ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜWie Lehrer und Eltern untereinander und mit Kindern und jungen Leuten umgehen sollenUlrich Herrmann
1. Die gemeinsame BasisLehrerinnen und Lehrer sind wie alle anderen Berufstätigen auf Ermutigung und Lob angewiesen, aber auch auf Anregungen und konstruktive Kritik. Auch sie können ihren Beruf nicht ohne Motivation und selbstkritische Rückbesinnung erfolgreich ausüben.Nichts anderes gilt für Mütter und Väter und alle, die in Erziehungsverantwortung stehen. Denn sie müssen sich immer wieder versichern, ob sie den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen gerecht werden und wo sie ihr eigenes Tun verbessern können und ihr Verhalten ändern müssen. Nichts anderes gilt für Schülerinnen und Schüler. Ohne Ermutigung und Lob können sie keine vertrauensvollen förderlichen Beziehungen zu Eltern und Älteren aufbauen, können sie in der Schule nicht erfolgreich sein. Sie müssen auch Selbstkritik und Selbstdisziplin lernen, und dies tun sie am ehesten durch das Lernen am Vorbild des Umgangs der Eltern und Lehrer untereinander und mit ihnen. 2. Vom Umgang der Lehrer/innen und Eltern miteinanderWir Lehrerinnen und Lehrer ermutigen daher die Eltern und laden sie ein, sich regelmäßig mit uns zu treffen, damit wir uns über alle wichtigen Dinge des Schul- und Unterrichtsalltags offen und konstruktiv auszusprechen können.Trotz unserer zeitlichen Belastungen im Arbeitsalltag nehmen wir Lehrerinnen und Lehrer uns mehr Zeit für den Kontakt zu den Eltern. Wir Lehrerinnen und Lehrer möchten mehr über den Lebensalltag der Kinder wissen, um ihnen gerecht werden zu können. Wir Eltern werden uns mehr für den Schulalltag ihrer Kinder interessieren und untereinander Gesprächskreise bilden. Wir Lehrerinnen und Lehrer werden das Interesse der Eltern ernst nehmen und ihre Anfragen nicht als unqualifizierte Einmischung ablehnen. Wir Eltern und wir Lehrer/innen verpflichten uns gegenseitig, unsere gemeinsamen Aussprachen nicht dadurch zu belasten, daß wir uns immer gleich gekränkt oder angegriffen fühlen. Wir wollen uns bemühen, weder billige Ausflüchte zu suchen noch eilige Selbstrechtfertigungen oder leichtfertige Schuldzuweisungen vorzunehmen. Wir Lehrer wissen um unsere Empfindlichkeit im Hinblick auf Kritik an unserer Arbeit. Wir werben um Verständnis für die begrenzten Möglichkeiten im Schulalltag, es allen Kindern gerecht werden zu können. Wir bitten die Eltern um offene und unvoreingenom-mene Aussprachen über das, was ihre Kinder aus der Schule berichten, auch wenn es für uns zunächst unangenehm sein sollte, weil wir sonst nicht erfahren, was wir bei uns als Personen, im Kollegium, in der Schule und ihrem Umfeld ändern sollten. Wir Lehrerinnen und Lehrer bemühen uns, wenn wir einmal versagt haben und ermahnt werden, unseren Frust nicht an den Kindern loszulassen. Wir Eltern wissen um unsere Empfindlichkeit im Hinblick auf Kritik an unseren Kindern. Wir wissen, daß Lehrerinnen und Lehrer auch bei bestem Bemühen nicht allen alles recht machen können. Wir werden künftig nicht auf "die" Schule, "die" Lehrer und "den" Unterricht schimpfen - was den Kindern ohnehin nicht weiterhilft! -, sondern mit den Lehrerinnen und Lehrern unserer Kinder das klärende Gespräch suchen suchen. 3. Von der Achtung vor dem Kind und vom förderlichen Umgang mit ihmWir Lehrerinnen und Lehrer verpflichten uns, die Würde der uns anvertrauten Kinder zu achten, ihre Interessen und Begabungen zu fördern, sie in ihren Schwächen nicht zu entmutigen, ihnen bei der Entfaltung ihrer geistigen und emotionalen Entwicklung hilfreich zu sein und ihre Lernarbeit nicht durch unnötige Leistungszwänge zu behindern.Wenn wir Kinder ermahnen müssen, dann verfahren wir so - und darum möchten wir auch die Eltern herzlich bitten! -, daß wir im Gespräch an ihre Einsicht appellieren und sie wissen lassen, daß die beste Entschuldigung darin besteht, aus Versehen und Versäumnissen lernen zu wollen und sich Mühe zu geben. Wir verabscheuen körperliche Strafen - und hoffen, daß dies auch für die Eltern gilt! -, und wir bestrafen auch nicht durch die noch schmerzhafteren Formen des kalten Blicks, des Entzugs liebevoller Zuneigung und der Verweigerung ermutigenden Zuspruchs. Wir besprechen mit unseren Schülerinnen und Schülern regelmäßig die Erwartungen, die wir an sie haben. Wir laden die Schülerinnen und Schüler regelmäßig ein, uns ihre Erwartungen mitzuteilen, die sie an uns haben, und uns bei der alltäglichen Gestaltung des Unterrichts zu helfen. Auf diese Weise wollen wir einen Beitrag leisten zu einer demokratischen Schulkultur und damit zur Entwicklung einer selbstbewußten und hilfsbereiten Selbständigkeit unserer Schülerinnen und Schüler. Wir Eltern verpflichten uns, für die Lernarbeit unserer Kinder nur ausnahmsweise als "Hilfslehrer" oder "Hauslehrer" zu arbeiten, denn
4. PerspektivenWir Lehrinnen und Lehrer und wir Eltern wollen gemeinsam darauf hinwirken, daß den Kindern und Heranwachsenden für ihr junges Leben Lebensfreude und Zuversicht gegeben und gestärkt werden. Die Grundlage dafür sind die Erlebnisse von Gelingen und Erfolg und die nachhaltige Erfahrung des eigenen Könnens. So lernen Kinder und Heranwachsende Zutrauen zu sich selber.Wir Lehrerinnen und Lehrer werden den jungen Leuten einsichtig machen, wann und warum sie Leistungsbewertungen (Zeugnisnoten) ernst zu nehmen haben. Wir bitten die Eltern, die Kinder unter keinen lähmenden Erwartungs- und Leistungsdruck zu setzen. Wir wollen vielmehr ihnen gemeinsam vermitteln, was wir ihnen zutrauen, was sie ausprobieren sollen, was wir ihnen nachsehen (weil nicht immer alles sofort gelingen kann), welche Selbständigkeiten wir nach und nach von ihnen erwarten dürfen und müssen. Wir werden uns daher bemühen, die Lernarbeit der Kinder und unseren Unterricht so zu gestalten, daß die Kinder diese Erwartungen als sinnvoll erfahren und diesen Herausforderungen erfolgreich gerecht werden können. Wir Älteren sind uns bewußt, daß die junge Generation eines nicht fernen Tages die Last und Verantwortung für uns alle tragen muß. Dazu wollen wir gemeinsam unsere Kinder und Schüler befähigen. Sie sollen lernen und erfahren, was es heißt, stark und solidarisch, leistungsbereit und sozial verantwortlich zu machen, selbstbewußt und hilfsbereit zu sein. Autor
Prof. Dr. Ulrich Herrmann | ||
Letzte Änderung: 22.12.2004 08:22:51 |