Hauptmenü

Hauptseite
Familienhandbuch-
Forum

Stichwortsuche

von A bis Z

Aktivitäten mit Kindern
Angebote/Hilfen
Behinderung
Elternschaft
Ernährung
Erziehungsbereiche
Erziehungsfragen
Familie und Beruf
Familienbildung
Familienforschung
Familienpolitik
Gesundheit
Häufige Probleme
Haushalt/Finanzen
Jugendforschung
Kindertagesbetreuung
Kindheitsforschung
Kindliche Entwicklung
Leistungen für Familien
Partnerschaft
Rechtsfragen
Schule
Teil- und Stieffamilien
Trennung/Scheidung

Verschiedenes

Impressum
Kontakt
Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Familie im internationalen Vergleich: Deutschland, Österreich, Schweden und Norwegen

Sonja Dörfler und Benedikt Krenn



In diesem Beitrag werden die wichtigsten gesellschaftlichen und demographischen Eckdaten der Vergleichsstaaten dargestellt und miteinander verglichen. Neben den demografischen Daten werden auch die zentralen erwerbs- und armutsbezogenen Kennzahlen dargestellt. Diese sind als gesellschaftliche Rahmenbedingungen familienpolitischen Handelns von besonderer Bedeutung.

1. Geburtenraten

In Abbildung 1 wird die Entwicklung der Gesamtfertilitätsraten (die durchschnittliche Zahl von Kindern pro Frau) in Deutschland, Norwegen, Österreich und Schweden sowie im Durchschnitt der EU 15 zwischen 1980 und 2004 dargestellt. Im Jahr 2004 weisen Norwegen (1,8 Kinder pro Frau) und Schweden (1,75 Kinder pro Frau) die höchste Geburtenrate auf. Diese ist sowohl in Österreich (1,42 Kinder pro Frau), als auch in Deutschland (1,37 Kinder pro Frau) deutlich geringer. Die durchschnittliche Gesamtfruchtbarkeitsrate in den Staaten der Europäischen Union (EU 15) war 2004 mit durchschnittlich 1,5 Kindern pro Frau höher als in Österreich und Deutschland, aber geringer als in Norwegen und Schweden.

Im Beobachtungszeitraum 1980 bis 2004 lagen die Raten sowohl in Österreich als auch in Deutschland, unter dem EU-Durchschnitt. Ausgehend von 1,65 Kindern pro Frau in Österreich und 1,56 Kindern pro Frau in Deutschland 1980 lässt sich in beiden Staaten bis 2001 ein kontinuierliches Absinken der Gesamtfertilitätsrate beobachten. Diese Entwicklung verläuft parallel zur Gesamtentwicklung in der Europäischen Union. 2001 beträgt die Rate mit 1,33 in Österreich und 1,35 in Deutschland den Tiefstpunkt des Beobachtungszeitraums. Zwischen 2001 und 2004 kann sowohl in Deutschland (2001: 1,35; 2004: 1,37), als auch in Österreich (2001: 1,33; 2004: 1,42), ein leichter Anstieg beobachtet werden. Ebenso wie in der Gesamtentwicklung folgen die beiden deutschsprachigen Staaten auch hier einem gesamteuropäischen Trend (2001: 1,46; 2004: 1,5). Trotz dieses leichten Anstiegs zwischen 2001 und 2004 ist die Rate der beiden Vergleichsstaaten insgesamt rückläufig.

Eine dazu konträre Entwicklung lässt sich in den beiden skandinavischen Vergleichsländern Norwegen und Schweden beobachten. Hier kann zwischen 1980 und 1990 ein deutlicher Anstieg der Gesamtraten beobachtet werden. Zwischen 1990 und 2001 kommt es sowohl in Norwegen (1990: 1,9; 2001: 1,78) wie auch in Schweden (1990: 2,13; 2001: 1,57) zu einem deutlichen Absinken der Rate. Nach einem leichten Anstieg in den letzten Jahren beträgt die Rate 2003 1,81 Kinder pro Frau in Norwegen und 1,75 Kinder pro Frau in Schweden. Die durchschnittliche Gesamtsfertilitätsrate der beiden skandinavischen Staaten liegt 2004 wieder leicht über den durchschnittlichen Werten der Europäischen Union.

Abbildung 1: Entwicklung der Gesamtfertilitätsrate (Kinder pro Frau) zwischen 1980 und 2004

 Schaubild: Kinder pro Frau 1980 - 2004

Quelle: EUROSTAT, Statistik kurzgefasst Thema 3 – 13/2004: 5; EUROSTAT, Statistik kurzgefasst Thema 3 – 15/2005

2. Haushalts- und Familienformen

In diesem Abschnitt wird ein Überblick über die Struktur der Haushalte in Deutschland, Österreich und Schweden geboten. In einem ersten Schritt wird die Verteilung der Haushalte nach unterschiedlichen Haushaltstypen dargestellt. In einem zweiten Schritt wird detailliert auf Charakteristika der Haushalte von AlleinerzieherInnen eingegangen. Es werden sowohl der Anteil der Haushalte von AlleinerzieherInnen an allen Haushalten, als auch ihr Anteil an Haushalten mit unterhaltsberechtigten Kindern herausgearbeitet. Im Anschluss wird auf die Zusammensetzung der Haushalte von AlleinerzieherInnen eingegangen. Hier wird die Verteilung nach dem Geschlecht der AlleinerzieherIn und nach der Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder in Deutschland, Österreich und Schweden dargestellt. Nachdem über die Verteilung der Haushalts- und Familienformen in Norwegen keine entsprechenden Daten vorliegen, kann die dortige Situation nicht berücksichtigt werden.

2.1. Verteilung der Haushaltstypen

In Abbildung 2 findet sich eine Gegenüberstellung der Anteile von in privaten Haushalten lebenden Personen nach unterschiedlichen Haushaltstypen. Neben der Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder wird in den Graphiken auch die Anzahl der im Haushalt lebenden Erwachsenen berücksichtigt.

In Schweden, Deutschland und Österreich stellen jene Haushalte, in denen keine unterhaltsberechtigten Kinder leben, die Mehrheit der berücksichtigten Haushaltsformen dar. Mit annähernd 70% an den Haushalten insgesamt stellen in Schweden Haushaltsformen ohne Kinder eine besonders große Gruppe dar. Hier ist allerdings auch der Anteil der Haushalte von AlleinerzieherInnen mit 7% deutlich höher als in Österreich und Deutschland. Im Vergleich beträgt in Österreich der Anteil der Haushalte von AlleinerzieherInnen lediglich 3%; in Deutschland stellen AlleinerzieherInnen mit unterhaltsberechtigten Kindern lediglich 2% aller Haushalte.

Abbildung 2: Anteil der Haushalte nach Haushaltstyp im Vergleich (2001)

 Schaubild: Anteil der Haushalte nach Haushaltstyp im Vergleich (2001)

Quelle: EUROSTAT, Statistik kurzgefasst Thema 3 – 5/2004

2.2. Haushalte von AlleinerzieherInnen

Der geringe Anteil der Haushalte von AlleinerzieherInnen an den Haushalten insgesamt gewinnt an Bedeutung, wenn diese Haushaltsform in Beziehung zu Haushalten mit unterhaltsberechtigten Kindern gesetzt wird (siehe Abbildung 3).

In Schweden werden im Jahr 2001 22% aller Haushalte mit unterhaltberechtigten Kindern von AlleinerzieherInnen geführt. Dieser Anteil von 22% an allen Haushalten mit unterhaltsberechtigten Kindern liegt sowohl deutlich über dem durchschnittlichen Wert der EU 15 (mit 7%), als auch über den entsprechenden Werten in Österreich und Deutschland. Hier werden 2001 jeweils 8% der Haushalte mit unterhaltsberechtigten Kindern der Gruppe allein erziehender Haushalte zugerechnet.

Abbildung 3: AlleinerzieherInnenanteil im Vergleich (2001)
 Schaubild: AlleinerzieherInnenanteil im Vergleich (2001)
Quelle: EUROSTAT, Statistik kurzgefasst Thema 3 5/2004

In Abbildung 4 wird deutlich, dass AlleinerzieherInnen in der Regel weiblich sind. Dieses deutliche Übergewicht zu Gunsten weiblicher Alleinerzieherinnen weisen die Verteilungen der AlleinerzieherInnen Haushalte nach Geschlecht in den drei Vergleichsstaaten auf. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland sind AlleinerzieherInnen fast ausschließlich weiblich. In Österreich sind 95% der AlleinerzieherInnen mit unterhaltsberechtigten Kindern weiblich. Auch in Deutschland ist der Anteil allein erziehender Männer, die lediglich 4% der AlleinerzieherInnen stellen, verschwindend gering. In beiden Staaten liegt der Anteil allein erziehender Männer unter dem diesbezüglichen Durchschnittswert der EU von 9%. Im Unterschied zur Verteilung in den beiden deutschsprachigen Vergleichsstaaten ist der Anteil männlicher Alleinerzieher in Schweden, mit einem Wert von 26%, sehr hoch. Hier ist jeder vierte Alleinerzieher männlich.

Abbildung 4: Verteilung der AlleinerzieherInnen nach Geschlecht (2001)
 Schaubild: Verteilung der AlleinerzieherInnen nach Geschlecht (2001)

Quelle: EUROSTAT, Statistik kurzgefasst Thema 3 – 5/2004

Zwischen den dargestellten Vergleichsstaaten finden sich deutliche Unterschiede in der Verteilung von AlleinerzieherInnen nach ihrem Geschlecht. In Abbildung 5 wird auf die Familiengröße der Haushalte von AlleinerzieherInnen eingegangen. Zwischen Deutschland, Österreich und Schweden findet sich die gemeinsame Tendenz, dass AlleinerzieherInnen im Regelfall lediglich ein Kind versorgen. In Österreich leben rund 2/3 oder 66% aller AlleinerzieherInnen mit unterhaltsberechtigten Kindern in Haushalten mit lediglich einem Kind. In Deutschland weist diese Gruppe mit 71% einen noch höheren Anteil auf. Ebenso wie in Österreich und Deutschland stellt in Schweden zwar die Gruppe der AlleinerzieherInnen, die in einem Haushalt mit einem unterhaltsberechtigten Kind leben, die größte Gruppe dar, allerdings haben hier mit 44% im Ländervergleich bei weitem die meisten Alleinerziehenden mehr als ein Kind.

Abbildung 5: AlleinerzieherInnen nach der Anzahl der Kinder im Vergleich (2001)

 Schaubild: AlleinerzieherInnen nach der Anzahl der Kinder im Vergleich (2001)

Quelle: EUROSTAT, Statistik kurzgefasst Thema 3 – 5/2004

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Anteil der Haushalte von AlleinerzieherInnen, gemessen an den Haushalten insgesamt, in allen drei Vergleichsstaaten relativ gering ist. Wird diese Haushaltsform aber in Beziehung zur Gruppe aller Haushalten mit unterhaltsberechtigten Kindern gesetzt, so steigt ihr Anteil deutlich an. Im einzigen skandinavischen Vergleichsland ist der Anteil der Haushalte von AlleinerzieherInnen deutlich höher als in Deutschland und Österreich. In Schweden wird beinahe jeder 4. Haushalt (22%) aller Haushalte mit zumindest einem unterhaltberechtigten Kind von einer AlleinerzieherIn geführt wird. Sowohl in Deutschland und Österreich als auch in Schweden sind AlleinerzieherInnen überwiegend weiblich. In allen drei Staaten leben AlleinerzieherInnen überwiegend in einem Haushalt mit einem unterhaltsberechtigten Kind.

3. Geschlechtsspezifische Erwerbsbeteiligung

Bisher wurde auf die unterschiedliche Entwicklung der Fertilitätsraten und die Verteilung der Haushaltsstrukturen detailliert eingegangen. Im folgenden Abschnitt rückt die Frage nach Unterschieden in der Erwerbsbeteiligung von Frauen in den Vergleichsstaaten ins Zentrum des Erkenntnisinteresses. Es werden die Erwerbsbeteiligung und das Ausmaß der Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland, Norwegen, Schweden und Österreich miteinander verglichen (bezieht sich auf die Wohnbevölkerung im Alter von 15 – 64 Jahren).

In Abbildung 6 findet sich neben einer Darstellung der Erwerbsquoten für Männer und Frauen auch eine Darstellung der Teilzeitquoten nach Geschlecht für das Jahr 2002.

Die beiden skandinavischen Staaten Norwegen und Schweden weisen sowohl die höchste Integration in den Erwerbsarbeitsmarkt für beide Geschlechter auf (Norwegen, F: 74% - M: 80%; Schweden: F: 73% - M: 76%). Zudem ist in diesen beiden Ländern der Unterschied zwischen der Erwerbspartizipation von Männern und Frauen – Norwegen: 6 Prozentpunkte und Schweden: 3 Prozentpunkte – am geringsten. Am geringsten ist die Frauenerwerbspartizipation unter den Vergleichsländern in Deutschland (59%), während die Differenz zwischen den Geschlechtern in Österreich mit 14 Prozentpunkten am ausgeprägtesten ist. Die Frauenerwerbstätigenquote ist im EU-15-Schnitt mit 56% allerdings geringer und die Geschlechterdifferenz mit 17 Prozentpunkten deutlich ausgeprägter als in den vier Vergleichsstaaten.

Bei der Betrachtung der Teilzeitquoten nach Geschlecht wird bereits auf den ersten Blick deutlich, dass in allen vier Staaten ein vergleichsweise hoher Anteil der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit beschäftigt ist. In Norwegen, das die höchste Frauenerwerbsquote aufweist, ist auch der Anteil von Frauen an Teilzeitarbeit besonders hoch. Hier sind 2002 43% der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit beschäftigt. Ebenso wie in Schweden, wo 33% aller erwerbstätigen Frauen einer Teilzeitarbeit nachgehen, verliert dieser hohe Wert durch die ausgeprägte Gesamtintegration von Frauen in den Erwerbsarbeitsmarkt etwas an Gewicht. Zudem ist auch der Anteil an teilzeiterwerbstätigen Männern in den beiden skandinavischen Ländern mit jeweils 11% deutlich höher als in den beiden deutschsprachigen Staaten.

Wie bereits erwähnt, ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen in den deutschsprachigen Vergleichsstaaten deutlich geringer. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich geht, trotz einer weniger gut entwickelten Erwerbsbeteiligung von Frauen insgesamt, ein hoher Anteil der Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nach. Lediglich in Norwegen ist der Anteil der teilzeitbeschäftigten Frauen höher als in Deutschland, wo ihr Anteil beinahe 40% beträgt. In Österreich ist die Frauenerwerbsquote nur wenig höher als in Deutschland. Von den beschäftigten Frauen sind auch hier 2002 über 35% lediglich in Teilzeit erwerbstätig. Männer sind in Österreich lediglich zu 5% und in Deutschland zu 6% teilzeitbeschäftigt.

Abbildung 6: Erwerbspartizipation und Teilzeitquote von Frauen und Männern im Vergleich, 2002 in %

 Schaubild: Erwerbspartizipation und Teilzeitquote von Frauen und Männern im Vergleich, 2002 in %

4. Armutsgefährdung

In diesem Abschnitt findet sich ein Vergleich der Armutsgefährdung nach Haushalten im Jahr 2001 für Deutschland, Österreich und Schweden. Aufgrund der schlechten Datenlage der Armutsgefährdung im internationalen Vergleich muss auf Daten aus dem Jahr 2001 zurückgegriffen werden. Die Daten für Deutschland und Österreich wurden im Rahmen des Haushaltspanels der EU (ECHP) 2001 berechnet. Die entsprechenden Daten für Schweden entstammen der nationalen Erhebung über die Einkommensverteilung (HEK) im selben Jahr. Für Norwegen konnten keine Vergleichsdaten gefunden werden.

In den letzten Jahren konnten auf EU-Ebene neue methodische Standards zur Erfassung von Armut auf nationaler und europäischer Ebene etabliert werden. Nach der angewandten Definition sind jene Personen armutsgefährdet, deren Einkommen weniger als 60% des Medianeinkommens des Staates erzielen, in dem sie leben. Nach dieser Definition wird Armut als auf einen mittleren Lebensstandard bezogene Benachteiligung aufgefasst. Der Wert der Armutsgefährdungsschwelle wird hier relativ zum mittleren Einkommen der Bevölkerung in einem Staat errechnet. Bei der Berechnung eines unter der Armutsschwelle liegenden Familieneinkommens wird dieses Familieneinkommen „gewichtet“. Es wird davon ausgegangen, dass mit jeder im Haushalt lebenden Personen relativ weniger Einkommen pro Kopf benötigt wird. Der entsprechende Gewichtungsfaktor für den ersten Erwachsenen ist 1. Jede weitere Person ab dem 14. Lebensjahr wird mit einem Faktor von 0,5 und jedes Kind unter 14 Jahren mit einem Gewichtungsfaktor von 0,3 bewertet. Das bedeutet, dass der Einkommensbedarf einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren um 2,1-mal größer ist als der eines Einpersonenhaushalts. (Amt für Veröffentlichungen der europäischen Gemeinschaften 2002)

In Abbildung 7 wird die Armutsgefährdungsquote von Haushaltstypen bei einer Armutsschwelle von 60% des nationalen Medianeinkommens dargestellt. Im Jahr 2001 müssen in Deutschland und Österreich neben AlleinerzieherInnen insbesondere kinderreiche Familien und allein stehende Menschen als besonders armutsgefährdet eingeschätzt werden. In Deutschland weisen Haushalte von AlleinerzieherInnen 2001 mit 36% die höchste Armutsgefährdung aller Haushalte auf. Auch in Österreich liegt das Haushaltseinkommen von 23% der AlleinerzieherInnenhaushalte unterhalb der Armutsschwelle. Neben Haushalten von AlleinerzieherInnen weisen in Österreich auch Einpersonenhaushalte (23%) und besonders kinderreiche Haushaltsformen (23%) eine sehr hohe Armutsgefährdung auf. Auch in Deutschland ist beinahe jeder 4. Haushalt (21%) von zwei Erwachsenen mit zumindest drei unterhaltsberechtigten Kindern armutsgefährdet.

Ebenso wie in den beiden deutschsprachigen Vergleichsstaaten sehen sich auch in Schweden Einpersonenhaushalte mit 21% einem besonders hohen Armutsrisiko ausgesetzt. Hier ist die Armutsgefährdungsquote von Haushalten von AlleinerzieherInnen (13%) und besonders kinderreicher Familien (8%) allerdings vergleichsweise gering. Die niedrigste Armutsgefährdungsquote weisen sowohl in Schweden (4%), als auch in Deutschland (7%) und Österreich (7%) Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei unterhaltsberechtigten Kindern auf. Zweipersonenhaushalte ohne Kinder weisen in Schweden (4%) eine niedrigere Armutsgefährdung als in Deutschland (8%) und Österreich (10%) auf.

Abbildung 7: Armutsgefährdungsquote von Haushalten mit und ohne Kinder im Vergleich 2001

 Schaubild: Armutsgefährdungsquote von Haushalten mit und ohne Kinder im Vergleich 2001

Quelle: EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 16/2004

Literatur

Alf Erling Risa (1999): Familienpolitik in Norwegen, In: Leipert, Christian (Hrsg.): Aufwertung der Erziehungsarbeit. Europäische Perspektiven einer Strukturreform der Familien- und Gesellschaftspolitik, Opladen, S.245-258

Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften (2002): Das Leben von Frauen und Männern in Europa. Ein statistisches Portrait. Daten aus Jahren 1980 bis 2000, Luxemburg

Appelt, Erna (1997): Familialismus. Eine verdeckte Struktur im Gesellschaftsvertrag, In: Kreisky, Eva/Sauer, Birgit (Hrsg.): Das geheime Glossar der Politikwissenschaft. Geschlechterkritische Inspektion der Kategorien einer Disziplin, Fankfurt am Main, Seite 114 – 136

Appelt, Erna (1999): Geschlecht, Staatsbürgerschaft, Nation. Politische Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses in Europa, Frankfurt am Main

Badelt, Christoph (Hrsg.) (1998): Familien zwischen Gerechtigkeitsideal und Benachteiligung, Wien

Bahle, Thomas (1995): Familienpolitik in Westeuropa. Ursprünge und Wandel im internationalen Vergleich, Campus

Bahle, Thomas (1998): Familienarbeit und Typen der Familienpolitik in Europa, In: Netzler, Andreas u.a. (Hrsg.): Neubewertung der Familienarbeit in der Sozialpolitik, Opladen, Seite 123 - 138

Beck-Gernsheim, Elisabeth (1998): Was kommt nach der Familie? Einblicke neue Lebensformen, München

Bien, Walter/Rathgeber, Richard (Hrsg.) (2000): Die Familie in der Sozialberichterstattung. Ein europäischer Vergleich, Opladen

Bien, Walter/Weidacher, Alois (Hrsg.) (2004): Leben neben der Wohlstandsgesellschaft. Familien in prekären Lebenslagen, Wiesbaden

Bradshaw, Jonathan/ Ditch…/Holmes (1993): Support for Children. A Comparison of arrangements in 15 countries, Department of Social Security Research Report 21, London

Bradshaw, Jonathan/Finch, Naomi (2002): A comparison of child benefit packages in 22 countries, Research Report 174. Department of Work and Pensions, London, Online im WWW Unter: http://www.dwp.gov.uk/asd/asd5/rrep174.asp (Stand 5.1.2006)

Bundesministerium für Familie und Senioren (Hrsg.) (1993): Vierzig Jahre Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Caritas Europe (2004): Poverty has faces in Europe. The need for family oriented policies, Brüssel

Daly, Mary/Clavero, Sara (2002): Contemporary Family Policy. A Comparative Review of Ireland, France, Germany, Sweden and the UK, Dublin

Dingeldey, I. (1999a): Begünstigungen und Belastungen familialer Erwerbs- und Arbeitszeitmuster in Steuer- und Sozialversicherungssystemen. Ein Vergleich zehn europäischer Länder, Gelsenkirchen

Dingeldey, Irene (2002): Das deutsche System der Ehegattenbesteuerung im europäischen Vergleich, In: WSI Mitteilungen 3/2002, Seite 154 – 160

Ditch, J/ Bradshwaw, Jonathan (1998): A Synthesis of National FamilyPolicies, York

Dörfler, Sonja: Familienpolitische Maßnahmen zum Leistungsausgleich für Kinderbetreuung – ein Europavergleich. Working Paper Nr. 22/2002. Wien

Esping- Anderson, G. (1990) The Three Worlds of Welfare Capitalism, Cambridge

Esping-Andersen, Gosta (1998): Die Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Zur politischen Ökonomie des Wohlfahrtsstaates, In: Lessenich, Stephan/Ostner, Ilona (Hrsg,): Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Der Sozialstaat in vergleichender Perspektive, Frankfurt am Main/New York, Seite 19 – 59

Esping-Anderson, G. (1999) Social Foundations of Post-industrial Economies, Oxford: University Press.

Espin-Andersen, G. (2002) Why We Ned a New Welfare State, Oxford

Europäische Kommission (2002): Familienleistungen und Familienpolitik in Europa. Manuskript, Brüssel Europäische Kommission (2003): Beschreibung der Sozialen Lage in Europa, Luxemburg

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 16/2002

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 15/2002

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 19/2003

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 15/2003

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 20/2003

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 5/2004

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 6/2004

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 13/2004

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 14/2004

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 16/2004

EUROSTAT – Statistik kurzgefasst Thema 3 – 15/2005

Fux, Beat (2002): Which Models of the Family are Encouraged or Discouraged by Different Family Policies?, In: Kaufmann, Franz-Xaver u.a. (Hrgs.) (2002): Family Life and Family Policies in Europe. Volume 2. Problems and Issus in Comparative Perspective, Oxford, Seite 363 - 419

Förster, Michael/ Tarcali, Geza/ Till, Matthias (2004): Income and non-income poverty in Europe. What is the minimum acceptable standard in an enlarged European Union? Online im WWW Unter: http://www.euro.centre.org/iariw_Text.pdf (Stand 3.1.2006)

Gauthier, Anne Helene (1996): The state and the family. A comparative analysis of family politics in industrialized countries. Oxford

Gerlach, Irene (2003): Familienpolitik: Policy-Analyse, Opladen

Gohr, Antonia/Seelaib-Kaiser, Martin (Hrsg.) (2003): Sozial- und Wirtschaftspolitik unter Rot-Grün, Wiesbaden

Hobson, Barbara (Hsg.) (2002): Making Men into Fathers. Men, Masculinities and the Social Politics of Fatherhood, Cambridge

Kaufmann, Franz-Xaver (1982): Elemente einer soziologischen Theorie sozialpolitischer Intervention. In: Kaufmann, Franz-Xaver (Hrsg.): Staatliche Sozialpolitik und Familie, München, Seite 49-86

Kaufmann, Franz–Xaver (1993): Familienpolitik in Europa, In: Bundesministerium für Familie und Senioren (Hrsg.): Vierzig Jahre Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, Seite 141 – 167

Hyggen, Christer/Skevik, Anne: Demography of the Family in Norway. First Report for the project “Welfare Policy and Employment in the Context of Family Change”, Online im WWW unter: http://www.york.ac.uk/inst/spru/research/nordic/norwdemo.PDF (Stand 5.1.2006)

Hyggen, Christer (2003): Labour supply in Norway. Second report for the project “Welfare Policy and Employment in the Context of Family Change”, Online im WWW unter: http://www.york.ac.uk/inst/spru/research/nordic/norwlabo.PDF (Stand 5.1.2006)

Kaufmann, Franz-Xaver/Kuijsten, Anton/Schulze, Hans-Joachim/Strohmeier, Klaus Peter (Hrsg.) (1997): Family Life and Family Policies in Europe. Volume 1 Structures and Trends in the 1980s, Oxford

Kaufmann, Franz-Xaver/Kuijsten, Anton/Schulze, Hans-Joachim/Strohmeier, Klaus Peter (Hrsg.) (2002): Family Life and Family Policies in Europe. Volume 2. Problems and Issus in Comparative Perspective, Oxford

Kaufmann, Franz-Xaver/Schulze, Hans-Joachim (2002): Comparing Family Life in the Frame of National Policies: An Introduction, In: Kaufmann, Franz-Xaver/Kuijsten, Anton/Schulze, Hans-Joachim/Strohmeier, Klaus Peter (Hrsg.): Family Life and Family Policies in Europe. Volume 2. Problems and Issus in Comparative Perspective, Oxford, Seite 1 - 19

Kaufmann, Franz-Xaver (2002): Politics and Policies toward the family in Europe: A Framework and an Inquiry into their Differences and Convergences. In: Kaufmann, Franz-Xaver/Kuijsten, Anton/Schulze, Hans-Joachim/Strohmeier, Klaus Peter (Hrgs.): Family Life and Family Policies in Europe. Volume 2. Problems and Issus in Comparative Perspective, Oxford, Seite 419 - 491

Kaufmann, Franz, Xaver (2005): Sozialpolitik und Sozialstaat. Soziologische Analysen, Wiesbaden
Kreisky, Eva/Sauer, Birgit (Hrsg.) (1997): Das geheime Glossar der Politikwissenschaft. Geschlechterkritische Inspektion der Kategorien einer Disziplin, Fankfurt am Main

Lebenslage in Deutschland. Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung

Leipert, Christian (Hrsg.) (1999): Aufwertung der Erziehungsarbeit. Europäische Perspektiven einer Strukturreform der Familien- und Gesellschaftspolitik, Opladen

Leitner, Sigird (2003) Varieties of Familialism: The Caring Function of the Family in Comparative Perspective, In: European Society 5 (4), Seite 353 - 375

Leitner, Sigrid/Ostner, Ilona/Schratzenstaller, Margit (Hrsg.) (2004): Wohlfahrtsstaaten und Geschlechterverhältnis im Umbruch. Was kommt nach dem Ernährermodell, Wiesbaden

Leitner, Sigrid (2005): Kind und Karriere für alle? Geschlechts- und schichtspezifische Effekte rot – grüner Familienpolitik, In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 8/2005, Seite 958 – 965

Leitner, Sigrid (2003): Die Tour de force der Gleichstellung. Zwischensprung mit Hindernissen, In: Gohr, Antonia/Seelaib-Kaiser, Martin (Hrsg.): Sozial- und Wirtschaftspolitik unter Rot-Grün, Wiesbaden , Seite 249 - 264

Lessenich, Stephan/Ostner, Ilona (Hrsg,) (1998): Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Der Sozialstaat in vergleichender Perspektive, Frnakfurt am Main/New York

Ministry of Health and Social Affairs (2003): Swedish family policy. Stockholm

Netzler, Andreas/Opielka, Michael (Hrsg.) (1998): Neubewertung der Familienarbeit in der Sozialpolitik, Opladen

Neyer, Gerda (2003): Family Policies and Low Fertility in Western Europe. MPIDR Working paper 21, Online im WWW unter: http://www.demogr.mpg.de/papers/working/wp-2003-021.pdf (Stand 5.1.2006)

Norstein, Ingid (2004): Einige Aspekte der norwegischen Familienpolitik, Online im WWW unter: http://www.willy-brandt-stiftung.de/familienpolitik.pdf (Stand 5.1.2006)

Ostner, Ilona (1998): Frauengerechtigkeit und Familienpolitik, In: Netzler, Andreas/Opielka, Michael (Hrsg.): Neubewertung der Familienarbeit in der Sozialpolitik, Opladen, Seite 35 - 47

Ostner, Ilona (2002): A new role for fathers? The German case, In: Hobson, Barbara (Hsg.): Making Men into Fathers. Men, Masculinities and the Social Politics of Fatherhood, Cambridge, Seite 150 - 167

OECD (2001): Employment Outlook, Paris

OECD (2002): Purchasing Power Parities – measurement and uses

OECD (2004): Purchasing Power Parities. Main Economic Indicators, Online im WWW Unter: http://www.oecd.org/std/ppp (Stand 5.1.2006)

Pateman, Carole (1994): The Sexual Contract, Cambridge

Pechstein, Matthias (1998): Familiengerechtigkeit und Sozialstaatlichkeit, In: Netzler, Andreas/Opielka, Michael (Hrsg.): Neubewertung der Familienarbeit in der Sozialpolitik, Opladen, Seite 17 – 35

Rosner, Peter (2003) The Economics of Social Policy, Cheltenham

Rostgaard, Tine/Fridberg, Torben (1998): Caring for Children and Older People- A Comparison of European Politics and Practices, Copenhagen

Schratzenstaller, Margit (2002): Familienpolitik – wozu und für wen? Die aktuelle familienpolitische Reformdebatte , In: WSI Mitteilungen 55 (23), Seite 127 - 132

Schunter-Kleemann, Susanne (1994): Die Familienpolitik der Europäischen Union – zwischen Markt und Mütterfallen, In: Badelt, Christoph (Hrsg.): Familien zwischen Gerechtigkeitsideal und Benachteiligung, Wien, Seite 157 – 173

Skevik, Anne (2003): Family Policies in Norway, Third report for the project „Welfare Policy and Employment in the Context of Family Change”, Online im WWW Unter: http://www.york.ac.uk/inst/spru/research/nordic/norwpoli.PDF (Stand 5.1.2006)

Strohmeier, Klaus Peter (2002): Family Policy – How Does it Work?, In: Kaufmann, Franz-Xaver u.a. (Hrgs.): Family Life and Family Policies in Europe. Volume 2. Problems and Issus in Comparative Perspective, Oxford, Seite 321 - 363

Torremocha, Isabel Madruag (2002): Lone – parenthood and Social Policies for Lone-parent Families in Europe, In: Kaufmann, Franz-Xaver u.a. (Hrgs.): Family Life and Family Policies in Europe. Volume 2. Problems and Issus in Comparative Perspective, Oxford, Seite 175 - 217

Veil, Mechthild (2003): Kinderbetreuungskulturen in Europa: Schweden, Frankreich, Deutschland, In: Aus Politik und Zeitgeschichte 44/2003, Seite 12 – 22

Wintersberger, Helmut/Wörister Karl: Child Benefit Packages im internationalen Vergleich. Ergebnisse einer 22-Länder-Studie der Universität York. Linz 2003

Wrohlich, Katharina (2003): Armutsrisiken von Familien, In: Talos, Emmerich (Hrsg.): Bedarfsorientierte Grundsicherung, Wien Seite 64 - 98


Sonstige Quellen

Telefonische und schriftliche Auskünfte der Ministerien für Arbeit, Familie und Soziales sowie Finanzen, in Deutschland, Norwegen, Österreich und Schweden

MISSOC 2002
http://europa.eu.int/comm/employment_social/missoc/2002/index_f_de.htm

Schwedische Sozialversicherung
www.fk.se

Statistik Austria
www.statistik.at

Statistisches Bundesamt
http://www.destatis.de/

Statistics Norway
http://www.ssb.no/ifhus_en/

Statistics Sweden
http://www.scb.se


Autoren

Mag. Sonja Dörfler, Österreichisches Institut für Familienforschung (ÖIF)
Tel: +43-1-5351454-20
E-Mail: Sonja Dörfler

Mag. Benedikt Krenn
freier Mitarbeiter am ÖIF
E-Mail: Benedikt Krenn


Quelle

Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Gesamtstudie der Autoren: "Kinderbeihilfenpakete im internationalen Vergleich", Österreichisches Institut für Familienforschung, Paper Nr. 52/2005

Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch:

Österreichisches Institut für Familienforschung
Gonzagagasse 19/8
A - 1010 Wien
Website: http://www.oif.ac.at




Letzte Änderung: 25.04.2006 16:03:58Zum Seitenanfang