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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Kinderkrankheiten

Ekkehard Werner Arthur Zöllner


Kinderkrankheiten sind hoch ansteckende Infektionskrankheiten, die vorwiegend im Kindesalter auftreten. Die bestandene Krankheit führt in der Regel zu lebenslanger Immunität. Die bekannten Kinderkrankheiten aber auch Diphtherie und Kinderlähmung (Poliomyelitis), sind durchaus nicht harmlos. Sie können zu schweren Organschäden, schlimmstenfalls zum Tod führen. Jedoch können alle durch hocheffektive und gut verträgliche Impfstoffe verhindert werden. Weltweit ist die Ausrottung der Poliomyelitis fast erreicht und bei Masern wird sie angestrebt. In Deutschland wurde im Jahr 2001 keine Kinderlähmung mehr gemeldet. Auch die Diphtherie ist praktisch eliminiert. Daher wird im Folgenden lediglich auf Masern, Röteln, Mumps, Keuchhusten und Windpocken eingegangen.


Masern

Die Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit, die durch das Masernvirus hervorgerufen wird. Weltweit kommen jährlich 30-40 Millionen Masernfälle vor, hauptsächlich in den Entwicklungsländern. In einigen Ländern, z.B. in den USA, in Finnland, Großbritannien und Südafrika, sind Masern heutzutage selten geworden. Im Jahr 2001 wurden in Deutschland laut Epidemiologischem Bulletin noch 5.780 Masernfälle gemeldet, die meisten davon in den Staaten Bayern und Nordrhein-Westfalen. Das Robert Koch-Institut schätzt die wirkliche Anzahl der Masernerkrankungen in Deutschland jedoch wesentlich höher - zwischen 20.000 und 80.000 pro Jahr.

Jährlich sterben auf der Welt zirka 777.000 Menschen an Masern. Jeder dieser Todesfälle hätte durch die Masernschutzimpfung verhindert werden können. Daher ist das erklärte Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), durch ein weltweites effektives Impfprogramm masernbedingte Todesfälle zu verhindern. Durch erhöhte Impfraten könnte sogar die Krankheit selbst, wie bereits die Pocken, endgültig beseitigt werden. Mit dem am 1.1.2001 in Kraft getretenen Infektionsschutzgesetz wurden auch in Deutschland die dafür erforderlichen Voraussetzungen geschaffen.


Wie werden Masern übertragen?

Die Übertragung geschieht durch Tröpfcheninfektion.


Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?

Die Inkubationszeit (Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch einer Infektionskrankheit) beträgt 7-14 Tage.


Wann besteht Ansteckungsgefahr?

Ansteckungsgefahr besteht von Beginn des Prodromal- oder Vorläuferstadiums bis 3 Tage nach Ausbruch des Hautausschlages (Exanthems).


Wie kann eine typische Masernerkrankung erkannt werden?

Die Symptome werden in der Falldefinition der WHO treffend zusammengefasst: Fieber, leicht erhabener Hautausschlag (makulopapulöses Exanthem), Husten, Schnupfen und/oder Bindehautentzündung (Konjunktivitis).

Das Prodromalstadium, das 3-7 Tage dauert, ähnelt einer Grippe oder Erkältung. Am Ende dieses Stadiums treten Koplik-Flecken (kleine, weißliche, kalkspritzerähnliche, fest haftende Beläge) an der Wangenschleimhaut auf. Sie sind umgeben von einem roten Hof, befinden sich im Bereich des zweiten Backenzahns und gelten als kennzeichnend für Masern. Doch werden sie oft übersehen oder treten erst gar nicht auf.

Der rote Hautausschlag (Exanthem) beginnt 2 Tage nach dem Ausbruch der Koplik-Flecken hinter den Ohren und im Nacken. Es breitet sich auf Gesicht, Rumpf, Arme und Beine (einschließlich Handflächen und Fußsohlen) aus. Gleichzeitig beginnt der Ausschlag zusammenzufließen. Sobald das Exanthem die Füße erreicht, beginnt das Fieber zu fallen. Der Ausschlag im Gesicht verblasst allmählich. Die Haut schuppt sich (bei unterernährten Kindern in stärkerem Masse). Auch die anderen Symptome klingen langsam ab, wobei der Husten am hartnäckigsten ist.


Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?

Ist das Fieber nach dem dritten Tag nicht gesunken, dann muss mit einer Komplikation gerechnet werden. Diese wird entweder durch das Masernvirus selbst oder durch eine zusätzliche virale (z.B. Adenovirus) oder bakterielle Infektion (Superinfektion) verursacht. Am häufigsten sind die Luftwege und das Nervensystem betroffen.

Die meisten Todesfälle (die Sterblichkeit liegt zwischen 1-10%) sind auf Lungenentzündung oder Gehirnentzündung (akute Enzephalitis) zurückzuführen. Kinder unter 2 Jahren sterben häufiger an einer Lungenentzündung; Kinder im Alter von 10-14 Jahren eher an einer Gehirnentzündung. Überlebt das Kind die akute Enzephalitis, so bleiben oft neurologische Dauerschäden zurück (z.B. Lähmungen, Sprachstörungen, geistige Behinderung).

Weitere Komplikationen sind Mittelohrentzündung, Pseudokrupp, Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut), Durchfall, Verlust von Serumproteinen in den Magen-Darm-Trakt (exudativer Enteropathie) und Einschmelzung der Hornhaut (Keratomalazie), die zur Erblindung führen kann. Da die Masern das Immunsystem schwächen, kann es zum Ausbruch von Tuberkulose kommen. Ist eine zusätzliche Immunschwäche vorhanden (wie z.B. bei Unterernährung), so muss man mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen.

In seltenen Fällen, vorwiegend bei Kindern, die vor ihrem zweiten Lebensjahr erkrankten, kann sich durchschnittlich 6 Jahre später eine subakute sklerosierende Panenzephalitis entwickeln. Diese Form der Gehirnentzündung beginnt mit psychischen und intellektuellen Veränderungen und endet mit dem Verlust aller Gehirnfunktionen.


Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

  • Wenn das Kind Fieber und einen Hautausschlag ohne Bläschen hat (der Masernverdacht sollte labordiagnostisch bestätigt und gemeldet werden; gegen diesen Virusinfekt gibt es jedoch keine spezifische Behandlung).
  • Wenn die Möglichkeit einer Komplikation besteht oder einige der im Kapitel Husten, Schnupfen, Halsschmerzen beschriebenen Symptome auftreten.

Was können Eltern zu Hause für ihr krankes Kind tun?

  • Der Kontakt zu Personen, die nie an Masern erkrankt (also nicht immun), ungeimpft oder immungeschwächt sind, muss unterbunden werden.
  • So viel Bettruhe wie möglich.
  • Bedingt durch die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) sind manche Kinder sehr lichtempfindlich. In solchem Fall hilft es, den Raum etwas abzudunkeln bzw. direkten Lichteinfall zu vermeiden.
  • Symptomlindernde Maßnahmen für die Erkältung (siehe Kapitel Husten, Schnupfen, Halsschmerzen) treffen auch auf das masernerkrankte Kind zu. Wichtig sind ausreichende Flüssigkeitseinnahme, fiebersenkende Medikamente und Hustenmittel.
  • Das Kind darf während der Masernerkrankung weder die Schule noch irgendeine andere Gemeinschaftseinrichtung betreten. Eine Wiederzulassung zum Unterricht oder zum Besuch anderer Gemeinschaftseinrichtungen ist erst wieder gegeben, wenn die Symptome abgeklungen sind und das Kind komplikationsfrei ist. Das ist frühestens 5 Tage nach Ausbruch des Exanthems möglich.
  • Die Immunabwehr des Kindes bleibt noch einige Zeit nach der Erkrankung geschwächt. Das Kind sollte sich daher möglichst von Personen mit anderen ansteckenden Krankheiten fernhalten.

Wie können Masern verhindert werden?

Die Erkrankung kann durch die Masernschutzimpfung verhindert werden. Meistens wird ein Kombinationsimpfstoff verwendet: die MMR-Vakzine, die gleichzeitig gegen Röteln und Mumps immunisiert. Die Impfung erfolgt im Alter von 11-14 Monaten. Eine Zweitimpfung wird im Alter von 15-23 Monaten empfohlen. Diese ist notwendig, da eine einmalige Impfung nicht alle Kinder gegen Masern schützt.

5-15% der Geimpften entwickeln ein mäßiges Fieber. Bei weniger als 5% können die so genannten "Impfmasern" etwa eine Woche nach der Impfung auftreten. Sie bedürfen in der Regel keiner nennenswerten Behandlung. Diese eher banalen Nebenwirkungen der Impfstoffe sollten jedoch niemanden von der Impfung abschrecken.

Ferner können die Masern nur dann ausgerottet werden, wenn alle Eltern ihre Kinder zum empfohlenen Zeitpunkt impfen lassen. Wie bei der Erkrankung, so rechnet man auch nach der Impfung mit lebenslanger Immunität. Allerdings sollten Kinder, die beim Genuss von Hühnereiweiß überempfindlich reagieren (mit Ausschlag, Schwellung der Lippen und Zunge, Hustenreiz, Atemnot), den in Deutschland üblichen Impfstoff nicht erhalten. Kinder mit Neomycinallergie sollten nicht geimpft werden (Neomycin in ein Antibiotikum, das in sehr kleinen Mengen im Impfstoff vorhanden ist, um ihn steril zu halten).


Kann auch später geimpft werden?

  • Sollte ein Kind im empfohlenen Alter nicht geimpft worden sein, so kann dies jederzeit nachgeholt werden.
  • Für empfängliche (d.h. nie an Masern erkrankte, ungeimpfte und keine spezifischen Antikörper aufweisende) Personen, die mit einem Masernerkrankten in Berührung gekommen sind, kann der Krankheitsausbruch durch unverzügliche Impfung - d.h. innerhalb von 3 Tagen nach dem Kontakt - verhindert werden.
  • Bei immungeschwächten Personen kann eine passive Immunisierung durch Gabe von spezifischem humanem Immunoglobin innerhalb von 3 Tagen nach Kontakt die Krankheit verhindern. Eine aktive Impfung sollte in diesen Fällen ebenfalls durchgeführt werden, allerdings 8 Wochen später.

Mumps

Mumps oder Ziegenpeter ist eine ansteckende Krankheit, die durch das Mumpsvirus hervorgerufen wird und durch geschwollene Ohrspeicheldrüsen gekennzeichnet ist. Ziegenpeter ist weltweit verbreitet. In ungeimpften Bevölkerungsgruppen sind vor allem das Kindes- und das Jugendalter betroffen. Diese Infektion kommt während des ganzen Jahres, jedoch häufiger im Winter und Frühjahr vor.

Ohne Schutzimpfung ist alle 2-5 Jahre mit Ausbrüchen zu rechnen. Da Mumps eine relativ harmlose Krankheit ist, wird in vielen Entwicklungsländern aus Kostengründen nicht dagegen geimpft. In den alten Bundesländern wird die Schutzimpfung seit 1980 und in den neuen Bundesländern seit 1991 durchgeführt. Seitdem sind in Deutschland die Erkrankungen erheblich zurückgegangen. Im Jahr 1998 wurden weniger als 2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner gemeldet.


Wie wird Mumps übertragen?

Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion oder durch Gegenstände, die mit infiziertem Speichel in Berührung gekommen sind (Kontaktinfektion), übertragen.


Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?

Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage.


Wann besteht Ansteckungsgefahr?

Sechs Tage vor bis 9 Tage nach dem Auftreten der charakteristischen Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist der Erkrankte ansteckend. Selbst Infizierte, die nicht offensichtlich krank wirken (was bei 20-40% der Fall ist), sind ansteckungsfähig.


Wie kann eine typische Mumpserkrankung erkannt werden?

Die Erkrankung beginnt mit einem Vorläufer- bzw. Prodromalstadium von 3-4 Tagen mit grippeähnlichen Symptomen (Fieberanstieg, Kopf- und Gliederschmerzen, Unwohlsein).

Bald entstehen Ohrenschmerzen, bedingt durch eine einseitige oder beidseitige schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Die Schwellung nimmt über 2-3 Tage erheblich zu, und es entstehen die typischen "Hamsterbacken" mit Anhebung der Ohrläppchen. Meistens erfolgt die Schwellung der beiden Ohrspeicheldrüsen nicht synchron; zirka ein Viertel der Erkrankten hat lediglich eine einseitige Schwellung. Bei 10% ist eine zusätzliche Speicheldrüse geschwollen. Eine Mundschleimhautentzündung an der Mündungsstelle des Ausführungsganges der Ohrspeicheldrüse kann entstehen. Aufgrund der Schwellung der Ohrspeicheldrüsen können Sprach- oder Kauschwierigkeiten auftreten. Einnahme von säurehaltiger Nahrung oder Flüssigkeit verschlimmert die Schmerzen.

Wenn die Schwellung ihren Höhepunkt erreicht hat, beginnt das Fieber zu sinken, die Schmerzen lassen nach, und das Kind fühlt sich besser. Im Laufe der nächsten Woche geht die Schwellung zurück.


Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?

Zwischen 1 und 10% der Mumpserkrankten mit geschwollenen Ohrspeicheldrüsen entwickeln eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Bei zirka 50% der Infizierten sind die Ohrspeicheldrüsen jedoch nicht geschwollen; in diesen Fällen lässt sich eine Mumpsinfektion nur labordiagnostisch nachweisen. Es kann in seltenen Fällen zu einer Gehirnentzündung kommen, die bei Erwachsenen tödlich ausgehen kann. Bei jungen Erwachsenen können vorübergehende Hörschwierigkeiten auftreten. Sehr selten bleibt eine meist einseitige Schwerhörigkeit zurück. 25% aller erwachsenen Männer mit Mumps entwickeln eine Hodenentzündung. Diese führt eher selten zur Zeugungsunfähigkeit. Bei 5% aller an Mumps erkrankten erwachsenen Frauen kommt es zu einer Eierstockentzündung. Eine weitere nennenswerte Komplikation ist die Bauchspeicheldrüsenentzündung.


Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

  • Wenn die Möglichkeit einer Komplikation besteht, z.B. bei Nackensteifheit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder Hodenschmerzen (bei Jungen ab der Pubertät).
  • Wenn es zu einer Ohrspeicheldrüsenschwellung bei geimpften Personen kommt (dann liegt höchstwahrscheinlich eine andere Ursache als Mumps vor).

Was können Eltern zu Hause für ihr krankes Kind tun?

  • Der Kontakt zu ungeimpften oder immungeschwächten Personen muss gemieden werden. Bis zum Abklingen der Symptome darf das Kind weder die Schule noch irgendeine andere Gemeinschaftseinrichtung besuchen. Frühestens 9 Tage nach Auftreten der Schwellung kann das Kind wieder in die Schule gehen.
  • Einige symptomlindernde Maßnahmen für die Erkältung (siehe Kapitel Husten, Schnupfen, Halsschmerzen) treffen auch auf Kinder mit Mumps zu. Wichtig sind fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente sowie genügend Flüssigkeitseinnahme.
  • Kühlung der Ohrspeicheldrüsen lindert den Schmerz.
  • Die Einnahme von säurehaltiger Nahrung oder Flüssigkeit sollte vermieden werden, sie könnte die Schmerzen verschlimmern. Breiige Nahrung macht das Kauen erträglicher.

Wie kann Mumps verhindert werden?

Die oben erwähnte MMR-Vakzine wird zwischen dem 11. und 14. und wieder zwischen dem 15. und 23. Monat gegeben. Der Impfstoff ist gut verträglich. Die einzig nennenswerte Nebenwirkung ist eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse kurz nach dem Spritzen.


Kann auch später geimpft werden?

  • Sollte ein Kind im oben angegebenen Alter nicht geimpft worden sein, so kann dies jederzeit nachgeholt werden.
  • Für empfängliche Personen, die mit einem an Mumps Erkrankten in Berührung gekommen sind, kann der Krankheitsausbruch durch unverzügliche Impfung (d.h. innerhalb von 3 Tagen nach dem Kontakt) verhindert werden. Bei lediglich einmaliger Impfung wird die 2. Dosis nachgegeben. Allerdings werden empfängliche Personen in der Regel nur bei der Bekämpfung von Ausbrüchen geimpft.

Röteln

Die Röteln sind eine ansteckende Erkrankung, die durch das Rötelnvirus hervorgerufen wird. Ihr klinisches Bild ähnelt einer milden Form der Masern; im Kindesalter sind sie relativ harmlos. Oftmals sind die betroffenen Personen zwar infiziert, wirken klinisch jedoch völlig gesund.

Bei Infektionen in der Frühschwangerschaft kann es zu Fehlgeburten oder schweren Missbildungen des Kindes kommen. Daher hat die WHO das Ziel formuliert, das kongenitale (angeborene) Rötelnsyndrom (CRS) in Europa bis zum Jahre 2010 zu eliminieren. In Finnland und Schweden ist dieses Ziel fast erreicht. In Deutschland wurden im Jahr 2000 noch 7 Fälle gemeldet. Dies ist wahrscheinlich eine erhebliche Untererfassung. Aufgrund von Laborbefunden wird geschätzt, dass die Zahl der Erkrankungen eher bei 50 liegt.


Wie werden Röteln übertragen?

Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion übertragen.


Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?

Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage.


Wann besteht Ansteckungsgefahr?

10 Tage vor Ausbruch des Ausschlages bis 15 Tage danach ist der Infizierte ansteckungsfähig. Auch die symptomlos Erkrankten können das Virus auf empfängliche Personen übertragen.


Wie kann eine typische Rötelnerkrankung erkannt werden?

Viele, wenn nicht die meisten Infektionen verlaufen asymptomatisch. Ein Vorläufer- bzw. Prodromalstadium gibt es bei Kindern nicht. Erwachsene dagegen sind fiebrig, fühlen sich unwohl und klagen über Appetitlosigkeit.

Eine Lymphknotenschwellung (hinter dem Ohr, am Hinterkopf, am Nacken) und rötlicher, kleinfleckiger, manchmal leicht erhabener Hautausschlag sind kennzeichnend für die Krankheit. Das Exanthem beginnt im Gesicht und breitet sich auf Körper und Gliedmassen aus. Im Frühstadium können punktförmige Blutungen am weichen Gaumen vorkommen. Milder Schnupfen und eine leichte Bindehautentzündung treten auf. Fieber, falls vorhanden, sinkt 1 Tag nach Ausbruch des Ausschlages. Dieser verblasst nach 3-5 Tagen. Manchmal ist die Milz vergrößert.


Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?

Komplikationen sind, im Gegensatz zu Masern, nicht häufig. Bei ungefähr einem Drittel aller erkrankten Frauen entwickeln sich Gelenkentzündungen oder Gelenkschmerzen (Finger, Handgelenke und Knie). Dies ist bei Kindern und erwachsenen Männern eher ungewöhnlich. Blutungen unter der Haut und Gehirnentzündung (Enzephalitis) sind extrem selten. Letztere kommt häufiger im Erwachsenenalter vor. 20-50% der Erwachsenen mit Gehirnentzündung sterben daran.


Welche Komplikationen entstehen während der Schwangerschaft?

Je früher die Infektion, umso schwerer die Schäden. 65-85% aller in den ersten zwei Monaten infizierten Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt oder die Säuglinge haben bei Austragung mehrere Missbildungen (dem CRS), z.B. Augenfehlbildungen, Taubheit, Herzmissbildungen und geistige Schäden. Ein niedriges Geburtsgewicht ist eine weitere häufige Folge.

30-35% aller im 3. Monat infizierten Schwangerschaften weisen eine einzige Missbildung auf (z.B. Taubheit oder Herzmissbildung). Im 4. Schwangerschaftsmonat liegt die Wahrscheinlichkeit einer einzigen Missbildung nur noch bei 10%. Nach dem 5. Schwangerschaftsmonat besteht keine Gefahr einer Fehlbildung, obwohl der Fetus noch infiziert werden kann.


Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

  • Zur Absicherung der Diagnose. Eine spezifische Behandlung für die Rötelninfektion gibt es nicht.
  • Wenn Blutungen unter der Haut auftreten oder die Möglichkeit einer Enzephalitis (Kopfschmerzen, Bewusstseinstörungen, Krampfanfälle, Erbrechen) besteht.
  • Bei fraglicher oder gesicherter Rötelninfektion einer empfänglichen Schwangeren kann labordiagnostisch festgestellt werden, ob der Fetus infiziert ist. Wird dies bestätigt, so ist in den meisten Ländern ein Schwangerschaftsabbruch möglich. Über diese ethische Frage sollten die Eltern sich gut beraten lassen und schließlich selbst entscheiden.

Was können Eltern zu Hause für ihr krankes Kind tun?

  • Der Krankheitsverlauf ist in den meisten Fällen so milde, dass eine Behandlung überflüssig ist. Bei Fieber, Gelenkentzündung oder Gelenkschmerzen kann symptomatisch behandelt werden (siehe Maßnahmen zur Symptomlinderung einer Erkältung im Kapitel Husten, Schnupfen, Halsschmerzen).
  • Eine Isolation des Kindes ist nicht nötig; es kann zur Schule gehen, sobald es sich wohl fühlt. Nur der Kontakt zu schwangeren Frauen, die ungeimpft oder nur einmal geimpft sind, sollte bis 10 Tage nach Ausbruch des Ausschlages vermieden werden.

Wie können Röteln verhindert werden?

Die oben erwähnte MMR-Vakzine wird zwischen dem 11. und 14. und wieder zwischen dem 15. und 23. Monat gegeben. Mit dieser Impfstrategie können auch die Röteln weitgehend eliminiert und damit kann das Infektionsrisiko für Schwangere erheblich gesenkt werden. Nebenwirkungen der Impfung sind bei Kindern ungewöhnlich. Bei Frauen über 25 Jahren kann es in seltenen Fällen zu leichtem Fieber, Lymphknotenschwellung, Gelenkentzündung oder Gelenkschmerzen kommen.


Kann auch später geimpft werden?

Die MMR-Impfung ist in jedem Alter möglich. Der Abstand zwischen beiden Impfungen sollte mindestens 4 Wochen betragen. Empfehlenswert ist die Impfung für alle Personen, die regelmäßigen Kontakt mit Kindern haben (z.B. im Gesundheits- und Erziehungswesen) und selbstverständlich für ungeimpfte Frauen mit Kinderwunsch. Bei letzteren sollte durch eine Blutprobe festgestellt werden (Bestimmung des Rötelantikörpertiters), ob sie eine (symptomlose) Rötelinfektion durchgemacht haben. Fällt die Blutprobe positiv aus, so ist die Frau immun und außer Gefahr. Bei negativem Befund ist eine Impfung erforderlich. Sie sollte in den nächsten 3 Monaten nicht schwanger werden, da schutzimpfungsbedingte Missbildungen in den frühen Schwangerschaftsmonaten nach heutigen Erkenntnissen rein theoretisch möglich sind.


Windpocken

Die Windpocken werden durch das Varicella-Zoster-Virus (VZV) hervorgerufen. Diese hoch ansteckende Krankheit ist weltweit verbreitet.

Von den prinzipiell durch Impfung vermeidbaren Kinderkrankheiten in Deutschland kommen die Windpocken am häufigsten vor. Man rechnet mit 700.000 Erkrankungen pro Jahr, die meisten davon im Vorschulalter. In der Regel entwickelt das infizierte Kind eine lebenslange Immunität.

Das VZV bleibt Jahre lang in Nervenzellansammlungen latent bestehen. Später, meist im Alter, kommt es zu einer Zweiterkrankung, der Gürtelrose.


Wie werden die Windpocken übertragen?

Meist werden Windpocken durch Tröpfcheninfektion übertragen. Empfängliche Personen können jedoch auch durch Berührung mit dem virushaltigen Sekret der charakteristischen Bläschen einer infizierten Person angesteckt werden.


Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?

Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage.


Wann besteht Ansteckungsgefahr?

Die Ansteckungsfähigkeit beginnt 2 Tage vor dem Auftreten der Bläschen und endet 5-7 Tage danach mit dem Verkrusten des Ausschlages.


Wie kann eine typische Windpockenerkrankung erkannt werden?

Fieber und Abgespanntheit für 1-2 Tage (Prodromalstadium) können dem Juckreiz oder den typischen Bläschen vorausgehen. Der Hautausschlag beginnt am Rumpf, im Gesicht oder auf der behaarten Kopfhaut und breitet sich auf die Glieder aus. Auch die Schleimhäute können betroffen sein. Verschiedene Ausschlagsformen treten gleichzeitig auf, nämlich rote Flecken, leichte rötliche Hauterhebungen, Bläschen und Schorf. Kleinere Kinder bilden meist weniger Bläschen aus als ältere Personen.

Das Fieber, das mit Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit einhergeht, fällt nach 3-5 Tagen. Zu diesem Zeitpunkt werden auch keine weiteren Bläschen mehr ausgebildet. Die Haut heilt normalerweise innerhalb 1-2 Wochen ohne Narben ab.


Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?

Die häufigste Komplikation ist eine bakterielle Superinfektion der aufgeplatzten oder aufgekratzten Bläschen. Eine Gehirnentzündung, die bei Erwachsenen durchaus tödlich ausgehen kann, tritt in 0,1-0,2% der Erkrankungen auf. Eine zerebrale Ataxie (Störung der Bewegungskoordination) kann bis zu 3 Wochen nach Erscheinen des Ausschlages auftreten. Seltener sind Gehirnhautentzündung, Reye-Syndrom und andere Komplikationen.

Im Erwachsenenalter oder bei immungeschwächten Personen (z.B. Patienten mit Erworbenem Immundefekt-Syndrom oder Leukämie, Patienten unter Chemotherapie oder Kortisonbehandlung) ist eine schwere Lungenentzündung nicht ungewöhnlich. Bei immungeschwächten Personen ist der Krankheitsverlauf schwerer und länger (dreimal länger als normal). Bei ihnen können sich auf dem Grund der vergleichsweise zahlreicheren Bläschen kleine Hautblutungen bilden. 30-50% dieser Kinder müssen mit weiteren Komplikationen rechnen. 15% der immungeschwächten, an Windpocken erkrankten Kinder sterben.


Welche Komplikationen entstehen während der Schwangerschaft?

  • In seltenen Fällen kann ein Windpockeninfekt vor der 19. Schwangerschaftswoche Fehlbildungen (an Haut, Augen, Hirn und Gliedern) des Ungeborenen nach sich ziehen.
  • 5 Tage vor bis 2 Tage nach der Geburt kann eine Erkrankung der Mutter zu einem erschwerten Krankheitsverlauf des Neugeborenen bis hin zum Tod (bei bis zu 30% der Fälle) führen.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

  • Wenn Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Erbrechen, Nackensteifheit (Gehirnentzündung) oder Husten, Atemnot, beschleunigtes Atmen, bläuliche Verfärbung der Zunge (Lungenentzündung) auftreten, ist der Arzt unverzüglich aufzusuchen. Diese Komplikationen müssen u.a. mit Aciclovir intravenös behandelt werden.
  • Immungeschwächte und Neugeborene einer an Windpocken erkrankten Mutter (siehe oben) müssen ebenfalls von einem Arzt die spezifische Behandlung mit Aciclovir verabreicht bekommen.
  • Wenn Blasen eitern; dann müssen Antibiotika verschrieben werden.
  • Wenn das Fieber nach 5 Tagen nicht sinkt; dann könnte eine unerkannte Komplikation vorliegen.
  • Wenn der Juckreiz unerträglich ist, kann der Arzt dagegen Medikamente, eine Lotion oder Salbe verschreiben.

Was können Eltern zu Hause für ihr krankes Kind tun?

  • Erkrankte sollen zu Hause bleiben und nur Kontakt zu Personen haben, die eine Windpockenerkrankung durchgemacht haben oder geimpft worden sind.
  • Sorgfältige Hautpflege ist wichtig, um eine bakterielle Infektion zu verhindern. Dies wird durch tägliches Baden und häufiges Wäschewechseln erreicht.
  • Kurzgeschnittene Fingernägel und juckreizstillende Lotion oder Salbe verhindern, dass das Kind sich die Bläschen aufkratzt.
  • Enge Kleider verstärken den Juckreiz; daher sind luftige Kleider vorzuziehen.
  • So viel Bettruhe wie möglich.

Wie können die Windpocken verhindert werden?

  • Immungeschwächte Personen oder Neugeborene, deren Mutter an Windpocken erkrankt ist (siehe oben), sollten Varicella-Zoster-Immunoglobulin (VZIG) verabreicht bekommen. Geschieht dies innerhalb von 4 Tagen nach dem Kontakt mit einer infizierten Person, so kann die Erkrankung verhindert werden.
  • Andernfalls kann innerhalb von 5 Tagen nach dem Kontakt gegen Windpocken geimpft werden. Der neue Impfstoff ist effektiv und gut verträglich. Immungeschwächte Personen bekommen jedoch sehr häufig als Nebenwirkung einen Ausschlag.
  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt außerdem eine vorbeugende Impfung bei den Angehörigen folgender Risikogruppen:
    1. Ungeimpfte 12- bis 15-jährige Jugendliche, die keine Windpockenerkrankung durchgemacht haben;
    2. Empfängliche Frauen (ohne vorherige Windpockenerkrankung, ohne Impfung, ohne Nachweis spezifischer Antikörper) mit Kinderwunsch;
    3. Empfängliche Patienten mit Leukämie, schwerer Neurodermitis und vor geplanter Chemotherapie oder Organverpflanzung;
    4. Empfängliche Patienten unter Chemotherapie; jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen, die der behandelnde Arzt bestimmt;
    5. Empfängliche Personen mit engem Kontakt zu den unter Punkt 3 und 4 Genannten;
    6. Empfängliches Personal in gewissen Bereichen des Gesundheitsdienstes oder neu eingestelltes Personal in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter.

Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis), in China "Husten der hundert Tage" genannt, ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die durch die Bakterie Bordetella pertussis hervorgerufen wird. Nach bestandener Krankheit im Vorschulalter bzw. Impfung im Säuglingsalter ist die Immunität nicht lebenslänglich; daher kann es in Teenagerjahren oder im Erwachsenenalter zu einem erneuten, oft unerkannten Ausbruch der Krankheit kommen.

Pertussis ist weltweit verbreitet. Unerklärlicherweise sind Mädchen öfter betroffen als Jungen. Aus Angst vor Impfschäden ist die Keuchhusten-Impfempfehlung in den letzten 25 Jahren in einigen entwickelten Ländern (darunter Deutschland) eingeschränkt worden. Dies führte zu niedrigen Impfraten und damit zu häufigen Erkrankungen und Todesfällen. Daher wurde die Pertussis-Impfung 1991 von der STIKO wieder empfohlen.

Die Einführung eines neuen, besser verträglichen Impfstoffes hat die Impfbereitschaft der Bevölkerung erhöht. Seitdem ist die Anzahl der an Keuchhusten erkrankten Kinder wieder rückläufig. Dennoch wurden im Jahr 1999 im Bundesgebiet noch 1.218 behandelte Fälle erfasst. Die Ausrottung dieser Krankheit ist unwahrscheinlich. Durch eine gute Impfstrategie können jedoch die besonders gefährdeten Säuglinge und Kleinkinder geschützt und Todesfälle verhindert werden.


Wie wird Keuchhusten übertragen?

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt.


Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?

Die Inkubationszeit beträgt 7-21 Tage.


Wann besteht Ansteckungsgefahr?

Bei dem unbehandelten Kind beginnt die Ansteckungsfähigkeit 7 Tage nach Übertragung und endet 3 Wochen nach Ausbruch der Krankheit. Unter antibiotischer Behandlung verkürzt sich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit auf 5 Tage nach Beginn der Therapie.


Wie kann eine typische Keuchhustenerkrankung erkannt werden?

Die typische Keuchhustenerkrankung lässt 3 Stadien erkennen:
  1. Das Anfangsstadium (Stadium catarrhale) erinnert an eine Erkältung mit Schnupfen (Katarrh), mäßigem Fieber, leicht geröteten tränenden Augen und Schwächegefühl. Bei Erwachsenen ist ein Kratzen in der Kehle das erste Anzeichen einer Erkrankung.
  2. Innerhalb einiger Tage beginnt ein trockener Husten. Daraus entwickeln sich die charakteristischen Hustenanfälle: mehrere kurze Hustenstöße, gefolgt von krächzendem Einatmen (Stadium convulsivum). Diese beginnen häufig von selbst, doch können sie auch durch äußere Anlässe (z.B. Geräusch oder Kälte) ausgelöst werden. Schlimmstenfalls verfärben sich Zunge und Lippen blau. Der Anfall endet mit Erbrechen und Hervorwürgen von zähem Schleim. Zwischen den Anfällen schläft das Kind ein und wirkt erstaunlich gesund. Mit über 30 Attacken pro Tag, hauptsächlich nachts, ist zu rechnen. Oftmals werden die Anfälle nicht von dem typischen Keuchen begleitet.
    Bei Säuglingen kann es zu plötzlichem, lebensbedrohlichen Atemstillstand kommen. Bei Erwachsenen kann die Hustenattacke zu einer Ohnmacht führen.
  3. Mit der Zeit werden die Hustenanfälle weniger und leichter. Dieses letzte Genesungsstadium (Stadium decrementi) kann sich über mehrere Monate hinziehen (daher der chinesische Name). Selbst nach völliger Heilung kann bei einer Erkältung das typische Keuchen erneut auftreten.

Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?

Die häufigsten Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündung. Bei Säuglingen und Kindern mit Lungenentzündung kann der Keuchhusten tödlich enden. Krampfanfälle und Hirnschäden sind relativ selten.

Die heftigen Hustenanfälle können zu Blutungen unter der Haut, im Augapfel oder im Hirn führen. Ferner lösen sie Leisten- und Nabelbrüche sowie Luftansammlungen unter der Haut und im Brustfellraum der Lunge (Pneumothorax) aus. Ein Riss des Zungenbändchens oder ein Vorfall des Mastdarms können auch vorkommen.


Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

  • Wenn der Verdacht auf Keuchhusten besteht oder häufige und heftige Hustenanfälle vorkommen.
  • Wenn bei einem Säugling/ Kind beschleunigtes Atmen, Atemnot, eine bläuliche Verfärbung der Zunge oder Atemstillstand auftreten.
  • Bei Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder Erbrechen (Hirnblutung oder -schäden).

Was können Eltern zu Hause für ihr krankes Kind tun?

  • Ein Antibiotikum (Erythromycin), vom Arzt verschrieben, muss in jedem Fall gegeben werden, um die Krankheitsdauer und Ansteckungsfähigkeit zu verkürzen.
  • Isolation des Kindes bis 5 Tage nach Beginn der Antibiotikatherapie ist notwendig, um Ansteckung zu verhindern.
  • Bei häufigem Erbrechen viele kleine Mahlzeiten geben.
  • Viel zu trinken geben.
  • Für eine ruhige Umgebung sorgen, um Hustenanfällen vorzubeugen.
  • Die üblichen Hustenmittel lindern die Hustenattacken nicht.

Wie kann Keuchhusten verhindert werden?

  • In Anbetracht der Schwere des klinischen Verlaufs einer Erkrankung im Säuglingsalter sollte die Grundimmunisierung zum frühestmöglichen Zeitpunkt durchgeführt werden. Die STIKO empfiehlt daher drei Schutzimpfungen im Alter von 2, 3 und 4 vollendeten Monaten. Eine weitere Impfung erfolgt im Alter von 11 bis 14 Monaten. Eine Auffrischimpfung wird 9- bis 17-Jährigen verabreicht.
    Eine Empfehlung zur Impfung von Erwachsenen, mit Ausnahme von Personal in gewissen risikoreichen Einrichtungen, gibt es nicht.
    Man impft vorzugsweise mit Kombinationsimpfstoff (gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Hepatitis B, Haemophylis influenza Typ b - vgl. das Kapitel Allgemeiner Impfkalender). Die Pertussis-Komponente ist nicht ganz so effektiv wie die alte Keuchhusten-Schutzimpfung, führt dafür aber auch nicht zu den gefürchteten Impfschäden. Die Dauer der Immunität nach vollständiger Impfung mit dem neuen Impfstoff ist noch nicht bekannt.
  • Enge Kontaktpersonen, selbst vollgeimpfte, sollten vom Arzt ein Antibiotikum (Erythromycin) verschrieben bekommen. Da sie eine Infektionsquelle darstellen, kann ihre Behandlung eine Übertragung und damit Keuchhustenausbrüche verhindern.
  • Der Kontakt zu Erkrankten sollte vor und während der ersten 5 Tage der Antibiotikatherapie gemieden werden.

Anmerkungen

Zur Verpflegung siehe den Artikel Ernährung kranker Kinder.

Zu den Impfungen siehe auch den Beitrag Allgemeiner Impfkalender.


Quellen

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Centers for Disease Control and Prevention. Classification of measles cases and categorization of measles elimination programs. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1983; 31: 707-711.

VC Harrison. Handbook of Paediatrics (5th edition), Cape Town, Oxford University Press, 1999: 354.

GL Mandell, JE Bennet, K Dolin. "Mandell, Douglas and Bennet's Principles and Practice of Infectious Diseases" (5th edition), Volume 2, Philadelphia, Churchill and Livingstone, 2000: 1580-85, 1708-14, 1776-81, 1801-09, 2414-19.

RKI. Zu den aktuellen Masern-Ausbrüchen in Deutschland. Epid Bull 2002; 12: 100-101.

RKI. Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten: Impfpräventable Krankheiten in Deutschland bis zum Jahr 2000. Epid Bull 2002; 7: 49-57.

RKI. Aktuelle Statistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten. Epid Bull 2002; 3: 23.

RKI. Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut/ Stand: Juli 2001. Epid Bull 2001; 28.

RKI. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte. Masern. Aktualisierte Fassung Februar 2002 (http://www.rki.de), Erstveröffentlichung Epid Bull 1999: 44.

RKI. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte. 27. Folge: Mumps (Parotitis epidemica). Epid Bull 2001: 37.

RKI. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte. 24. Folge: Röteln (Rubella). Epid Bull 2001: 19.

RKI. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte. Varizellen (Windpocken), Herpes zoster (Gürtelrose). Aktualisierte Fassung August 2002 (http://www.rki.de), Erstveröffentlichung Epid Bull 2000: 46.

RKI. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte. 28.Folge: Pertussis (Keuchhusten). Epid Bull 2001: 43.

UNICEF. Measles fact sheet. http://www.unicef.org/measles/factsheet.htm


Autor

Ekkehard Werner Arthur Zöllner (MBChB, MMed (Paed), DCH, DTM&H, DPH), Kinderarzt

Adresse

Ekkehard Werner Arthur Zöllner
School of Child and Adolescent Health
Division: Paediatric Medicine
Red Cross Children's Hospital
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Letzte Änderung: 27.11.2008 11:24:18Zum Seitenanfang