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![]() Die Gelderziehung beginnt mit der Anerkennung kleiner Schatzsammlungen des Kindes und reicht noch über den ersten Umgang mit Kapital hinaus. Seit mehr als 2500 Jahren beflügelt Münzgeld die europäischen Märkte. Weltberühmt wurde der reiche König Krösus - der sein Land allerdings an die mächtigeren Perser verlor. Heutzutage jagen smarte Devisenhändler im Cyber-Banking unfassliche Beträge um die Welt - das kann ganze Staaten ruinieren. Unsereiner aber haftet mit seinem gesamten Privatvermögen für jeden Kleinkredit der Bank. Wie soll man das verstehen? Womit verdienen die einen sehr hohe Einkommen, während den anderen der Lohn gerade so zum Auskommen reicht? Wie lernen junge Menschen, angesichts all der Verlockungen des Marktes mit ihren nie für alles reichenden Geldbeträgen auszukommen? WissenslückenErschreckend viele junge Menschen wissen kaum mehr vom Geld, als dass sie irgendwie zu welchem kommen müssten - etwa um die Handykarten und das Mopedbenzin im Voraus bezahlen zu können. Sie sind ohne eine Grundidee wie "Geld zeigt geleistete Arbeit" verständnislos ihrem Neid ausgeliefert. Und das rächt sich, kaum sind sie volljährig, durch schnelle Verschuldung mit Ratenkäufen, Kleinkrediten und unsinnigen Versicherungsverträgen.Schritte der GelderziehungJunge Menschen brauchen eine gezielte Gelderziehung. Und die verläuft in drei Strängen:
Die üblichen Haus-Dienste bleiben selbstverständlich ohne Geldzahlungen, wie z.B. das Geschirr-Abräumen. Sehr bewährt ist aber, alljährlich einige bezahlte Haus-Jobs aus zu handeln, z.B. die Flaschen zu entsorgen. Es gibt unzählige Möglichkeiten für solche Zuverdienste. Ältere Schüler suchen sich dann viel motivierter ihre ersten Jobs, vom Kellnern bei Familienfeiern bis zum Werbeblätteraustragen, beispielsweise. Mühsam, aber pädagogisch sinnvoll sind Auseinandersetzungen über die Höhe elterlicher Grundbeträge und Zulagen: "Für neue Jeans gebe ich Dir den Grundbetrag von 25 Euro, den Designer-Preis darüber hinaus musst Du halt selbst aufbringen!" Das motiviert einerseits, für die eigenen Wünsche zu arbeiten, bildet andererseits aber auch selbständige Wertentscheidungen. Schließlich sollten ältere Jugendliche noch vor der Volljährigkeit kontrolliert an den Umgang mit Geldverträgen und Kapital heran geführt werden, beispielsweise mit virtuellen Aktienkonten im Internet. EmpfehlungenAltersangaben und Stichworte sind empfehlend gemeint.
Die angegebenen Beträge sind Durchschnitts-Vorschläge auch für das Jahr 2003. Familien haben sehr unterschiedliche Möglichkeiten, Stile und Erwartungen; diese Schwankungsbreite ist in den Klammern angegeben. Ziele der GelderziehungKlagen über die Macht der Werbung und die Verführungen der Warenwelt helfen pädagogisch zunächst wenig: Denn heutige Kinder müssen theoretisch und praktisch lernen, aus dem Überfluss der Angebote das ihnen Mögliche und für sie Sinnvolle heraus zu wählen. Und wir müssen ihnen schon früh ermöglichen, durch Arbeit und Leistung etwas Geld zu verdienen. Das züchtet keine Materialisten - im Gegenteil: Es bildet früh erste Wertentscheidungen und Willenskraft.Mit dieser Grundlage haben dann die älteren Jugendlichen schon bessere Chancen, ihren eigenen Geld-Umgang zu unterscheiden von ihren allgemeinen Ansichten zum Geldwesen überhaupt. Weiterführende HinweiseEs gibt sehr viele nützliche Internetadressen - für Schülerjobs etwa oder auch zur Schuldnerberatung. Lassen Sie doch erst die Kids selbst danach suchen mit den üblichen Stichworten, bevor Sie dann miteinander darüber debattieren. Das mag zwar auch mal ärgerlich ablaufen, bringt aber die notwendigen Wertentscheidungen ins Gespräch. Letztlich erweist sich die "Persönlichkeit" eben auch am Umgang mit dem Geld.Literatur
Liebenow, H. (2002): Taschengeld & Co. München: Ernst-Reinhardt-Verlag.
Ein Eltern-Ratgeber von 140 gut aufgeteilten Seiten, mit Cartoons von Manfred Bofinger, geldhistorischen Anekdoten und vielen InterNet-Adressen Autor
Dr. Hermann Liebenow, geb. 1951, Dipl. Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und Autor. Seit 1980 Leiter der kommunalen Erziehungsberatungsstelle in Münsingen. Vorträge und Weiteres unter www.familienschule.de Adresse
Dr. Hermann Liebenow | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Letzte Änderung: 05.02.2007 10:56:46 |