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Als Teenager hat man es wahrlich nicht leicht – im Körper tobt geradezu ein hormoneller Sturm, der auch wirklich nichts auslässt – es gilt gegen extreme Stimmungsschwankungen bis zu langsam einsetzendes Übergewicht zu kämpfen. Schon aus Imagegründen muss man wegen jeder Kleinigkeit beleidigt sein und sich ständig mit den Eltern in den Haaren liegen. Die Schule und ihre Nebenwirkungen werden bestenfalls ignoriert, immerhin hat man ja genug Stress damit, andauernd auf megacool zu machen! Doch wenn es nur das wäre, aber diese Flut an Hormonen macht auch vor äußerlichen Erscheinungsmerkmalen nicht halt - übler werdender Körpergeruch und Pickel, gegen die man täglich kämpfen muss. Mädchen bekommen noch „eines drauf“: sie müssen sich zusätzlich einmal im Monat mit „ihren Tagen“ auseinandersetzen. Doch heutzutage brauchen Jugendliche bezüglich ihrer Körperpflegeprobleme nicht mehr den Kopf in den Sand zu stecken. Es gibt mittlerweile äußerst potentielle Waffen um diesen den Garaus zu machen! Hilfsmittel gegen KörpergeruchDass Wasser zum Waschen da ist, erkennt selbst der muffeligste Teenager spätestens dann, wenn er sich selbst nicht mehr riechen kann. Schweiß allein riecht ja nicht, erst wenn er trocknet und „abgestanden“ ist, wird er unangenehm. Täglich duschen sollte jetzt fix auf dem Programm stehen. Dabei milde Seifen oder seifenfreie Syndets verwenden, am besten ohne Parfumzusatz. Empfindliche Haut wird dadurch nur unnötig gereizt. Ein Deo oder Antitranspirant danach ist fast schon überlebenswichtig und gibt Sicherheit. Es gibt sie als Stick, Roll-on, Spray, Balsam, Creme – sie hemmen die Schweißbildung durch Verstopfen der Poren (Antitranspirant) oder übertünchen den Schweißgeruch bzw. verlangsamen den Zersetzungsprozess (Deo).Hygienepflege für „die Tage“Gleich vorweg – in der Werbung werden öfter Deodorants, Puder oder Körpersprays für den Intimbereich angeboten. Muss wirklich nicht sein, wenn man sich regelmäßig mit einem milden Duschgel (pH neutral) wäscht, sind Zusatzprodukte schlicht überflüssig, sie führen höchstens zu Irritationen oder allergischen Reaktionen.Binden oder Tampons? Am Anfang ist die Benutzung von Binden sicher einfacher, spezielle „Nachtbinden“ oder Binden mit Flügeln schützen auch bei stärkerer Blutung ausgezeichnet. Moderne Binden enthalten oft eine Spezialfaser oder ein Gel, damit sie sich dehnen, wenn sie feucht werden. Dadurch können sie auch größere Mengen Flüssigkeit aufsaugen und ähneln auch nicht mehr unförmigen Babywindeln. Der Nachteil ist, dass große Binden bei engerer Kleidung trotzdem leicht auftragen oder auch zu riechen anfangen, wenn man sie nicht öfter wechselt. Reservebinden sind auch nicht so leicht verstaubar wie Tampons. Tampons kann man prinzipiell von Anfang an benutzen, nach kurzer Zeit haben sich die meisten an das Einführen gewöhnt. Man fühlt sich sicher „freier“ als mit einer Binde, enge Kleidung, schwimmen gehen oder ein Bad nehmen, sind damit kein Problem. Häufiges Wechseln ist auch hier ein Muss und am Ende der Periode niemals vergessen, das letzte Tampon zu entfernen. Ein zurückgebliebenes Tampon könnte das Infektionsrisiko erhöhen oder sogar zu einem (allerdings äußerst seltenen) toxischen Schocksyndrom führen (hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall,..). Abwechseln ist auch eine Möglichkeit: Tampons nur an den starken Blutungstagen und an den restlichen Tagen Binden. Wie entstehen Hautunreinheiten?In der Pubertät, meist mit 12 Jahren, nimmt die Produktion der männlichen Geschlechtshormone (Androgene) bei Mädchen und Jungen zu. Die Talgdrüsen werden dadurch zu einer vermehrten Produktion von Talg angeregt. Jungen sind oft stärker betroffen als Mädchen, zumindest was den Schweregrad betrifft, da die Talgdrüsen bei Jungen etwas größer sind. Natürlich ist nicht jeder gleich stark mit diesem Hautproblem belastet, die fette, zu Akne neigende Haut ist leider angeboren. Sie verhornt an ihrer Oberfläche stärker als normale oder trockene Haut. Besonderer Pickelalarm herrscht vor allem im Gesicht, dem oberen Bereich der Brust und des Rückens, da diese Stellen besonders viele Talgdrüsen enthalten. Doch die gute Nachricht vorweg, das Schlimmste hat man meist mit ca. 17 Jahren überstanden.Behandlungsmöglichkeiten bei einfachen Hautunreinheiten
Akne natürlich behandelnBei großporiger Haut hilft zum Beispiel eine Huflattich-Pfefferminztee-Waschung: sie wirkt zusammenziehend und beruhigend: 2 gehäufte Esslöffel Huflattichtee (Apotheke) und 2 gehäufte Esslöffel Pfefferminztee mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, abseien. Mit dem lauwarmen Sud Gesicht und Oberkörper mit einem Waschlappen gründlich reinigen.
Vitamin-A-Säure gegen AkneFrau Univ.-Prof. Dr. Jolanta Schmidt, Univ.Klinik für Dermatologie im AKH Wien, Akne-Spezialistin:„Bei einer leichten Form der Akne helfen meist sehr gut Vitamin-A-Säure-haltige Cremes.“ Sie führen zu einer Reduktion von Mitessern und Pusteln. Der Erfolg ist mit Cremes allein allerdings meist erst nach drei Monaten sichtbar, kann aber durch hoch dosierte Peelings (beim Hautarzt) beschleunigt werden. Diese helfen auch, wenn man schon flache Aknenarben hat. Nach dem Peeling ist die Haut gerötet und Sonne ist unbedingt zu vermeiden. Eine Zusatzpflege ist besonders wichtig und wird vom Arzt genau verschrieben, damit sich die unvermeidliche Abschuppung in Grenzen hält. Frau Prof. Dr. Schmidt: “Bei entzündlichen Formen genügt oft ebenfalls eine rein äußerliche Behandlung. Dabei werden allerdings schon antibiotische Cremes eingesetzt. Die Bakterien werden in Zahl und Aktivität dabei zumindest reduziert, völlig verschwinden werden sie nicht. Mit Nebenwirkungen muss man allerdings rechnen, bei diversen Antibiotika können photoallergische Hautreaktionen auftreten, das sind Entzündungen wie nach einer intensiven Sonnenbestrahlung oder Schuppungen. Deshalb wird auch hier eine zusätzliche pflegende Therapie, am besten mit einer Öl-Wasser Emulsion, verordnet.“ Ein Besserungseffekt tritt auch hier meist erst nach vier bis acht Wochen auf. Ausschließlich abends anwenden, da die Haut meist relativ stark gerötet wird. Am besten ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen, dann wird auch das Bettzeug nicht schmutzig. Frau Prof. Dr. Schmidt:“ Bei schwerer Akne kombiniert man eine äußerliche Anwendung mit antibiotischen Tabletten zum Schlucken. Dabei können einige Präparate allerdings zu Magenreizungen führen. Antibiotika sollte nie gleichzeitig mit einem oralen Vitamin- A-Säurepräparat angewendet werden, da die Kombination schwere Komplikationen (Hirndrucksymptomatik) hervorrufen kann. Einige Antibiotika dürfen auch nicht vor Abschluss des Wachstums oder bei Schwangeren eingesetzt werden, da sie das Knochenwachstum beeinträchtigen und auch die Zähne schädigen können. Diese Therapie sollte nicht länger als ein halbes Jahr angewendet werden.“ Wichtig: Genau an die Dosierungsanweisungen des Arztes halten! Man kommt sicher nicht schneller zu einem Erfolg, wenn man die Dosis selbst erhöht! Laser gegen Akne?Der Laser wird schon seit einigen Jahren erfolgreich gegen unterschiedlichste Hautkrankheiten eingesetzt. Eine relativ neue Waffe ist er allerdings gegen Akne. In Österreich sind die Forschungen noch in den Kinderschuhen, doch in der „Lancet“, Ausgabe 46/2003, wird über ein britisches Ärzteteam berichtet, dass in einer Testreihe gute Erfolge mit der Lasertherapie gegen Akne erzielt hat. Das Hautbild besserte sich bei Patienten bereits nach der ersten Anwendung. Eine Behandlung dauerte 15 Minuten, man wurde dabei von der Augenbraue bis zum Kinn bestrahlt. Die Behandlung war, laut Bericht, völlig schmerzlos, die Haut danach auch nicht direkt verändert. Um die Studie überzeugend rüberzubringen, wurden zeitgleich Placebopatienten „behandelt“, bei denen der Laser einfach nicht eingeschaltet wurde. Bei ihnen konnte auch keine Verbesserung festgestellt werden. Allerdings widerspricht dem ein amerikanischer Dermatologenkollege, der meint, dass dieselbe Wirkung nach einigen Wochen Therapie auch mit antibiotischen Mitteln erzielt werden könnte. Drei bis vier Tage nach der Behandlung bildet sich auf der Haut meist eine hässliche Kruste, anschließend eine Rötung, die meist ein halbes Jahr bestehen bleibt. „Bei allem Für und Wider - bei eingesunkenen Narben und kraterförmigen Windpockennarben lassen sich durch den Laser relativ gute Erfolge erzielen.“ so Dr. Christian Raulin, Dermatologe.Die „Medical Tribune“ schreibt in einer Ausgabe (2003), dass Akne zu 80% genetisch bedingt ist. Besonders wenn in einer Familie Akneverläufe über das 20. Lebensjahr hinaus bekannt sind, muss man als Jugendlicher damit rechnen, dass sie einen höchstwahrscheinlich auch nicht verschonen wird. Es ist ganz klar, dass unreine Haut besonders Teenager psychisch enorm beeinträchtigt, deshalb sollte man sich nicht davor scheuen, bei Unklarheiten rechtzeitig beim Hautarzt eine Therapie zu beginnen. Die Behandlung wird umso schwerer, je weiter die Akne fortgeschritten ist und man möchte doch so bald wie möglich wieder ein strahlendes Gesicht im Spiegel erblicken. Buchtipps:
PROBLEMLOS DURCH DIE TAGE AutorinAndrea Wipplinger, Mutter zweier Kinder, arbeitet als freie Journalistin, hauptsächlich für das österreichische Familienmagazin "Fratz und Co." (www.fratz.at) und als Aufnahmeleiterin für die Infothemensendung "Willkommen Österreich" beim ORF. Adresse
Email: Andrea Wipplinger | ||
Letzte Änderung: 07.02.2006 15:55:02 |