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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Rückkehr in den Beruf

Bundesministerium für Familie und Senioren, Frauen und Jugend


Am 1. Januar 2001 trat die Reform des Bundeserziehungsgeldgesetzes in Kraft. Sie gilt für Geburten ab 2001 und enthält zum "Erziehungsurlaub", der als überholte Bezeichnung künftig durch den treffenderen Begriff "Elternzeit" ersetzt wird, wichtige Verbesserungen. Diese kommen ebenso wie Maßnahmen zur Arbeitszeitflexibilisierung (etwa Telearbeit) oder zur Förderung der Existenzgründung in besonderem Maße den Frauen zugute, die nach einer familienbedingten Pause in den Beruf zurückkehren wollen.

Es folgen Auskünfte und Antworten zu Fragen, die viele Frauen, junge Eltern und auch andere Rückkehrer ins Berufsleben bewegen, und zwar zu den Themen:

Elternzeit

Bleibt während der Elternzeit das Arbeitsrechtsverhältnis bestehen?

Ja. Wurde die Erwerbstätigkeit nur für die Dauer der Elternzeit unterbrochen, bleibt während der Elternzeit das Arbeitsverhältnis mit einem besonderen Kündigungsschutz erhalten. Die arbeitsrechtlichen Rechte und Pflichten ruhen nur. Damit besteht ein Anspruch darauf, an einen gleichwertigen Arbeitsplatz wieder eingestellt zu werden.

Können Mutter und Vater die Elternzeit auch gemeinsam beantragen?

Ja, ab 2001 können sie die Elternzeit ganz oder zeitweise auch gemeinsam nehmen. Sie beträgt für ein Kind insgesamt bis zu drei Jahre.

Darf die Elternzeit auch über das dritte Lebensjahr des Kindes hinaus gehen?

Stimmt auch der Arbeitgeber zu, kann ein Teil der insgesamt dreijährigen Elternzeit auch nach dem dritten Geburtstag - und zwar noch bis zum achten Geburtstag - des Kindes genutzt werden.


Ich will wieder arbeiten - wo bleiben meine Kinder?

Stimmt es, dass es in der Bundesrepublik mittlerweile einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gibt?

Ja, seit dem 1. Januar 1999 gilt bundesweit der uneingeschränkte Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz - für alle Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Eintritt in die Schule.

Haben allein erziehende Mütter und Väter einen bevorzugten Anspruch auf Kinderbetreuung?

Alleinerziehende werden bei der Suche nach einem Betreuungsangebot bevorzugt behandelt. Denn für sie ist der Wiedereinstieg oft existenziell notwendig. Doch noch immer übersteigt die Nachfrage nach Kinderbetreuung vor allem in den alten Bundesländern das Angebot bei weitem. Anders übrigens als in den neuen Bundesländern, wo Kinderbetreuungsplätze in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Weshalb ist es ratsam, sich sehr zeitig um einen Kinderbetreuungsplatz zu kümmern?

Das Kind soll sich bei seiner Betreuung wohl fühlen und altersgerecht gefördert werden. Darum ist es wichtig, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, Informationen bei Behörden und Verbänden zu sammeln und sich die entsprechenden Einrichtungen vor Ort anzusehen. Denn entsprechend dem Alter des Kindes, den individuellen Bedürfnissen sowie dem Angebot am Wohnort kommen meist verschiedene Möglichkeiten der Betreuung infrage. Und oft gibt es mehr Alternativen, als man auf den ersten Blick wahrnimmt.

Wo kann ich mein behindertes Kind betreuen lassen?

Informationen zu Kitas, in denen beispielsweise behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam betreut werden, wie auch zu anderen speziellen Fragen erteilen alle Jugendämter.

Welche staatlichen Betreuungsmöglichkeiten gibt es für Vorschulkinder?

Kinderkrippe: Sie nimmt Kinder unter drei Jahren an, die hier traditionell in Jahrgangsgruppen, zunehmend auch in altersgemischten Gruppen betreut werden. Sie ist meist ganztägig geöffnet, aber die Eltern entscheiden innerhalb der Rahmenöffnungszeiten selbst, wie lange ihr Kind hier bleibt. Der Tagesablauf soll den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden und einem familiären Alltag gleichen, indem man z.B. gemeinsam einkaufen geht, kocht oder frühstückt. In den alten Ländern deckt das Platzangebot in Krippen bzw. Kindergärten mit Krippenplätzen den Bedarf bei weitem nicht. So kann es längere Wartefristen geben.

Kindergarten: Hier werden Kinder zwischen drei bis sechs Jahren betreut. Er ist die erste Stufe unseres Bildungswesens und ergänzt die Familienerziehung. Die Betreuung geht auf die altersgemäßen Bedürfnisse der Kinder ein und soll sich laut Gesetz pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der Kinder und ihren Familien orientieren. Es bestehen allerdings erhebliche regionale Unterschiede. In den neuen Ländern gibt es praktisch für alle Kinder Ganztagsplätze.

Weshalb kostet ein Krippenplatz mehr als die Betreuung im Kindergarten?

Da kleine Kinder eine besonders intensive Betreuung brauchen, ist hier mehr Personal nötig als im Kindergarten. Zudem sind die Anforderungen an die Ausstattung und die pädagogische Arbeit bei Kleinkindern höher.

Was sind Vorklassen?

Unter dieser Bezeichnung bestehen in einigen Regionen auch schulähnliche Angebote zur Betreuung von Fünfjährigen.

Welche Betreuungsformen existieren für Schulkinder?

Schulhort: Hier werden schulpflichtige Kinder bis zum Alter von 10, 12 bzw. 14 Jahren ganztägig betreut. Sie verbringen im Hort ihre Freizeit, machen Hausaufgaben und essen Mittag. Sie können schon vor Schulbeginn kommen und sind auch bei Unterrichtsausfall versorgt. Die Gruppen sind meist altersgemischt und übersteigen nicht die Größe von zwanzig Kindern. Oft ist der Hort auch in den Ferien geöffnet. Wie lange, wie oft und zu welcher Zeit er besucht wird, regeln Eltern und Betreuungspersonal individuell. Immer häufiger sind Horte und vergleichbare Betreuungsformen bei den Schulen angesiedelt, so als Schulkinderhäuser.

Ganztagsschulen: Sie bieten ebenfalls gemeinsames Mittagessen und eine Nachmittagsbetreuung. In vielen Bundesländern gibt es auch das Modell der "Schuleckstundenbetreuung": Hierbei übernehmen Grundschulen (mit unterschiedlichen Bezeichnungen) in Kernzeiten eine verlässliche Betreuung für Schulkinder.

Welche privaten Angebote können alternativ dazu die Betreuung von Kindern sichern?

Eine so genannte Tagespflege bieten "Tagesmütter" an. Das sind Privatpersonen, die ganztägig oder stundenweise Kinder betreuen. Ihr Vorteil liegt in der oft größeren Flexibilität: Es gibt keine festen Öffnungszeiten, die Betreuung lässt sich individuell mit den Arbeitszeiten der Eltern abstimmen. Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz ist die Tagespflege als Alternative zu Kitas besonders für kleinere Kinder anerkannt.

Welche Formen von Tagespflege werden angeboten?

Die Tagesmutter kann das Kind beispielsweise im Haushalt der Eltern betreuen. Es gibt auch Pflegefamilien, die ein bis drei Kinder aufnehmen, andere betreuen vier bis fünf Kinder. Vereinbaren lässt sich auch eine Kurzzeitpflege über einen bestimmten Zeitraum, z.B. während der Ferien einer Kita. Finden lassen sich Tagesmütter u.a. über Zeitungsanzeigen. Da aber Tagespflege zwischen Privatpersonen vereinbart wird, sind Information und Beratung hierzu besonders wichtig, so zu versicherungsrechtlichen Fragen, Kosten und Urlaubsregelungen.

Gibt es staatliche Zuschüsse für Tagesmütter?

Unter bestimmten Bedingungen kann das Jugendamt die Kosten für eine Tagesmutter anteilig oder ganz übernehmen, beispielsweise wenn es diese vermittelt hat oder wenn es im Fall einer Privatvermittlung nachträglich die Eignung und Notwendigkeit dieser Betreuung feststellt.

Wo kann man Muster für private Betreuungsverträge einsehen?

Musterverträge sind beim Tagesmütter-Bundesverband erhältlich (Witzfeldstr. 17, 40667 Meerbusch, Tel. 02132/76524). Hilfe geben auch Jugendämter, Vermittlungsstellen von Trägern der freien Jugendhilfe, ortsansässige Tageselternvereine und Frauenbeauftragte.

Was versteht man unter Kinderläden?

Sie gehören zu den alternativen Betreuungsformen, wenn Eltern z.B. selbst die Initiative ergreifen. Oft entstanden sie aus zunächst unverbindlichen Kontaktgruppen oder Elterninitiativen. Denn viele Eltern stehen vor ähnlichen Problemen und haben Interesse, sich regelmäßig zu treffen und auszutauschen, woraus dann feste Betreuungsmöglichkeiten oder sogar offizielle Institutionen entstehen können. Ist die Initiative als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt, sind auch Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln möglich. Auskünfte erteilen Jugendämter und Wohlfahrtsverbände.

Welche Aufgaben haben Mütterzentren?

Sie sind nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern übernehmen auch praktische Dienstleistungen wie einen Mittagstisch für Kinder berufstätiger Eltern, Hausaufgabenbetreuung und Abholdienste.


Wie bleibe ich während der Elternzeit beruflich auf dem Laufenden?

Dürfen Eltern auch schon während der Elternzeit wieder arbeiten gehen bzw. dazu verdienen?

Während der Elternzeit ist es erlaubt, einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen. Diese darf nach dem Reformgesetz 30 Wochenstunden nicht übersteigen. Ist am früheren Arbeitsplatz eine solche Teilzeitstelle nicht möglich, darf mit dem Einverständnis des Arbeitgebers auch eine andere Teilzeitstelle von bis zu 30 Wochenstunden angenommen werden. Das ruhende Hauptarbeitsverhältnis bleibt dabei bestehen. Nehmen beide Eltern Elternzeit, beträgt die Obergrenze 60 Wochenstunden.

Darf mir mein Arbeitgeber verwehren, dieser Teilzeitbeschäftigung in einem anderen Betrieb nachzugehen?

Ja, wenn er sich auf dringende betriebliche Gründe beruft. Ist er damit nicht einverstanden, muss er dies binnen vier Wochen schriftlich begründen.

Habe ich einen Anspruch auf Teilzeitarbeit?

Ja - unter bestimmten Voraussetzungen - gegenüber Arbeitgebern mit mehr als 15 Beschäftigten (während der Elternzeit nach dem Reformgesetz zum Bundeserziehungsgeldgesetz, nach der Elternzeit durch das neue Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge).

Wo finde ich außerbetriebliche Qualifizierungsangebote während der Elternzeit?

Hier kann das Arbeitsamt weiterhelfen. Es erteilt Auskünfte zur finanziellen Förderung für Fernunterricht und Selbstlernmaßnahmen. Überdies geben die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht und das Bundesinstitut für Berufsbildung gemeinsam einen Katalog der Fernlehrangebote heraus. Gegen eine Schutzgebühr ist er über die Pressestelle des Bundesinstituts für Berufsbildung zu beziehen (Hermann-Ehlers-Ring 10, 53113 Bonn, Tel. 0228/107-0).

Wie komme ich zu einem Abschluss, wenn ich während der Berufsausbildung schwanger werde?

Die Ausbildung wird durch die gesetzlichen Mutterschutzfristen - sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach (bei medizinischen Frühgeburten 12 Wochen und im Einzelfall bis zu 18 Wochen) unterbrochen.

Kann ich gleich an die Mutterschutzfrist nach einer Geburt, also noch während der Berufsausbildung, die Elternzeit anhängen?

Das ist möglich, etwa bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes. In dieser Zeit besteht das Ausbildungsverhältnis fort, die Ausbildung wird für diese Zeit unterbrochen. Allerdings ist es sehr schwer, nach drei Jahren die entstandenen Wissenslücken wieder zu füllen. Je kürzer die Unterbrechung, desto größer die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss. Wegen einer eventuell möglichen Ausbildung in Teilzeitform informieren die Fachstellen für Fragen der Berufsbildung.


Kommen für mich Weiterbildung oder Umschulung infrage?

Wo kann ich mich nach einer längeren familiären Kinderbetreuung über neue Chancen und Anforderungen am Arbeitsmarkt orientieren?

Der Weg zur Arbeitsberatung des Arbeitsamtes lohnt immer: Hier gibt es aktuelle Informationen zu Berufen, zur Arbeitsmarktsituation und zu verschiedenen Projekten für Wiedereinsteiger/innen. Sinnvoll ist es, sich auf das Gespräch sorgfältig vorzubereiten. Am besten, man notiert sich zuvor wichtige Fragen. Auch Vortragsveranstaltungen zu speziellen Themen werden hier angeboten, z.B. "Neuer Start für Frauen", "Richtig bewerben, richtig vorstellen" oder "Wie finde ich eine neue Stelle?"

Muss ich meine Weiterbildung oder Umschulung selbst finanzieren?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Arbeitsamt Leistungen für eine berufliche Qualifizierung erbringen. Weitere Zuschussquellen bieten in manchen Fällen die BaföG-Regelungen (für Ausbildungen an Schulen und Hochschulen) sowie für die berufliche Fortbildung das Aufstiegsförderungsgesetz ("Meister-BaföG").

Helfen spezielle Regelungen jungen Wissenschaftlerinnen beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit?

Im Rahmen eines Hochschulsonderprogramms von Bund und Ländern sind für Frauen, die sich nach einer Unterbrechung ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in ein neues Forschungsprojekt einarbeiten wollen, Wiedereinstiegsstipendien vorgesehen (ggf. mit Kinderbetreuungszuschlägen). Anträge können bei den Hochschulen gestellt werden.

Unter welchen Bedingungen kann meine Weiterbildung über das Arbeitsamt gefördert werden?

Notwendig ist, dass das Arbeitsamt die Maßnahme für die Weiterbildungsförderung anerkennt. Hierfür müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen, die vom Bildungsträger zu erfüllen sind. Sowohl Lehrgänge in Teilzeitform (12 bis 24 Stunden wöchentlich) als auch ganztägiger Unterricht (35 Stunden je Woche, in Ausnahmen mindestens 25 Stunden) können gefördert werden. Auch die Teilnahme am Fernunterricht und an Selbstlernmaßnahmen kommt in Betracht.

Welche Ausbildungsziele müssen für eine Förderung durch das Arbeitsamt vorliegen?

Das Arbeitsamt kann die Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und Ungelernte mit folgenden Zielen fördern:
  • Erhaltung, Erweiterung oder Anpassung bereits vorhandener Kenntnisse (veraltetes Fachwissen wird auf den neuesten Stand gebracht). Das stärkt das Selbstvertrauen für die Bewerbung und erhöht die Chancen auf einen adäquaten Arbeitsplatz;
  • Vermittlung eines bislang fehlenden Abschlusses. Hierzu gehört das Erlernen eines Berufes mit einer in der Regel erwachsenengerecht verkürzten Ausbildungszeit;
  • Befähigung zu einer anderen Tätigkeit. Dies kann sinnvoll sein, wenn es in dem früher ausgeübten Beruf keine Chancen für einen Wiedereinstieg gibt, weil sich z.B. die Situation am Arbeitsmarkt geändert hat.

Welche Kosten übernimmt das Arbeitsamt bei beruflichen Bildungsmaßnahmen?

Um den Lebensunterhalt während einer beruflichen Bildungsmaßnahme mit ganztägigem Unterricht sicherzustellen, kann das Arbeitsamt ein Unterhaltsgeld zahlen. Ist eine ganztägige Maßnahme nicht zumutbar (z.B. wegen Kinderbetreuung) kann auch ein Teilunterhaltsgeld geleistet werden. Zudem können bei Weiterbildungen die Fahrkosten sowie die Kosten für den Lehrgang, für eine notwendige Eignungsfeststellung, für eine erforderliche auswärtige Unterbringung und Verpflegung sowie für die Betreuung aufsichtsbedürftiger Kinder (begrenzt) übernommen werden.

Welche persönlichen Voraussetzungen muss ich für eine staatlich finanzierte Weiterbildung erfüllen?

a) Die Weiterbildung muss notwendig sein, weil der Bewerber arbeitslos ist, drohende Arbeitslosigkeit abwenden oder einen bisher fehlenden Berufsabschluss erwerben will.

b) Der Antragsteller muss während der letzten drei Jahre vor der Maßnahme zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein oder die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe erfüllen und entsprechende Leistungen beantragt haben. Die Dreijahresfrist gilt nicht für Berufsrückkehrer/innen (z.B. Unterbrechung wegen Betreuung aufsichtsbedürftiger Kinder), hier kann die Versicherungspflicht auch länger zurück liegen.

c) Vor der Teilnahme muss eine Beratung durch das Arbeitsamt über das Bildungsangebot, den Arbeitsmarkt und Förderungsmöglichkeiten erfolgen.

d) Das Arbeitsamt muss der Teilnahme zustimmen, weil der Bewerber geeignet ist und nach der Maßnahme in angemessener Zeit eine entsprechende Beschäftigung finden kann.

Unter welchen Voraussetzungen können Personen gefördert werden, die noch nicht drei Jahre berufstätig waren?

Das ist möglich, wenn sie aus Gründen, die in ihrer Person liegen, weder eine berufliche Ausbildung noch eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme absolvieren können oder wenn diese unzumutbar ist. Als berufliche Tätigkeit gelten hingegen z.B. Zeiten einer noch nicht abgeschlossenen Berufsausbildung, des Wehr- und Zivildienstes sowie die Tätigkeit im eigenen Haushalt, soweit aufsichtsbedürftige Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreut wurden.

Wann kann eine Weiterbildung wegen eines fehlenden Berufsabschlusses notwendig sein?

Das ist dann der Fall, wenn der Bewerber über keine Abschluss verfügt, für den eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist. Möglich ist dies auch, wenn er zwar einen Berufsabschluss erwarb, jedoch über sechs Jahre lang einer an- oder ungelernten Beschäftigung nachging und seinen erlernten Beruf voraussichtlich nicht mehr ausüben kann. Voraussetzung ist stets, dass mit der Weiterbildung ein Berufsabschluss erworben wird.

Können auch Personen eine Weiterbildung gefördert bekommen, die nicht die Vorbeschäftigungszeit von zwölf Monaten erfüllen?

Für Leute, die während der letzten drei Jahre vor der Maßnahme zwölf Monate nicht versicherungspflichtig beschäftigt waren und auch nicht Arbeitslosengeld bzw. im Anschluss daran Arbeitslosenhilfe bezogen haben, kann das Arbeitsamt die Weiterbildungskosten übernehmen. Unterhaltsgeld wird ihnen jedoch nicht gezahlt.


Wie hilft der Staat bei der Rückkehr in den Beruf?

Wann gilt man als langzeitarbeitslos?

Wenn man ein Jahr und länger ohne Arbeit ist.

Was sind Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose?

Zu ihrer Wiedereingliederung schuf die Bundesregierung das Arbeitsmarktprogramm "Aktion Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose". Damit können Arbeitgebern, die Langzeitarbeitslose einstellen, bis zu einem Jahr Lohnkostenzuschüsse gewährt werden. Diese richten sich nach der Dauer der Arbeitslosigkeit. Im ersten Halbjahr können sie bis zu 80 Prozent, im zweiten Halbjahr bis zu 60 Prozent des Lohnes betragen.

Gibt es auch Lohnzuschussregelungen für Personen, die wegen der Pflege anderer längere Zeit zu Hause blieben?

Ja. Wer nach einer Pause von mindestens drei Jahren in den Beruf zurückkehrt und in der Unterbrechungszeit aufsichtsbedürftige Kinder oder pflegebedürftige Personen betreute, wird Langzeitarbeitslosen gleichgestellt, die bis maximal zwei Jahre arbeitslos waren. Er muss dazu unmittelbar vor der Einstellung mindestens ein halbes Jahr arbeitslos gemeldet gewesen sein.

Was sind Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM)?

Mit ihnen fördert das Arbeitsamt Tätigkeiten, die im öffentlichen Interesse liegen, sofern deren Durchführung anderweitig nicht oder erst später möglich ist. ABM sind meist auf ein Jahr begrenzt. Eine Verlängerung auf zwei Jahre ist möglich, wenn die Maßnahmen aus arbeitsmarktpolitischen Gründen bevorzugt zu fördern sind.

Wer kann über ABM gefördert werden?

Nötig sind eine Zuweisung durch das Arbeitsamt sowie die Voraussetzungen für Entgeltersatzleistungen bei Arbeitslosigkeit, bei beruflicher Weiterbildung oder beruflicher Eingliederung Behinderter. Die Betreffenden müssen langzeitarbeitslos oder innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens sechs Monate beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet gewesen sein. In Einzelfällen sind bei der Zuweisung Ausnahmen von den genannten Förderungsvoraussetzungen möglich.

Wer darf einen Eingliederungszuschuss beanspruchen?

Dieser wird Arbeitgebern gewährt, wenn Rückkehrer nach einer Berufspause eine besondere Einarbeitung zur Eingliederung benötigen.

Gibt es EU-Zuschüsse für Berufsrückkehrer?

Ja. Besonders Frauen, die nicht über eine ausreichende berufliche Qualifikation verfügen oder nach einer Phase der Nichterwerbstätigkeit wieder in das Berufsleben zurückkehren wollen, können Unterstützung über den Europäischen Sozialfonds (ESF) erhalten. Ein entsprechendes Bundesprogramm bietet neben anderen ESF-Förderleistungen folgende wichtige Hilfen:
  • ESF-Unterhaltsgeld; es beträgt je nach Familiensituation monatlich 567,53 bis 628,89 EUR (neue Länder) bzw. 582,87 bis 644,23 EUR (alte Länder).
  • Die Beiträge für eine freiwillige Krankenversicherung sowie für eine Pflegeversicherung können für den Fall, dass der Schutz im Krankheits- oder Pflegefall nicht anderweitig sichergestellt ist, übernommen werden.
  • Die Kosten für eine notwendige Inanspruchnahme von sozialpädagogischen Diensten vor, während und nach der Maßnahme können übernommen werden.
  • Bei Alleinerziehenden können Kinderbetreuungskosten bis zu 61,36 EUR monatlich je Kind, in besonderen Härtefällen bis zu 102,26 EUR monatlich je Kind übernommen werden.
Weitere Informationen hierzu erteilen die Arbeitsämter.


Teilzeitarbeit - die ideale Lösung auch nach der Elternzeit?

Von den 400.000 Frauen, die jährlich in die Elternzeit gehen, kehrt lediglich die Hälfte in den Beruf zurück. Umso wichtiger werden auch für die Betriebe, denen damit wertvolle Arbeitskräfte verloren gehen, geregelte Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitszeiten.

Welche Teilzeitmodelle gibt es?

Es gibt sie z.B. mit einer regelmäßigen Stundenzahl pro Tag, die sich recht gut mit den Kita-Öffnungszeiten vereinbaren lässt. Möglich sind aber auch Modelle, bei denen die Arbeitszeit auf drei ganze Tage pro Woche, auf drei von vier Wochen im Monat oder auf zehn von zwölf Monaten im Jahr verkürzt wird. Die Arbeitszeit lässt sich auch ungleichmäßig verkürzen, z.B. an manchen Tagen auf vier, an anderen auf drei oder weniger Stunden. Vereinbarungen können individuell abgeschlossen werden; dabei sind ggf. Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats nach dem Betriebsverfassungsgesetz zu beachten.

Wer entscheidet, ob Teilzeitstellen eingerichtet werden?

Das ist Sache des Arbeitgebers, sofern die anfallenden Tätigkeiten eine Aufteilung auf mehrere Personen zulassen. Manche Betriebe ermöglichen auch familienbedingte Arbeitszeitverkürzungen. Seit 1. Januar 2001 ist der Arbeitgeber allerdings verpflichtet, einen Arbeitsplatz, den er öffentlich oder innerhalb des Betriebes ausschreibt, auch als Teilzeitarbeitsplatz auszuschreiben, wenn sich der Arbeitsplatz hierfür eignet (§ 7 Abs. 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz - TzBfG). Werden Arbeitsplätze künftig regelmäßig auch als Teilzeitarbeitsplätze ausgeschrieben, wird dies zu einem Bewusstseinswandel beitragen und die Akzeptanz von Teilzeitarbeit fördern.

Haben Berufsrückkehrer einen Anspruch auf Teilzeitarbeit?

Seit 1. Januar 2001 haben Arbeitnehmer gegenüber ihrem Arbeitgeber einen Anspruch auf Verringerung ihrer Arbeitszeit (§ 8 Abs. 1 TzBfG). Voraussetzung ist, dass das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate bestanden hat und der Wunsch nach Verkürzung der Arbeitszeit drei Monate vorher angekündigt wird. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen dabei zu einer Einigung kommen. Kommt es zu keiner Vereinbarung, kann der Arbeitgeber den Teilzeitwunsch ablehnen, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen. Solche Gründe sind z.B. erhebliche Beeinträchtigungen der Organisation oder des Arbeitsablaufs im Betrieb oder unverhältnismäßig hohe Kosten für den Arbeitgeber. Das Gesetz gibt dafür einen Rahmen vor, den die Sozialpartner durch tarifliche Regelungen ausfüllen können. Der Anspruch besteht nicht gegenüber Arbeitgebern mit bis zu 15 Beschäftigten; Auszubildende werden dabei nicht mitgezählt.

Der Teilzeitanspruch gilt auch für Berufsrückkehrer nach der Elternzeit.

Ist Teilzeitarbeit im öffentlichen Dienst zulässig?

Teilzeitbeschäftigung im Arbeitnehmerbereich und Beamtensektor ist hier in weitem Umfang möglich.

Wie verringert sich bei Teilzeitarbeit der Urlaubsanspruch?

Arbeitnehmer haben Anspruch auf bezahlten gesetzlichen Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz von 24 Werktagen (6-Tage-Woche) oder 20 Arbeitstagen (5-Tage-Woche). Das Bundesurlaubsgesetz gewährt Teilzeitbeschäftigten Urlaubsansprüche unter den gleichen Voraussetzungen und in entsprechendem Umfang wie Vollzeitbeschäftigten.

Teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, die an allen Arbeitstagen mit gleichmäßig verkürzter Arbeitszeit beschäftigt sind, haben deshalb ebenso viele Urlaubstage wie Vollzeitbeschäftigte. Teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, die regelmäßig an weniger Arbeitstagen einer Woche als ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer beschäftigt sind, haben Anspruch auf Erholungsurlaub entsprechend der Zahl der für sie maßgeblichen Arbeitstage. Besteht keine besondere tarifliche Regelung zur Umwandlung des Urlaubsanspruchs des Vollzeitbeschäftigten in den eines Teilzeitbeschäftigten, ist die Gesamturlaubsdauer eines Vollzeitbeschäftigten nach Arbeitstagen durch die Zahl der betrieblichen Arbeitstage pro Woche (6/5) zu teilen und mit der für den teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer maßgeblichen Zahl von Arbeitstagen einer Woche zu multiplizieren. Wer seine Arbeitszeit bei einer betrieblichen 5-Tage-Woche auf drei Tage in der Woche verteilt, hat einen Anspruch auf Mindesturlaub von 3/5 des vollen Anspruchs, d.h. von 12 Tagen (20 : 5 x 3). Allerdings müssen nur drei Urlaubstage je Woche genommen werden, die anderen beiden Arbeitstage sind in dem Beispiel ohnehin arbeitsfrei. Dementsprechend errechnet sich der Urlaub bei einer 6-Tage-Woche.

Sinkt bei Teilzeitbeschäftigung der Anspruch auf Entgeltfortzahlung?

Der gesetzliche Anspruch auf Entgeltfortzahlung bis zu sechs Wochen bleibt unangetastet. Die Höhe der Entgeltfortzahlung richtet sich danach, wie hoch das Arbeitsentgelt (Überstunden ausgenommen) ohne die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit gewesen wäre. Teilzeitbeschäftigte sind generell gesetzlich krankenversichert.

Gibt es bestimmte Gehaltsregelungen bei Teilzeitarbeit?

Seit 1. Januar 2001 ist der sog. pro-rata-temporis Grundsatz für Teilzeitbeschäftigte gesetzlich festgeschrieben (§ 4 Abs. 1 Satz 2 TzBfG). Danach ist einem teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer Arbeitsentgelt oder eine andere teilbare geldwerte Leistung mindestens in dem Umfang zu gewähren, der dem Anteil seiner Arbeitszeit an der Arbeitszeit eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers entspricht.

Das bedeutet: Wer als Teilzeitkraft nur noch die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit beschäftigt ist, erhält auch nur noch die Hälfte eines vergleichbaren Vollzeitlohnes. Da bei sinkendem Einkommen aber die Einkommensteuer niedriger ist, fällt die Reduzierung des Nettolohns prozentual schwächer aus als die Bruttolohn-Kürzung. Dies gilt auch für die meisten tariflichen Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder vermögenswirksame Leistungen.

Verringern sich mit Teilzeitarbeit die Ansprüche aus der Arbeitslosen- und Rentenversicherung?

Ja, denn es werden auch geringere Beiträge eingezahlt. Eine Bestandsschutzregelung schützt jedoch Betroffene bei Aufnahme einer Teilzeitbeschäftigung bis zur Dauer von drei Jahren unter bestimmten Voraussetzungen vor leistungsrechtlichen Nachteilen.

Gibt es eine Mindestarbeitszeit für Teilzeitbeschäftigung?

Versicherungsrechtlich ja. Erst ab einer regelmäßigen Arbeitszeit von 15 Stunden pro Woche setzt ein umfassender Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherungsschutz ein.

Was gilt als "geringfügige Beschäftigung"?

Hiervon spricht man bei einem Monatsverdienst bis 400 EUR. Der Arbeitgeber zahlt dann einen Pauschalbetrag zur Rentenversicherung (12 Prozent des Arbeitsentgelts). Wer diese Summe um 7,1 Prozent des Arbeitsentgelts ergänzt, erwirbt sich das volle Leistungsspektrum der Rentenversicherung (Rehabilitation, Rente wegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit, vorgezogene Altersrente, Rentenberechnung nach Mindesteinkommen).

Woher bekomme ich eine steuerliche Freistellungsbescheinigung für "geringfügige Beschäftigung"?

Vom zuständigen Finanzamt, jedoch nur wenn der Antragsteller im laufenden Kalenderjahr neben dem Arbeitslohn aus der geringfügigen Beschäftigung keine anderen positiven Einkünfte hat oder haben wird. Hierzu zählen auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Zinseinnahmen, nicht hingegen Erziehungsgeld, Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld. Einkünfte des Ehepartners werden auch nicht berücksichtigt.


Wie kann ich mich bei Unterbrechung der Berufstätigkeit krankenversichern?

Bleibt man während der Elternzeit versichert?

Mit dem letzten Tag der Beschäftigung endet grundsätzlich auch der Krankenversicherungsschutz bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Wer jedoch Elternzeit in Anspruch nimmt oder Erziehungs-, Kranken- bzw. Mutterschaftsgeld bezieht, bleibt auch bei Unterbrechung der Berufstätigkeit Kassenmitglied. In dieser Zeit werden auch keine Beiträge fällig, wenn neben Mutterschafts- oder Erziehungsgeld keine anderen beitragspflichtigen Einnahmen vorliegen.

Wer kann in einer gesetzlichen Kasse beitragsfrei gestellt werden?

Das kann geschehen, wenn ein Mitglied während der Elternzeit die bisherigen Einnahmen verliert, vor dem Bezug des Erziehungsgeldes versicherungspflichtig war und während des Bezugs keine anderen beitragspflichtigen Einnahmen besitzt.

Wann setzt eine beitragsfreie Familienversicherung des Ehegatten ein?

Dazu darf dieser Ehegatte nicht hauptberuflich selbstständig erwerbstätig sein und monatlich nicht mehr als 325 EUR verdienen und nicht als Beamter sein Gesamteinkommen haben.

Wie wirkt sich die Unterbrechung der Berufstätigkeit auf die Alterssicherung aus?

In der gesetzlichen Rentenversicherung sind Kindererziehungszeiten Pflichtbeitragszeiten. Für die Kindererziehung werden maximal drei Jahre anerkannt, wenn das Kind nach dem 1. Januar 1992 geboren wurde. Kam es vorher zur Welt, wird maximal ein Jahr angerechnet.

Führt eine längere Unterbrechung der Berufstätigkeit wegen Kindererziehung zu Versicherungslücken?

Ja - sofern in dieser Zeit nicht weitere Kinder anzurechnen sind. Unter Umständen wird durch eine längere Unterbrechung die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) für eine vorzeitige Altersrente nicht erreicht. Sie ist eine Voraussetzung für die Altersrente sowie für Rente wegen Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit.

Wie hoch werden Kindererziehungszeiten auf die Rente angerechnet?

Ein Jahr Kindererziehung ergibt gegenwärtig einen Rentenbeitrag von 25,31 EUR in den alten bzw. 22,06 EUR in den neuen Bundesländern.


Mut zum Risiko - der Schritt in die Selbstständigkeit

Was ist das von der Bundesregierung unterstützte "Startgeld"?

Dahinter verbirgt sich ein neues Darlehensprogramm für kleine Gründungsvorhaben. Es eignet sich besonders für Frauen. Ein Finanzierungsbedarf von maximal 50.000 EUR kann damit bis zu 100 Prozent finanziert werden. Die Laufzeit beträgt höchstens zehn Jahre, die Tilgung kann in den ersten beiden Jahren ausgesetzt werden. Teil des Programms ist das Angebot einer 80-prozentigen Risikoentlastung der Hausbank.

Was bezweckt die Gemeinschaftsinitiative CHANGE/CHANCE?

Bundesregierung und Unternehmerverbände wollen Frauen mit diesem Programm ermutigen, Firmennachfolgen anzutreten. Kernstück ist eine bundesweite, branchen- und institutionsübergreifende Unternehmensbörse. Hier treffen Existenzgründungswillige, die ein Unternehmen suchen, auf Betriebsinhaber, die ihre Firma im Rahmen einer Nachfolgeregelung abgeben wollen. Die Gemeinschaftsinitiative informiert und unterstützt bei der Vorbereitung und Gestaltung der Unternehmensnachfolge sowie der Existenzgründung http://www.change-online.de

Gibt es spezielle Existenzgründungstipps von Frauen für Frauen?

Ja, es existiert ein Angebot "Frauen beraten Frauen" (Kontakt unter Tel. 030/85085-4115). Beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie kann auch kostenfrei die Broschüre "Frauen unternehmen was - Tipps für Existenzgründerinnen" bestellt werden (http://www.bmwi.de). Der Verband freiberuflich tätiger Frauen ist im Internet unter http://www.schoene-aussichten.de zu finden.

Was muss ich bedenken, bevor ich mich selbstständig mache?

Zu klären ist, ob die eigenen fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse ausreichen. Selbstständigkeit ist vor allem in der Anfangsphase oft mit großen Anstrengungen verbunden. Zu überlegen ist auch, ob selbst in problematischen Situationen das persönliche Existenzminimum gesichert ist und wie man auch Rückschläge zu verkraften vermag. Im Zweifel können Abstriche am gewohnten Lebensstandard nötig werden.

Wie werde ich mir über mein Geschäftsfeld klar?

Sinnvoll ist ein Planungsseminar bei einer Kammer oder einem Verband, dem dann eine individuelle Beratung folgt. Im Vorfeld gilt es den Markt für die eigene Geschäftsidee zu erkunden: Wer sollen die Kunden sein, was brauchen und wünschen diese, wo sind sie zu finden, wie sind sie anzusprechen, gibt es ein Konkurrenzunternehmen in der Nähe?

Wer kann mich in der Startphase zusätzlich finanziell unterstützen?

Um die Zeit nach der Existenzgründung finanziell zu erleichtern, kann das zuständige Arbeitsamt Überbrückungsgeld zahlen. Ein Rechtsanspruch darauf besteht aber nicht. Voraussetzung für die Zahlung ist, dass man bis zur Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit oder bis zur vorgeschalteten Teilnahme an einer Maßnahme zur Vorbereitung der Existenzgründung mindestens vier Wochen Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe oder Kurzarbeitergeld bezog oder eine Beschäftigung ausübte, die als ABM oder Strukturanpassungsmaßnahme gefördert wurde. Eine fachkundige Stelle muss zudem die Tragfähigkeit der Geschäftsidee bestätigen.

Wie lange kann Überbrückungsgeld gezahlt werden?

Es wird als Zuschuss für sechs Monate in Höhe des Betrages gezahlt, der zuvor als Arbeitslosengeld o.ä. bezogen wurde oder bezogen worden wäre. Es umfasst auch die auf das Arbeitslosengeld pauschal entfallenden Sozialversicherungsbeiträge, die das Arbeitsamt getragen hat oder hätte tragen müssen. Der Antrag auf Überbrückungsgeld ist vor der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit zu stellen. Mit ESF-Förderleistungen kann, wenn ein Überbrückungsgeld gezahlt wird, die Teilnahme an Maßnahmen zur Begleitung einer selbstständigen Tätigkeit, längstens jedoch für die Dauer von 12 Monaten, finanziert werden.


Weitere Informationen

Website: http://www.bmfsfj.de


Letzte Änderung: 26.04.2007 13:52:19Zum Seitenanfang