ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜHausarbeit als Problem in PartnerschaftenElke Rohmann und Hans-Werner Bierhoff 1. EinleitungWer putzt? Wer kocht? Wenn Partner, die in einer gemeinsamen Wohnung leben, danach gefragt werden, fällt ihre Antwort eindeutig aus, wie die Ergebnisse der Allbus-2000 Studie - einer repräsentativen sozialwissenschaftlichen Befragung - zeigen: überwiegend die Frau. Studien zur Verteilung der Hausarbeit in Partnerschaften zeigen immer wieder das gleiche Ergebnismuster: Frauen verbringen sehr viel mehr Zeit mit der Ausführung alltäglicher Pflichten wie z.B. Bettenmachen, Einkaufen oder Waschen als Männer es tun.In Tabelle 1 ist dieses typische Ergebnismuster dargestellt, das auf der Befragung von 10.981 Personen durch das Deutsche Jugendinstitut (DJI) von 1994/95 beruht. Das Alter der Befragten lag zwischen 18 und 61 Jahren. In die Auswertung gingen drei repräsentative Stichproben aus Ost- und Westdeutschland ein. Da die Ostdeutschen in der Gesamtstichprobe eher überrepräsentiert sind, ist anzunehmen, dass die Ergebnisse noch extremer ausfallen würden, wenn eine völlig ausgewogene Gesamtstichprobe der Auswertung zugrunde liegen würde. Das bestätigt sich, wenn man in der Allbus-2000 Studie die Antworten von Ost- und Westdeutschen vergleicht: Im Westen kocht die Frau noch regelmäßiger allein und das Putzen liegt weitgehend in ihrer Hand, was im Osten zwar in der Tendenz auch so ist, aber in abgeschwächter Weise. Tabelle 1: Durchschnittliche Anzahl der Stunden, die Frauen und Männer wöchentlich mit Hausarbeit verbrachten (Auswertung der zweiten Welle des Familiensurveys durch die Autoren)
Frauen verbringen im Durchschnitt wesentlich mehr Zeit mit Hausarbeit als Männer, wie das folgende Beispiel zeigt: 30,9% der befragten Frauen verwenden zwischen 21-40 Stunden für die Hausarbeit, während in die gleiche Kategorie nur 12,0% der befragten Männer fallen. Diese Geschlechter-Diskrepanz vergrößert sich noch bei höheren Stundenzahlen, während Männer bei den geringen Stundenzahlen überrepräsentiert sind. Ähnliche Ergebnisse finden sich auch im internationalen Vergleich. Diese Ergebnisse, die mit unserer alltäglichen Lebenserfahrung übereinstimmen, deuten auf eine große Belastung der Frauen durch die Hausarbeit hin. Das mag für Partnerschaften, die aus einer "Nur-Hausfrau" und einem berufstätigen "Versorger" bestehen, verständlich erscheinen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Mehrbelastung durch Hausarbeit auf der Seite der Frau auch dann auftritt, wenn die Belastung der Partner durch Ausbildung oder Beruf gleich groß ist und wenn Mann und Frau den gleichen beruflichen Status aufweisen. Damit wird das Thema der Ungleichverteilung der Hausarbeit zwischen Mann und Frau zu einem interessanten Thema für die Geschlechterforschung. Das umso mehr, als die Ungleichverteilung der Belastung durch die Hausarbeit zwischen Männern und Frauen dadurch in ihren psychologischen Folgen für die betroffenen Frauen verschärft wird, dass die Ausführung der traditionell weiblichen Tätigkeiten gesellschaftlich relativ gering geschätzt wird. Arbeit außerhalb der Wohnung im Beruf wird vielfach als bedeutsamer angesehen und erlebt. Diese Konstellation birgt einigen Sprengstoff. Sie kann bei Frauen zur Unzufriedenheit mit der Partnerschaft, zu Depression und zu psychischer Erschöpfung führen. Allerdings gibt es auch Gegentendenzen, die in den Gerechtigkeitsurteilen zum Ausdruck kommen und die die dargestellte Ungleichheit stabilisieren. 2. Erklärungen für die Geschlechtsunterschiede im Engagement für die HausarbeitWie lässt sich nun diese Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in der Verrichtung alltäglicher Pflichten erklären? Wir gehen im Folgenden auf Erklärungsansätze ein, die verständlich machen können, dass sich die Geschlechtsunterschiede im Engagement für die Hausarbeit auch dann finden, wenn die Partner nach Berufsengagement und Berufsstatus angeglichen sind. Vier Erklärungen sind zu nennen: Eine nachsichtige Beurteilung der Fairness im Haushalt durch die Frau, Akzeptanz der gesellschaftlich vorherrschenden Geschlechter-Ideologie, Selektivität der sozialen Vergleiche und subjektive Umbewertung des Sinngehalts der Hausarbeit. Jede dieser Erklärungen leistet einen spezifischen Beitrag zum Verständnis der sozialen Wirklichkeit von Mann und Frau im Alltag der Partnerschaft.2.1 Nachsichtigkeit bei der Beurteilung der FairnessDie große Ungleichheit bei der Bewältigung von Hausarbeit lässt sich nur schwer mit gängigen Vorstellungen von der Gleichheit der Geschlechter vereinbaren, die in den letzten zwei Jahrzehnten immer stärker favorisiert werden und zunehmend auf die Partnerschaft angewandt werden. Untersuchungen zeigen, dass viele Frauen die Ungleichverteilung nicht als ungerecht empfinden - auch dann nicht, wenn sich ihre für außerhäusliche Tätigkeiten (z.B. Berufstätigkeit oder Studium) aufgewendeten Arbeitszeiten nicht von denen ihres Partners unterscheiden. Zudem zeigen Studien, dass Frauen trotz ihrer Mehrbelastung genauso zufrieden mit der Aufteilung der Hausarbeit sind wie ihre Partner, wobei diese "paradoxe Zufriedenheit" auch dann gegeben ist, wenn sie den gleichen ökonomischen Status innehaben wie ihre Partner. Hier treffen wir auf das Phänomen, dass Frauen bei gleicher Berufsbelastung und gleichem beruflichem Status wie ihre Ehemänner in der Regel deutlich mehr Hausarbeit leisten, ohne sich besonders zu beklagen.2.2 Ideologie der Geschlechter-UnterschiedeViele Frauen nehmen trotz bestehender objektiver Ungleichverteilung der Hausarbeit keine Ungerechtigkeitsverletzungen wahr, weil gesellschaftliche Normen - die Ausdruck der Geschlechter-Ideologie sind - ihnen mehr "weibliche" Pflichten vorschreiben als Männern. Frauen lernen in ihrer Kindheit und Jugend, Hausarbeiten zu verrichten, während Männer lernen, dass Frauen sie verrichten. Das soziale Lernen, das durch die traditionelle soziale Realität der Familie bestimmt wird, schafft eine geschlechtsspezifische Rollenübernahme.Das Thema der Verteilung der Hausarbeit ist durch eine dominante Ideologie der Geschlechtsunterschiede überschattet, die es der einzelnen Person schwer macht, sich davon zu befreien. Diese Ideologie wird durch gesellschaftliche Werte, Religion, Wissenschaft und Rechtsprechung unterstützt. In dieser Ideologie werden geringe Unterschiede, die in einzelnen Bereichen - die nicht mit der Reproduktion zusammenhängen - zwischen Männern und Frauen zu konstatieren sind, überbetont und verabsolutiert. Es wird übersehen, dass sich das Erleben und Verhalten von Männern und Frauen viel stärker überschneidet als dass es unterschiedlich ist. Ein Beispiel ist das räumliche Denken, bei dem Jungen im Durchschnitt etwas besser abschneiden als Frauen. Gleichzeitig gibt es aber viele Mädchen, die besser abschneiden als Jungen, weil sich die Leistungen von Jungen und Mädchen weitgehend überschneiden. Außerdem zeigen Untersuchungsergebnisse, dass die Unterschiede noch geringer werden, wenn den Mädchen die Angst genommen wird, einen Test zu bearbeiten, bei dem sie dem Stereotyp entsprechend schlecht abschneiden werden. Wenn die Mädchen daran glauben, dass sie entsprechende Aufgaben genauso gut wie Jungen bewältigen können, sind kaum noch Unterschiede in der Leistung zwischen den Geschlechtern zu konstatieren und vermutlich nur noch im Bereich absoluter Höchstleistungen gegeben, die nur eine verschwindend kleine Minderheit der Testpersonen überhaupt erreicht. Auf diesem Hintergrund kann die Sichtweise von großen Unterschieden zwischen Männern und Frauen, wie sie in der Analogie mit Mars und Venus thematisiert wird, nur als Ideologie gekennzeichnet werden. Diese Ideologie hat eine wichtige Funktion: die Rechtfertigung des großen Unterschieds in der Hausarbeit, die von Partnern erbracht wird, die in einer gemeinsamen Wohnung leben. Das auf Stereotypen aufgebaute Scheinargument lautet: Frauen sind von Natur aus besser befähigt und motiviert, die Hausarbeit zu erledigen. Die Rechtfertigungsstrategie liegt darin, dass sich die Frau selbst als kompetenter für die Arbeiten betrachtet als den Partner (z.B.: "Er kann einfach keine Ordnung halten", oder: "Er kann einfach nicht kochen". Das seine Kompetenz auch beim Waschen der Wäsche und beim Putzen gering sein wird, wird genauso angenommen.). 2.3 Unterschiedliche Vergleiche rechtfertigen sowohl das Verhalten der Frauen als auch das der MännerEin zentraler sozialer Bewertungsprozess verwendet den Vergleich von sich mit anderen. Wir wissen oft nicht, wie wir die soziale Realität bewerten sollen und müssen somit einen Bewertungsmaßstab entwickeln. Dazu verwenden wir soziale Vergleiche, um herauszufinden, ob unsere Einstellungen und Verhaltensweisen angemessen oder unangemessen sind. In diesem Zusammenhang ist eine wichtige Gesetzmäßigkeit zu beachten: Soziale Vergleiche erfolgen nicht beliebig, bezogen auf irgendeine Vergleichsperson, sondern sie werden nach Ähnlichkeit organisiert. Daher vergleichen sich Frauen primär mit Frauen und Männer mit Männern, also selektiv nach Ähnlichkeit.Ein besonders wichtiger Rechtfertigungsprozess der genannten Geschlechtsunterschiede beruht auf diesen selektiven sozialen Vergleichen: In Übereinstimmung mit der gesellschaftlichen Ideologie der Ungleichheit von Frauen und Männern finden soziale Vergleiche in der Regel auf der Basis des gemeinsamen Geschlechts statt. So neigen Frauen dazu, sich bezüglich ihres Anteils an der Hausarbeit eher mit anderen Frauen zu vergleichen (z.B. der Nachbarin) - und nicht mit ihrem Partner. Diese Selektivität hat einen rechtfertigenden Effekt: Obwohl sie Mehrarbeit leisten, können Frauen erschließen, dass sie doch ganz gut wegkommen (indem sie sich z.B. davon überzeugen, dass ihre Nachbarin sehr viel häufiger kocht), so dass sie relativ dazu ihre Zufriedenheit günstiger einschätzen. Das ist die Erklärung für das Zufriedenheitsparadox, das weiter oben genannt wurde. Männer hingegen benutzen die Gruppe der Männer zum sozialen Vergleich. Da die Gruppe der Männer in Übereinstimmung mit einem "do nothing dad" - also einem Vater und Ehemann, der im Haushalt nicht viel tut - wahrgenommen werden, können sie durch die Selektivität des Vergleichs erschließen, dass sie selbst im Hinblick auf ihre Bereitschaft zur Hausarbeit ganz gut abschneiden (z.B. weil sie sich "immerhin" am Wochenende um ihre Kinder kümmern). 2.4 Subjektive Umbewertung des Sinngehalts der HausarbeitEine weitere Rechtfertigungsstrategie für die ungleiche Verteilung der Hausarbeit unter Männern und Frauen - die besonders von Frauen angewendet wird - besteht darin, sich selbst davon zu überzeugen, dass die Arbeit im Haushalt ein Ausdruck von Liebe und Fürsorge ist. Wertschätzung für ihr Engagement im Haushalt ist Frauen außerdem oft wichtiger als die tatsächliche Aufteilung der Hausarbeit. In verschiedenen Studien zeigten sich Zusammenhänge zwischen Wertschätzung der Hausarbeit durch den Partner und Gerechtigkeitserleben: Wer sich durch den Partner wertgeschätzt fühlt (z.B. für das hohe Engagement gelobt wird), empfindet die Verteilung der Hausarbeit auch eher als gerecht.3. Auswirkungen der Mehrarbeit im Haushalt auf das eigene Wohlbefinden und die BeziehungszufriedenheitEine ungerechte Verteilung der Hausarbeit kann die Befindlichkeit und Beziehungszufriedenheit beeinträchtigen. Ungerechtigkeit bezüglich der Verrichtung verschiedener familiärer Rollen (Kochen, Hausarbeit, Ernährerrolle, Partnerrolle und Mutter- bzw. Vaterrolle) kann die Stimmung beeinträchtigen. So sind z.B. die Depressivitätswerte bei verheirateten Personen, die sich mehr in den familiären Rollen engagieren, höher als bei denjenigen, bei denen ein gerechtes Engagement in den familiären Rollen vorliegt. Insbesondere bei erwerbstätigen Frauen zeigt sich ein Einfluss von Überbelastung in der Hausarbeit auf Depressivität: Sie leiden eher unter depressiven Verstimmungen als Frauen, die nicht so sehr mit der Doppelbelastung Beruf und Familie konfrontiert werden.Andere Untersuchungen zeigen, dass bei Frauen mit zunehmender Belastung im Haushalt (in Relation zum Partner) die Zufriedenheit mit der Partnerschaft abnimmt; bei Männern hingegen mit zunehmenden Engagement im Haushalt die Zufriedenheit mit der Partnerschaft ansteigt. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass mit wachsendem Engagement der Männer im Haushalt und abnehmendem Engagement der Frauen (also mit einer größeren Angleichung des Engagements) die Beziehungszufriedenheit gesteigert werden könnte, da unter dieser Voraussetzung mehr Ausgewogenheit im Haushaltsbereich hergestellt würde. Zudem ärgern sich Personen, die den Löwenanteil der Hausarbeit verrichten, besonders viel in ihrer Partnerschaft. Betrachtet man die Gleichstellung von Mann und Frau in verschiedenen Lebensbereichen, kommt man leicht zu der Schlussfolgerung, dass die heutigen Frauen zwar Fortschritte gemacht haben, was ihren Einfluss im beruflichen Bereich angeht, während analoge Fortschritte im häuslichen Bereich aber auf sich warten lassen. Das große Problem, das mit dieser Entwicklung zusammenhängt, ist die wachsende Doppelbelastung der Frau, die mit ihrem Partner in einer gemeinsamen Wohnung lebt. Die Doppelbelastung der Frau trägt wesentlich dazu bei, dass die beruflichen Chancen von Männern und Frauen ungleich verteilt sind. Das wird damit gerechtfertigt, dass der Mann die Rolle des Versorgers übernimmt (eine Rolle, die natürlich auch die Frau übernehmen könnte - gerade in einer Gesellschaft, in der die jungen Frauen im Durchschnitt gut qualifiziert sind). Die gesellschaftliche Lösung, die angeboten wird, beinhaltet das Bild der Frau, die Berufsrolle, Mutterrolle und Rolle als Partnerin grandios miteinander verbindet - ein Stereotyp der Superfrau, dem nur wenige entsprechen können. Daher sind andere Lösungen zu bevorzugen, wie im folgenden Abschnitt erläutert wird. 4. AnwendungBetrachtet man diese Ergebnisse und die damit verbundene Erkenntnis, dass Frauen unter der Doppelbelastung Beruf und Familie zu leiden haben, dann scheint es notwendig zu sein, die Frage der Verteilung von Familienarbeit auch in der Paarberatung und in der Prävention von Paarkonflikten zu berücksichtigen. Denn die Kommunikation über Unausgewogenheit der Pflichten in diesem Bereich und den damit verbundenen negativen Gefühlen scheint der erste Schritt für eine Veränderung zu sein, der sich dann meist positiv auf die Beziehungszufriedenheit auswirkt.Aber natürlich kann eine Aussprache über Unfairness bei der Verteilung der Hausarbeit auch einfach im Gespräch mit dem Partner stattfinden, in dem jeder die Möglichkeit hat, seinen Standpunkt darzulegen. Um zu einer gerechteren Verteilung zu kommen und damit zu einer Entlastung der Frauen von der genannten Doppelbelastung, wäre es beispielsweise möglich, einen genauen Familienplan über die Verrichtung einzelner Tätigkeiten zu erstellen: Dabei könnte es sich z.B. um einen Wochenplan handeln, in den eingetragen wird, wann jeder der Partner kocht, putzt, Betten macht usw. Zu erwägen wäre auch, dass beide Partner einen Kontrakt miteinander schließen, in dem festgelegt wird, welcher Ausgleich für die Nichteinhaltung des Plans vorgesehen ist, um langfristig die Fairness zu stabilisieren. Das könnte z.B. so aussehen, dass der säumige Partner eine zusätzliche Aufgabe übernimmt. Das Thema der Hausarbeit ist ein zentrales Konfliktfeld in Partnerschaften, das zu lang andauernden Unstimmigkeiten in der Beziehung führen und dann auch zu ihrer Auflösung beitragen kann. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die Mehrzahl der Scheidungen von den Frauen initiiert wird, deren Unzufriedenheit nicht zuletzt auch auf die Mehrbelastung im Haushalt zurückgeht. Daher kann vermutet werden, dass mehr Fairness bei der Hausarbeit die Quote der Scheidungen und Trennungen verringert. 5. ZusammenfassungDie Ungleichheit der Verteilung der Hausarbeit zwischen Mann und Frau in einer gemeinsamen Wohnung bei gleicher beruflicher Belastung ist ein empirisches Faktum, das der vorherrschenden Gerechtigkeitsnorm der Gleichheit zwischen den Geschlechtern widerspricht. Sie lässt sich durch wenigstens vier Erklärungen verständlich machen: nachsichtige Einschätzung der Fairness durch die benachteiligte Person, Verwendung der Ideologie großer Geschlechterunterschiede, selektive soziale Vergleiche und subjektive Umbewertung der Bedeutung der Hausarbeit.Untersuchungen zeigen, dass die Person, die durch die Hausarbeit mehr belastet wird, häufig mit Problemen mit dem eigenen Stimmungsmanagement zu kämpfen hat und dass sich negative Auswirkungen auf die Zufriedenheit mit der Partnerschaft ergeben. Die negativen Folgen der Ungleichheit der Geschlechter in ihrem Beitrag zur Hausarbeit zeigen sich auch in einer Beeinträchtigung der beruflichen Karrierechancen von Frauen, da sie mit einer Doppelbelastung zu kämpfen haben. In der Prävention und Partnerberatung besteht ein viel versprechender Ansatz darin, Strategien zu entwickeln, die einen verbesserten Umgang mit dem Problem der Hausarbeit bei Paaren ermöglichen. Literatur
Freudenthaler, H.H. (2000). Gerechtigkeitspsychologische Aspekte der Arbeitsaufteilung im Haushalt. Frankfurt: Lang. Autor/in
Dr. Elke Rohmann | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Letzte Änderung: 13.02.2007 15:14:30 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||