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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Verkehrserziehung im Kleinkindalter

Bärbel Merthan

Wissenswertes, Gedanken, Beispiele und Vorschläge rund um die Verkehrserziehung

Die Lokalpresse berichtet häufig von Verkehrsunfällen, an denen Kinder beteiligt sind. Zum Jahresende werden die Zahlen der Unfallopfer im Straßenverkehr bekannt gegeben. Jeder kennt die Statistik und weiß, dass der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die unfallbeteiligt sind, enorm hoch ist und dass es diese Zahlen zu verringern gilt. Vielfältige Programme sind entwickelt worden, um alle Verkehrsteilnehmer umsichtiger, verantwortungsvoller und sicherer zu machen.

Die Hauptverantwortung tragen hierbei die Eltern, die gefordert werden, ihre Kinder altersentsprechend, liebevoll und einfühlsam, sowie umsichtig an den Straßenverkehr heran zu führen. Die Kinder sollen "fitte" und "sichere" Verkehrsteilnehmer werden.

Wann soll die Verkehrserziehung beginnen?

So früh wie möglich sind Kindern die wesentlichen Inhalte der Verkehrserziehung nahe zu bringen. Alles was das Kind als Fußgänger wissen muss, soll ihnen schon frühzeitig von den Eltern vermittelt werden. Im Kindergarten werden diese Kenntnisse durch verschiedene Programme vertieft und gefestigt.

Die Fähigkeit als Radfahrer am Straßenverkehr teil zu nehmen, erlangt das Kind erst in der dritten Klasse durch die Fahrrad-Prüfung. Vorher ist das Kind aufgrund seiner Entwicklung noch nicht in der Lage, am Realverkehr als Radfahrer teil zu nehmen.

Warum das Kind wegen seiner körperlichen und geistigen Entwicklung nicht vorher am Realverkehr als Radfahrer teilnehmen kann, werde ich an anderer Stelle noch genauer erläutern.

Das Fahrrad als Spielmaterial, um in einem verkehrsfreien Gelände Sicherheit und Geschicklichkeit zu erwerben, ist sinnvoll und macht den Kindern Freude. Vergessen Sie bitte nicht, zu unterscheiden, einmal das Kind mit seinem Spielgerät "Fahrrad" und einmal das Kind mit seinem Fahrrad, als Verkehrsteilnehmer mit Fahrzeug.

Wie und wo erlebt das Kind zuerst das Verkehrsverhalten seiner Eltern?

Denken Sie auch gerade an die Mutter, die liebevoll ihrem Kind die Funktion der Ampel erklärt und wie man sich hier zu verhalten hat,

Ist das wirklich der Beginn der Verkehrserziehung? - Nein, es beginnt viel früher und an einem anderen Ort. Das Verhalten zu anderen Verkehrsteilnehmern und die Verkehrserziehung beginnen an einer ganz bestimmten Stelle, nämlich als Kind im Kindersitz als Beifahrer. Hier erlebt es, wie Mutter und Vater mit anderen Verkehrsteilnehmern umgehen, und wie sie in verschiedenen Verkehrssituationen reagieren. Denken wir doch mal an den langsam fahrenden Verkehrsteilnehmer vor uns, an die Äußerungen, die wir machen, wenn uns einer den Parkplatz vor einem Geschäft wegschnappt oder ein Radfahrer unsicher neben dem Auto herfährt.

Beachten Sie in Zukunft, sich partnerschaftlicher gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern zu verhalten. Sie sind das Vorbild für Ihre Kinder. Dieses Vorbildverhalten Kindern im Auto gegenüber, ist mir auch erst voll bewusst geworden, als ich meine Ausbildung als Moderatorin der Verkehrswacht machte. Die Kinder beginnen auch als schwache und hilfsbedürftige Verkehrsteilnehmer ihre aktive Teilnahme am Straßenverkehr und benötigen das Verständnis und Geduld der anderen. Sie sollten sich auch nicht auf Kosten anderer, schwächerer Verkehrsteilnehmer lustig machen und sie zu unrecht kritisieren, Sie verunsichern damit Ihr Kind.

Was müssen wir über die Entwicklung der Kinder wissen?

Von erwachsenen Verkehrsteilnehmern unterscheiden sich Kinder in wesentlichen Bereichen. Wenn wir die Leistungsvoraussetzungen in den verschiedenen Teilbereichen betrachten, ist zuerst die körperliche Entwicklung zu nennen.

1.Wie sind die körperlichen Entwicklungsvoraussetzungen?

  • Die geringe Körpergröße der Kinder ist eine wesentliche Einschränkung, dass das Kind z.B. zwischen parkenden Autos eine starke Beschränkung des Sichtfeldes hat. Das Sichtfeld ist die wichtigste Orientierungsvoraussetzung für das Kind. Aus dem Grund, dass das Kind noch nicht die Größe hat, ist es für den Verkehrsteilnehmer schlecht "sichtbar".
  • Die Schrittlänge des Kindes ist noch gering und stellt somit eine Behinderung dar, weil es bereits geringe Bordsteinhöhen zu erreichen mehr Aufmerksamkeit fordert und sie schwieriger zu überwinden sind.

2. Im Urteils- und Wahrnehmungsbereich sieht es bei den Kindern wie aus?

  • Die Kinder können nicht genau feststellen, woher Geräusche kommen, besonders, wenn sie schräg von vorn oder hinten kommen. Es fällt ihnen deutlich schwerer als Erwachsenen.
  • Ein Kind kann pro Sekunde ein bis drei Verkehrsobjekte erfassen, somit nur die Hälfte, die ein Erwachsener aufnimmt.
  • Ein Kind reagiert deutlich später als Erwachsene auf optische Reize, die von der Seite kommen.
  • Die Entfernung und Geschwindigkeit von Autos können Kinder auch nur sehr ungenau einschätzen und abschätzen.
  • Kinder wissen nicht, dass ein Auto einen Bremsweg hat.

3. Wie ist es mit der sozialen Urteilsbildung?

  • Das Kind kann nicht die Absichten anderer Verkehrsteilnehmer vorausschauend richtig einschätzen.
  • Ob das Kind von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen wird, kann es auch noch nicht beurteilen, über diese Fähigkeit verfügt es noch nicht.
  • Es weiß auch noch nicht sicher, wenn es einen Versuch startet, mit einem Verkehrsteilnehmer zu kommunizieren (z.B. Hat der Autofahrer mein Handzeichen erkannt?), ob es verstanden wurde?

4. Wie ist es mit der Handlungssteuerung?

  • Es fällt Kindern schwer, begonnene Handlungsabläufe zu unterbrechen und rasch und angemessen zu reagieren. So z.B. auf ein Fahrzeug zu reagieren, das plötzlich beim Überqueren der Straße auftaucht.
  • Das Kind richtet seinen Blick beim Überqueren der Fahrbahn ausschließlich auf den gegenüberliegenden Gehsteig. Es orientiert sich kaum zur Seite, deshalb ist sein "nutzbares" Blickfeld stark eingeengt.
  • Kinder, die eine komplexe Verkehrssituation beurteilen sollen, entscheiden häufig zu impulsiv und oft zu schnell, bevor alle notwendigen Informationen erfasst wurden.
Diese aufgelisteten Einschränkungen sind noch nicht alle, die Liste könnte noch beträchtlich verlängert werden.
  • Die Kinder sind schnell ablenkbar durch Spielen und Freude.
  • Unberechenbar, weil sie oft mit ihren Gefühlen beschäftigt sind.
  • Neugierig, ungeduldig und impulsiv.
  • Oft darauf aus, anderen zu imponieren, auch wenn’s gefährlich ist.
Die geringe Verhaltenssicherheit liegt noch auf anderen Schwierigkeiten und grundsätzlichen Problemen zu Grunde. Ein besonderes Problem ist die Informationsüberflutung, zu lange Anweisungen und Mehrfachaufgaben machen das Kind unsicher und somit ist die Möglichkeit zu Fehlverhalten gegeben.

Wollen Eltern ihre Kinder als Fußgänger sicher und selbstständig machen, müssen Sie die folgenden Zeilen befolgen!

  • Verkehrserziehung soll allen Beteiligten Spaß machen!
  • Die Eltern sollen sensibler gegenüber Gefahren im Straßenverkehr gemacht werden, unter Berücksichtigung der kindlichen Entwicklung.
  • Sie müssen Spielbereiche im Umfeld ihrer Wohnung aufzeigen und die Kinder haben diese Bereiche nicht zu verlassen.
  • Die Eltern sollen in der Lage sein, über längere Zeit ein Übungsprogramm durchzuführen.
  • Das eigene Vorbildverhalten der Eltern soll überdacht werden.
  • Die Eltern sollen zu der Einsicht gelangen, dass sie die Verkehrssicherheit ihrer Kinder neben ihrem Verhalten als Fußgänger, auch vom "Radfahren" und vom "Mitfahren im Auto" bestimmt wird und dass sie selbst einen großen Teil dieser Verantwortung tragen.
Wer informiert die Eltern über Inhalte, die für eine ideale Verkehrserziehung wichtig sind?

Im Kindergarten und in der Schule wird, Eltern die interessiert sind, gerne weitergeholfen. Mit Elternabenden im Kindergarten, die z.B. von der Verkehrswacht, vom ADAC oder anderen entsprechenden Stellen abgehalten werden, erfahren die Eltern deutschlandweit von ausgebildeten Moderatorinnen und Moderatoren, was es alles zu beachten gilt und welche Übungen sie mit den Kindern wie machen.

Es werden die beiden Themen angeboten, das Kind als Fußgänger und das Kind als Radfahrer. Die Inhalte der Informationsveranstaltung "Das Kind als Fußgänger" sind:
  • das entwicklungsbedürftige Verhalten vom Kind als Fußgänger.
  • Spiel-Raum-Grenzen suchen, festsetzen und sichern.
  • Das Übungsprogramm: Grundlagen und Einzelübungen.
  • Zusatzthemen, die nur gestreift werden, sind, das Kind als Beifahrer im Pkw und das Kind als Radfahrer.
Das Programm "Das Kind als Radfahrer" hat folgende Inhalte:
  • Entwicklungsbedingtes Verhalten von Kindern als Radfahrer.
  • Unfallursachen.
  • Beginn des Radfahrens.
  • Der Kinderroller.
  • Der Radkauf.
  • Fahrräder mit Stützrädern.
  • Das Radfahren lernen.
  • Sichere Radfahrbereiche.

Eltern stehen mit ihrer schwierigen Aufgabe nicht allein, wie sie von Kindergärten und Schulen unterstützt werden, werde ich nun aufzeigen.

Die Verkehrserziehung ist die Aufgabe der Eltern, Kindergarten und Schule können nur das Vertiefen, was die Eltern bereits ihren Kindern gelernt haben. Die Verkehrserziehung lässt sich auf keinen Fall von den Eltern auf den Kindergarten delegieren. Die Übungen, die gemacht werden sollen, müssen über einen längeren Zeitraum mit einem Kind häufig wiederholt werden. Mit dieser Intensität können der Kindergarten und die Schule nicht arbeiten. Die Angebote des Kindergartens und der Schule sind nicht für das einzelne Kind, sondern für die gesamte Kindergruppe/Klasse gedacht.

Was bieten die Kindergärten ihren Kindern?

  • Es werden Spiele und Übungen zur Sinnesschulung und Wahrnehmung angeboten.
  • Tisch- und Brettspiele gibt es, die das Einhalten von Verkehrsregeln und das richtige Verhalten üben.
  • In den Turn- und Rhythmikstunden werden Übungen in Spielabläufe eingebaut, die von den Kindern fordern, begonnene Bewegungsabläufe auf ein Signal hin zu unterbrechen, umzuschalten und eine neue "Gangart" zum Beispiel aufzunehmen. Es gilt auch über Hindernisse zu gehen, zu hüpfen oder zu springen, um sicherer zu werden und um besser über Hindernisse wie Bordsteinkanten zu gelangen.
  • Sie lernen die Palette der Farben kennen und sie sicher zu benennen und lernen mit Symbolen umzugehen und darauf zu reagieren.
  • Mit Bilderbüchern und Filmen zum Thema Verkehrserziehung ist das Interesse der Kinder für diesen Bereich leicht zu wecken.
  • Bei Rollenspielen, in denen bestimmte Verkehrssituationen gespielt werden, machen alle gerne mit. Es gibt viele Rollen, in die die Kinder schlüpfen können, Ampel, Autofahrer, Schulkind, Mutter ...
  • Bei Ausflügen und Besichtigungsgängen bewegt sich die Gruppe im Realverkehr und muss sich an die Verhaltensregeln genau halten.
  • Der Beauftragte von der Verkehrswacht bietet den Kindern auch verschiedene Spielprogramme an, bei denen sie das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben können.
  • Nicht zu vergessen, ist der Verkehrskasperl, auf dessen Besuch sich die Kinder stets freuen.
  • Mit den Vorschulkindern wird mehrmals der Schulweg geübt, bei dem auf Gefahren aufmerksam gemacht wird. Hier gilt es, die Faustregel - der kürzeste Weg ist nicht immer auch der sicherste Schulweg. Es muss der sicherste Schulweg gefunden werden.

Warum biete ich im Kindergarten Spiele zur Sicherheit mit dem Fahrrad an?

Immer wieder berichten stolze Eltern, dass ihr Kind Fahrradfahren kann. Wie sieht das in der Praxis aus? Sie können lenken und treten, brauchen aber nicht balancieren, weil das Rad noch Stützräder hat oder es gelingt ihnen, ein Stück geradeaus das Fahrrad in der Balance zu halten. Doch das ist kein "Das Kind kann Fahrradfahren!" Neben den entwicklungsbedingten Schwierigkeiten im körperlichen und geistigen Bereich, von denen ich schon berichtete, kommt nun noch ein Gerät hinzu, das es zu beherrschen gilt und es ist nicht damit getan, dass das Kind ein Stück geradeaus fahren kann.

Bedenkt man nur einmal, das Kind ist mit dem Fahrrad schneller als zu Fuß und reagiert immer noch langsamer als ein Erwachsener.

Wie schnell lässt es sich ablenken und gerät aus der Balance? Wie reagiert es, wenn plötzlich Hindernisse da sind? Vielleicht stehen Mülltonnen auf dem Gehsteig oder es kommen ihnen Fußgänger entgegen?

Diese Liste lässt sich noch lange fortsetzen. Häufige Radunfallopfer sind Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren. Erst mit neun Jahren hat das Kind die körperlichen und geistigen Fähigkeiten, am Realverkehr teil zu nehmen. Das wird mit der Fahrradprüfung in der dritten Klasse überprüft und mit dem Ausweis zur bestandenen Prüfung bestätigt.

Wie gelangen die Kinder zur Sicherheit mit dem Rad?

Den größten Teil dieser Aufgabe bewältigen die Kinder durch ihren starken Willen und dass sie nicht so schnell aufgeben. Immer wieder wird ausprobiert und auch umgefallen, das ist mit Helm und Protektoren nicht ganz so schlimm, gibt denn Kindern immer mehr Sicherheit.

Doch die Kinder kennen nicht alle Fähigkeiten, die sie außer dem Geradeaus-Fahren noch beherrschen müssen. Ich biete meiner Gruppe ein bis zweimal im Jahr ein Geschicklichkeitsfahren an, zu dem auch die Eltern eingeladen sind. Die Eltern können sich ein Bild davon machen, was ihre Kinder bereits können und was sie noch lernen müssen; es wird die nötige Sicherheit bei den rein fahrtechnischen Radfahren und die richtigen Reaktionen geübt. Wünschenswert wäre, wenn die Eltern ebenfalls mit kleinen Kindergruppen diese Übungen mit den Kindern wiederholen würden. Für die älteren Kinder der Gruppe ist es ein Angebot, das sie in ihr Spiel einbauen. Suchen Sie zuerst einmal einen Platz, der verkehrsfrei oder verkehrsberuhigt ist. Ich nutze dafür einen Parkplatz im Wald. Wenn mein Angebot in die Ferienzeit fällt, können auch Schulkinder daran teilnehmen.

Wichtige Voraussetzungen, die es zu erfüllen gilt, sind intakte und verkehrssichere Fahrräder und die richtige Ausrüstung, Helme und evtl. Protektoren.

Mein Angebot besteht aus 10 Übungen

1. Übung

Zuerst zeigt mir jedes Kind, wie gut es schon fahren kann, nacheinander fahren die Kinder 50-100m auf einer geraden Strecke.

2. Übung

Die Kinder fahren in einem Kreis, hinter einem großen Kind her, es bestimmt die Größe des Kreises. Gelungen ist diese Übung, ,wenn fünf Runden gefahren sind. Anschließend wird die Richtung gewechselt und ein anderes Kind führt die Gruppe an. Es ist für die Kinder nicht leicht, genau das gleiche Tempo zu fahren, wie der Vordermann, um den richtigen Abstand zu halten.

3. Übung

Wer so gut im Kreis fahren kann, der kann auch eine Links- und eine Rechtskurve fahren. Doch gelingt es auch, eine 8 zu fahren? Bei der Kreuzung helfen Pfeile, die die Richtung anzeigen.

4. Übung

Das Stopp-Fahren kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden. Hilfsmittel sind Hupe und Trillerpfeife.
  • Auf Zuruf bleibt das Kind stehen, es kann dabei den Erzieher sehen.
  • Auf Zuruf Stehenbleiben ohne der Person ins Gesicht schauen zu können.
  • Auf ein Signal hin stehen bleiben, z.B. Trillerpfeife, Hupe, Klatschen ... Haben die Kinder Schwierigkeiten bei dieser Übung, probieren Sie, sie mit den unterschiedlichen Hilfsmitteln so, dass die Kinder optisch und akustisch auf das Signal reagieren können. Üben Sie erst danach nur das akustische Signal.

5. Übung

Die Unterbrechungsübungen sind besonders wichtig und deshalb beschäftigen wir uns bei der 5.Übung noch einmal damit, hier geht es zuerst wieder um ein akustisches und optisches Signal. Es wird "Fahr" gerufen und mit einer grünen Fahne gewunken. Kurz darauf "Stopp" und mit einer roten Fahre die Fahrt angehalten.

Bei folgendem Durchgang achten die Kinder nur noch auf die Signalfahnen. Diese Übung machen die Kinder in schneller Folge hintereinander. Allee stehen bereit mit ihren Rädern am Start.

Kontrollieren Sie das Verhalten der Kinder. Wie schnell haben sie reagiert, gelang es, das Fahrzeug sicher zu fahren und zu reagieren.

6. Übung

Beliebt bei meiner Kindergruppe ist die Slalomfahrt um die Kegel. Die Kegel werden zuerst in großen Abständen und dann in immer geringeren Abständen aufgestellt. Die Abstände von den fahrenden Kindern werden auch immer geringer. Ziel der Übung ist, als Radschlange durch die engstehenden Kegel eine Slalomfahrt zu fahren.

Die Kegel gibt es als Tomatenbeschattung im Gartencenter für wenig Geld zu kaufen.

7. Übung

Mit zwei Seilen wird ein sehr schmaler Weg gelegt. Die Kinder fahren zuerst ein Stück geradeaus und müssen danach die Einfahrt finden. Halten alle Kinder die Balance oder fahren sie zu zögernd?

8. Übung

Haben die Kinder die 7.Übung erfolgreich bestanden, kann die 8.Übung folgen. Es werden mit den beiden Seilen andere Fahrformen gelegt. Kurven und S-Formen. Bei den Kurvenfahrten links und rechts Handzeichen geben.

9. Übung

Es gilt wie bei der 7. Übung noch einmal eine schmale Einmündung zu fahren und am Ende ist mit einer Hand die Zeitfahne zu berühren.

10. Übung

Großer Abschluss unseres Geschicklichkeitsfahrens ist das Fahren über eine Wippe, die aus einem 10 cm dicken Ast und einem Brett besteht. Diese Übung ist freiwillig und muss von keinem unbedingt durchgeführt werden

So viel Konzentration, Motivation und Disziplin müssen besonders belohnt werden. Jedem Kind wird feierlich eine Urkunde, die die Teilnahme am Geschicklichkeitsfahren bestätigt, überreicht.

Gut ist es, wenn man gleich an Ort und Stelle mit den Eltern über Eindrücke und Beobachtungen sprechen könnte. Auf jeden Fall trägt die Anwesenheit der Eltern dazu bei, dass sie ihre Kinder und deren Fähigkeiten besser einzuschätzen lernen.

Versuchen Sie doch einfach einmal diese Übungen ihren Kindern anzubieten. Sicher fallen ihnen und ihren Kindern immer wieder neue Herausforderungen zum Geschicklichkeitsfahren ein.

Ich wünsche allen Beteiligten viel Freude bei der Umsetzung der Übungen und ich hoffe, dass sie sich als Eltern ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst sind und trotzdem ihr Wissen und Verhalten ihren Kindern mit Freude und einer guten Grundstimmung übermitteln.

Autorin

Bärbel Merthan leitet einen Kindergarten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.


Adresse

Bärbel Merthan
Lothdorf 1
82418 Riegsee





Letzte Änderung: 28.12.2007 13:04:24Zum Seitenanfang