Gefahr für Babys durch Schütteln wird unterschätzt

Wenn Eltern ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen. Eine aktuelle Befragung zeigt, dass viele Eltern das nicht wissen. Eine neue Initiative klärt auf und bietet Hilfe.

Das Schütteln eines Babys kann zu körperlicher und geistiger Behinderung führen. 10 bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas. Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade.

Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hat es sich das Nationale Zentrum Frühe Hilfen gemeinsam mit dem "Bündnis gegen Schütteltrauma" zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären.

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley betont:

"Leider kommt es immer wieder vor, dass Babys durch Schütteln schwer verletzt werden, manche sogar sterben. Deshalb ist Aufklärung für Eltern notwendig. Sie müssen wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie sich überfordert fühlen. Eltern dürfen in schwierigen Situationen nicht alleine gelassen werden. Deshalb ist die Arbeit des 'Bündnis gegen Schütteltrauma' so wichtig. Ich danke allen Bündnispartnerinnen und -partnern für ihr Engagement."

Das Bündnis gegen Schütteltrauma

Insgesamt 23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem Bündnis gegen Schütteltrauma angeschlossen. Durch neue Informationsmaterialien werden den Eltern Wege aufgezeigt, wie sie mit der Situation besser umgehen können. Wichtige Anlaufstellen für Eltern, deren Baby viel schreit, sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte, Frühe Hilfen in den Kommunen sowie (Familien-)Hebammen. Aber auch Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kinderkliniken bieten spezielle Beratungsangebote für Eltern von Säuglingen mit Regulationsproblemen.

Adressen von Beratungsstellen und Informationsmaterial sind unter www.elternsein.info zu finden.

Repräsentativbefragung

Für die Repräsentativbefragung "Bekanntheit und Wissen zu Schütteltrauma und Babyschreien in Deutschland 2017" wurden 1.009 Personen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren im Mai 2017 befragt. Ein Info-Blatt mit ausgewählten Ergebnissen und Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma sind unter www.fruehehilfen.de und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu finden.

Nationales Zentrum Frühe Hilfen

Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. Das NZFH wird gefördert vom Bundesfamilienministerium. Es unterstützt seit 2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen und Ressourcen früher zu erkennen, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern.

Quelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend