ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜWenn Babys viel schreienPaul Suer Schlaflose NächteEine junge Mutter berichtet: "Als Kathrin geboren wurde, war sie ein sehr angenehmes Baby. Doch nach vier Wochen war es mit der Ruhe vorbei. Seitdem begann sie jedes Mal laut zu schreien, wenn ich sie nach dem Stillen in ihr Bettchen legte. Ich konnte sie einfach nicht beruhigen. Vieles probierte ich aus, doch nichts half wirklich. Am Ende war ich völlig fertig und entnervt. Ich konnte selbst kaum noch einschlafen, weil ich fast schon darauf warte, dass es jeden Moment wieder losgeht."So oder ganz ähnlich geht es vielen jungen Müttern, die sich einer solchen Situation nicht gewachsen fühlen und an das Ende ihrer Kräfte geraten sind. Dabei sind häufig und ausdauernd weinende Säuglingskinder keineswegs selten. Gehören auch Sie zu den Müttern, die ein solches "Schreibaby" haben? Dann werden Sie sich sicherlich so manche Nacht um die Ohren geschlagen haben. Vermutlich haben Sie zu nächtlicher Stunde so Manches unternommen, um das Kind zu beruhigen: die Windeln gewechselt, es immer wieder gestillt, über Stunden durch die Wohnung getragen und vieles mehr. Und doch haben Sie oftmals nicht herausgefunden, was dem Kleinen fehlt. In der Tat ist es nicht ganz einfach, das Schreien eines Babys richtig zu deuten. Zunächst einmal gilt es, die Ruhe zu bewahren. Vor allem sollten Sie sich vergegenwärtigen, dass das Baby Sie mit seinem Geschrei nicht ärgern will. Für das Neugeborene ist das Schreien die einzige Möglichkeit, auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Warum schreit das Baby?Wenn Kinder nachhaltig schreien, kann das viele Ursachen haben. Versuchen Sie in Ruhe herauszufinden, was sich dahinter verbirgt. Hier einige mögliche Ursachen:
Schreisignale richtig deuten und entschlüsselnWie Sie sehen, gibt es vielerlei Gründe, weshalb das Kind schreit. Doch ist es nicht immer ganz einfach, herauszufinden, was den kleinen Wurm bewegt. Gerade beim ersten Kind, das Ihr Leben ohnehin auf den Kopf stellt, fühlen Sie sich vielleicht noch etwas unsicher. Doch mit der Zeit gewinnen Sie an Sicherheit und es wird Ihnen immer leichter fallen, die "Sprache" Ihres Kindes zu verstehen und entsprechend darauf zu "antworten".Mit der Zeit bekommen Sie ein Gefühl dafür, ob der Säugling vor Hunger schreit, ob ihm etwas weh tut oder ob er vielleicht nach Zuwendung verlangt. Sie werden zu hören lernen, was Ihr Baby "sagen" möchte: Ist sein Schreien verzweifelt, fordernd, quengelig oder schrill. Achten Sie auf Ihre Gefühle. Sehr bald werden Sie ein Gespür dafür bekommen, wodurch sich das Kind am besten beruhigt. Es hat auch ein wenig mit Versuch und Irrtum zu tun: Wenn das Kind auf z.B. nach dem Wickeln und Füttern immer noch schreit, probieren Sie etwas anderes aus. Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn es am Anfang noch nicht so richtig klappt. So wie das Baby dazulernt, werden auch Sie bald die Sprache und die "Stimme" Ihres Kindes perfekt beherrschen. Experimente haben gezeigt, dass eine Mutter nach ein paar Monaten das Schreien seines Kindes, von Hunderten genau heraushören kann. Die Eltern-Kind-BeziehungDie Mutter ist in den ersten Lebensmonaten zweifellos die wichtigste Bezugsperson für das Neugeborene. Doch ist sie nicht mit dem Kind allein auf der Welt. Entweder ist da noch der Ehepartner oder der Lebensgefährte oder vielleicht eine gute Freundin. Bei anderen ist es die Oma, die Wohngemeinschaft oder wer auch immer, der die junge Mutter unterstützen könnte. Wie leicht kann es in der ohnehin angespannten Lage zu Konflikten kommen. Das Schreien eines Babys hat ja fast die Phonstärke einer lauten Baumaschine, nur viel höher und viel nerviger.Nicht direkt betroffene Partner oder Freunde verhalten sich in der Situation manchmal so, als wenn sie genau wüssten, wo das Schreien des Babys herrührt. Ratschläge wie: "Nun gib’ ihm doch mal das Fläschchen!" erreichen lediglich, dass sich die junge Mutter unter Druck gesetzt fühlt. Bisher harmonisch verlaufene Beziehungen können sich auf diese Weise - im wahrsten Sinne über Nacht - in einen Hexenkessel verwandeln. Die soziale UmgebungWenn Ihr Kind trotz der oben beschriebenen einfachen Maßnahmen immer wieder schreit, sollten Sie sich Ihre soziale Umgebung ansehen. Vielleicht haben Sie bisher immer nur auf das Verhalten des Kindes geachtet. Deshalb sollten wir uns immer auch unser eigenes Verhalten ansehen und auf die komplizierten Wechselwirkungen zwischen Eltern und Kind achten. Denn das "Eltersein" wird auf keiner Schule oder Universität gelehrt. Wie leicht bringt uns der manchmal schmerzhafte Prozess des "Eltern-Werdens" an unsere Grenzen. Und schon ganz kleine Kinder haben sehr feine Antennen dafür, wenn es darum geht, Spannungen zu erfühlen. Wenn aber Spannungen für das Kleine unerträglich werden, zeigen sie uns das durch anhaltendes Schreien an.Suchen Sie als Mutter bewusst Kontakt zu anderen Frauen, die in der gleichen Lage sind. Vielfach hilft ein Gespräch über die schlimmsten Anstrengungen hinweg. Indem gestresste Mütter erfahren, dass es auch andere gibt, denen es ähnlich geht, ist das eigene Leid besser zu ertragen. Schließen Sie sich zu Babysitter-, Still- oder Krabbel-Gruppen zusammen. Sie wissen doch: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Elterliche BeziehungspflegeUm dem Kind keinen Schaden zuzufügen, sind die Eltern und alle weiteren Bezugspersonen gehalten, Konflikte und Spannungen möglichst gering zu halten. Das kann beispielsweise darin bestehen, dass die Eltern über sich und über ihre Beziehung zum Partner nachdenken und eventuell anstehende Veränderungen herbeizuführen. Nicht selten ist es so, dass der Partner sich seit der Geburt des Kindes vernachlässigt fühlt und sich zurückzieht.Ein Wort an die jungen VäterAuch wenn Sie sich als Mann manchmal ziemlich "überflüssig" vorkommen, sind sie für die jungen Mütter gerade jetzt enorm wichtig. Nicht als Babysitter - dafür natürlich auch. Nicht als Geldverdiener - obwohl Babys teuer sind. Nein, hauptsächlich als Mensch, der die Sorgen der jungen Mutter teilt, für sie mal einen schönen Abend vorbereitet oder die Oma als Babysitter für einen überraschenden Kurzurlaub bucht. Seien Sie fantasievoll, es gibt tausend Möglichkeiten Ihre Partnerin zu entlasten und zu verwöhnen. Wenn sich Ihre Frau wohlfühlt, geht es auch dem Baby gut und umgekehrt. Gute Laune ist ansteckend - auch bei Kleinkindern. Und auf einmal passiert, woran Sie schon nicht mehr geglaubt haben: Sie finden nach langen Entbehrung wieder Spaß an Sexualität ...Schreiprobleme in den Griff bekommenHier eine Zusammenfassung, wie Sie mit dem Schreien des Kleinkindes besser umgehen können:
Autor
Paul Suer M.A. ist Pädagoge, Soziologe und Familientherapeut und arbeitet mit suchtkranken Straftätern. Seit 1998 hat er fünf Bücher zu Erziehungsfragen veröffentlicht. Zuletzt erschienen: "Jedes Kind ist ein Genie - Selbstbewusstsein stärken und Wissen fördern" im Moewig Verlag im Oktober 2002. Adresse
Paul Suer | ||
Letzte Änderung: 20.07.2004 12:54:21 |