ZUM TEXTHauptmenüHauptseiteFamilienhandbuch-Forum Stichwortsuche von A bis ZAktivitäten mit KindernAngebote/Hilfen Behinderung Elternschaft Ernährung Erziehungsbereiche Erziehungsfragen Familie und Beruf Familienbildung Familienforschung Familienpolitik Gesundheit Häufige Probleme Haushalt/Finanzen Jugendforschung Kindertagesbetreuung Kindheitsforschung Kindliche Entwicklung Leistungen für Familien Partnerschaft Rechtsfragen Schule Teil- und Stieffamilien Trennung/Scheidung VerschiedenesImpressumKontakt | ZUM MENÜZurück in den Beruf?Petra A. Bauer
![]() Der große Tag ist da: Das Baby ist geboren und in den ersten Tagen und Wochen gehört ihm die ganze Aufmerksamkeit. Das Thema "Berufstätigkeit der Mutter" rückt in dieser Zeit völlig in den Hintergrund. Viele Mütter haben ohnehin von Anfang an vor, die kompletten drei Jahre Elternzeit zu nehmen. Sie haben den Wunsch, möglichst lange die konstante Bezugsperson für ihre Kinder zu sein, ihr Aufwachsen mitzuerleben, ihnen das Gefühl einer sicheren Bindung zu bieten, ihre Bedürfnisse selbst zu erfüllen. Aber es gibt genügend Gründe, sich - auch noch nach der Ankunft des Babys - anders zu entscheiden. Wer drei Jahre lang aus dem Berufsleben ausscheidet, hat unter Umständen den Anschluss verpasst. Die sich ständig ändernden Ansprüche an berufliche Qualifikationen können sich bei längerer Abwesenheit aus dem Job als echte Hürde erweisen, und auch die Karriereaussichten sinken, je länger die Mütter zu Hause bleiben. Nicht zu vergessen, dass auch finanzielle Engpässe einen früheren Wiedereinstieg in den Job möglicherweise unverzichtbar machen. Und dann gibt es nicht wenige Frauen, die ihren Job einfach lieben und ihn auch für ein Kind nicht ganz aufgeben möchten. Den geeigneten Zeitpunkt findenDen einzig guten Zeitpunkt zur Wiederaufnahme der Berufstätigkeit (wenn das überhaupt gewünscht wird) gibt es folglich nicht. Oft ist nicht einmal sicher, ob die Mütter überhaupt in ihren alten Job zurück wollen. Viele Frauen nutzen früher oder später die Möglichkeit, auch von zu Hause aus berufstätig sein zu können - häufig selbständig, mit einer Tätigkeit, die oft genug aus dem Leben mit ihren Kindern erwächst.Oma, Tagesmutter oder Kinderkrippe?Sollte die Mutter eine Rückkehr in den Job innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Kindes erwägen, ergeben sich häufig Probleme mit der Kinderbetreuung, da viele Kindertagesstätten Kinder erst ab drei Jahren aufnehmen. Doch auch hier gibt es Alternativen. Der erste Gedanke ist häufig eine Unterbringung bei den Großeltern des Kindes. Aber Vorsicht: Es ist etwas völlig anderes, ob der Enkel nur hin und wieder zu Besuch ist, oder ob es sich um eine tägliche Betreuung handelt. Mögliche Reibungspunkte sollten daher vorab geklärt werden, damit es nicht in der fraglichen Situation zum Streit kommt. Bei der Handhabung von Fernseh- und Süßigkeitenkonsum, der Regelung der Schlafzeiten und bei Erziehungsfragen, die den Eltern besonders am Herzen liegen, sollten sich beide Parteien einigen, bevor die Mutter den Job antritt, damit die Betreuungssituation nicht zu einem belastenden Faktor für alle Beteiligten wird.Sollte eine Betreuung durch die Großeltern ausgeschlossen sein, haben sich Tagesmütter bewährt. Schließlich möchte man bei ganz kleinen Babys dafür sorgen, dass sie nicht von ständig wechselnden Personen betreut werden, damit sie eine sichere Bindung aufbauen können. Tagesmütter erfüllen diese Bedingung und haben meist flexible Betreuungszeiten, die individuell aushandelbar sind. Man muss sie in der Regel privat bezahlen, jedoch kann unter bestimmten Bedingungen ein Teil der Kosten vom Jugendamt übernommen werden. Das jeweilige Jugendamt kann darüber Auskunft erteilen und gegebenenfalls geeignete Tagesmütter benennen. Weitere Informationen können beim Tagesmütter-Bundesverband eingeholt werden. Egal, ob die Entscheidung zugunsten einer Tagesmutter oder einer Kinderfrau fällt, die das Kind in seiner gewohnten Umgebung betreut, wichtig ist, dass die Eltern der Betreuungsperson vertrauen. Ein erster Kennenlern-Termin ist in jedem Fall zu empfehlen, damit man das Kind in guten Händen weiß. So kann man die Tagesmutter in ihrer Umgebung und im Umgang mit den eigenen und den anderen Tageskindern erleben. Dass Kind und Eltern sich gut aufgehoben fühlen, gilt selbstverständlich auch, wenn das Kind einen der - zumindest in den alten Bundesländern - rar gesäten Krippenplätze erhalten kann. Hier ist die Betreuung nicht so individuell; dafür lernt das Kind rasch, sich in einer größeren Gruppe zurechtzufinden. Und auch die wenigen Wochen alten Babys profitieren von den zusätzlichen Reizen, die eine solche Betreuung unweigerlich bietet. Wem das alles nicht behagt, kann möglicherweise - bei Teilzeitarbeit - einen privaten Betreuungstausch mit einer anderen Mutter organisieren. Auch hier gilt jedoch, wie bei den Großeltern, dass Erziehungsfragen vorab geklärt werden müssen. Kinder, die schon früh von anderen Bezugspersonen als den Eltern betreut werden, werden im Allgemeinen rasch selbständig, und haben auch beim Übergang in eine Kindertagesstätte oder Schule nur noch selten Ablösungsprobleme. Working Mom zu HauseAuch Frauen, die freiberuflich von zu Hause aus arbeiten, fragen sich vor der Entbindung, für wie lange sie ihren Kunden nicht zur Verfügung stehen können. Hier gibt es ebenfalls die unterschiedlichste Bandbreite: von Müttern, die am Tage der Entbindung noch Aufträge erledigen und drei Tage nach der Geburt schon wieder im Home-Office sitzen, das Kind an der Brust, bis zu denen, die sich in den ersten Monaten nur dem Kind widmen. Dies alles hängt von den Lebensumständen und dem Charakter des Säuglings ab sowie von der Möglichkeit, das Kind zu beschäftigen, wenn es älter ist. "Home-Office-Kinder" haben den Vorteil, dass sie ihre Mutter als Ansprechpartnerin jederzeit greifbar haben.Unterm Strich kann man jeder Mutter nur raten, die vorhandenen Sachzwänge zu überprüfen, wenn das Kind erst geboren ist. Möglicherweise finden sich andere Lösungen, die berufliche Qualifikation up to date zu halten, z.B. durch Fernkurse per Internet. Wenn die finanzielle Situation einen schnellen Wiedereinstieg in den Job erfordert, kann mit dem Arbeitgeber im Vorfeld eventuell ein Telearbeitsvertrag ausgehandelt werden (vgl. den Artikel "Familienverträgliche Erwerbsarbeit mit Hilfe von Telearbeit"). Hat man jedoch ein sehr anstrengendes, lebhaftes Kind, kann es sinnvoll sein, sich trotz allem eine längere Auszeit zu gönnen, schon um sich selbst nicht zu viel zuzumuten. NetworkingIn vielen virtuellen Netzwerken kann man sich mit anderen Müttern über die Schwierigkeiten austauschen, die Kind und Beruf mit sich bringen. Durch Networking kommt man nicht nur im Job weiter, sondern erhält auch viele hilfreiche Tipps. Wer davon bisher nicht profitiert, sollte sich baldmöglichst nach einem Netzwerk umsehen, das am ehesten zu dem Job passt, den man bisher ausübt. Hier können Mütter erfahren, wie andere Mütter den Spagat zwischen Familie und Beruf gemanagt haben.Kleine HilfestellungDie Überlegung, ob und wann der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben möglich ist, kann anhand der folgenden Checkliste erleichtert werden, die am besten gemeinsam mit dem Partner vor und nach der Geburt des Kindes durchgegangen wird. Unter Umständen verändern sich in der Zwischenzeit einige Parametern, und der ideale Zeitpunkt wird deutlicher.Checkliste:
Zum WeiterlesenKarina Matejcek/ Petra A. Bauer: Mama im Job. Familie managen, Karriere gestalten, Alltag organisieren. Redline Wirtschaft. Frankfurt/Wien: Ueberreuter 2004 Adresse
Dipl.-Ing. Petra A. Bauer | ||
Letzte Änderung: 26.04.2007 13:51:52 |