durch Katharina ihren Verlobten und dessen Schwester aus der Verbannung in Sibirien befreien zu können. Zu den Zentralfiguren dieses fesselnden und bunten Zeitbilds gehört auch das sibirische Nomadenmädchen Sinaida. Mit ihrer brutalen Gefangennahme beginnt der Roman. Als bald darauf in der Gefangenschaft ihr kleiner Bruder stirbt, schwört sie Rache zu nehmen an dem Mann, der sie in seine Gewalt gebracht und ihre Großmutter getötet hat. Dieser Racheplan und die Suche nach dem Täter ist der Motor ihres Handelns. Als dritte Hauptfigur kommt der Gutsbesitzersohn Dimitrij hinzu, der als Kadett mit 16 Jahren an den Hof kommt und die Rolle des Militärs beim Aufstieg Katharinas verdeutlicht.



Realistisch, spannend, authentisch:
Tamara Bach: Jetzt ist hier
Oetinger 2007, 350 S., geb., € 12,90


Zanker hat einen fürchterlichen Vater, Bono leidet unter dem Zerfall seiner Familie, Bowie muss nach dem Tod seiner Mutter damit zurechtkommen, dass sein Vater eine neue Freundin hat, Finchen liebt Zanker und doch wieder nicht. Vier Jugendliche, vier Erfahrungs- und Gefühlswelten, dargestellt in anspruchsvoller literarischer Gestaltung.




Keinen Schlag weiter!

Christine Biernath, Gabriel 2007, 189 S., geb., € 12,90

E-Mails zu tippen mache mehr Spaß als Geschäftsbriefe zu schreiben, meint Sandras Lehrer für Textverarbeitung, und so beginnt ein reger Austausch mit einem Mädchen aus einer Partnerschule. Der gelungene Einstieg in diese Geschichte vermittelt dem Leser wie der Mail-Partnerin in den beiden ersten Briefen ein Bild von Sandra und ihrer Familie: Da ist „Weichei“ Benny, ihr Bruder, mit dem sie wenig anzufangen weiß und der Klavier spielt und klassische Musik liebt wie die Mutter. Mit dieser versteht sich Sandra überhaupt nicht, fühlt sich eingeengt, bevormundet und unverstanden. Ihr Vater, den sie bewundert, ist viel lockerer, erlaubt ihr oft, was die Mutter verbietet.

Die Geschichte der Familie wird aber nicht nur in Sandras Briefen und aus ihrer Perspektive erzählt, sondern parallel dazu aus der Sicht des Bruders. So kristallisieren sich allmählich die Charaktere der einzelnen Familienmitglieder heraus: Sandra, Hiphop-begeistert, etwas oberflächlich, in der Gegenwart lebend und meist auf ihren Vorteil bedacht, Benny, sensibel, besorgt um die Mutter und schon in jungen Jahren mit der Gewalttätigkeit des Vaters konfrontiert, der Vater, (meist) erfolgreicher Anwalt, ehrgeizig und voll Verachtung seiner Frau gegenüber, ungeduldig und rücksichtslos, und die Mutter, still duldend, stets bemüht, ihrem Mann alles recht zu machen und die teils erheblichen Verletzungen zu vertuschen, die er ihr im Lauf der Jahre zufügt. Die Situation spitzt sich zu, als Sandra im Jahreszeugnis die Erlaubnis zum Vorrücken nicht erhält ... Neben diesem Hauptstrang der Erzählung erfährt der Leser auch von Sandras Anstrengungen, den coolen Moritz für sich zu gewinnen, der sie aber hintergeht und in eine gefährliche Situation bringt, sowie von Bennys stiller Annäherung an Vanessa, die sich als verständnisvolle und hilfreiche Freundin erweist. Ein sehr empfehlenswertes Buch für Jugendliche beiderlei Geschlechts, anspruchsvoll, spannend, erschütternd, lebensnah!


Herznah

Sharon Creech, S. Fischer 2006, 189 S., geb., € 12,90

Laufen in jeder freien Minute, das ist die Leidenschaft der 12-jährigen Annie. Sie misst sich darin spielerisch mit Max, ihrem Freund aus Kindergartentagen. Max allerdings will aus dem alltäglichen Spiel ein hartes Training machen und eine Sportkarriere starten. Sein Ziel ist es, eines Tages als berühmter Sportler aus dem kleinbürgerlichen Alltag mit seiner alleinerziehenden Mutter ausbrechen zu können. Annie dagegen lässt sich noch nicht einmal für den Sportverein ködern, so oft die Trainerin sie auch fragt. Sie will die pure Freude an der Bewegung bewahren. Sie ist stark an ihre Familie gebunden und erlebt ganz bewusst hierin lebensentscheidende Veränderungen. Die Schwangerschaft der Mutter und die Geburt des kleinen Bruders verfolgt sie aufmerksam, zugleich registriert sie die nachlassenden geistigen und körperlichen Kräfte des Großvaters mit Wehmut. Als dieser Großvater, der mit ihr die Leidenschaft des Laufens teilt, seine alten Laufschuhe nicht ihr, sondern Max schenkt, versteht sie bewundernd, dass er aus seiner Lebensklugheit heraus immer noch das Richtige zu tun weiß.

Dieses Buch, das wie ein Tagebuch in knappen, dem Laufrhythmus sich annähernden Sätzen geschrieben ist, liest sich sehr leicht. Dabei greift es sehr sensibel die schwankenden Gefühle und vielen grundsätzlichen Fragen auf, die den Lebensabschnitt der Pubertät kennzeichnen.


Drachenbrut

Naomi Novik, cbj 2007, 479 S., TB, € 8,95

Der amerikanischen Autorin Naomi Novik gelingt es in ihrem Erstlingswerk „Drachenbrut“ ausgezeichnet, den historischen Hintergrund der napoleonischen Kriege glaubhaft mit einer fesselnden Geschichte zu verknüpfen, in der die beliebtesten Fabelwesen der Fantasywelt die Hauptrolle spielen. Vieles, was die Autorin in ihrem Roman beschreibt, lässt ein gutes Maß an Recherche und Konzeption erkennen. Die Drachen, die Rahmenbedingungen, die Strukturen dieser Welt, alles wirkt stimmig und damit auch der ganze Roman.

Der englische Marinekapitän Will Laurence beschlagnahmt eine französische Fregatte auf See. Zu seiner Überraschung birgt das Schiff ein Drachenei, das noch dazu kurz vor dem Schlüpfen steht. Laurence schafft es nicht mehr, seinen Fund rechtzeitig zum Festland zurückzubringen, und der Drache kommt auf dem Schiff zur Welt.

Auf Grund ihrer Natur binden sich Drachen auf Lebenszeit an einen Menschen, und die Wahl des Drachenjungen, das auf den Namen Temeraire getauft wird, fällt auf Laurence. Im ersten Moment empfindet es der erfolgreiche Kapitän als schmähliche Degradierung, sein Schiff gegen einen Drachen eintauschen zu müssen, da er normalerweise bis an sein Lebensende an ihn gebunden bleibt und Piloten in der Gesellschaft Großbritanniens kein allzu großes Ansehen genießen. Aber die überaus seltenen und wertvollen Geschöpfe sind im Kampf gegen Napoleon von größter Bedeutung und Laurence erfüllt seine Pflicht. Schon bald entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen dem Kapitän und dem intelligenten, sprechenden Drachen Temeraire. Die beiden werden für den Krieg ausgebildet und müssen sich in einer großen Schlacht bewähren. Der Schluss des Romans kommt etwas plötzlich und lässt den Leser schon ungeduldig auf den nächsten Band über die „Feuerreiter seiner Majestät“ warten. Der Regisseur und Produzent Peter Jackson hat bereits die Filmrechte an Naomi Noviks Drachenreiter-Geschichte gekauft. Kein Wunder. Er ist spannend bis zur letzten Seite!


Rotes Land Gelber Fluss

Ange Zhang, Hanser 2007, 56 S., geb., € 14,90

Ange ist 13 Jahre alt, als in China im Jahr 1966 die Kulturrevolution beginnt und damit der Terror der Roten Garden. Zu diesen gehören vor allem Jugendliche, die zum willfährigen Werkzeug des „Großen Vorsitzenden“ Mao Zedong werden. Sie sind es, die ihre Lehrer aus den Klassenzimmern jagen, in die Häuser der Bessergestellten eindringen und Menschen terrorisieren. Ange findet das alles zunächst sehr aufregend und will sich den Rotgardisten anschließen. Dann aber erlebt er, dass sein Vater, der Schriftsteller ist, verhaftet wird und seine Familie mit einem Mal zu den „Schlechten“ gehört und er selbst „Abschaum“ ist.
1968 wird er zusammen mit anderen Jugendlichen aufs Land geschickt, 1000 km von seiner Heimatstadt Beijing entfernt: Mao meint, dass die Schüler und Studenten von den Bauern lernen sollen. Unter härtesten Bedingungen fristet Ange jetzt sein Leben, fernab von allen Bildungsmöglichkeiten. Nur heimlich träumt er seinen Traum, Künstler zu werden. Erst 1976, nach dem Tod von Mao, wird Anges Vater rehabilitiert. Er selbst kann nach Beijing zurückkehren und Kunst studieren. Ange erzählt seine Erlebnisse in einer schlichten, klaren Sprache und veranschaulicht seine Geschichte durch ausdrucksstarke, von ihm selbst gemalte Bilder. Ein Informationsteil über die chinesische Kulturrevolution vermittelt wertvolles Hintergrundwissen.


Denksport-Physik

Lewis C. Epstein, dtv 2006, 579 S., TB, € 19,50

Alltagsphysik als Denksport-Aufgabe nach dem Multiple-Choice-Prinzip bietet die deutsche Übersetzung des bereits in 16. Auflage vorliegenden populären englischen Physik-Klassikers für Laien und Fachleute. Wenn man eine entsprechend große Linse nimmt, könnte die Temperatur des Brennpunkts höher sein als die der Sonnenoberfläche? Könnte der Mond auch um die Erde laufen, wenn die Schwerkraft mit zunehmender Entfernung stärker würde? Herrscht in einer Höhle mehr, weniger oder dieselbe Schwerkraft wie an der Erdoberfläche?
Im Alltag kann man immer wieder leicht verständliche Fragen formulieren, die erst mit gründlichem Nachdenken nach den Regeln der Physik beantwortet werden können. In die Antworten packt Epstein die Grundideen der Physik – und dies praktisch ohne Formeln. Anstatt darüber zu belehren, weckt Epstein jedoch die Lust sich eigenständig mit physikalischen Problemstellungen auseinanderzusetzen. Damit die Lösung nicht sofort ins Auge fällt, stehen die Antworten manchmal kopfüber am Ende der Seite, meist jedoch ausführlicher und ohne Wenden des Buches auf der nächsten Seite. Ein Klassiker unter den Physikbüchern für den Alltag mit vielen originellen Cartoons!


Hitlers Kanarienvogel

Sandi Toksvig, Boje 2006, 255 S., TB, € 12,90

In den Morgenstunden des 10. April 1940 wird der 12-jährige Bamse vom Brummen niedrig fliegender Flugzeuge geweckt: Die Deutschen sind dabei, Dänemark zu besetzen. In Bamses quirliger Familie ändert sich zunächst nichts. Nur Orlando, Bamses älterer Bruder, arbeitet im Untergrund. Bamse und sein wagemutiger Freund Anton wollen mitmachen. Anfangs sind es nur pfiffige Streiche, die sie den deutschen Soldaten spielen. Als dann aber bekannt wird, dass die Deutschen alle Juden verhaften wollen, wird aus dem Spiel Ernst. Eine atemberaubende Rettungsaktion beginnt …Sandi Toksvigs packende Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und Berichten aus ihrer eigenen Familie. Mit ihrer Erzählung erinnert sie an den Mut der dänischen Bevölkerung: Im Zeitraum vom 29.09. bis 9.10.1943 wurden in einer beispiellosen Aktion mit Hilfe von 300 Fischerbooten 7220 dänische Juden nach Schweden gebracht. Dänemark war eben nicht, wie die Engländer meinten „Hitlers Kanarienvogel“!



Die abenteuerliche Reise des Marco Polo

Roland Mueller, cbj 2007, 284 S., geb., € 14,95

Mit den Augen des 17-jährigen Kaufmannssohnes Marco Polo sehen die Leser den langen Reiseweg von Venedig bis an den Hof des Kublai Khan in China. Marco darf seinen Vater und seinen Onkel auf der Handelsreise begleiten. Zu ihnen gesellt sich später ein Tempelritter, der sehr rasch mit dem Schwert bei der Hand ist und die Ereignisse ganz anders einschätzt als die Vertreter des reichen Handelshauses. Sie tragen eine Botschaft des Papstes mit sich, zudem bald geweihtes Öl aus Jerusalem und Waren, die sie schon unterwegs immer wieder gegen die noch unbekannten Schätze der Araber, Kirgisen, Tibeter und Mongolen tauschen. Viele Gefahren drohen auf den ihnen noch unbekannten Karawanenwegen. Hitze setzt ihnen ebenso zu wie die eisige Kälte bei der Überquerung der Gebirge.
Der Bericht, der sehr lebendig geschrieben ist, hält den Leser in Atem. Als Marco Polo an den sagenhaften Hof des Kahn kommt, vergleicht er die Lebensweise dort mit derjenigen in Venedig und entdeckt, um wie vieles fortschrittlicher diese Menschen in Bezug etwa auf Hygiene oder Transport- und Nachrichtenwege sind. Gerade im Vergleich ergibt sich so ein fesselndes Bild der Zeit um 1275.


Der Jugendbrockhaus Weltall und Raumfahrt

Dieter B. Herrmann, Axel Weigend, Andreas Rzadkowski,
Brockhaus Verlag, 2007, 260 S., geb., € 19.95


In jedem der neun Themenbereiche („Wissenschaft rund ums Weltall", „Das Universum“, „Unsere Galaxis“, „Unser Sonnensystem“, „Der Planet Erde“, „Abenteuer Raumfahrt", „Nutzen von Astronomie und Raumfahrt“, „Berufe rund ums Weltall“, „Zukunftsvisionen") informieren alphabetisch angeordnete Kurzberichte, ergänzt durch Fotos, Zeichnungen, Skizzen und Infoboxen, über klassische und moderne Erkenntnisse, Methoden und Techniken bei der Erforschung des Universums. Häufige Querverweise und vor allem das umfangreiche Stichwortverzeichnis am Schluss erlauben es, gezielt Themen auszuwählen und zu verfolgen. Quizboxen fragen immer wieder Wissen ab und fordern den Leser zum Mitdenken und aktiven Tun auf. Der abwechslungsreich gestaltete Band bietet dabei Wissenswertes und auch Unterhaltsames, lädt zum Blättern, Betrachten und Entdecken ein und stellt die technischen und wissenschaftlichen Zusammenhänge für Jugendliche gut verständlich dar. Diese können sich so einen anschaulichen Überblick über die neuesten Erkenntnisse aus den Bereichen Weltall und Raumfahrt verschaffen.


Hubble

Lars Lindberg Christensen, Wiley-VCH 2006, 120 S., mit DVD-ROM, geb., € 24,90

Anlässlich des 15. Geburtstags eines der bekanntesten und populärsten Wissenschaftsgeräte überhaupt, des Hubble Weltraumteleskops, vermittelt die ESA, die Europäische Raumfahrtagentur, eine Übersicht und Zusammenfassung der Leistung der wohl teuersten Fotokamera der Welt. Hubble wird gemeinsam von der NASA und der ESA betrieben. Aus seiner Umlaufbahn um die Erde ermöglicht es seit 15 Jahren einen vorher ungeahnten Blick in die Tiefen des Weltalls. Die einmalig detailscharfen und farbprächtigen Aufnahmen des Teleskops finden sich in diesem Buch in einer beeindruckenden Auswahl wieder, ergänzt durch einen Textteil, der die Geschichte und Technik des Gerätes, seine Arbeitsweise und die durch seine Anwendung gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse beschreibt. Die erläuternden Texte sind sachkundig und verständlich. Den Abschluss des Bildbandes bildet die Hubble-Galerie, die einige der schönsten und spektakulärsten Bilder des Teleskops vereint. Die beigefügte DVD, die den 83-minütigen Film „15 Years of Discovery" (auch in deutscher Fassung) sowie zusätzliches Bild- und Filmmaterial enthält, ergänzt das Buch und bietet weitere Informationen.


Raumfahrt. Die schönsten Bilder aus dem All

Volker Kratzenberg-Annies, Knesebeck 2006, 276 S., mit 3-D-Brille, geb., € 39,95

226 phantastische Bilder von einzigartiger Faszination in exzellenter Verarbeitungs- und brillanter Druckqualität zeigt der Textbildband im Querformat 23 x 34 cm. Die Auswahl der Bilder aus den Archiven der Weltraumbehörden ESA und NASA ist vielseitig und imponierend. Sowohl Bilder aus der Raumfahrt als auch Aufnahmen aus der Astronomie werden hier mit wenig Text kommentiert zusammengestellt. Es sind Bilder aus und von der Raumfahrt, von Astronauten angefertigte Bilder aus dem All, Satellitenbilder der Erde, beeindruckende stereoskopische Aufnahmen vom Mars (3-D-Brille liegt bei), spektakuläre Aufnahmen von kollidierenden Galaxien, Sternen-Embryonen und der weiteste Blick zurück zum Anfang der Zeit auf Galaxien in einer Entfernung von bis zu 13 Milliarden Lichtjahren ...


Das Universum

Martin Rees (Hsg.), Dorling Kindersley 2006, 512 S., geb., € 49,90

Zehn Astronomen, Naturwissenschaftler und Fachautoren unter Leitung von Martin Rees – Professor für Kosmologie und Astrophysik am Trinity College in Cambridge – beteiligten sich an diesem Standardwerk: Sie haben es alle verstanden, die komplexe Materie wissenschaftlich fundiert und doch verständlich und transparent darzustellen. Im Kapitel „Das All und seine Erforschung“ werden astronomischen Objekte und ihre Wechselwirkungen, die Entwicklung des Alls, die Himmelsbeobachtung von der Erde aus und die Geschichte der Weltraumforschung vorgestellt. „Das Weltall“ schildert Aufbau und Funktion unserer Sonne, stellt die Körper vor, die sie umkreisen, untersucht den Lebenslauf beliebiger Sterne und beschreibt von der Milchstraße ausgehend die Galaxien. „Der Sternenhimmel“ präsentiert die Sternbilder und gibt mit monatlichen Sternkarten Hilfen zur eigenen Beobachtung. Eine Fülle von spektakulären Farbfotografien, Schnittzeichnungen, Modellen, Grafiken, Karten, Tabellen sorgt für den bei Dorling Kindersley schon gewohnt prächtigen optischen Rahmen. Infokästen mit Themenbeiträgen zu Mythen und Geschichten, zur astronomischen Forschung und Biografien sind über das ganze Buch verteilt. Ein umfassendes Glossar und ein Register runden den prächtig ausgestatteten, gewichtigen und umfangreichen Band ab und erleichtern seine Nutzung als wertvolles Nachschlagewerk.


Die Mauer. Wie es war, hinter dem Eisernen Vorhang aufzuwachsen

Peter Sis, Hanser 2007, geb., 48.S., € 14,90

Peter Sis ist ein vielfach preisgekrönter Autor und Illustrator, der in diesem Buch von seiner eigenen Kindheit und Jugend erzählt: Er ist in Prag zur Welt gekommen und hat die Spaltung Europas durch den so genannten Eisernen Vorhang am eigenen Leib erfahren. So mischt er Photos aus seinem privaten Besitz mit offiziellen Dokumenten und verbindet alles mit großformatigen Zeichnungen oder Comicbildfolgen in der für ihn typischen Strichführung. Mit der Aufarbeitung einer historischen Epoche durch Comics steht er in der Tradition von Art Spiegelmann („Maus“) und Marjane Satrapi („Persepolis“). In „Die Mauer“ beweist sich Sis als Zeitzeuge, der mit Photos und dem Zeichenstift emotionale Nähe und gleichzeitig reflektierende Distanz schafft.
Bedrückend sind die Versuche des Jugendlichen, die Freiheit der Gedanken zu realisieren, in winzigen Schritten, die dem System verborgen bleiben – allerdings meist nicht lange. Wie überbordend während des Kalten Krieges die Lebenslust und Neugierde auf das andere Europa waren, zeigt die Darstellung des kurzen Prager Frühlings – allein diese Passage ist für Jugendliche äußerst aufschlussreich und lässt die Gefühle und Stimmungen der damaligen Zeit nacherleben.


Golem stiller Bruder

Mirjam Pressler, Beltz & Gelberg 2007, 372 S., geb., € 16,90

Prag um 1600: Der 15-jährige Jankel lebt bei seinem Großonkel, dem berühmten Rabbi Löw. Er hat zum ersten Mal Arbeit, bei Mendel, dem Bäcker. Und zum ersten Mal einen Freund, Schmulik. Alles wäre gut, wäre da nicht dieser unheimliche Mitbewohner unter dem Dach: Josef ist Synagogendiener und eine Ausgeburt an Hässlichkeit und Stumpfsinn. Jeder behandelt ihn, als wäre er kein Mensch – obwohl Josef mit seinen Bärenkräften immer wieder zu Hilfe kommt, wenn die Juden von aufgehetzten christlichen Bürgern bedroht werden. Josef, so erfährt Jankel, ist ein Golem, den Rabbi Löw aus Lehm und mit Hilfe kabbalistischer Zauberformeln geschaffen hat. Als nun den Juden ein Mord angehängt werden soll, schickt der Rabbi den Golem los, um das Verbrechen aufzuklären. Jankel soll ihn begleiten. Obwohl Josef kein Mensch ist, schließt Jankel ihn in sein Herz. Doch als der Golem am Ende Amok läuft, können nur Jankel und Schmulik ihn „ausschalten“. Einen von beiden wird es das Leben kosten ... Ein Roman über die menschliche Hybris, der seine Faszination aus der Lust am Unheimlichen bezieht. Zugleich eine Einführung in die jüdische Religion, die reich an Legenden und Mythen ist.


Tintentod

Cornelia Funke, Dressler 2007, 759 S., geb., € 22,90

Nach „Tintenherz“ (2004) und „Tintenblut“ (2005) der fulminante Abschluss einer Trilogie, die bei allen jungen Lesern Begeisterung auslöste. Erst wenige Wochen sind vergangen, seit die Weißen Frauen Staubfinger mit sich genommen haben. Meggie und ihre Eltern leben auf einem verlassenen Hof in den Hügeln östlich von Ombra. An diesem friedlichen Ort lässt sich fast vergessen, was auf der Nachtburg geschehen ist. Doch in der Dunkelheit, wenn Meggie am Fenster steht und auf Farid wartet, hört sie den Eichelhäher schreien. Dann verschwindet ihr Vater mit dem Schwarzen Prinzen und dem Starken Mann im Wald, denn es muss alles getan werden, damit die Schatten über Ombra weichen ...
Spannend, wild, phantastisch – der Renner der Saison!





Eine unbequeme Wahrheit. Klimawandel geht uns alle an

Al Gore, cbj 2007, 207 S. mit zahlr. Abb., € 14,95
Bearbeitete Ausgabe für junge Leser


Täglich erreichen uns Bilder von schmelzenden Gletschern, verheerenden Stürmen und dramatischen Flutkatastrophen. Auslöser für viele dieser Phänomene ist die zunehmende Erderwärmung. Al Gore, ehemaliger US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger 2007, erklärt klar und verständlich die Ursachen der Klimakrise. Anschauliche Grafiken und beeindruckende Fotos klären über die Folgen des Treibhauseffekts auf. Ein wichtiges Buch, um das Umweltbewusstsein unserer Kinder nachhaltig zu wecken. Ein Buch, das zudem zeigt, wie wir die drohende Katastrophe abwenden können.






Sprache oder Was den Mensch zum Menschen macht

Nikolaus Nützel, cbj 2007, 224 S. m Abb., geb., € 14,95

Gibt es eine Ursprache, wie in der Erzählung vom Turmbau zu Babel behauptet wird? Ist die Jugendsprache eine eigene Sprache? Wie entziffert man Geheimschriften und was leisten Sprachcomputer? Anhand derartiger Fragen präsentiert Nikolaus Nützel Spannendes und Verblüffendes rund um das Thema Sprache. In kurzen Geschichten erfährt der Leser immer wieder Erstaunliches: von Heinrich Schliemann zum Beispiel, dem Entdecker Trojas, der nicht weniger als 30 (!) Sprachen beherrschte, vom letzten Sprecher der alten Sprache Manx, von einem geheimnisvollen Zauberbuch, das bislang niemand enträtseln konnte, aber auch von den Schwierigkeiten des Übersetzens oder vom Keltisch sprechenden Asterix. All dies ist unterhaltsam aufbereitet, mit vielen anschaulichen Beispielen, übersichtlichen Tabellen und Sprachproben sowie mit Chiffrier-Tabellen im Kapitel Geheimsprachen. „So gut hat uns selten einer die Sprache erklärt", meint dazu der Sprachwissenschaftler Hans-Martin Gauger.






Abenteuer Weltgeschichte. 20 entscheidende Ereignisse von der Steinzeit bis heute

Ulli Kulke, Beltz & Gelberg, 172 S., geb. m. zahlr. Abb., € 16,95

Das in der Reihe „Live dabei“ und in Zusammenarbeit mit „Der Jugend Brockhaus“ entstandene Jugendsachbuch stellt in kurzen Texten und vielen Karten, Bildern, Dokumenten und Fotographien und mit zahlreichen Begriffsdefinitionen in der Randspalte zwanzig Höhepunkte der Weltgeschichte dar, beginnend bei den Höhlenmenschen der Steinzeit, endend bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. Ein anschaulicher Parforceritt durch die Weltgeschichte, der stets präzise bleibt und den jeweiligen Kern der Ereignisse und historischen Entwicklungen herausarbeitet. Die historische Persönlichkeit kommt dabei nicht zu kurz, wie die Ausführungen über Karl den Großen, Kolumbus, Martin Luther oder Karl Marx zeigen.






Der Junge im gestreiften Pyjama

John Boyne, Fischer 2007, 266 S., geb., € 13,90

Bruno, der 9-jährige Sohn eines hohen NS-Funktionärs, hat keine Ahnung vom Holocaust und der mörderischen Tätigkeit seines Vaters. Als dieser nach Auschwitz versetzt wird, bedauert er nur, dass man ihn von seinem gemütlichen Zuhause in Berlin in ein Haus verpflanzt hat, das in einer öden Gegend liegt. Langweilig, hier gibt es niemanden, der mit ihm spielt. Bis er Schmuel kennen lernt, einen Jungen, der ein seltsam ähnliches Dasein auf der anderen Seite des angrenzenden Drahtzauns fristet und der, wie alle Menschen dort, einen gestreiften Pyjama trägt. Durch seinen Freund werden ihm langsam die Augen geöffnet und er möchte der Sache auf den Grund gehen – ein Plan, der in der Katastrophe endet.




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Quelle

Leseforum Bayern (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus)
http://www.leseforum.bayern.de/


Letzte Änderung: 04.04.2008 13:52:29Zum Seitenanfang