ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜMit dem Einkommen gut auskommenBirgit Bornemann Wer kennt das nicht? Kaum hat man Geld vom Konto abgehoben, herrscht schon wieder gähnende Leere im Portemonnaie. "Wo ist bloß das Geld geblieben?" Dieser Stoßseufzer verdeutlicht, wo das Problem häufig liegt: Ungeplante, spontane Einkäufe oder vermeintliche Schnäppchen, die sich später als überflüssig herausstellen, können ein Faktor sein. Häufig fällt es Haushalten aber auch schwer, mit ihrem Einkommen die notwendigen Ausgaben zu bestreiten und zusätzliche Rücklagen zu bilden. Gerade diese sind aber nicht nur empfehlenswert, um sich Konsumwünsche erfüllen zu können. Finanzielle Reserven und gezielte Sparpläne sind auch unverzichtbar für eine private Altersvorsorge, wenn man seinen gewohnten Lebensstandard im Ruhestand beibehalten möchte. Davor steht häufig auch noch die Ausbildung der Kinder, vielleicht sogar ein Studium. Auch hier kann ein finanzielles Polster ungemein hilfreich sein. Aber wie können die vielfältigen individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Familie mit den verfügbaren finanziellen Mitteln in Einklang gebracht werden? Hilfreich ist es, seine Finanzen solide zu planen. Dies hat viele Vorteile und erleichtert es auch, die verfügbaren finanziellen Mittel mit den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Familie in Einklang zu bringen. Studien belegen, dass dadurch das Kostenbewusstsein verstärkt wird und die wünschenswerten finanziellen Polster leichter geschaffen werden. Mit einem Kassensturz beginnenAm Anfang steht ein umfassender Finanzcheck. Erfahrungen zeigen, dass viele Haushalte ihre Finanzen besser im Griff haben, wenn sie ihre Einnahmen und Ausgaben schriftlich festhalten. Es empfiehlt sich, die Ausgaben nach verschiedenen Kategorien zu unterteilen: Zunächst sollten alle wiederkehrenden festen Zahlungen, wie z.B. Miete, Versicherungen, Strom, Gas, Wasser und andere Zahlungsverpflichtungen, ermittelt werden. Ausgaben, die viertel-, halbjährlich oder gar nur jedes Jahr anfallen, dürfen nicht vergessen, sondern sollten auf den Monat umgelegt werden. Die festen Kosten werden von den monatlichen Einnahmen abgezogen, damit man weiß, welcher Geldbetrag für die veränderlichen Ausgaben verbleibt. Hierzu zählen Lebensmittel, Kleidung, Freizeit etc.Ausgaben vorausschauend planenHilfreich ist eine vorausschauende Finanzplanung. Dazu gehört, die einzelnen Ausgabenpositionen vorher zu planen - also festzulegen, welche Summe man für Lebensmittel oder Kleidung ausgeben kann. Wenn dann einzelne Ausgaben überschritten werden, muss man diesen Betrag bei anderen Positionen wieder einsparen. Um Schwankungen zwischen den einzelnen Monaten berücksichtigen zu können, sollten die veränderlichen Ausgaben mindestens über einen Zeitraum von drei Monaten erfasst werden. Nur dann lassen sich Schwankungen, zum Beispiel durch Großeinkäufe zu Beginn oder kurz vor Ende des Monats, ausgleichen. So erhält man einen soliden Überblick für die Vorausschau.Veränderliche Ausgaben senkenDie Höhe der veränderlichen Ausgaben wird durch die täglichen Kaufentscheidungen bestimmt. Einige dieser Entscheidungen werden ohne Nachdenken und aus reiner Gewohnheit getroffen. Dies ist besonders beim Kauf von Lebensmitteln und Drogerieartikeln der Fall. Dabei lassen sich die veränderlichen Ausgaben durch geschicktes und überlegtes Einkaufen reduzieren.Meistens werden gleiche Produkte von mehreren Firmen angeboten. Aufmachung, Preis und Inhalt sind oft unterschiedlich. Um beim Einkaufen nicht den Überblick zu verlieren und den Einkauf zu planen, ist es sinnvoll, einige Regeln zu beherzigen. Beispielhaft sei hier genannt, möglichst vorher einen Einkaufszettel zu schreiben, eine überlegte Vorratshaltung zu betreiben und sich mit den gleichen Produkten unterschiedlicher Hersteller vertraut zu machen. Sinnvoll ist es, sich bei bestimmten Produkten des täglichen Bedarfs Preisgrenzen zu setzen. Nicht nur Diätwillige oder Figurbewusste wissen, dass es ungünstig ist, Lebensmittel mit hungrigem Magen einzukaufen. Auch Spontankäufe sind meistens Gift für ein ausgeglichenes Budget. Für einen schnellen Überblick ist ein Haushaltsbuch sehr hilfreich, das auch Grundlage für den beschriebenen Finanzcheck ist. Feste Ausgaben überprüfenEs lohnt sich aber auch, die vermeintlich festen Kosten von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Über diese festen Ausgaben wird häufig nicht nachgedacht, wenn sie einmal festgelegt sind. Das Geld ist verplant und wird automatisch vom Konto abgebucht oder überwiesen. Da die festen Ausgaben einen Anteil von 50% und mehr an den Lebenshaltungskosten haben, sollte man sie jedoch im Auge behalten. Die wirksamsten Maßnahmen zur Kostensenkung setzen bei den Ausgaben für Wohnen und Auto an.Bei den Wohnnebenkosten lassen sich ohne Komfortverlust häufig schon durch kleinere gezielte Eingriffe die Kosten senken, zum Beispiel beim Heizen: Richtiges Lüften, geschlossene Türen, Thermostatventile und die Anpassung der Raumtemperatur an die Raumnutzung sind nur einige einfache Beispiele. Große Einsparpotenziale gibt es auch beim Auto. Die Kosten für das Auto stehen nach den Ausgaben für Miete und Nahrungsmittel und Getränke an dritter Stelle der Gesamtausgaben der Haushalte. Der hohe Preis, der jeden Monat für den fahrbereiten Wagen gezahlt wird, bietet gleichzeitig die Möglichkeit für beträchtliche Einsparungen. Bei einer Fahrleistung von 15.000 Kilometer pro Jahr machen die kilometerunabhängigen Kosten 75% der Gesamtkosten für das Auto aus. Dazu gehören Wertverlust, Steuern und Versicherung, Wartung und Reparatur. Von der Entscheidung für ein bestimmtes Auto hängt also auch die Höhe der Folgekosten ab. Bei den kilometerabhängigen Kosten schlagen vor allem die Ausgaben für Treibstoff zu Buche - und die werden in den nächsten Jahren noch steigen. Aber auch hier sind Einsparpotenziale durch Senkung des Treibstoffverbrauchs möglich. Hier nur einige Beispiele: Geschwindigkeit an Verkehrsfluss anpassen, Reifendruck kontrollieren, da zu niedriger Reifendruck zu mehr Treibstoffverbrauch führt, nicht mit montiertem Dachgepäckträger oder schwerem Ballast im Kofferraum spazieren fahren sowie Termine und Einkäufe möglichst so planen, dass alles auf einem Weg erledigt werden kann. Verglichen mit dem Einsparpotenzial bei den Ausgaben für die vorgenannten Ausgabenblöcke sind die Möglichkeiten der Kostensenkung bei den verbleibenden Posten begrenzt. Wer sein Haushaltsbudget jedoch nicht durch unnötige Ausgaben belasten will, sollte sich fragen, ob zum Beispiel Vereinsmitgliedschaften tatsächlich noch gewünscht sind und ob Zeitungsabonnements vielleicht nur aus Gewohnheit weiterlaufen. Haushaltsbücher erleichtern FinanzcheckWissenschaftlich belegt ist inzwischen, dass Haushaltsbücher die Fähigkeit jedes Einzelnen stärken, die Finanzen zu planen und zu kontrollieren. Wer ein Haushaltsbuch zur eigenen Information führt, gewinnt mehr Sicherheit und das Gefühl, das Alltagsleben besser im Griff zu haben. Außerdem fördert die Buchführung die Reflexion über die eigenen Konsumgewohnheiten und über das, was wirklich benötigt wird. Bisweilen reicht es, nur in bestimmten Phasen das Geld genauer zu überprüfen, etwa beim Hausbau oder beim Ausbildungsbeginn der Kinder. Das gilt auch, wenn durch regelmäßige Sparbeträge Rücklagen geschaffen werden sollen.Weitere InformationenAlle Serviceleistungen von Geld und Haushalt, dem Beratungsdienst der Sparkassen, finden Sie unter http://www.dsgv.de/geldundhaushalt. Besondere Tipps: "Mit dem Einkommen gut auskommen" und "Der Budgetplaner".AutorinDiplom-Sozialwirtin Birgit Bornemann war Abteilungsdirektorin beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband und Leiterin von Geld und Haushalt, dem Beratungsdienst der Sparkassen. Weitere Informationen
Deutscher Sparkassen- und Giroverband | ||
Letzte Änderung: 04.09.2009 16:34:44 |