ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜLerntechniken für die SchuleUwe Mock
![]() Kinder und Jugendliche gehen in die Schule, damit sie etwas lernen - ganz klar. Letztendlich enthalten die Lehrpläne aber fast nur die Vermittlung von Faktenwissen. Wie man aber die Fakten sinnvoll im Gehirn unterbringt, wird den Schülerinnen und Schülern nicht beigebracht. Obwohl es seit vielen Jahren und Jahrzehnten Methoden gibt, die das Lernen einfacher machen, taucht das Lernen an sich in Lehrplänen nicht auf - und Schülerinnen und Schüler machen dadurch die Erfahrung, Lernen sei schwer und anstrengend. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, Kindern und Jugendlichen das Lernen mit einfachen Tipps und Hilfsmitteln leichter und erfolgreicher zu machen. Denn Lernen ist leicht! Jedes Kind vollbringt in seiner Entwicklung eine erstaunliche Lernleistung, indem es zum Beispiel seine Muttersprache erlernt - und zwar ohne Vokabelheft, ohne Grammatikstunden und ohne stures Büffeln. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, erbringen diese Leistung mehrfach - ohne zusätzliche Anstrengung! Jedes Kind ist anders: Unterschiedliche LerntypenFrüher galt die Devise: Stillsitzen, Lesen, Wiederholen. Man ging davon aus, daß alle Kinder auf die gleiche Weise lernen müssen. Heute wissen wir, daß dieser Ansatz falsch ist. Jedes Kind lernt auf seine eigene Art. Es ist die Aufgabe von Eltern und Lehrern, den Lerntyp eines Kindes zu erkennen und den Lernstoff passend aufzubereiten. Eine Umfrage, die Dr. Frederic Vester für eine Fernsehserie zum Thema Lernen Anfang der 1970er Jahre durchführte, brachte ein erstaunliches Bild zutage:
Gehirn-gerechte Lern- und ArbeitstechnikenDer Begriff "gehirn-gerecht" wurde von Vera F. Birkenbihl, der Grande Dame der deutschen Lernforschung, geprägt. Laut Vera F. Birkenbihl kann man jeden Lernstoff so aufbereiten, daß er gehirn-gerecht ist. Um dieses Ziel zu erreichen, muß man zunächst etwas über die Funktionsweise des Gehirns erfahren. Hierzu bietet Vera F. Birkenbihl einfache Modelle an.Das Wissens-NetzDer Lehrer spricht im Deutschunterricht von einem "Substantiv". Felix hat dieses Wort noch nie gehört. Er kennt auch nichts Ähnliches und kann deshalb nichts damit anfangen. Kevin dagegen hat Glück: Sein Vater ist von Beruf Chemiker. Er erzählt zu Hause häufig von seiner Arbeit und hat Kevin dabei auch den Begriff "Substanz" erklärt. Kevin kann sich daher überlegen, daß ein "Substantiv" etwas mit einer "Substanz" zu tun hat: Es bezeichnet etwas, das man anfassen kann.Felix ist nicht dumm, nur weil er das Wort "Substantiv" nicht versteht. Er kennt einfach kein ähnliches Wort - und deshalb "bleibt es nicht hängen". Vera F. Birkenbihl sagt dazu: "Was wir nicht kennen, können wir nicht wahrnehmen." Sie spricht von einem Wissensnetz, das alles umfaßt, was wir kennen. Eine neue Information bewegt sich auf dieses Netz zu wie eine Fliege, die einem Spinnennetz entgegenfliegt. Wenn die Information im Wissensnetz etwas Ähnliches findet, dann bleibt sie hängen. Dadurch wird das Wissensnetz ein wenig dichter, und beim nächsten Mal ist die Wahrscheinlichkeit, daß eine Information im Netz hängen bleibt, größer. Findet die Information nichts ähnliches, so fliegt sie durch das Netz hindurch und ist verloren. Kevin hatte in diesem Fall also einfach Glück: Dadurch, daß sein Vater durch Erzählungen von seiner Arbeit Kevins Wissensnetz erweitert hat, konnte er den Begriff "Substantiv" speichern. Bei einer anderen Information könnte dagegen Felix im Vorteil sein. Das Wissensnetz-Modell von Vera F. Birkenbihl ermöglicht uns, das Lernen in praktisch jedem Alter auf einfache Weise zu fördern. Der Schlüssel dazu ist ein ausgedehntes und dichtes Wissensnetz, das sich durch Aufnahme von Informationen nach und nach von selbst bildet. Man kann die Entwicklung des Wissensnetzes fördern, indem man dem Gehirn Informationen anbietet. Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig:
Nutzen Sie die modernen TechnikEin Großteil des Wissensnetzes bildet sich ganz von selbst durch die alltäglichen Erlebnisse. Auf diese Weise lernt ein Kind auch seine Muttersprache: Es ist umgeben von Menschen, von denen die Sprache angewendet wird. Auch Kinder, die im Urlaub mit fremdsprachigen Kindern spielen, lernen die fremde Sprache enorm schnell - und das völlig ohne Mühe.Dieser Effekt ist auch in Skandinavien zu beobachten, wo nahezu jeder Mensch gute bis sehr gute Englischkenntnisse hat. Der Grund dafür ist, daß Fernsehserien aus dem Ausland niemals synchronisiert ausgestrahlt werden. Jede dieser Sendungen wird im Originalton belassen und höchstens mit Untertiteln in der jeweiligen Landessprache versehen. Jeder kommt auf diese Weise mit der englischen Sprache in Kontakt - und zwar mit der gesprochenen Sprache und nicht mit der Sprache in Form von Regeln und Vokabeln. So findet die Sprache ganz natürlich den Weg ins Gehirn. Leider werden in Deutschland nur selten Filme im Originalton gesendet. Wenn es doch einmal gemacht wird, kommen die Filme meistens spät abends oder nachts. Man kann sich aber mit der modernen Technik behelfen.
Spielerisches Lernen und Arbeiten mit Mind Mapping®Der Engländer Tony Buzan hat eine Arbeitstechnik wieder entdeckt, die bereits im Mittelalter sehr populär war. Diese "Mind Mapping" genannte Technik dient gleich mehreren Zwecken:
Der Hauptgedanke beim Mind Mapping ist eine Verbindung zwischen bildhafter und sprachlicher Darstellung von Sachverhalten. Es entsteht ein Bild, das Stichworte zueinander in Beziehung setzt. Als Beispiel sehen Sie ein Mind zum Thema Urlaub: ![]() Die Regeln für Mind MappingAuch wenn dieses Bild zunächst komplex und aufwendig wirkt: Mind Mapping ist ganz einfach. Es gibt 12 einfache Regeln:
Mind Mapping ist so einfach, daß sogar Kinder es sehr schnell erlernen. Es gibt Bücher über Mind Mapping, die sich speziell an Schüler und Studenten richten. Da diese Technik im Berufsleben immer häufiger zur Visualisierung eingesetzt wird, sollte Mind Mapping so früh wie möglich erlernt und in die eigene Arbeitsweise integriert werden. Auch hier gilt, daß Eltern und Erzieher Vorbildfunktion haben. Wenn Mind Maps im Schulunterricht präsent sind, haben Schüler den Anreiz, diese Arbeitsweise ebenfalls zu verwenden. Ein Klassiker: Die Karteikarten-MethodeDie Karteikarten-Methode ist eine einfache Lernmethode, die schon Generationen von Schülern zum Erfolg verholfen hat.Das MaterialFür diese Methode werden nur wenige Dinge benötigt. Die meisten Schüler werden sogar nichts zusätzlich anschaffen müssen, da das benötigte Material bereits vorhanden ist:
VorbereitungZur Vorbereitung des Lernvorgangs müssen die Karteikarten beschriftet werden: Auf die Vorderseite schreibt man jeweils eine Frage, auf die Rückseite die zugehörige Antwort. Dabei ist es ganz egal, um welches Schulfach es sich handelt. Für die Fremdsprachen könnte man z.B. auf der Vorderseite der Karteikarten ein Wort in der fremden Sprache (oder eine Redewendung o.ä.) notieren, auf der Rückseite die deutsche Übersetzung:
In einem Fach wie Geographie, Geschichte oder Biologie formuliert man auf der Vorderseite einer Karte eine Frage, die auf der Rückseite beantwortet wird:
Die beschrifteten Karten werden in den Karteikasten gelegt. Hinter die Karten werden Einteilungsblätter gelegt, so daß insgesamt 5 Abteilungen entstehen. Alle Karten befinden sich zunächst in der ersten Abteilung ganz vorn. Der LernvorgangUm nun den Stoff zu lernen, nimmt man die vorderste Karteikarte aus dem Kasten. Man liest die Frage auf der Vorderseite und versucht, sie in Gedanken zu beantworten. Danach überprüft man die Antwort anhand der Kartenrückseite. Hat man die Frage richtig beantwortet, so darf man die Karte in der zweiten Abteilung im Karteikasten ganz ans Ende stecken. War die Antwort falsch, so bleibt die Karte in der ersten Abteilung und wird dort als letzte Karteikarte eingesteckt.![]() Diesen Vorgang wiederholt man so lange, wie Karten in der ersten Abteilung vorhanden sind. Dabei werden die falsch beantworteten Fragen immer wieder auftauchen - und mit der Zeit in immer kürzeren Abständen, so daß die noch nicht gelernten Antworten immer wieder gelesen werden. Ist die erste Abteilung schließlich leer, so wiederholt man den Vorgang, indem man Karten aus der zweiten Abteilung entnimmt und bei richtiger Beantwortung in die dritte Abteilung steckt. Ist auch die zweite Abteilung leer, geht es mit der dritten Abteilung weiter, dann mit der vierten Abteilung. Stecken alle Karten in der fünften Abteilung, ist der Vorgang beendet. RegelmäßigkeitWie bei vielen anderen Lernmethoden kommt es auch hier wesentlich darauf an, regelmäßig zu üben. Dies ist überall möglich, wo man die Kartei oder auch nur einen Kartenstapel in die Hand nehmen kann. Also zum Beispiel in einer Warteschlange, während einer Werbepause im Fernsehen oder auch als Beifahrer im Auto.Die Lernkartei gibt es auch in vielen Variationen als Computerprogramm - häufig sogar kostenlos. Da viele Kinder und Jugendliche gerne am Computer arbeiten, kann ein solches Programm zusätzliche Lernmotivation liefern. Auch Problemen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche kann man auf diese Weise elegant aus dem Weg gehen. Weitere Techniken und MethodenNatürlich gibt es noch viele weitere Arbeitsmethoden und Lerntechniken. Die Bücher, die Sie in der Literaturübersicht finden, stellen die eine oder andere davon vor. Hier gilt es wiederum auszuprobieren, welche Methode zu einem bestimmten Thema und einem bestimmten Schüler am besten paßt. Lernen ist somit ein immerwährender Prozeß, in dem es hauptsächlich um die Auswahl der passenden Methoden geht. Eins ist dabei aber garantiert: Lernen kann eine Menge Spaß machen!Literatur
Beyer, Maria: BrainLand - Mind Mapping in Aktion. Junfermann Verlag Paderborn, 1997 Internet
lernen-heute: http://www.lernen-heute.de/ Autor
Uwe Mock ist Mathematiker und arbeitet seit mehr als 10 Jahren in der Erwachsenenbildung. Über diesen Weg kam er zum Thema Lernen und initiierte das Internet-Projekt lernen-heute, das allen Interessierten - unabhängig vom Alter - Informationen zu lernrelevanten Themen bereitstellen möchte. Adresse
Uwe Mock | ||||||||||||||||||||||
Letzte Änderung: 22.12.2008 08:48:03 |