ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜKinderkrankheitenEkkehard Werner Arthur Zöllner Kinderkrankheiten sind hoch ansteckende Infektionskrankheiten, die vorwiegend im Kindesalter auftreten. Die bestandene Krankheit führt in der Regel zu lebenslanger Immunität. Die bekannten Kinderkrankheiten aber auch Diphtherie und Kinderlähmung (Poliomyelitis), sind durchaus nicht harmlos. Sie können zu schweren Organschäden, schlimmstenfalls zum Tod führen. Jedoch können alle durch hocheffektive und gut verträgliche Impfstoffe verhindert werden. Weltweit ist die Ausrottung der Poliomyelitis fast erreicht und bei Masern wird sie angestrebt. In Deutschland wurde im Jahr 2001 keine Kinderlähmung mehr gemeldet. Auch die Diphtherie ist praktisch eliminiert. Daher wird im Folgenden lediglich auf Masern, Röteln, Mumps, Keuchhusten und Windpocken eingegangen. MasernDie Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit, die durch das Masernvirus hervorgerufen wird. Weltweit kommen jährlich 30-40 Millionen Masernfälle vor, hauptsächlich in den Entwicklungsländern. In einigen Ländern, z.B. in den USA, in Finnland, Großbritannien und Südafrika, sind Masern heutzutage selten geworden. Im Jahr 2001 wurden in Deutschland laut Epidemiologischem Bulletin noch 5.780 Masernfälle gemeldet, die meisten davon in den Staaten Bayern und Nordrhein-Westfalen. Das Robert Koch-Institut schätzt die wirkliche Anzahl der Masernerkrankungen in Deutschland jedoch wesentlich höher - zwischen 20.000 und 80.000 pro Jahr.Jährlich sterben auf der Welt zirka 777.000 Menschen an Masern. Jeder dieser Todesfälle hätte durch die Masernschutzimpfung verhindert werden können. Daher ist das erklärte Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), durch ein weltweites effektives Impfprogramm masernbedingte Todesfälle zu verhindern. Durch erhöhte Impfraten könnte sogar die Krankheit selbst, wie bereits die Pocken, endgültig beseitigt werden. Mit dem am 1.1.2001 in Kraft getretenen Infektionsschutzgesetz wurden auch in Deutschland die dafür erforderlichen Voraussetzungen geschaffen. Wie werden Masern übertragen?Die Übertragung geschieht durch Tröpfcheninfektion.Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?Die Inkubationszeit (Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch einer Infektionskrankheit) beträgt 7-14 Tage.Wann besteht Ansteckungsgefahr?Ansteckungsgefahr besteht von Beginn des Prodromal- oder Vorläuferstadiums bis 3 Tage nach Ausbruch des Hautausschlages (Exanthems).Wie kann eine typische Masernerkrankung erkannt werden?Die Symptome werden in der Falldefinition der WHO treffend zusammengefasst: Fieber, leicht erhabener Hautausschlag (makulopapulöses Exanthem), Husten, Schnupfen und/oder Bindehautentzündung (Konjunktivitis).Das Prodromalstadium, das 3-7 Tage dauert, ähnelt einer Grippe oder Erkältung. Am Ende dieses Stadiums treten Koplik-Flecken (kleine, weißliche, kalkspritzerähnliche, fest haftende Beläge) an der Wangenschleimhaut auf. Sie sind umgeben von einem roten Hof, befinden sich im Bereich des zweiten Backenzahns und gelten als kennzeichnend für Masern. Doch werden sie oft übersehen oder treten erst gar nicht auf. Der rote Hautausschlag (Exanthem) beginnt 2 Tage nach dem Ausbruch der Koplik-Flecken hinter den Ohren und im Nacken. Es breitet sich auf Gesicht, Rumpf, Arme und Beine (einschließlich Handflächen und Fußsohlen) aus. Gleichzeitig beginnt der Ausschlag zusammenzufließen. Sobald das Exanthem die Füße erreicht, beginnt das Fieber zu fallen. Der Ausschlag im Gesicht verblasst allmählich. Die Haut schuppt sich (bei unterernährten Kindern in stärkerem Masse). Auch die anderen Symptome klingen langsam ab, wobei der Husten am hartnäckigsten ist. Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?Ist das Fieber nach dem dritten Tag nicht gesunken, dann muss mit einer Komplikation gerechnet werden. Diese wird entweder durch das Masernvirus selbst oder durch eine zusätzliche virale (z.B. Adenovirus) oder bakterielle Infektion (Superinfektion) verursacht. Am häufigsten sind die Luftwege und das Nervensystem betroffen.Die meisten Todesfälle (die Sterblichkeit liegt zwischen 1-10%) sind auf Lungenentzündung oder Gehirnentzündung (akute Enzephalitis) zurückzuführen. Kinder unter 2 Jahren sterben häufiger an einer Lungenentzündung; Kinder im Alter von 10-14 Jahren eher an einer Gehirnentzündung. Überlebt das Kind die akute Enzephalitis, so bleiben oft neurologische Dauerschäden zurück (z.B. Lähmungen, Sprachstörungen, geistige Behinderung). Weitere Komplikationen sind Mittelohrentzündung, Pseudokrupp, Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut), Durchfall, Verlust von Serumproteinen in den Magen-Darm-Trakt (exudativer Enteropathie) und Einschmelzung der Hornhaut (Keratomalazie), die zur Erblindung führen kann. Da die Masern das Immunsystem schwächen, kann es zum Ausbruch von Tuberkulose kommen. Ist eine zusätzliche Immunschwäche vorhanden (wie z.B. bei Unterernährung), so muss man mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen. In seltenen Fällen, vorwiegend bei Kindern, die vor ihrem zweiten Lebensjahr erkrankten, kann sich durchschnittlich 6 Jahre später eine subakute sklerosierende Panenzephalitis entwickeln. Diese Form der Gehirnentzündung beginnt mit psychischen und intellektuellen Veränderungen und endet mit dem Verlust aller Gehirnfunktionen. Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Was können Eltern zu Hause für ihr krankes Kind tun?
Wie können Masern verhindert werden?Die Erkrankung kann durch die Masernschutzimpfung verhindert werden. Meistens wird ein Kombinationsimpfstoff verwendet: die MMR-Vakzine, die gleichzeitig gegen Röteln und Mumps immunisiert. Die Impfung erfolgt im Alter von 11-14 Monaten. Eine Zweitimpfung wird im Alter von 15-23 Monaten empfohlen. Diese ist notwendig, da eine einmalige Impfung nicht alle Kinder gegen Masern schützt.5-15% der Geimpften entwickeln ein mäßiges Fieber. Bei weniger als 5% können die so genannten "Impfmasern" etwa eine Woche nach der Impfung auftreten. Sie bedürfen in der Regel keiner nennenswerten Behandlung. Diese eher banalen Nebenwirkungen der Impfstoffe sollten jedoch niemanden von der Impfung abschrecken. Ferner können die Masern nur dann ausgerottet werden, wenn alle Eltern ihre Kinder zum empfohlenen Zeitpunkt impfen lassen. Wie bei der Erkrankung, so rechnet man auch nach der Impfung mit lebenslanger Immunität. Allerdings sollten Kinder, die beim Genuss von Hühnereiweiß überempfindlich reagieren (mit Ausschlag, Schwellung der Lippen und Zunge, Hustenreiz, Atemnot), den in Deutschland üblichen Impfstoff nicht erhalten. Kinder mit Neomycinallergie sollten nicht geimpft werden (Neomycin in ein Antibiotikum, das in sehr kleinen Mengen im Impfstoff vorhanden ist, um ihn steril zu halten). Kann auch später geimpft werden?
MumpsMumps oder Ziegenpeter ist eine ansteckende Krankheit, die durch das Mumpsvirus hervorgerufen wird und durch geschwollene Ohrspeicheldrüsen gekennzeichnet ist. Ziegenpeter ist weltweit verbreitet. In ungeimpften Bevölkerungsgruppen sind vor allem das Kindes- und das Jugendalter betroffen. Diese Infektion kommt während des ganzen Jahres, jedoch häufiger im Winter und Frühjahr vor.Ohne Schutzimpfung ist alle 2-5 Jahre mit Ausbrüchen zu rechnen. Da Mumps eine relativ harmlose Krankheit ist, wird in vielen Entwicklungsländern aus Kostengründen nicht dagegen geimpft. In den alten Bundesländern wird die Schutzimpfung seit 1980 und in den neuen Bundesländern seit 1991 durchgeführt. Seitdem sind in Deutschland die Erkrankungen erheblich zurückgegangen. Im Jahr 1998 wurden weniger als 2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner gemeldet. Wie wird Mumps übertragen?Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion oder durch Gegenstände, die mit infiziertem Speichel in Berührung gekommen sind (Kontaktinfektion), übertragen.Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage.Wann besteht Ansteckungsgefahr?Sechs Tage vor bis 9 Tage nach dem Auftreten der charakteristischen Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist der Erkrankte ansteckend. Selbst Infizierte, die nicht offensichtlich krank wirken (was bei 20-40% der Fall ist), sind ansteckungsfähig.Wie kann eine typische Mumpserkrankung erkannt werden?Die Erkrankung beginnt mit einem Vorläufer- bzw. Prodromalstadium von 3-4 Tagen mit grippeähnlichen Symptomen (Fieberanstieg, Kopf- und Gliederschmerzen, Unwohlsein).Bald entstehen Ohrenschmerzen, bedingt durch eine einseitige oder beidseitige schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Die Schwellung nimmt über 2-3 Tage erheblich zu, und es entstehen die typischen "Hamsterbacken" mit Anhebung der Ohrläppchen. Meistens erfolgt die Schwellung der beiden Ohrspeicheldrüsen nicht synchron; zirka ein Viertel der Erkrankten hat lediglich eine einseitige Schwellung. Bei 10% ist eine zusätzliche Speicheldrüse geschwollen. Eine Mundschleimhautentzündung an der Mündungsstelle des Ausführungsganges der Ohrspeicheldrüse kann entstehen. Aufgrund der Schwellung der Ohrspeicheldrüsen können Sprach- oder Kauschwierigkeiten auftreten. Einnahme von säurehaltiger Nahrung oder Flüssigkeit verschlimmert die Schmerzen. Wenn die Schwellung ihren Höhepunkt erreicht hat, beginnt das Fieber zu sinken, die Schmerzen lassen nach, und das Kind fühlt sich besser. Im Laufe der nächsten Woche geht die Schwellung zurück. Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?Zwischen 1 und 10% der Mumpserkrankten mit geschwollenen Ohrspeicheldrüsen entwickeln eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Bei zirka 50% der Infizierten sind die Ohrspeicheldrüsen jedoch nicht geschwollen; in diesen Fällen lässt sich eine Mumpsinfektion nur labordiagnostisch nachweisen. Es kann in seltenen Fällen zu einer Gehirnentzündung kommen, die bei Erwachsenen tödlich ausgehen kann. Bei jungen Erwachsenen können vorübergehende Hörschwierigkeiten auftreten. Sehr selten bleibt eine meist einseitige Schwerhörigkeit zurück. 25% aller erwachsenen Männer mit Mumps entwickeln eine Hodenentzündung. Diese führt eher selten zur Zeugungsunfähigkeit. Bei 5% aller an Mumps erkrankten erwachsenen Frauen kommt es zu einer Eierstockentzündung. Eine weitere nennenswerte Komplikation ist die Bauchspeicheldrüsenentzündung.Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
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Wie kann Mumps verhindert werden?Die oben erwähnte MMR-Vakzine wird zwischen dem 11. und 14. und wieder zwischen dem 15. und 23. Monat gegeben. Der Impfstoff ist gut verträglich. Die einzig nennenswerte Nebenwirkung ist eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse kurz nach dem Spritzen.Kann auch später geimpft werden?
RötelnDie Röteln sind eine ansteckende Erkrankung, die durch das Rötelnvirus hervorgerufen wird. Ihr klinisches Bild ähnelt einer milden Form der Masern; im Kindesalter sind sie relativ harmlos. Oftmals sind die betroffenen Personen zwar infiziert, wirken klinisch jedoch völlig gesund.Bei Infektionen in der Frühschwangerschaft kann es zu Fehlgeburten oder schweren Missbildungen des Kindes kommen. Daher hat die WHO das Ziel formuliert, das kongenitale (angeborene) Rötelnsyndrom (CRS) in Europa bis zum Jahre 2010 zu eliminieren. In Finnland und Schweden ist dieses Ziel fast erreicht. In Deutschland wurden im Jahr 2000 noch 7 Fälle gemeldet. Dies ist wahrscheinlich eine erhebliche Untererfassung. Aufgrund von Laborbefunden wird geschätzt, dass die Zahl der Erkrankungen eher bei 50 liegt. Wie werden Röteln übertragen?Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion übertragen.Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage.Wann besteht Ansteckungsgefahr?10 Tage vor Ausbruch des Ausschlages bis 15 Tage danach ist der Infizierte ansteckungsfähig. Auch die symptomlos Erkrankten können das Virus auf empfängliche Personen übertragen.Wie kann eine typische Rötelnerkrankung erkannt werden?Viele, wenn nicht die meisten Infektionen verlaufen asymptomatisch. Ein Vorläufer- bzw. Prodromalstadium gibt es bei Kindern nicht. Erwachsene dagegen sind fiebrig, fühlen sich unwohl und klagen über Appetitlosigkeit.Eine Lymphknotenschwellung (hinter dem Ohr, am Hinterkopf, am Nacken) und rötlicher, kleinfleckiger, manchmal leicht erhabener Hautausschlag sind kennzeichnend für die Krankheit. Das Exanthem beginnt im Gesicht und breitet sich auf Körper und Gliedmassen aus. Im Frühstadium können punktförmige Blutungen am weichen Gaumen vorkommen. Milder Schnupfen und eine leichte Bindehautentzündung treten auf. Fieber, falls vorhanden, sinkt 1 Tag nach Ausbruch des Ausschlages. Dieser verblasst nach 3-5 Tagen. Manchmal ist die Milz vergrößert. Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?Komplikationen sind, im Gegensatz zu Masern, nicht häufig. Bei ungefähr einem Drittel aller erkrankten Frauen entwickeln sich Gelenkentzündungen oder Gelenkschmerzen (Finger, Handgelenke und Knie). Dies ist bei Kindern und erwachsenen Männern eher ungewöhnlich. Blutungen unter der Haut und Gehirnentzündung (Enzephalitis) sind extrem selten. Letztere kommt häufiger im Erwachsenenalter vor. 20-50% der Erwachsenen mit Gehirnentzündung sterben daran.Welche Komplikationen entstehen während der Schwangerschaft?Je früher die Infektion, umso schwerer die Schäden. 65-85% aller in den ersten zwei Monaten infizierten Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt oder die Säuglinge haben bei Austragung mehrere Missbildungen (dem CRS), z.B. Augenfehlbildungen, Taubheit, Herzmissbildungen und geistige Schäden. Ein niedriges Geburtsgewicht ist eine weitere häufige Folge.30-35% aller im 3. Monat infizierten Schwangerschaften weisen eine einzige Missbildung auf (z.B. Taubheit oder Herzmissbildung). Im 4. Schwangerschaftsmonat liegt die Wahrscheinlichkeit einer einzigen Missbildung nur noch bei 10%. Nach dem 5. Schwangerschaftsmonat besteht keine Gefahr einer Fehlbildung, obwohl der Fetus noch infiziert werden kann. Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
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Wie können Röteln verhindert werden?Die oben erwähnte MMR-Vakzine wird zwischen dem 11. und 14. und wieder zwischen dem 15. und 23. Monat gegeben. Mit dieser Impfstrategie können auch die Röteln weitgehend eliminiert und damit kann das Infektionsrisiko für Schwangere erheblich gesenkt werden. Nebenwirkungen der Impfung sind bei Kindern ungewöhnlich. Bei Frauen über 25 Jahren kann es in seltenen Fällen zu leichtem Fieber, Lymphknotenschwellung, Gelenkentzündung oder Gelenkschmerzen kommen.Kann auch später geimpft werden?Die MMR-Impfung ist in jedem Alter möglich. Der Abstand zwischen beiden Impfungen sollte mindestens 4 Wochen betragen. Empfehlenswert ist die Impfung für alle Personen, die regelmäßigen Kontakt mit Kindern haben (z.B. im Gesundheits- und Erziehungswesen) und selbstverständlich für ungeimpfte Frauen mit Kinderwunsch. Bei letzteren sollte durch eine Blutprobe festgestellt werden (Bestimmung des Rötelantikörpertiters), ob sie eine (symptomlose) Rötelinfektion durchgemacht haben. Fällt die Blutprobe positiv aus, so ist die Frau immun und außer Gefahr. Bei negativem Befund ist eine Impfung erforderlich. Sie sollte in den nächsten 3 Monaten nicht schwanger werden, da schutzimpfungsbedingte Missbildungen in den frühen Schwangerschaftsmonaten nach heutigen Erkenntnissen rein theoretisch möglich sind.WindpockenDie Windpocken werden durch das Varicella-Zoster-Virus (VZV) hervorgerufen. Diese hoch ansteckende Krankheit ist weltweit verbreitet.Von den prinzipiell durch Impfung vermeidbaren Kinderkrankheiten in Deutschland kommen die Windpocken am häufigsten vor. Man rechnet mit 700.000 Erkrankungen pro Jahr, die meisten davon im Vorschulalter. In der Regel entwickelt das infizierte Kind eine lebenslange Immunität. Das VZV bleibt Jahre lang in Nervenzellansammlungen latent bestehen. Später, meist im Alter, kommt es zu einer Zweiterkrankung, der Gürtelrose. Wie werden die Windpocken übertragen?Meist werden Windpocken durch Tröpfcheninfektion übertragen. Empfängliche Personen können jedoch auch durch Berührung mit dem virushaltigen Sekret der charakteristischen Bläschen einer infizierten Person angesteckt werden.Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage.Wann besteht Ansteckungsgefahr?Die Ansteckungsfähigkeit beginnt 2 Tage vor dem Auftreten der Bläschen und endet 5-7 Tage danach mit dem Verkrusten des Ausschlages.Wie kann eine typische Windpockenerkrankung erkannt werden?Fieber und Abgespanntheit für 1-2 Tage (Prodromalstadium) können dem Juckreiz oder den typischen Bläschen vorausgehen. Der Hautausschlag beginnt am Rumpf, im Gesicht oder auf der behaarten Kopfhaut und breitet sich auf die Glieder aus. Auch die Schleimhäute können betroffen sein. Verschiedene Ausschlagsformen treten gleichzeitig auf, nämlich rote Flecken, leichte rötliche Hauterhebungen, Bläschen und Schorf. Kleinere Kinder bilden meist weniger Bläschen aus als ältere Personen.Das Fieber, das mit Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit einhergeht, fällt nach 3-5 Tagen. Zu diesem Zeitpunkt werden auch keine weiteren Bläschen mehr ausgebildet. Die Haut heilt normalerweise innerhalb 1-2 Wochen ohne Narben ab. Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?Die häufigste Komplikation ist eine bakterielle Superinfektion der aufgeplatzten oder aufgekratzten Bläschen. Eine Gehirnentzündung, die bei Erwachsenen durchaus tödlich ausgehen kann, tritt in 0,1-0,2% der Erkrankungen auf. Eine zerebrale Ataxie (Störung der Bewegungskoordination) kann bis zu 3 Wochen nach Erscheinen des Ausschlages auftreten. Seltener sind Gehirnhautentzündung, Reye-Syndrom und andere Komplikationen.Im Erwachsenenalter oder bei immungeschwächten Personen (z.B. Patienten mit Erworbenem Immundefekt-Syndrom oder Leukämie, Patienten unter Chemotherapie oder Kortisonbehandlung) ist eine schwere Lungenentzündung nicht ungewöhnlich. Bei immungeschwächten Personen ist der Krankheitsverlauf schwerer und länger (dreimal länger als normal). Bei ihnen können sich auf dem Grund der vergleichsweise zahlreicheren Bläschen kleine Hautblutungen bilden. 30-50% dieser Kinder müssen mit weiteren Komplikationen rechnen. 15% der immungeschwächten, an Windpocken erkrankten Kinder sterben. Welche Komplikationen entstehen während der Schwangerschaft?
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KeuchhustenKeuchhusten (Pertussis), in China "Husten der hundert Tage" genannt, ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die durch die Bakterie Bordetella pertussis hervorgerufen wird. Nach bestandener Krankheit im Vorschulalter bzw. Impfung im Säuglingsalter ist die Immunität nicht lebenslänglich; daher kann es in Teenagerjahren oder im Erwachsenenalter zu einem erneuten, oft unerkannten Ausbruch der Krankheit kommen.Pertussis ist weltweit verbreitet. Unerklärlicherweise sind Mädchen öfter betroffen als Jungen. Aus Angst vor Impfschäden ist die Keuchhusten-Impfempfehlung in den letzten 25 Jahren in einigen entwickelten Ländern (darunter Deutschland) eingeschränkt worden. Dies führte zu niedrigen Impfraten und damit zu häufigen Erkrankungen und Todesfällen. Daher wurde die Pertussis-Impfung 1991 von der STIKO wieder empfohlen. Die Einführung eines neuen, besser verträglichen Impfstoffes hat die Impfbereitschaft der Bevölkerung erhöht. Seitdem ist die Anzahl der an Keuchhusten erkrankten Kinder wieder rückläufig. Dennoch wurden im Jahr 1999 im Bundesgebiet noch 1.218 behandelte Fälle erfasst. Die Ausrottung dieser Krankheit ist unwahrscheinlich. Durch eine gute Impfstrategie können jedoch die besonders gefährdeten Säuglinge und Kleinkinder geschützt und Todesfälle verhindert werden. Wie wird Keuchhusten übertragen?Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt.Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit?Die Inkubationszeit beträgt 7-21 Tage.Wann besteht Ansteckungsgefahr?Bei dem unbehandelten Kind beginnt die Ansteckungsfähigkeit 7 Tage nach Übertragung und endet 3 Wochen nach Ausbruch der Krankheit. Unter antibiotischer Behandlung verkürzt sich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit auf 5 Tage nach Beginn der Therapie.Wie kann eine typische Keuchhustenerkrankung erkannt werden?Die typische Keuchhustenerkrankung lässt 3 Stadien erkennen:
Mit welchen Komplikationen kann man rechnen?Die häufigsten Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündung. Bei Säuglingen und Kindern mit Lungenentzündung kann der Keuchhusten tödlich enden. Krampfanfälle und Hirnschäden sind relativ selten.Die heftigen Hustenanfälle können zu Blutungen unter der Haut, im Augapfel oder im Hirn führen. Ferner lösen sie Leisten- und Nabelbrüche sowie Luftansammlungen unter der Haut und im Brustfellraum der Lunge (Pneumothorax) aus. Ein Riss des Zungenbändchens oder ein Vorfall des Mastdarms können auch vorkommen. Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
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Wie kann Keuchhusten verhindert werden?
Anmerkungen
Zur Verpflegung siehe den Artikel Ernährung kranker Kinder. Quellen
Centers for Disease Control and Prevention. Measles eradication: recommendations from a meeting co-sponsored by the World Health Organization, the Pan American Health Organization, and CDC. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1997; 46: 1-22. Autor
Ekkehard Werner Arthur Zöllner (MBChB, MMed (Paed), DCH, DTM&H, DPH), Kinderarzt Adresse
Ekkehard Werner Arthur Zöllner | ||
Letzte Änderung: 27.11.2008 11:24:18 |