ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜElternzeit - wie kommt sie bei Eltern an?Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Die Neuregelungen zur Elternzeit und der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit während der Elternzeit haben sich in der Praxis bei Beschäftigten und in Betrieben bewährt. Sie tragen wesentlich zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. In 85 Prozent der anspruchsberechtigten Haushalte nehmen Eltern Elternzeit, 35 Prozent der Eltern in Elternzeit arbeiten in Teilzeit. Für Väter ist Elternzeit zumindest etwas attraktiver geworden; ihr Anteil an den Elternzeitlern erhöhte sich von rund 1,5 auf rund 5 Prozent. Dies geht aus einem Bericht über die Elternzeit hervor, den die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt vorstellte. Der Bericht legt dar, wie die am 1. Januar 2001 in Kraft getretenen Regelungen zur Elternzeit in der Praxis aufgenommen werden. Er geht auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages zurück. Für den Bericht wurde untersucht, wie die erweiterten und flexibleren Möglichkeiten der Teilzeitarbeit während der Elternzeit angenommen wurden, wie dies die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert, wie die Neuregelungen von Eltern und von Unternehmen akzeptiert werden und wie die Elternzeit von Vätern aufgenommen wird. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, erklärte: ''Die neue Elternzeit hat sich bewährt. Sie wird stark genutzt und breit akzeptiert. Die gesetzlichen Neuregelungen entsprechen dem Wunsch von Eltern, sich nicht zwischen Beruf und Familie entscheiden zu müssen, sondern beides zu vereinbaren. Noch immer klaffen aber Wunsch und Wirklichkeit bei den Arbeitszeiten auseinander. Es fehlt an Kinderbetreuungsangeboten und manchmal auch am Verständnis von Nachbarn, Kollegen und Verwandten für eine moderne, partnerschaftliche Arbeitsteilung bei Erwerbsarbeit und Familie. Deshalb werden wir die Kinderbetreuung für die unter Dreijährigen ausbauen.'' Im Auftrag des Bundesministeriums befragte das Forschungsinstitut empirica ag im zurückliegenden Jahr vier Gruppen: Es befragte erstens schriftlich 725 repräsentativ ausgesuchte Eltern, die nach dem 1. Januar 2001 ein Kind bekommen haben, zweitens online über das Internet 1.500 Eltern, die mehrheitlich nichttraditionelle Lösungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewählt haben, drittens in Fallstudien (qualitative Befragung) vertiefend 60 Mütter und Väter sowie viertens 50 branchen- und beschäftigungsproportional ausgewählte Unternehmen. Zentrale Ergebnisse des Berichts über die ElternzeitZeit für Kinder bringt Gewinn für Eltern und Unternehmen: Die neue Elternzeit macht es Eltern leichter, eine individuelle Arbeitsteilung in der Familie und eine Balance von Familie und Arbeitswelt in den ersten Lebensjahren des Kindes zu finden. Gut 85 Prozent der elternzeitberechtigten Haushalte nehmen Elternzeit in Anspruch.Teilzeit entspricht Wünschen der Eltern: Als sehr positiv wurden von den befragten Eltern die besseren Möglichkeiten aufgenommen, während der Elternzeit Teilzeit zu arbeiten. 35 Prozent der Eltern arbeiteten während der ersten zwei Lebensjahre des Kindes Teilzeit. Die neue Stundenhöchstzahl von bis zu 30 Wochenstunden pro Elternteil wird dabei mit steigendem Alter des Kindes zunehmend ausgeschöpft. Gerade in den ersten Lebensjahren des Kindes entspricht Teilzeitarbeit und eine partnerschaftliche Aufgabenteilung zwischen Mutter und Vater dem Wunsch vieler Paare. Die gleichzeitige Teilzeitarbeit beider Partner wird dabei erheblich öfter gewünscht (11,3 Prozent) als tatsächlich ausgeübt (0,8 Prozent). Die Elternzeit wird für Väter attraktiver: Der Anteil der Väter an den Elternzeit nehmenden Haushalten erhöhte sich von etwa 1,5 Prozent vor der Elternzeitnovellierung auf nun 4,9 Prozent. 58 Prozent der Väter in Elternzeit geben an, dass die Neuregelungen grundsätzlich dazu beitragen, sich für die Elternzeit in Verbindung mit Teilzeit zu entscheiden. Aber gelebt wird eine neue Arbeitsteilung noch immer weitaus weniger als sie gewünscht wird. Väter nehmen Elternzeit nicht in Anspruch, weil ihr Verdienst zu Hause gebraucht wird oder weil sie berufliche Nachteile befürchten. Für neue Elternzeitmodelle braucht es Kinderbetreuung: Bei 60 Prozent der Eltern ist der Vater während der ersten zwei Lebensjahre des Kindes in Vollzeit erwerbstätig und die Mutter geht während der Elternzeit keiner Erwerbstätigkeit nach. Diese traditionelle Arbeitsteilung entspricht nicht immer den Wunschvorstellungen. Das Modell wird wegen der finanziellen Situation (38,2 Prozent) gewählt, da auf das höhere Einkommen des Mannes nicht verzichtet werden kann, und es wird wegen der Kinderbetreuungssituation (29 Prozent) gewählt, da Betreuungsplätze fehlen, die eine Erwerbstätigkeit der Mutter ermöglichen. Unternehmen kommen Eltern entgegen: Laut Auskunft der Unternehmen wird der Teilzeitanspruch während der Elternzeit meistens unproblematisch umgesetzt. Unternehmen bemühen sich, den Eltern mit Teilzeitlösungen und flexiblen Arbeitszeiten entgegen zu kommen. Von den befragten Eltern finden allerdings nur 38 Prozent, dass sie in ihrem Unternehmen auf viel Verständnis und Entgegenkommen stoßen, wenn es die familiäre Situation erfordert. Bundesministerin Renate Schmidt betont: ''Für eine bessere Balance von Familie und Arbeitswelt haben wir gute und ausreichende Gesetze. Ich setze mich für ein bedarfsgerechtes Angebot an Kinderbetreuung und für einen Mentalitätswechsel in Wirtschaft und Gesellschaft ein. Die Wünsche von Familien in den Blick zu nehmen, lohnt sich für alle: für Eltern, für die Gesellschaft und für Unternehmen auch wirtschaftlich. Familie bringt Gewinn. In der 'Allianz für die Familie' wollen wir erreichen, dass Unternehmen die Möglichkeiten der Teilzeitarbeit, des Kontakthaltens während der Elternzeit und der Qualifizierung weiter entwickeln und gemeinsam mit den Beschäftigten nach neuen Modellen suchen.'' Die Regelungen zur ElternzeitDas Bundeserziehungsgeldgesetz war zum 1. Januar 2001 geändert worden. Aus dem Erziehungsurlaub wurde die Elternzeit. Damit verbunden gelten seitdem folgende neue Regelungen der Elternzeit:
Der gesamte Bericht über die Elternzeit ''Bericht über die Auswirkungen der §§ 15 und 16 Bundeserziehungsgeldgesetz'' ist im Forschungsnetz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlicht: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung2/Pdf-Anlagen/bericht-_C3_BCber-die-elternzeit.pdf Weitere Informationen
Zusammenfassung des Berichts [PDF-Datei] Adresse
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend | ||
Letzte Änderung: 24.11.2004 10:32:32 |