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Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)www.familienhandbuch.de

Konsequenz: Regeln und Grenzen

Beate Weymann


Konsequent sein bedeutet, sich folgerichtig zu benehmen. Es ist für Kinder von großer Bedeutung zu merken, daß sich Dinge nach Gesetzmäßigkeiten verändern und daß Menschen im Großen und Ganzen übersichtlichen Regeln folgen. Nur auf diese Art und Weise werden sie in die Lage versetzt, sich in einer komplizierten Welt zu orientieren.

Für die Erziehung kann man folgendes ableiten:
  • Eltern sollten sich gegenüber ihren Kindern so eindeutig wie möglich benehmen. Damit ist gemeint, daß man sich nicht mal so, und mal so (also anders) in der gleichen Situation verhalten darf. Was gestern erlaubt war, darf nicht heute verboten werden und umgekehrt. Dem gleichen Verhalten des Kindes muß die gleiche Reaktion der Eltern folgen, damit sie wissen, woran sie sind. Wenn man bei den alltäglichen Dingen des Lebens je nach Stimmung und Laune reagiert, schrumpft das Vertrauen des Kindes. Das Ende davon ist, daß das Kind die Meinungen und Wünsche der Eltern gar nicht mehr ernst nimmt. Beispiel: Man kann nicht dem Kind erlauben, spät am Wochenende ins Bett zu gehen, und am nächsten Wochenende dann einen Wutanfall bekommen, wenn das Kind um 19 Uhr noch nicht im Bett ist.
  • Konsequenz ist enorm wichtig, wenn wir ein bestimmtes Verhalten uns von unserem Kind wünschen bzw. abstellen wollen. Beispiel: Falls man der Meinung ist, daß das Kind nur am Wochenende Fernseh gucken darf, dann muß man auch jeden Tag der Woche dazu stehen. Falls Eltern ihrem Kind vom 1. Lebensjahr an deutlich vor Augen führen, daß Verbote ernst gemeint sind und durchgesetzt werden, wird das Kind immer seltener versuchen, Grenzen und Verläßlichkeit der Eltern auszuloten.
  • Folgerichtiges Verhalten beinhaltet auch eine Logik. Hat man dem Kind verboten, in der Stube zu basteln und auszuschneiden, so muß es die entstandenen Schnipsel selbst wegsaugen. Wann immer diese Art der Erziehung mit logischen Folgen machbar ist, sollte man sie benutzen. Logische Folgen haben den unschätzbaren Vorteil, daß sie im Gegensatz zu Strafen das Familienklima nicht verderben. Kinder sind meist auch in der Lage, sie gut zu begreifen. Hier wird die elterliche Macht nicht demonstriert, moralisch wird kein Urteil gefällt. Allerdings gibt es Situationen, die zu gefährlich werden könnten einerseits, und andererseits Situationen, deren Folgen Kinder nicht überblicken können, weshalb sich dann diese Methode ausschließt. Man kann nicht zusehen, wie ein Kind auf die Herdplatte faßt, um ihm vor Augen zu führen, was passiert, wenn es nicht auf die Mutter hört.
  • Außerdem stößt man mit der Konsequenz in der Erziehung natürlich irgendwann an ihre Grenzen. Man sollte nur soviel konsequent sein, wie es nötig ist. Ansonsten würde das ganze ja in Sturheit ausarten. Man kann ruhig mal fünf gerade sein lassen, denn bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Beispiele: Bei Krankheit darf man zur Ausnahme wieder im Eltern- Bett schlafen. Am Geburtstag liest man dem Kind mehr als sonst abends vor.

Grenzen setzen

Unter Fachleuten ist das heutzutage kein Thema mehr. Niemand sagt mehr, daß ausschließlich die totale Freiheit eine optimale Entwicklung gewährleistet. Zwischen den Extremen: Zucht- und Ordnung-Methoden der Urgroßeltern einerseits, und den antiautoritären Idealen der 68er-Elterngeneration andererseits wird heute ein Mittelweg als am geeignetsten angesehen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, daß dieser Mittelweg tatsächlich ein goldener ist. Diana Baumrind, eine geschätzte Entwicklungspsychologin aus Berkeley in Kalifornien kam nach jahrelangen Forschungen zu folgenden Ergebnissen: Die selbstbewußtesten und kontrolliertesten, zufriedendsten, unternehmungslustigsten und unabhängigsten Kinder entstanden bei einer Erziehung, die sowohl klare Grenzen beinhaltete, auf der anderen Seite aber auch eine besondere menschliche Wärme anbot.

Grenzen benötigt man aus folgenden Gründen:

  • um Kinder vor Gefahren zu bewahren. Es ist wichtig, daß man frühzeitig damit anfängt, klare Grenzen zu ziehen (Medikamente, Bordsteinkante).
  • Die legitimen Bedürfnisse der Eltern sind wichtig!! Beispiele: Vaters CD- Sammlung z.B. ist Tabu! Beim Autofahren ist Streiten absolut verboten!

Wie man sich sich durchsetzt

Lebhafte Kinder benötigen mehr Grenzen als ruhige, beobachtende. Manche Kinder sprechen schon auf die leiseste Warnung an, anderen dagegen kommt man mit Worten fast gar nicht bei. Wenn man sein Kind genau beobachtet, weiß man, wo angemessene Grenzen gesetzt werden müssen. Auch sollte man sich überlegen, wo man selbst ein Auge zudrücken möchte und wo man auf keinen Fall nachgeben möchte. Grenzen müssen ganz klar und vorhersehbar gesetzt werden. Man kann seinem Kind die Gründe erklären. Folgt das Kind dann nicht, muß man bestimmter auftreten, sehr ruhig und ganz klar "Nein!" sagen. Hilft das auch nicht, so kann man den Gegenstand wegbringen, das Kind wegtragen oder aber auch ablenken. Bei älteren Kindern hilft manchmal vielleicht nur eine leichte Drohung oder noch schlimmer nur die klare Strafe.

Kinder sollten nur dann zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie eine Regel darüber kannten, d.h. wenn sie genau vorher wußten, daß etwas Bestimmtes verboten ist. Strafen sollten sich in einem logischen Zusammenhang mit dem Fehlverhalten bewegen. Ein Lerneffekt ist dann zu erreichen, wenn ein positiver Sinn sichtbar wird. Bei Strafen muß man konsequent bleiben, nichts drohen, was man nachher nicht einhalten kann. Eine sparsame Dosierung ist auch wichtig, genauso das richtige Verhältnis zum Fehlverhalten. Man kann nicht für ein kleines Fehlverhalten eine große Strafe anwenden - was soll dann noch passieren, wenn was wirklich Schlimmes passiert?

Das Wichtigste ist: Konsequent sein, Ruhe bewahren, möglichst liebevoll. Die Reaktion der Eltern sollte nie so ausfallen, daß das Kind sie um ihrer selbst willen hervorrufen will (weil es so lustig aussieht, wenn Mama wild gestikuliert!).

Wie Eltern reagieren

Die Forschung hat festgestellt, daß 3 Reaktionsmuster von Eltern auf das ungezügelte Verhalten ihrer Kinder auftauchen: Aggressivität, Passivität und Bestimmtheit.

Aggressive Eltern sind ständig wütend auf ihre Kinder. Allerdings sind meistens nicht die Kinder daran schuld, sondern ihre Unzufriedenheit mit ihrer Ehe, ihrer Arbeit, der Menschheit schlechthin oder auch nur die Tatsache, daß sie sich mit ihrer Elternrolle nicht wohl fühlen, bzw. sie ablehnen. Diese Eltern reagieren ihre innere Verspannung an den Kindern ab.

Es kommt vor, daß Kinder das aggressive Verhalten ihrer Eltern als eine Art von Liebe interpretieren: "Immerhin sind sie so interessiert an mir, daß sie mich anbrüllen und da sie so laut schreien, müssen sie mich lieben!" Eine negative Reaktion ist besser als gar keine Reaktion! Diese Kinder zeigen die Tendenz, zurückzuschreien (um die Liebe zurückzugeben), was dazu führt, daß Schreien an der Tagesordnung dann sein wird. Ganze Familien können sich dieses Kommunikationsmuster aneignen, was auf Außenstehende sehr bedrohlich wirkt, für die Familie an sich aber eine gewisse Intimität bedeutet, die allen Beteiligten fehlen würde, wäre sie nicht mehr da!! Andere Kinder merken, daß die Beschimpfungen tatsächlich negativ gemeint sind, ziehen sich zurück und verkümmern innerlich. Oder sie erfüllen die in sie gesetzten Erwartungen: Nervensägen, Faulpelze etc. entstehen. Solche Kinder sind nur aus der Angst heraus gehorsam. Allerdings kann die Angst auch in Aggressivität umschlagen. Wenn die Kinder alt genug sind, wehren sie sich womöglich körperlich. Bei aggressiven Eltern entstehen meistens verängstigte und eingeschüchterte oder aber rebellische und trotzige Kinder. Auch eine Mischung der beiden Formen ist denkbar!

Man setzt mit Strafe auch mehr auf Dressur als auf Einsicht. Bruno Bettelheim, der berühmte Kinderpsychologe, sagt hierzu: "Angst vor Strafe kann zwar davon abhalten, etwas Unrechtes zu tun, aber sie veranlaßt uns nicht, das Rechte zu tun." Strafen machen auch dumm, denn Kinder, die permanent Angst vor Strafe besitzen, gehen weniger Risiko ein und probieren weniger aus als Kinder mit größerem Freiraum. Schlimm ist auch, daß Strafen sich zwangsläufig abnutzen. Ein Kind, das aufgrund ungehörigen Verhaltens immer wieder die gleiche Strafe erlebt, läßt sich davon jedesmal weniger einschüchtern. Daraus folgt, daß die Eltern gezwungen werden, die Strafdosis zu erhöhen bzw. sich eine neue Strafe auszudenken. Körperliche Strafen demonstrieren nur die elterliche Macht. Genauso schädlich wie körperliche Strafen sind Strafen, die die Seele treffen wie schweigen, links liegen lassen, Sätze wie "Ich habe dich nicht mehr lieb!". Liebesentzug macht das Vertrauen kaputt und zerstört das Selbstwertgefühl.

Passive Eltern gibt es an allen Orten

Passive Eltern merken früher oder später, daß ihnen die Kinder auf der Nase herumtanzen, daß sie nicht ernst genommen werden. Zuerst geben sie dem kindlichen Willen nach, später aber entstehen großer Ärger und Müdigkeit, da es sehr anstrengend ist, dem Kind alles und jedes zu gestatten. Schließlich kommt man an den Punkt, wo eine bestimmte Ordnung doch wieder gewünscht wird. Das Geduldsende ist meist durch ein Donnerwetter gekennzeichnet - die Kinder werden jetzt aufgebracht und unkontrolliert diszipliniert ("Strafe im Zorn kennt weder Maß noch Ziel!"). Es stellt bestimmt keine Überraschung dar, daß Mißhandlungen oft von eher passiven Eltern begangen werden: Schüchterne Eltern, die irgendwann, nach einem lange schwelenden Zorn, explodieren. Das Muster: Nachgeben, nachgeben, nachgeben, aus der Haut fahren bzw. explodieren, ist also ziemlich gefährlich, ganz zu schweigen von unangebracht. Es ließ sich in Untersuchungen feststellen, daß rund 30 Prozent aller Eltern solch ein Verhaltensmuster an den Tag legen, vorwiegend, wenn sie kleine Kinder haben und über sehr wenig Erfahrung verfügen.

Bestimmt auftretende Eltern

Der beste Weg sieht so aus, daß man seinen Kindern gegenüber bestimmt auftritt. Mit bestimmt auftreten ist gemeint: Entschlossenheit, innerlich gefestigt, Zuversicht, Entspannung. Solch ein selbstsicheres und bestimmtes Auftreten gegenüber Kindern findet man gegenwärtig eher selten.

Wenn man viel Zeit miteinander verbringt, wächst das Vertrauen und die Vertrautheit zwischen Eltern und Kindern, was dazuführt, daß die Kinder bereitwilliger die Wünsche der Eltern erfüllen. Dies ist doch bei Erwachsenen nicht anders: Man tut gern etwas für Menschen, die einem vertrauen und viel Gutes zutrauen!

Unterschiede hinsichtlich der Selbsteinschätzung bestehen:

Schwache Eltern denken:
  • Ich stehe an letzter Stelle in der Familie.
  • Meine Kinder muß ich glücklich machen, sonst bin ich eine schlechte Mutter.
  • Ich bin ein Nichts, aber meine Kinder werden später ein "Jemand" sein.
  • Das Leben ist ein Kampf.
  • Das Wichtigste ist, daß ich meine Ruhe habe. Um des lieben Friedens willen gebe ich den Kindern, was sie verlangen. Leider hält es nicht lange vor.
Starke Eltern denken:
  • Ich bin genauso bedeutend wie alle anderen aus der Familie.
  • Von Kindern kann man fordern, daß sie sich auch anderen anpassen.
  • Nur wenn ich glücklich und gesund bin, kann ich einen guten Vater ( eine gute Mutter) darstellen. Es muß möglich sein, daß ich etwas für mich selbst mache (Hobby, Ruhepause).
  • Für Partner / Beziehung / Ehe muß genügend Raum und Zeit bleiben.
  • Das Leben stellt eine Herausforderung dar und kann Spaß machen.
  • Auch bei Müdigkeit muß ich weiterhin deutlich machen, wer "das Sagen" hat. Langfristig gesehen ist es wesentlich einfacher, wenn die Kinder genau wissen, wie weit sie gehen dürfen.
Falls das Kind nicht mehr gehorcht (oder Verzögerungstaktiken gerne anwendet):
  • Sich bewußtmachen, daß manche Äußerungen keine Bitte darstellen, sondern eine Forderung sind, zu der man zweifelsfrei berechtigt ist. Das Kind profitiert davon, wenn es lernt, eine Forderung zu erfüllen.
  • Echten Kontakt herstellen:Zu dem Kind hingehen, Augenkontakt herstellen, dann erst Anweisung geben.
  • Unmissverständlich sein: "Ich möchte sofort, daß du dieses oder jenes tust. Hast du mich verstanden?"
  • Anweisung wiederholen: Nicht diskutieren, nicht argumentieren, nicht ärgerlich oder ängstlich werden. Langsam und tief atmen, damit man ruhig bleibt. Dem Kind soll signalisiert werden, daß man entschlossen ist, auf dieser Forderung zu bestehen. Wichtig ist, daß man nur die Forderung wiederholt, nicht debattiert oder argumentiert und daß man ruhig bleibt.
  • In der Nähe bleiben: Solange die Möglichkeit besteht, daß das Kind der Anweisung nicht nachkommt, in der Nähe bleiben. Wenn die Sache erledigt ist (z.B. Aufräumen), sollte man nur "Gut" z.B. sagen und kurz lächeln.

Die Auszeit

Eine Allround-Strafe, die sehr erfolgreich ist, ist das time-out, die Auszeit. Probleme mit dem Gehorchen oder dem Temperament im Vorschul- und Grundschulalter sind damit zu bewältigen. Hierbei schließt man das Kind für eine kurze Weile von einer Aktivität aus, bzw. setzt es in ein anderes Zimmer. Das Kind kommt dadurch zur Ruhe und erhält in der Zeit auch keine weitere Aufmerksamkeit. Bei "bockigen" Kindern und bei Machtkämpfen ist es ein gutes Mittel. Man kann das Kind auch vom Spiel ausschließen und kurz zugucken lassen, bis es sich beruhigt hat (bei Fünfjährigen ca.5 Minuten, bei Siebenjährigen ca. 7 Minuten als Faustregel). Bevor man dies tut, sollte man 2 mal gewarnt haben. Wenn die Auszeit schwer durchführbar ist, kann man auch sich selbst aus dem Blickfeld begeben.

Zusammenfassung

Bestimmt auftretende Eltern:
  • besitzen keine Furcht vor Konflikten
  • stellen eindeutige Forderungen und geben klare Anweisungen
  • bestimmen die Regeln und halten die Folgen dieser Regeln konsequent durch
  • sind zu Verhandlungen bereit, v.a. je älter die Kinder sind.
  • positives Verhalten bestärken (loben, belohnen)
  • Vorbild der Eltern, Erziehungsberechtigten
  • menschliche Wärme und Zuneigung zeigend
  • viel gemeinsam verbrachte Zeit (fördert Vertrauen, Vertrautheit)
Manipulative Eltern:
  • benutzen Krankheiten und ähnliche Dinge, um Kinder zur Disziplin zu bringen
  • vergleichen eigene mit anderen Kindern
Passive Eltern:
  • ziehen sich gänzlich zurück
  • erfüllen alle Wünsche der Kinder
  • lassen sich schlechtes Benehmen der Kinder gefallen
Aggressive Eltern:
  • schreien die Kinder an
  • schlagen die Kinder in der Wut
  • sind unbeherrscht

Vater sein heißt, der Partnerin den Rücken stärken

Vieles ist im Leben einfacher, wenn andere einen unterstützen, v.a. in der Kindererziehung. Für die Erziehung von Kindern benötigt man Entschlossenheit, Mut und Hingabe. Nichts kann einen so unterstützen wie die Rückenstärkung durch den Partner. Früher wurde das eher mißbraucht nach dem Motto: "Warte, bis dein Vater nach Hause kommt!" Hier sollte der Vater wiedergutmachen, was die Mutter nicht hinbekommen hat. Der Vater wollte aber eigentlich nur entspannen abends. Grundsätzlich sollte man davon ausgehen, das eine Mutter, die mit ihrem Kind etwas geregelt hat, dieses mit ihm auch alleine durchsteht. Der Vater sollte nur dafür sorgen, daß die Sache vorankommt. Ganz wichtig ist, daß sie einer Meinung sind, nicht der eine "hüh" und der andere "hott" sagt. Wenn man den Satz hört: "Das ist ungerecht, ihr seid beide gegen mich!", dann hat man alles richtig gemacht.

Ausklang

Von seiner Meinung darf man abweichen, d.h. eine neue Regel einführen, wenn:
  • man eingesehen hat, daß die alte Regel fehl am Platz war oder ist. Schließlich sind Eltern auch nur Menschen und damit nicht unfehlbar. Warum sollten sie dann nicht die Regel durch eine neue, bessere ersetzen?
  • das Kind einen mit neuen Argumenten überzeugen kann z.B. wenn das Kind einem anderen versprochen hat, ein bestimmtes Spiel noch den gleichen Tag zurückzubringen und man vorher verboten hatte, das Haus zu verlassen. Dieses wird um so häufiger auftreten, je älter das Kind ist. Geht man dann auf das Kind ein - schließlich hat es die besseren Argumente - erzeugt man Vertrauen und Ansehen bei seinem Kind.
  • eine deutlich sichtbare Ausnahmesituation vorliegt: Bei einer Hochzeitsfeier darf das Kind länger aufbleiben etc.

Niemand ist perfekt!

Man merkt jedoch immer wieder, daß man sich nicht vollkommen verhält, z.B. einmal zu wenig konsequent war etc. Auch Kinder sind nicht perfekt, was manchen Eltern schwer fällt, zu akzeptieren. Diese Eltern wollen alles ändern, was ihnen nicht zusagt. Dieses kann selbstverständlich nicht gelingen!! Niemand ist in der Lage, sich gänzlich nach dem Bild eines anderen Menschen zu entwickeln. So entsteht ein Genörgele! Beim Kind bewirkt das, daß es unsicher, gehemmt oder trotzig wird, denn es ist sehr schlimm, wenn jemand etwas anderes darstellen soll, als er sein kann oder möchte. Es ist viel angebrachter, sich auf die guten Eigenschaften des Kindes zu besinnen, das Ganze also von der anderen Seite anzusehen. Alles hat bekanntlich zwei Seiten: Das Glas ist halbvoll oder halbleer. Beispiel: Es ist zwar wild, aber dann wieder sehr anhänglich und lieb. Wenn man sich über die guten Eigenschaften des Kindes freut, anstatt sich über die weniger guten permanent aufzuregen und herumzunörgeln, hat man sich, dem Kind und dem Familienklima insgesamt viel Gutes getan. Ist das nicht drei Minuten nachdenken wert?

Literatur

Steve Biddulph, Das Geheimnis glücklicher Kinder, Rheda-Wiedenbrück, Bertelsmann Club GmbH, 1994.


Autorin

Beate Weymann, Diplom-Sozialpädagogin (FH)
Angestellte beim Land Niedersachsen
Schulstr. 2
37586 Dassel



Letzte Änderung: 28.11.2008 15:49:46Zum Seitenanfang