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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Immer Zirkus mit dem Essen

Verbraucherzentrale Bayern e.V.


"Das mag ich nicht" oder "Das schmeckt mir nicht" - das sind Sätze der lieben Kleinen, die Eltern oft zur Verzweiflung bringen. Doch das muss nicht sein!


Ihr Kind will nicht essen

Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Essen, denn Essen soll Genuss sein und Spaß machen. Beobachten Sie, wann und wie viel es isst. Besprechen Sie mit ihm, was es gar nicht will oder lieber anders mag. Oft wird die Nahrungsmenge überschätzt. Kinder essen nur dann, wenn sie hungrig sind.


Ihr Kind isst kein Gemüse

Für eine gewisse Zeit kann Gemüse durch mehr Obst und Kartoffeln ausgeglichen werden. Dass Kinder gar kein Gemüse mögen, ist selten. Oft lehnen sie nur einzelne Sorten ab. Geben Sie Gemüse extra, nicht mit anderen Speisen vermischt, zum Beispiel als Auflauf oder Eintopf. Kinder wollen sehen, was sie essen. Bieten Sie Gemüse roh als Fingerfood mit einem Dip an oder pürieren Sie Gemüse unter Soßen. Je mehr Gemüsesorten Ihr Kind kennen lernt, umso größer wird sich sein Geschmacksempfinden entwickeln können.


Ihr Kind mag kein Obst

Finden Sie heraus, welche Obstsorte es mag. Schälen Sie das Obst und bieten Sie es in mundgerechten Stücken an. Bieten Sie verdünnte Obstsäfte an oder pürieren Sie es zu einer Obstsoße.


Ihr Kind trinkt keine Milch

Bieten Sie selbst gekochten, wenig gesüßten Kakao an. Kakao-Instantpulver enthält viel Zucker (1 TL ca. 1,5 Würfelzucker) und sollte daher nur sparsam verwendet werden. Alternativen sind auch Milchmixgetränke mit frischen Früchten wie Bananen oder Erdbeeren, Milchreis, Kartoffelbrei mit Milch hergestellt oder ab und zu Pudding. Der Calciumbedarf eines Kindes lässt sich auch mit 150g Joghurt und 30-40g Käse decken.


Ihr Kind will immer nur Pommes, Pizza oder Spaghetti

Bieten Sie beharrlich Alternativen an wie Salz- oder Pellkartoffeln, Kartoffelbrei, Reis etc. Gehen Sie nicht den Weg des geringsten Widerstandes, denn je mehr Lebensmittel und Zubereitungsarten Ihr Kind kennen lernt, umso mehr Gerichte wird es mögen.


Ihr Kind mag kein Fleisch

Wenn Ihr Kind Milch, Milchprodukte, Fisch, Eier, Getreide- und Getreideprodukte mag, muss es kein Fleisch essen. Ansonsten reichen kleine Fleischportionen von 40-60g für Kleinkinder und 60-80g für Schulkinder zweimal die Woche vollkommen aus, um den Eisenbedarf zu decken.


Ihr Kind will nur Süßes

Kinder brauchen keinen Zucker als Nervennahrung. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und überprüfen Sie Ihr eigenes Naschverhalten. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nichts Süßes vor den Mahlzeiten isst.

Bieten Sie kleine Zwischenmahlzeiten wie Joghurt, Möhren zum Knabbern, Obstteller etc. an, damit erst gar kein Heißhunger auf Süßes entsteht. Sparen Sie bei der Zubereitung von Speisen und Getränken Zucker ein und geben Sie keine Limonaden, Fruchtsaftgetränke und andere stark gesüßte Getränke.

Verbieten Sie Süßigkeiten nicht, denn Naschen in kleinen Mengen ist erlaubt, wie zum Beispiel 10 Gummibärchen oder 9 Bonbons oder 5 Stückchen Schokolade oder 2 kleine Kinderquarkbecher. Wichtig ist das anschließende Zähneputzen. Wählen Sie Süßwaren gezielt aus und legen Sie nur Mini-Vorräte an.

Überprüfen Sie, ob sich Ihr Kind nur langweilt. Geben Sie keine Süßigkeiten als Trost oder zur Belohnung. Sie könnten so Ihr Kind auf "Süß - dann ist alles o.k." prägen - auch für das spätere Leben.


Anmerkung

Fragen rund um die Ernährung beantwortet die Verbraucherzentrale Bayern in ihren Beratungsstellen München (Tel.: 089/53987-26) und Nürnberg (Tel.: 0911/2426-502).

Weitere Informationen im Ratgeber der Verbraucherzentralen Bärenstarke Kinderkost (158 Seiten; 5,80 EUR).


Adresse

Verbraucherzentrale Bayern e.V.
Mozartstr.9
80336 München
Tel.: 089/53987-0
Fax: 089/537553
Email: info@verbraucherzentrale-bayern.de
Website: http://www.verbraucherzentrale-bayern.de


Letzte Änderung: 08.07.2004 15:18:00Zum Seitenanfang