ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜDie Grundschule: Ziele, Inhalte und MethodenFranz Baumgärtner Die Grundschule hat den staatlichen Auftrag zur Bildung und Erziehung der ihr anvertrauten Kinder, für die mit der Anmeldung ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Das Kind schlägt seine Schullaufbahn in den allgemein bildenden Schulen ein. Der geistige, seelische und körperliche Entwicklungsstand wird als Schulfähigkeit erfasst. Wenn das Kind in der Schuleinschreibung in der aufnehmenden Schule seines Wohnort-Sprengels angemeldet ist, wird es im Herbst des gleichen Jahres mit dem Besuch der Grundschule beginnen. Es wächst in eine Klassengemeinschaft hinein, die von der Lehrerpersönlichkeit verantwortlich geführt wird. "Mit Blick auf eine kontinuierliche Bildungs- und Erziehungsarbeit und einen verlässlichen pädagogischen Bezug gilt in der Grundschule grundsätzlich das Klassenlehrerprinzip. Die Verantwortung für Unterricht und Erziehung tragen alle in einer Klasse tätigen Lehrer gemeinsam; der Klassenleiter koordiniert deren Zusammenarbeit. Die Arbeit des Lehrers erfordert, neben fachlicher und didaktischer Kompetenz, die Fähigkeit zu differenzierter Beobachtung und Analyse der Entwicklung des einzelnen Schülers. Engagement für die Schüler, soziale Aufgeschlossenheit und eine unterstützende Grundeinstellung drücken sich auch in einem von Geduld und Gelassenheit getragenen Umgang mit den Schülern aus. Unterrichts- und Erziehungserfolg werden mitbestimmt von der Vorbildwirkung und der Führungskompetenz des Lehrers." (Bayerischer Grundschul-Lehrplan, S. 6) Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichts sind auf den Entwicklungsstand des Kindes abgestimmt. Die Grundschule möchte heute nicht nur die kulturellen Grundtechniken in zeitgemäßer Form vermitteln, sondern steht auch in der sozialen Verantwortung, die Eltern in Erziehungsfragen zu beraten und zu unterstützen. Darüber hinaus hat sie den staatlichen Auftrag, die elterliche Erziehung weiterzuführen und die soziale Kompetenz des Kindes zu fördern. Durch die steigende Zahl von medialen Lernangeboten in der kindlichen Erlebniswelt wird es in Zukunft vermehrt die Aufgabe der Grundschule sein, Eltern aus überkommenen Rollenerwartungen - der Vater als "Ernährer", die Mutter als "Erzieherin" - zu entlasten und den Kindern außerfamiliäre Sozialisationsangebote anzubieten. Das Kind hat ein Grundrecht auf Erziehung und Bildung, die Eltern auf eine gleichberechtigte Entfaltung der eigenen Persönlichkeit in und außerhalb der Familie. In diesem Rahmen versteht die Grundschule ihren gesellschaftlichen Auftrag zur Erziehung der Kinder. Sie verwirklicht ihn in drei Richtungen:
Entwicklung der PersönlichkeitDie Grundschule leistet einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Entwicklung. Sie sieht in dieser Situation nicht nur eine kompensatorische Aufgabe in einer defizitären Problematik, sondern liefert unter dem Anspruch der staatlichen Grundversorgung für die Familien eigene und neue Ansätze der Kooperation: Mittagsbetreuung mit warmer Verköstigung der angemeldeten Kinder, halbtags betreute GS mit flexiblen Betreuungszeiten, Gasteinrichtungen (z.B. städtische Musikschulen, Sportvereine etc.). Kindergärten mit zurückgehenden Kinderzahlen haben die Möglichkeit, nach Unterrichtsende auch Schulkinder (vorzugsweise der ersten beiden Jahrgangsstufen) in die altersgemischten Kindergartengruppen als Beitrag zur Mittagsbetreuung aufzunehmen."Die Grundschule hat einen eigenständigen Bildungsauftrag, der den Blick auf späteres Lernen einschließt. Die weiterführenden Schulen sollen auf Wissen, Handlungsmustern und Verfahrensweisen, Einsichten und Verstehen sowie Wertorientierungen aufbauen können, die in den Zielen und Inhalten des Grundschullehrplans beschrieben sind. Zur Erleichterung der Übertrittsentscheidung am Ende der Grundschulzeit berät der Lehrer die Eltern eingehend." (Bayer. Lehrplan S. 7) Private Bildungs- und Freizeitangebote (alternative Formen in der Primarstufe: Montessori-, Waldorf-, Konfessionsschulen, Studienkreise, Lese/Rechen-Institute, Vereine) unterstützen diese Arbeit und ergänzen durch jeweils eigenständige Ansätze das grundlegende staatliche Bildungsangebot. Grundlegende Bildung"Ausgewählte Inhalte, die sich an aktuellen und künftigen Bedürfnissen sowie an Traditionen orientieren, eröffnen den Kindern einen Zugang zu Natur, Kultur, Zivilisation, Technik und gesellschaftlicher Wirklichkeit. Zunehmend eigenständig können sie sich die umgebende Welt erschließen, erklären, sich in ihr zurechtfinden und sie auch mitgestalten.Lesen, Schreiben und Rechnen als elementare Kulturtechniken sind zentrale Bildungsaufgaben der Grundschule und ermöglichen den Kindern, sich zunehmend selbstständig wichtige Lebensbereiche zu erschließen. Die Entwicklung des Denkens erfolgt wesentlich über die Sprache. Ihre Pflege und die Förderung der Kommunikationsfähigkeit sind deshalb bedeutende fächerübergreifende Aufgaben. Als Beitrag zur Bildung der gesamten Schülerpersönlichkeit fördert die Schule ebenso die kindliche Wahrnehmungsfähigkeit, die musischen Kräfte sowie die Kreativität und schafft die Grundlagen für ästhetisches Empfinden. Weitere für die Kinder in Gegenwart und Zukunft bedeutsame Aufgaben sind das Lernen des Lernens und die Förderung des Denkens in Zusammenhängen. Die wachsende Fülle von Wissen und Informationen erfordert frühzeitig die Fähigkeit, mit ihr sinnvoll und gezielt umzugehen. Der Umgang mit dem Computer gehört zur informationstechnischen Grundbildung und zukunftsweisenden Medienerziehung. Die Schüler sollen in der Schule Anregungen dafür erhalten, wie sie ihre Freizeit vielfältig nutzen können. Angesichts der Risiken und Belastungen der modernen Lebensführung sind Gesundheits-, Verkehrs- und Sicherheitserziehung von besonderer Bedeutung. Natur und Umwelt als Grundlagen und Bereicherung unseres Lebens zu kennen, zu schätzen und zu erhalten, wird in der Umwelterziehung angestrebt. Die Begegnung mit einer Fremdsprache fördert über die Kommunikationsfähigkeit hinaus auch die geistige Entwicklung und erweitert das Selbst- und Weltverständnis. In Anerkennung der veränderten kulturellen Wirklichkeit erhält das interkulturelle Lernen auf der Basis gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung eine hohe Bedeutung." (Bayer. Lehrplan der Grundschule, München 2000, S. 8) Artikel 7 Absatz 4 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (Bay. EUG)"Die Grundschule schafft durch die Vermittlung einer grundlegenden Bildung die Voraussetzungen für jede weitere schulische Bildung. Sie gibt in Jahren der kindlichen Entwicklung Hilfen für die persönliche Entfaltung. Um den Kindern den Übergang zu erleichtern, arbeitet die Grundschule mit dem Kindergarten zusammen."Die Grundschule bildet die Grundlagen unseres gesamten Bildungswesens. Sie reicht von der Jahrgangsstufe 1 bis 4 und fasst die Sechs- bis Zehnjährigen in einer Schulart zusammen. "Sie berücksichtigt Gegenwart und Zukunft des Kindes gleichermaßen; insbesondere wird dem Recht auf Kind-sein-Dürfen angemessener Raum gewährt. In einer Atmosphäre des Vertrauens, der Anerkennung und der Lebensfreude sollen die Kinder Selbstwertgefühl, Eigenverantwortung und eine bejahende Lebenseinstellung aufbauen und lernen, die eigene Person und die Person des Anderen anzunehmen. Sie sollen Kenntnisse erwerben und Kreativität, Einfühlungsvermögen, Initiative und Flexibilität entwickeln. Die Kinder sollen lernen, das eigene Können richtig einzuschätzen, sich selbst zu akzeptieren, eigene Schwächen anzunehmen und soweit möglich auf deren Überwindung hinzuwirken. Ich-Stärke hilft, offen, tolerant und positiv auf andere zuzugehen, sich ihnen gegenüber gegebenenfalls zu behaupten und wenn nötig Gruppendruck zu widerstehen. Verhaltenssicherheit bieten auch die mit den Kindern vereinbarten Ordnungen, Regeln und Rituale. Dazu gehören Umgangsformen und Verhaltensweisen, die für das Zusammenleben und -arbeiten wichtig sind. Sie bilden die Grundlage für den selbstverständlichen und vorurteilsfreien Umgang mit Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft, aus verschiedenen Kultur- und Sprachräumen und von Behinderten mit Nichtbehinderten. Soziales Lernen legt ein Fundament für das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft." (ebd. S. 7) Wertorientierung"Die Grundschule bahnt freiheitlich-demokratische, religiöse, sittliche und soziale Werthaltungen an. Im Sinne der bayerischen Verfassung stellt das christliche Menschenbild die Grundlage für Wertorientierung und Sinnerschließung in der Grundschule dar. Eine daran orientierte Entwicklung von Wertvorstellungen trägt zur eigenen Standortbestimmung bei und befähigt zu Aufgeschlossenheit und Toleranz gegenüber anderen Wertvorstellungen. Darauf kann der für ein Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft notwendige Wertekonsens aufgebaut werden.In der Auseinandersetzung mit den Mitmenschen, mit den Lerngegenständen und mit sich selbst sollen in einem erziehenden Unterricht sittliche Einstellungen grundgelegt und bestärkt werden. Dabei lernen die Kinder, ihr Handeln an der Verantwortung gegenüber Gott, sich selbst und der Mitwelt auszurichten. Die Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder liegt vorrangig bei den Eltern. Die Erfahrung, dass Erziehung in der Schule an Grenzen stoßen kann, entpflichtet den Lehrer jedoch nicht davon, den Erziehungsauftrag anzunehmen. Die Abstimmung zwischen Eltern und Schule kann dazu ebenso einen wichtigen Beitrag leisten wie die Zusammenarbeit und die gegenseitige Unterstützung der Lehrkräfte an einer Schule." (ebd. S. 6) Artikel 131 der Verfassung des Freistaates Bayern(1) Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.(2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt. (3) Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen. ZieleDie Grundschule will die Kinder vielseitig fördern und sie befähigen, die eigene Persönlichkeit in angemessen zu entwickeln. Bildung und Persönlichkeitsentwicklung vollziehen sich durch Lernen. Ihre Unterrichts- und Erziehungsarbeit wird bestimmt durch das Bild von Mensch und Gesellschaft, das dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, der Verfassung des Freistaates Bayern, dem Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen und den Leitsätzen für Unterricht und Erziehung nach den gemeinsamen Grundsätzen der christlichen Bekenntnisse zugrunde liegt.Im Unterricht erwerben die Schüler Grundlagen für selbstständiges, eigenverantwortliches Denken und Handeln und gewinnen Erfahrungen im menschlichen Miteinander. Die Ziele des Unterrichts in der Grundschule sind vorrangig auf den Lernzuwachs des Kindes ausgerichtet und haben aber zugleich erzieherische Komponenten. Lern- und Erziehungsziele sind im amtlichen Lehrplan verbindlich für alle bayerischen Grundschulen, "gestuft vom Grundsätzlichen ins Konkrete" festgelegt (ebd. S. 12). "In den Lernzielen werden die Schwerpunkte des Lernens sichtbar: Der Unterricht kann vorrangig Kenntnisse auf- und ausbauen, Fertigkeiten, Verfahren und Arbeitstechniken einüben, sich mit Problemen und Gestaltungsaufgaben auseinander setzen oder Einstellungen und Werthaltungen grundlegen. Diese Vorgänge sind zwar eng miteinander verflochten, der jeweilige Schwerpunkt muss aber in der Gestaltung des Unterrichts und in den Aufgaben zur Feststellung des Lernfortschritts erkennbar bleiben." (ebd. S. 13) ErziehungszieleDie Entwicklung des Kindes ist das zentrale Ziel des Unterrichts und der Erziehung in der Grundschule. Die Erziehung der Kinder zur Gemeinschaft ist ausgerichtet auf die Eigenart und die Lebenssituationen der Kinder. Sie weckt dabei vielseitige Interessen und stärkt das Selbstbewusstsein durch Lernfreude."In kindgemäßer Weise, an der Sache orientiert und mit dem Ziel einer fundierten Leistungserziehung werden die Schüler angeleitet, ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie ihre musischen und kreativen Kräfte weiterzuentwickeln und sich damit einen Schlüssel für ihr Weltverständnis zu erwerben." (Lehrplan S. 2) Aus den Lebensbereichen des Kindes gestalten sich Erziehungsziele in Lernfeldern:
InhalteDie Grundschule knüpft an die Erziehungsarbeit der Familie und des Kindergartens an und gibt den Kindern die Möglichkeit, die verschiedenen eigenen Erfahrungen in den Unterricht einzubringen. Die Grundschule vermittelt grundlegende Inhalte für das weitere Leben:
Jeder Fachlehrplan enthält eine Reihe von Themen bzw. Lernbereichen, die zunächst grundsätzlich in ihren Zielen beschrieben, dann in engere Inhaltsbereiche und schließlich in Einzelinhalte aufgegliedert sind. Allgemeinbildende InhalteDie Grundschule vermittelt Grundfertigkeiten im Lesen, Rechnen und Schreiben. Darüber hinaus weckt sie schöpferische Kräfte und fördert die Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit der Kinder. Als Vorbereitung auf ein Leben im europäischen Kontext erwerben die Kinder grundlegende Kenntnisse in einer Fremdsprache, z. B. Englisch, Französisch oder Italienisch. In kleinen Schritten werden sie auch an den sinnvollen Umgang mit den Medien (Computer, Internet) heran geführt.Fachspezifische InhalteDer Klassenlehrer bleibt aber nicht stehen in der Aktualisierung der vorschulischen Lernerfahrungen, sondern führt die Schüler zu neuen Aktivitäten schulischen Lernens, die aus der Entwicklung des Schulkindes entspringen und fachspezifisch am Lerngegenstand sich ausrichten und sich organisieren, z. B. originale Begegnung, Lernen vor Ort.Methoden"Beim Lernen spielt die Eigenaktivität der Schüler eine entscheidende Rolle. Aufbauend auf bisherige Erfahrungen entwickeln sie eigene, subjektiv stimmige Vorstellungen, die durch weiteres Lernen objektiviert werden. Die Kinder lernen, indem sie neue und bereits vorhandene Informationen und Handlungsmuster miteinander verknüpfen.Positive Lernerfahrungen und Erfolgserlebnisse sollen helfen, die natürliche Neugier der Kinder zu erhalten und eine beständige Lernmotivation aufzubauen. Anerkennung und Ermutigung durch Lehrer und Eltern fördern die Zufriedenheit mit eigenem Können und schaffen so einen angstfreien Zugang zu neuem Lernen und zu kreativem Erproben eigener Lösungswege. Solide gefestigte Ergebnisse bilden eine tragfähige Grundlage für späteres Lernen. Aufgrund ihrer Lernerfahrungen können die Schüler allmählich eine realistischere Selbsteinschätzung entwickeln. Die Erkenntnis, dass Lernerfolge auch durch Mühen und Anstrengung erreicht werden, bildet eine Grundlage für Selbstverantwortlichkeit und weitere Anstrengungsbereitschaft. Die konkrete Erfahrung, dass Lernen für die eigene Person sinnvoll und bedeutsam ist, vermag die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen anzubahnen. Lehren ist in einem solchen Verständnis in erster Linie nicht der Transport von Kenntnissen, Fertigkeiten, Problemlösungen und Werthaltungen, sondern soll Lernen anstoßen und begleiten. Das bedeutet für den Lehrer, im Unterricht je nach Bedarf für die Schüler allgemeine und individuelle Hilfen bereit zu stellen, Lernsituationen methodisch vielfältig zu planen und durch sorgfältige Beobachtung der Schüler Lernschwierigkeiten möglichst frühzeitig zu erkennen. Lernziele und Lernsituationen bedingen die Unterrichtsmethoden. Ihre Wahl wird ferner dadurch bestimmt, wie sich soziales Lernen am besten verwirklichen lässt. Entdeckend-problemlösendes Lernen und Formen freien Arbeitens können besonders die Eigenaktivität und die Bereitschaft der Schüler fördern, die Verantwortung für ihr Lernen immer mehr selbst zu übernehmen. Selbstständiges Lernen wird durch vielfältige Wirklichkeitserfahrungen und vielseitige Medien, auch durch den Einsatz des Computers, angeregt und unterstützt. Ebenso müssen lehrerzentrierte Formen, z. B. die direkte Unterweisung, individuelles und aktives Lernen ermöglichen und fördern. Diese Sichtweise von Lernen und Lehren schließt die Selbstbeobachtung und Selbstreflexion der Lehrenden ein. LernprozessSchulisches Lernen knüpft in der Regel an die Erfahrungs- und Erlebniswelt der Schüler an. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand kann z. B. durch Wahrnehmen mit den Sinnen, im handelnden Umgang, durch Nachdenken oder im Gespräch mit Lehrer oder Mitschüler erfolgen. Der Lernprozess wird unterstützt durch eine gedanklich-begriffliche, sprachliche und wertende Auseinandersetzung. Auch für schulisches Lernen gilt, dass Lerninhalte besser verstanden und behalten werden, wenn sie emotional ansprechend sind, in lebensnahe Zusammenhänge eingebettet sind und für das gegenwärtige und zukünftige Leben bedeutsam erscheinen. Das Betrachten aus unterschiedlichen Perspektiven und das Erkennen von Zusammenhängen können vernetztes Denken bereits in der Grundschule anbahnen.Damit die Eigenverantwortung der Schüler gestärkt wird, brauchen sie Gelegenheit, selbstständig zu arbeiten und Lernwege zu erproben. Umwege und Fehler bei Lösungsversuchen können wichtige Zwischenschritte im Lernprozess sein. Um Schüler nicht zu entmutigen, dürfen Fehler und Leistungsmängel nicht nur aufgezeigt werden. Der Umgang mit Fehlern erfordert es, soweit möglich die jeweilige Ursache zu ermitteln und gezielt individuelle Fördermaßnahmen zu ergreifen. Wiederholung und Sicherung haben einen hohen Stellenwert im Unterricht. Bereits vorhandene Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden durch methodisch vielfältige Übungen gefestigt, weiterentwickelt, wo erforderlich automatisiert und auf neue Zusammenhänge übertragen. In altersangemessenem Umfang und Anspruch dienen Hausaufgaben der Vor- oder Nachbereitung des Unterrichts. Sie stehen in sinnvoller Beziehung zum aktuellen Unterrichtsthema und sollen von den Schülern im Allgemeinen ohne fremde Hilfe bewältigt werden können. Die regelmäßige Würdigung der Hausaufgaben verbindet Schul- und Hausarbeit und unterstützt die Lernmotivation. Leistung in der GrundschuleKinder wollen lernen, etwas leisten und mit ihrem Können wachsen. Leistungsfreude und Leistungsbereitschaft brauchen Anerkennung, Erfolgsbestätigung, Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. In einem pädagogischen Verständnis erzieht die Grundschule zu Leistung, fordert und beurteilt sie. Dabei nimmt sie Rücksicht auf die persönliche Ausgangslage der Kinder. Durch klare Zielsetzung, Ermutigung, Lob und Anerkennung sollen Grundschüler lernen, sich etwas zuzutrauen, sich anzustrengen, aus Fehlern zu lernen und eine Arbeit zu Ende zu führen. Vor allem nach Misserfolgen brauchen Kinder Ermunterung und Hilfe.Leistungsfeststellung in der Grundschule soll Prozess und Ergebnis einbeziehen. Sie beschreibt den individuellen Lernfortschritt und schließt mündliche Äußerungen im Unterricht, kreative, musische, soziale und praktische Fähigkeiten und Leistungsanteile bei Gemeinschaftsarbeiten und Projekten ein. Sie dient als Grundlage für die weitere Planung des Unterrichts und als Diagnoseinstrument zur individuellen Förderung aller Schüler. Leistungsbeurteilung setzt die erreichten Kenntnisse, Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten in Beziehung zu den Anforderungen des Lehrplans und deren Verwirklichung im Unterricht. Sie ermöglicht dem Kind in einer vertrauensvollen Atmosphäre, sich selbst zunehmend realistischer einzuschätzen und hilft bei der weiteren Schullaufbahnentscheidung. Im Zeugnis durch Noten dokumentierte Leistungen beschreiben nur einen Teilbereich seines Könnens. Differenzierung und IndividualisierungDifferenzierender und individualisierender Unterricht orientiert sich am Leistungsspektrum der Klasse und soll auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, auf den Leistungsstand der Schüler sowie ihre Fähigkeiten und ihr Lerntempo abgestimmt sein. Dies setzt eine sorgfältige Beobachtung der individuellen Lernwege und -fortschritte der Schüler voraus. Berücksichtigt werden mit dem Ziel der umfassenden Persönlichkeitsentwicklung nicht nur kognitive, sondern auch emotionale Aspekte und alle Bereiche des Handelns. Die Förderung von Schülern mit einer besonderen Begabung bezieht neben geistigen auch andere, z. B. musische, sportliche und soziale Fähigkeiten ein.Schüler, die besonderer Hilfe oder einer sonderpädagogischen Förderung bedürfen, werden von der Grundschule mit ihren Mitteln und Möglichkeiten, z. B. auch durch den Einsatz von Förderlehrern unterstützt. Dabei arbeitet die Schule je nach Gegebenheiten mit den Beratungsdiensten und den Mobilen Sonderpädagogischen Diensten zusammen. Gemeinsam LernenIn einem kind- und zeitgemäßen Unterricht hat neben der Individualisierung auch das gemeinsame Lernen große Bedeutung. Im Unterricht in der Gruppe oder in der Klasse tauschen die Schüler z. B. Kenntnisse und Meinungen aus, lassen andere Meinungen zu und ordnen ggf. eigene Interessen dem gemeinsamen Anliegen unter. Damit erfahren sie, wie bereichernd das Miteinander- und Voneinanderlernen sein kann. Sie sollen einsehen, dass manche Ziele nur in gemeinsamer Anstrengung und in Übereinstimmung mit dem Partner oder der Gruppe erreicht werden können.Rhythmisierung des UnterrichtsEine klare Strukturierung und durchdachte Zeitplanung des Schultages und der Woche tragen zur Rhythmisierung des Unterrichts bei. Die Unterrichtsplanung, besonders im Grundlegenden Unterricht, aber wo immer möglich auch in den Jahrgangsstufen 3 und 4, sollte sich vorrangig nicht an der 45-Minuten-Einheit, sondern an den anstehenden Aufgaben und Lernbedingungen der Schüler orientieren."Regelmäßig wiederkehrende Phasen des Unterrichts, z. B. Morgenkreis, Gebet, Besinnung, Schulfrühstück, Bewegungspausen, Geburtstagsfeiern können in besonderer Weise pädagogisch gestaltet werden und Gemeinschaftserlebnisse fördern. Rituale geben einen Ordnungsrahmen und schaffen eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens, insbesondere, wenn sie gemeinsam mit den Kindern entwickelt worden sind." (ebd. S. 10) Mit dem Eintritt in die Grundschule lernt das Kind viele neue Kontakte zu knüpfen. Die sozialen Anforderungen an den Einzelnen werden in der Methodenwahl der Unterrichtsgestaltung des Anfangsunterrichts berücksichtigt. "Schulfähigkeit ist nicht eine einseitige Vorleistung des Kindes, sondern eine gemeinsame Aufgabe aller an der Bildung und Erziehung Beteiligten. Die Grundschule nimmt Schulanfänger unterschiedlichen Alters und mit ungleichen Lernvoraussetzungen auf, muss jedoch auf bereits erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten zurückgreifen können, wie zum Beispiel einfache Verrichtungen im Tageslauf, angemessene kommunikative Fähigkeiten oder die Kenntnis und Beachtung wichtiger sozialer Grundregeln. Eine enge Kooperation mit Elternhaus und vorschulischen Einrichtungen ist dafür unverzichtbar. Um Erfolg versprechend an Vorerfahrungen anknüpfen zu können, sollten gerade im Anfangsunterricht eine genaue Erfassung der Lernausgangslage und eine kontinuierliche Beobachtung jedes Kindes sowie eine differenzierende Unterrichtsarbeit stattfinden können. Frühes Erkennen von Lern- und Entwicklungsstörungen sowie von Behinderungen oder drohenden Behinderungen trägt dazu bei, negative Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung zu vermeiden und Schulerfolg soweit wie möglich zu sichern. Durch angemessene inhaltliche und methodische Gestaltung soll deshalb der Anfangsunterricht der Situation der Schulanfänger Rechnung tragen und einen gleitenden Übergang vom Kindergarten in die Grundschule unterstützen. So kann die behutsame und zielstrebige Hinführung zum schulischen, systematischen Lernen gelingen. Dabei ist es wichtig, die kindliche Neugier und die natürliche Freude am Lernen zu erhalten und zu fördern. Ausreichende Spiel- und Bewegungsphasen sowie Zeiten der Stille und Entspannung sind vor allem im Anfangsunterricht von besonderer Bedeutung. Grundlegender Unterricht - Fächerverbindendes LernenGrundschulkinder nehmen Phänomene, Fragen und Probleme der sie umgebenden Welt nicht nach Fächern gegliedert, sondern aus eigenen vielfältigen Perspektiven und ganzheitlich wahr. Deshalb fasst der Grundlegende Unterricht in den Jahrgangsstufen 1 und 2 die Unterrichtszeit für Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht, Musikerziehung und Kunsterziehung zusammen, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis der Lehrplananforderungen geachtet werden soll. Die Gestaltung des Schultags, die Dauer der Unterrichtsabschnitte und die Abfolge der Lerntätigkeiten orientieren sich gleichermaßen an den Lernvoraussetzungen, Interessen und Bedürfnissen der Kinder sowie am Lerninhalt bzw. Lerngegenstand.Fächerverbindendes Lernen ist in allen Jahrgangsstufen der Grundschule wichtig und notwendig. Dabei ist es erforderlich, sich an den Lernzielen der jeweiligen Fächer zu orientieren und eine sachgerechte Behandlung sicherzustellen. Viele Inhalte lassen sich mit projektorientierten Methoden, auch klassenübergreifend, erarbeiten. Der Lehrplan erleichtert fächerverbindendes Lernen durch zahlreiche Querverweise." (ebd. S. 11) Einbeziehung des Elternhauses in der Kooperation mit der Familie und örtlichen Einrichtungen und GegebenheitenGrundsätzlich richtet sich die Schul- und Klassenorganisation nach den Möglichkeiten des Kindes zur Selbstentfaltung. Einordnung und Integration in die Gruppe fördern die eigene Persönlichkeitsentwicklung des Kindes, wenn sie zum Bestandteil des individuellen Lernens werden (und nicht zum Risiko oder gar zur Bedrohung der persönlichen Freiheit). Kindliche Neigungen und Interessen werden deshalb von Anfang an artikuliert und in den Mittelpunkt pädagogischen Handelns gestellt."Gemeinsam erarbeitete Leitvorstellungen kommen in einem Schulprogramm zum Ausdruck und tragen zur Profilbildung der Schule bei. Bei der Konkretisierung des Schulprogramms kommen die besonderen Begabungen und Interessen der Lehrer, Schüler und Eltern sowie örtliche Gegebenheiten zum Tragen. Unterricht, schulischer Alltag sowie besondere Ereignisse im Ablauf des Schuljahres bieten Möglichkeiten, auf die spezifischen örtlichen und regionalen Belange im Umfeld der einzelnen Schule einzugehen." "Eine wichtige Voraussetzung für eine anerkannte und erfolgreiche Schule ist die enge Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten. Partnerschaftlicher Umgang und regelmäßige Gespräche fördern die Kooperation. Die Schule bemüht sich um gute, durch gegenseitige Wertschätzung geprägte Kontakte zu den Eltern und beteiligt sie am Leben der Schule. Eine konstruktive Einbindung der Erziehungsberechtigten, auch beim Entwickeln und Aktualisieren des Schulprogramms, bildet gegenseitiges Vertrauen und stärkt die Identifikation mit der Schule." (ebd. S. 12) Handlungsorientiertes LernenDer Grundschulunterricht unterscheidet sich vom Unterricht in anderen Schularten besonders darin, dass er die Kinder zum Tun auffordert und Erfahrungen aus Schüleraktivitäten zum Ausgangspunkt unterrichtlicher Reflexion nimmt. Er begnügt sich nicht damit, deduktiv Erkenntnisse aus der Erwachsenenwelt in kindliche Sprache zu übersetzen und zu vereinfachen. Der Erfolg des Unterrichts wird an der Handlungskompetenz des Grundschülers gemessen, die ihn motiviert zur aktiven Begegnung mit seiner Um- und Mitwelt.Entdeckendes Lernen im MiteinanderlebenDem Kind darf in der Grundschule die Freude an der Begegnung nicht genommen werden durch die permanente Vorwegnahme von seiten des Lehrplans und des Schulbetriebes. Der verantwortungsbewusste Grundschullehrer bereitet den Lerngegenstand so auf, dass der Schüler selbst entdeckt, was in ihm steckt. Dadurch wird Lernen zum spannenden Experiment. Rückschläge und Versagen sind Entwicklungsphasen im Lernprozess, die die Lern-Aktivität des Kindes zum Ausdruck bringen.Wichtiges Ziel ist die Verbesserung des Unterrichts und der Lernleistungen der Schüler. "Grundschule ist nicht nur Lernort, sondern auch Lebensraum für Schüler und Lehrer. Eine anregende Lernumgebung bietet täglich Anreize zum Miteinanderlernen und -leben. Feiern, Schulgottesdienste, religiöse Einkehrtage, Wanderungen, Aufenthalte im Schullandheim, Aufführungen, Ausstellungen, sportliche Veranstaltungen u. a. bereichern das Schulleben. Auch Arbeitsgemeinschaften, die Schüler verschiedener Altersstufen zusammenführen, leisten dazu einen Beitrag. In einer so gestalteten Grundschule können die Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsame Entscheidungen zu treffen." (ebd. S. 11) Fachübergreifendes Lernen in der Offenen SchuleIm Grundlegenden Unterricht lernt das Kind ganzheitlich aus seiner Erfahrungswelt heraus, den Lerngegenständen zu begegnen. In der 3. und 4. Klasse werden durch Querverbindungen inhaltliche Zusammenhänge hergestellt und deutlich gemacht. Durch sie eignet sich der Grundschüler schulisches Wissen lebensnah und thematisch in seiner Erfahrungswelt an und kann es dadurch auch entsprechend praktisch in Projekten anwenden.Vielfältige Formen der Zusammenarbeit, gegenseitige Hospitationen und gemeinsame Projekte erleichtern den Übergang von vorschulischen Einrichtungen zur Grundschule und von dort in die weiterführenden Schularten. Zur Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf arbeiten die Lehrer der Grundschule auch mit schulischen und außerschulischen Fachdiensten zusammen, z. B. mit Beratungsstellen, Einrichtungen zur Förderung besonders Begabter bzw. den Mobilen Sonderpädagogischen Diensten. Im Rahmen der Integrationsbemühungen durch Kooperation entwickeln benachbarte Grund- und Förderschulen im Unterricht und im Schulleben Formen des Miteinanderlernens und Miteinanderlebens und schaffen so ein Fundament für gegenseitiges Verständnis und Normalität im Umgang miteinander. Auch der enge Kontakt mit pädagogischen Nachbarinstitutionen wie Einrichtungen der Jugendhilfe unterstützt die Arbeit der Schule. Für die Betreuung außerhalb der Unterrichtszeit erarbeitet die örtliche Grundschule zusammen mit außerschulischen Partnern ein dem Bedarf angepasstes und pädagogisch vertretbares Konzept, wie z. B. durch Mittagsbetreuung, Betreuung im Hort oder Kindergarten. "Schule ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrages öffnet sie sich ihrem Umfeld. Neben außerschulischen Fachleuten und Lernorten sowie den Eltern bezieht sie insbesondere Institutionen wie Gemeinde, Kirchen, Vereine und Betriebe ein. Die Grundschule beteiligt sich am öffentlichen Leben und wirkt als örtlicher Kulturträger. Sie stellt ihre Unterrichts- und Erziehungsarbeit in angemessener Weise vor." (ebd. S. 12) Individuelles LernenNeben dem Unterricht im Klassenverband werden in allen Jahrgangsstufen auch Sozialformen angeboten, die dem Kind ermöglichen das in der Klasse Gelernte in der Kleingruppe zu vertiefen. So wird die Grundschule verschiedenen Lerntypen gerecht. Während die meisten Kinder im Schulbesuch das Gemeinschaftserlebnis als wesentlichen Lernort bezeichnen, gibt es eine wachsende Anzahl von Kindern, die sich in der Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit besser ausdrücken und entfalten können (Intensivkurse, Förderkurse, Arbeitsgemeinschaften ...)Der Lehrplan ist auf 26 Wochen ausgelegt. Bei insgesamt 37 Schulwochen steht damit ein Freiraum zur Verfügung, der nicht von vorne herein inhaltlich verplant werden darf. Er ist bei der täglichen Unterrichtsvorbereitung zu berücksichtigen und kann über den Unterricht hinaus u. a. zur weiteren Behandlung einzelner Inhalte, zum Eingehen auf Schülerinteressen, zum Aufgreifen situativer Anlässe, zum erzieherischen Gespräch, für die Gestaltung des Schullebens und für die Ausprägung des eigenen Schulprofils verwendet werden. Er dient damit der Vertiefung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Grundschule. Ergebnisorientiertes LernenIn den ersten beiden Jahrgangsstufen erfahren die Kinder Ergebnisse des Lernens in Erfolgserlebnissen unmittelbar. Für die Eltern verfasst der Lehrer Wortgutachten, die in den Zeugnissen (Zwischenzeugnis, Jahreszeugnis) über die Entwicklung und den Lernfortschritt des Kindes Auskunft geben.Die ersten Noten gibt es ab der Jahrgangsstufe 3. Ausgehend von der sich entwickelnden Selbständigkeit des Kindes in dieser Altersgruppe soll Lernen durch Leistungsergebnisse intensiviert und erzieherisch wirksam werden. Das Klassenlehrerprinzip ermöglicht es dem Acht- bis Zehnjährigen, Leistungsbeurteilungen im persönlichen Kontakt mit der Bezugsperson emotional zu bearbeiten und zu reflektieren. "Die zunehmende Fülle und Vielfalt neuer Informationen, das schnelle Veralten großer Wissensanteile und das gesellschaftliche Erfordernis des lebenslangen Lernens machen es auch für die Grundschule nötig, entsprechende Methodenkompetenz anzubahnen. Diese umfasst Kenntnisse, Einstellungen und Handlungsstrategien. Das eigene Lernen der Schüler soll immer wieder zum Gegenstand des Unterrichts gemacht werden. Dazu werden Primärstrategien (z. B. Techniken und Methoden der Organisation, der Beschaffung und Aufnahme, der Verarbeitung und Speicherung, der Weitergabe und Anwendung von Informationen) und Stützstrategien (z. B. Techniken zur Motivation und zur Konzentration bzw. Entspannung) angeboten. So sollen die Grundschüler bei der Entwicklung und Verbesserung ihrer eigenen, individuellen Lernstrategien unterstützt werden. Dabei erfahren sie, dass sich Anstrengungen und Mühen beim Lernen lohnen und dass Lernen Freude bereiten kann. Die Bereitschaft, sich auch künftig und immer wieder auf neue Lernprozesse einzulassen, wird dadurch gestärkt." (ebd. S. 15) Literatur
Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Orte für Kinder. Auf der Suche nach neuen Wegen in der Kinderbetreuung. Weinheim/München: Juventa 1994 AutorFranz Baumgärtner ist Lehrer an der Josef-Hofmann-Grundschule in Neutraubling. Er hat nach seinem Erststudium (1970-1973) an der Universität Regensburg (Lehramt Volksschule) das Zweitstudium in Philosophie und Pädagogik mit dem Magister abgeschlossen. 1995 promovierte er in Pädagogik und Philosophie bei Prof. Dr. Ernst Prokop, Universität Regensburg. Als Lehrbeauftragter ist er an der Universität Regensburg im Diplom-Studiengang Pädagogik tätig. Seit 1992 ist er Schuljugendberater an Schulen im Landkreis Regensburg. | ||
Letzte Änderung: 21.12.2004 16:56:30 |