ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜTeamgeist - gemeinsam sind wir stark und erfolgreichPetra Stamer-Brandt
![]() Madline spielt mit einer Freundin im Garten. Auf einem kleinen Stück des Gartens dürfen die Mädchen ein Beet anlegen und sie sind auch ganz eifrig bei der Sache. Nach einer Weile scheitern sie aber an einem großen Stein, der mitten im Beet liegt und beseitigt werden muss. Zum Glück schaut Erkan über den Zaun und fragt, ob er helfen darf. Gemeinsam graben die Kinder den Stein aus und schaffen ihn aus dem Weg. Erkan ist aber nicht nur stark, er hat auch eine weitere gute Idee. Sein Opa hat auch gerade ein paar Beete angelegt, vielleicht hat der etwas Saat, Knollen und andere Sachen übrig. Erkan wird ihn fragen. Und Madline fällt ein, dass Tine so gut zeichnen kann, vielleicht hilft die, eine Skizze für das geplante Beet anzufertigen. Und Erkan kommt nicht nur mit einer Tüte voll Samen zurück, er bringt auch den Großvater mit, der mit wichtigen Tipps helfen kann. Das Beetprojekt wird ein voller Erfolg, vor allen deswegen, weil viele Hände mit angepackt haben und unterschiedliche Menschen ihre unterschiedlichen Fähigkeiten einbringen konnten. Wie Kinder Teamgeist entwickelnDie Kinder haben erstaunlichen Teamgeist und eine wichtige Zukunftsfähigkeit entwickelt. Sie werden, wenn sie sich diese Art des gemeinsamen Handelns erhalten können, ihre Zukunft gut meistern. Kleine Kinder sind in der Regel etwa vom vierten Lebensjahr an, gerne mit anderen Kindern zusammen. Während sie vor dem dritten Lebensjahr zwar schon neben- aber nicht miteinander gespielt haben, genießen sie nun das gemeinsame soziale Spiel. Das ist aber durchaus auch mit Konflikten verbunden. Die Kinder lernen sich selber und andere im gemeinsamen Spiel besser kennen, sie loten die eigenen Grenzen aus, erkennen eigene Stärken und Schwächen im Vergleich zu anderen Kindern, übernehmen neue Rollen und beginnen, eine besondere Sensibilität für andere Menschen zu entwickeln (Empathie). In dieser Zeit entwickelt sich auch ihr moralisches Gewissen, das sie zur Hilfsbereitschaft anregt und sie in manchen Situationen "selbstlos" handeln lässt. Diese Entwicklung kann allerdings nur stattfinden, wenn
Was Teamgeist noch und was es nicht bedeutetWer über Teamgeist verfügt, ist bereit, mit anderen zusammenzuarbeiten, versteht andere oder versucht zumindest, sich in sie einzufühlen. Ein teamfähiger Mensch weiß, dass Zusammenarbeit nicht nur nützlich sein kann, sondern auch Spaß macht. Das bedeutet auch, dass das teamfähige Kind sich auf andere Kinder einlassen, sie akzeptieren lernen und ihr Handeln in das eigene Vorhaben einbeziehen muss. Es ist bereit, Verantwortung für das eigene Handeln und das anderer Kinder zu übernehmen und kann eigene Interessen aufschieben oder zurück stecken. Es kennt kooperative Verhaltensformen und erkennt, wann andere Menschen Hilfe benötigen und bietet diese dann auch an. Teamgeist bedeutet aber nicht, Unterordnung, Verlust der Individualität, oder Gleichmacherei. Die eigenen Ziele behält der "Teamarbeiter" durchaus im Auge. Sie werden dazu genutzt, die Zusammenarbeit zu verbessern und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen.Warum Teamgeist eine Basiskompetenz für die Zukunft istWir leben in einer immer komplexer werdenden Welt mit großen Zukunftsproblemen. Einzelne Menschen werden die Probleme dieser Welt (zunehmende Technisierung, Arbeitslosigkeit, Armut, Ressourcenschwund, Überalterung ...) nicht mehr lösen können. Nur wer schon in früher Kindheit gelernt hat, sich schnell auf andere einzustellen, mit anderen gemeinsam alle, auch die schlummernden, Ressourcen zu nutzen, hat eine gute Chance, das spätere Leben kompetent zu handhaben. Wer schon in der Sandkiste gelernt hat, anderen zuzuhören, ihre Kompetenzen zu nutzen und die eigenen entsprechend einzubringen, kann auch im Erwachsenenleben problemlos mit anderen komplizierte Probleme lösen.Dabei soll hier nicht einem Mythos Team das Wort geredet werden. Teamgeist ist wichtig, aber nicht allein selig machend. Unsere Kinder müssen ebenso lernen, eigenen Interessen wahrzunehmen, sie gegen andere abzuwägen und bei Bedarf durchzusetzen. Es gibt auch Situationen, in denen sich ein Problem oder eine Aufgabe schneller und effektiver im Alleingang lösen lässt. Schon heute erwarten viele Arbeitgeber von ihren MitarbeiterInnen beides:
Woran Sie erkennen können, ob Ihr Kind teamfähig ist
Was Sie tun können, um den Teamgeist Ihres Kindes zu fördernErwachsene können den Prozess der spielerischen Selbstbildung ihres Kindes unterstützen indem sie
Spielideen zur Förderung des TeamgeistesTurmbauAufgabe der ganzen Familie ist es, einen möglichst hohen stabilen Turm zu bauen. Das kann ein Turm aus Bauklötzen, aus Pappkartons oder aus Papierstreifen werden. Wichtig ist: alle beteiligen sich. Wenn Sie den Turm aus Papierstreifen bauen, werden unterschiedliche Fähigkeiten zum Tragen kommen. Ein Familienmitglied schneidet die Streifen, ein anderes faltet sie, ein weiteres klebt die Streifen zusammen oder plant den weiteren Verlauf. "Arbeiten" Sie mit Bauklötzen, werden Regeln vereinbart: jeder kommt der Reihe nach dran, es darf nur ein Klotz zur Zeit gesetzt werden...Zwei malen ein BildSie sitzen zu zweit vor einem leeren Blatt Papier und nehmen gemeinsam einen Stift in die Hände. Ihre Aufgabe besteht darin, ein gemeinsames Bild zu malen, ohne dabei zu sprechen.Ist das Bild fertig, was eine Menge an Einfühlungsvermögen voraussetzt, wird über die gemeinsame Erfahrung gesprochen.
PaketspielStellen Sie sich alle gemeinsam ganz dicht zusammen und umarmen sich dabei. Nun kann sich die Familie wie ein fest zugeschnürtes Paket fühlen und so versuchen, durch die Wohnräume zu gehen. Wie gelingt das? Werden alle Familienmitglieder mitgenommen? Bricht das Paket auseinander und wenn ja, warum? Wie kann das Spiel besser gelingen?Alle auf einen StuhlVersuchen Sie einmal, die ganze Familie auf einen Stuhl zu setzen. Vielleicht können auch noch Freunde der Kinder einbezogen werden. Wie viele Menschen bekommt Ihre Familie auf einen Stuhl? Diskutieren Sie, was getan werden muss, um dieses Spiel möglichst erfolgreich zu beenden.Literatur
Monika Murphy-Witt/Petra Stamer-Brandt: Was Kinder für die Zukunft brauchen. Gräfe und Unzer, München, 2004. AutorinPetra Stamer-Brandt ist Mutter von vier Kindern und Stellvertretende Schulleiterin an der Fachschule für Sozialpädagogik in Hamburg-Altona. Sie ist ausgebildete Pädagogische Organisationsberaterin, Coach (Advanced Studies Universität Kiel) und hat zahlreiche Fachbücher und Elternratgeber geschrieben. | ||
Letzte Änderung: 18.10.2005 16:14:02 |