Hauptmenü

Hauptseite
Familienhandbuch-
Forum

Stichwortsuche

von A bis Z

Aktivitäten mit Kindern
Angebote/Hilfen
Behinderung
Elternschaft
Ernährung
Erziehungsbereiche
Erziehungsfragen
Familie und Beruf
Familienbildung
Familienforschung
Familienpolitik
Gesundheit
Häufige Probleme
Haushalt/Finanzen
Jugendforschung
Kindertagesbetreuung
Kindheitsforschung
Kindliche Entwicklung
Leistungen für Familien
Partnerschaft
Rechtsfragen
Schule
Teil- und Stieffamilien
Trennung/Scheidung

Verschiedenes

Impressum
Kontakt
Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Sparen mit dem Haushaltsbuch

Adelheid Fangrath      Foto: Adelheid Fangrath


Seit der Einführung des Euros rinnt das Geld wie Sand durch die Finger. Alles ist teurer geworden, so die vorherrschende Meinung. Vor allem die Preise für Lebensmittel sind erheblich gestiegen. Andererseits gibt es zum Beispiel Elektrowaren so billig wie nie zuvor. Sobald diese Schnäppchen bei Aldi und Co. angeboten werden, sind sie in kürzester Zeit ausverkauft. Slogans wie "Geiz ist geil" suggerieren dem Verbraucher, durch den Kauf von Sonderangeboten zu sparen. Stattdessen verführt das übermäßige Konsumangebot den Käufer, und er verliert den Überblick über seine wirklichen Bedürfnisse und seine finanziellen Mittel.

Bei den meisten Haushalten wechseln sich kurzzeitige Sparaktionen mit konsumorientierten Ausgaben ab. Das Ergebnis ist als finanzielles Auf und Ab in den Kontoauszügen ablesbar. Ein vernünftiges Wirtschaften ist in diesem Chaos nicht möglich. Die Gefahr ist groß, dass das Konto regelmäßig überzogen wird. Dann ist es noch schwieriger, diesem Kreislauf zu entrinnen geschweige denn materielle Wünsche umzusetzen. Um die persönliche finanzielle Situation meistern zu können, ist es wichtig, alle Einnahmen und Ausgaben zu kennen. Wissen Sie, wie viel Geld Ihnen nach Abzug aller Kosten monatlich zur freien Verfügung steht? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einem Haushaltsbuch endlich wieder Überblick über Ihre Finanzen bekommen und sich vielleicht sogar einige Träume mehr erfüllen können.

Unternehmen Haushalt

Brigitte, 49 Jahre alt, lebt als allein erziehende Mutter eines Sohnes seit zehn Jahren von der Sozialhilfe. Ihre Bekannten vermuten allerdings, dass sie irgendwelche Nebeneinkünfte bezieht. Niemand kann verstehen, wie Brigitte mit so wenig Geld überleben kann. Ihr Erfolgsgeheimnis: "Ich führe seit Jahren ein Haushaltsbuch. Durch die Kontrolle meiner Ausgaben weiß ich immer, wie viel Geld mir für den Monat bleibt. So kann ich jederzeit mein Verhalten meinen finanziellen Mitteln anpassen. Mit etwas Disziplin gelingt es mir auch, immer eine bestimmte Summe für Wünsche außerhalb der Reihe zurückzulegen."

Zugegeben, es ist ein zusätzlicher Aufwand, alle finanziellen Bewegungen in einem Haushaltsbuch zu notieren. Das klingt zunächst etwas spießig. Aber betrachten Sie Ihren Haushalt einmal als Unternehmen. Um wirtschaftlich handeln zu können, müssen Sie Ihre Buchführung immer auf den neusten Stand haben. Nur so wissen Sie, ob Sie noch liquide sind, also Geld zur Verfügung haben, um einen preiswerten Posten aufkaufen zu können. Außerdem können Sie herausfinden, wofür Sie die größten Ausgaben aufwenden müssen. Unternehmerisch betrachtet, müssen Sie hier ansetzen, wenn Sie Ihre Kosten senken möchten.

Bringen Sie Ordnung in Ihre Finanzen

Wer zum ersten Mal ein Haushaltsbuch aufschlägt, fühlt sich wahrscheinlich von den leeren Tabellen abgeschreckt. Keine Angst, Sie müssen kein Mathegenie sein, um sich zurechtzufinden. Hauptsächlich besteht ein Haushaltsbuch aus vier Kapiteln. Sie müssen Ihre Einnahmen und Ihre festen Ausgaben zusammenstellen, die monatlichen Ausgaben notieren und diese Ergebnisse in einer Jahresrechnung zusammenfassen. Um Ihre Finanzen jederzeit überprüfen zu können, müssen Sie das Haushaltsbuch regelmäßig führen. Das klingt nach mehr Aufwand als es wirklich ist. Wenn Sie jeden Tag Ihre Ausgaben eintragen, wird es schnell zur Routine werden. Gewöhnen Sie sich an, direkt nach dem Ausräumen der Einkäufe die Ausgaben aufzuschreiben.

Versuchen Sie ein Haushaltsbuch mit einer sinnvollen Einteilung zu finden, das Ihren Bedürfnissen entspricht. Es lohnt sich, zu vergleichen. Je einfacher das Buch, desto lieber schreiben Sie hinein. Die Verbraucherzentralen bieten gegen ein Entgelt Haushaltsbücher an, die mit vielen Tipps zum "Geld sparen und verwalten" ergänzt werden. Auch die Sparkasse gibt viele nützliche Hinweise zum Thema. Haushaltsbücher sowie viele Broschüren können Sie kostenlos bestellen: Geld und Haushalt, Beratungsdienst der Sparkassen, Postfach 110740, 10837 Berlin oder unter www.geldundhaushalt.de

Haushaltsbuch: Die Einnahmen

Diese Spalten in Ihrem Haushaltsbuch werden Sie wahrscheinlich rasch füllen können. Notieren Sie für jeden Monat die Einkommen aller Familienmitglieder - natürlich zählt nur der Nettolohn. Denken Sie daran zusätzliche Einnahmen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld einzutragen. Auch wenn Sie die Beträge zunächst nicht wissen, planen Sie an diesen Monaten schon die Überschüsse ein. Zu den Einnahmen zählen auch das Kindergeld sowie zum Beispiel ständige Zuwendungen von den Großeltern. Vergessen Sie nicht Zinsen für Geldanlagen sowie eine mögliche Steuererstattung einzuplanen.
Und jetzt einfach die Einnahmen zusammenzählen. Sie werden staunen, wie viel Geld Ihnen jeden Monat zur Verfügung steht.

Haushaltsbuch: Feste Ausgaben

Haben Sie alle Ihre festen Ausgaben parat? Wahrscheinlich nicht. Denn zu diesem Posten zählen nicht nur die Kosten für Miete, Garage, Gas/Strom und Telefon. Viele Beträge werden erst viertel-, halbjährlich oder jährlich gezahlt: GEZ-Gebühren, Versicherungen, Vereine, Kfz-Versicherung und Steuer, Taschengeld…Durchforsten Sie die Kontoauszüge des letzten Jahres und Sie kommen allen Ausgaben auf die Spur. Auch wenn es etwas Mühe bereitet, rechnen Sie die Kosten in monatliche Summen um. Sie müssen es ja nur einmal im Jahr machen. Sie können auf diese Weise die entsprechenden Rücklagen einplanen und werden von Rechnungen nicht mehr unangenehm überrascht.

Die Differenz zwischen den Einnahmen und den Kosten für feste Ausgaben ist Ihr Monatsbudget. Wenn Sie mit dieser Summe gut auskommen, sollten Sie jeden Monat einen bestimmten Betrag sparen. Mit Rücklagen können Sie sich zusätzliche Wünsche erfüllen oder ungeplante Ausgaben für Reparaturen bestreiten.

Haushaltsbuch: Veränderliche Ausgaben

Nun wird es etwas aufwendiger. Überlegen Sie zunächst, welche Ausgaben Sie gewöhnlich haben. Hier ein Vorschlag, wofür Sie Spalten anlegen können: Lebensmittel, Genussmittel, Kleidung, Körperpflege, Geschenke, Unterhaltung/Bildung, Fahrtkosten, Auto, Anschaffungen, Sonstiges. Passen Sie diese Spalten Ihren Bedürfnissen an. Vielleicht halten Sie Tiere und geben viel Geld für Futter aus. Es ist immer vorteilhaft, die größten Kostenfaktoren aufzulisten. Sie wollen ja schließlich herausfinden, wo Ihr Geld bleibt.

Die veränderlichen Ausgaben werden tagtäglich notiert. Addieren Sie die Beträge regelmäßig. Dann haben Sie jederzeit den Überblick, wie viel Geld Ihnen noch für den restlichen Monat zur Verfügung steht.

Haushaltbuch: Jahresübersicht

Jeden Monat werden von den Einnahmen die festen und veränderlichen Ausgaben abgezogen. Wenn sich ein Überschuss ergibt, können Sie in nächsten Monat etwas mehr ausgeben. Es ist auch sinnvoll, sich Rücklagen für schlechte Zeiten anzusparen. Geht der Abschluss jedoch ins Minus, ist es wichtig, sich die größten Ausgabenposten genauer anzusehen. Nur wenn Sie wissen, wofür Sie viel Geld ausgeben, können Sie sich auch Alternativen überlegen, wie Sie die Kosten in Zukunft reduzieren können.

Hier können Sie sich ein Haushaltsbuch (als Exel-Datei) kostenlos herunterladen:
http://www.spartipp-haushaltsbuch.de/haushaltsbuch_download.php

Einsparungen bei den festen Kosten

Ziehen Sie wie ein Unternehmer regelmäßig Bilanz. Wo sind auffällig hohe Ausgabenposten? Nur durch das Haushaltsbuch ändern Sie nichts, Sie müssen Ihre Lebensführung kritisch überprüfen. Welche Ausgaben sind notwenig, welche können geschickt verringert werden. Diese Entscheidung muss jeder Haushalt selber treffen. Hier ein Beispiel: Wer statt alle vier Wochen nur noch alle sechs Wochen zum Frisör geht, spart im Jahr rund 170 Euro.

Natürlich sollen Sie kein Geizkragen á la Dagobert Duck werden. Aber Sie haben viele Möglichkeiten Ihre Ausgaben zu verringern. Wechseln Sie teure Versicherungen, kündigen Sie überfällige Abos, treten Sie endlich aus dem Verein aus, den Ihre Kinder seit Jahren nicht mehr besuchen... Ist Ihr Energieverbrauch extrem hoch, dann überprüfen Sie Ihren Umgang mit Strom und Wasser. Spartipps erhalten Sie kostenlos bei jedem Energieversorger.

Einsparungen bei den variablen Kosten

Wenn Sie sich viel Geld in Ihr Portemonnaie stecken, werden Sie garantiert auch mehr ausgeben. Es ist sinnvoll, sich ein Wochenbudget für Lebensmittel auszurechnen. Wenn Sie das Limit überschreiten, werden Sie automatisch beim nächsten Einkauf versuchen, diesen Fehlbetrag einzusparen.

Kaufen Sie in Zukunft nur noch die Dinge, die auf Ihrem Einkaufszettel stehen. Vergleichen Sie vor dem Einkauf die Sonderangebote und richten Sie den Speisezettel nach den Angeboten. Greifen Sie nicht immer zu den teuersten Produkten, auch die preisgünstigen in den billigen Verpackungen sind gut. Viele Geschäfte bieten inzwischen den Service, die Preise ihrer Waren auf eine einheitliche Menge zu berechnen. Achten Sie regelmäßig auf diese wichtige Verbraucherinformation. Vorsicht auch bei scheinbar achtlos in einem Korb dargebotener Ware. Hier wird ein Sonderangebot suggeriert. Oft unterscheiden sich die Preise aber überhaupt nicht vom normalen Ladenpreis. Fallen Sie in Zukunft nicht mehr auf diese psychologischen Tricks herein.

Wer viele Lebensmittel wegwirft, sollte in Zukunft kleinere Mengen einkaufen. Viele Bäcker verkaufen Brot sogar scheibenweise. Auch bei der Fleischtheke lohnt sich ein kritischer Blick. Nur zu oft darf es ein bisschen mehr sein, das später doch in den Müll landet. Haben Sie den Mut, auf Ihre gewünschte Menge zu bestehen.

Kleidung ist immer ein schwieriges Thema. Wenn die Kinder auf Markenkleidung bestehen, müssen Sie sich die Sachen zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken lassen. Außerdem schadet es keinem Teenager, für seine ausgefallenen Wünsche selber einige Stunden im Monat zu jobben, zum Beispiel durch Zeitungen austragen. Stöbern Sie öfter im Second hand - Laden oder auf dem Flohmarkt. Kinderkleidung oder -spielzeug muss nicht immer neu sein.

Autorin

Adelheid Fangrath M.A. ist Kunsthistorikerin und arbeitet als freie Autorin. Seit 2000 ist sie Mitherausgeberin des Mitmach- und Informationsmagazins für Familien und Kinder www.hoppsala.de

Adresse

Adelheid Fangrath
27607 Langen
E-Mail: fangrath@hoppsala.de



Letzte Änderung: 04.09.2009 16:34:31Zum Seitenanfang