Frühe Bildung lohnt sich

In der Konferenz "Frühe Bildung lohnt sich" am 5. November beschäftigten sich Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaftsvertreter und Gewerkschaften mit der notwendigen Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität in der Kindertagesbetreuung.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, die Fachministerinnen und Fachminister der Länder sowie führende Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter und Spitzenverbände haben sich anlässlich der Konferenz "Frühe Bildung lohnt sich" am 05. November über die Bedeutung der Qualität in der Kindertagesbetreuung ausgetauscht.

"Über die Unterstützung der Wirtschaft freue ich mich sehr. Das Engagement aller für eine gute Kindertagesbetreuung ist eine notwendige und rentable Investition in die Zukunft unseres Landes. Gemeinsam mit den Ländern und Kommunen haben wir schon viel beim bedarfsgerechten Ausbau von Betreuungsplätzen und beim gemeinsamen Qualitätsprozess in der Kindertagesbetreuung erreicht. Wir müssen aber weitere Anstrengungen für qualitativ hochwertige frühe Bildung und Betreuungsangebote unternehmen. Das ist insbesondere angesichts der aktuellen Herausforderungen, Flüchtlingskinder zu integrieren, unabdingbar. Nur so können wir gleiche Bildungschancen für alle Kinder erreichen", so Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel unterstützt die Konferenz und erklärt: "Bei der frühkindlichen Betreuung zeigt sich, wie ernst wir es als Bildungsgesellschaft mit unserem Anspruch auf Chancengleichheit meinen. Denn Chancengleichheit fängt bei den ganz Kleinen an. Bereits hier wird das Fundament für die weitere Entwicklung gelegt. Jeder Euro, der in frühkindliche Bildung investiert wird, ist daher bestens angelegtes Geld. Viele Unternehmen haben das bereits erkannt und bieten eigene Betriebskindergärten an oder kooperieren mit Einrichtungen in ihrer Nähe. Sie unterstützen damit ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und investieren in die Zukunft der nächsten Generation. Dabei kommt es auf eine qualitativ hochwertige Betreuung an. Damit Länder und Kommunen ihre Aufgaben im Bildungsbereich besser bewältigen können, entlastet die Bundesregierung die Länder für diese Legislaturperiode um zusätzlich 6 Milliarden Euro. Auch der weitere Ausbau der Kitas und der Ganztagsbetreuung wird davon profitieren."

"Gute Kinderbetreuung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir müssen in Deutschland diskutieren, wie die Arbeitswelt familienfreundlich und kindgerechter gestaltet werden und welchen Beitrag die Wirtschaft beisteuern kann. Maßnahmen zu einer familienfreundlicheren Arbeitswelt können nur erfolgreich sein, wenn Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen", so der Minister für Bildung und Kultur des Saarlandes, Ulrich Commerçon.

Daher bekräftigen Bund, Länder, Kommunen, Arbeitgeber und Gewerkschaften mit der Unterzeichnung der Erklärung "Investitionen in frühe Bildung lohnen sich" den angestoßenen Qualitätsprozess zu unterstützen.

Die Qualität der Kindertagesbetreuung soll aktiv weiterentwickelt, finanziell sichergestellt sowie durch eigene Maßnahmen befördert werden. Zudem soll der bedarfsgerechte Ausbau von Betreuungsplätzen, auch für Kinder aus Flüchtlingsfamilien, weiter vorangetrieben werden.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Eine gute Kindertagesbetreuung stärkt als erste Bildungsinstitution außerhalb der Familie die Bildungschancen aller Kinder. Sie ist entscheidend für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Berufe und erleichtert den Unternehmen, Fachkräfte mit Kindern zu gewinnen und zu halten. Die Investition in frühe Bildung trägt zur Stärkung der Integration und Chancengleichheit aller Kinder bei.

Schon jetzt engagieren sich viele Unternehmen auf unterschiedliche Weise. Durch familienfreundliche Personalmaßnahmen und eigene Betreuungsangebote für die Kinder ihrer Angestellten bieten sie Angebote, die sich an den Bedarfen ihrer Beschäftigten orientieren. Auch öffnen sich Unternehmen zunehmend dafür, flexible Arbeitszeitmodelle zu etablieren und somit Verständnis für die Situation von Familien zeigen.

In 2014 hatten die Bundesfamilienministerin und die Fachministerinen und Fachminister der Länder sich auf einen Prozess zur Entwicklung gemeinsamer Qualitätsziele in der Kindertagesbetreuung geeinigt, der unter Einbeziehung der Kommunalen Spitzenverbände und im Dialog mit den Verbänden und Organisationen erfolgt. Es wurde eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundes, der Länder und der Kommunalen Spitzenverbände eingesetzt. Regelmäßig finden Konferenzen statt. Ende 2016 soll ein erster Zwischenbericht vorgelegt werden.

Neue Bundesprogramme "Sprach-Kitas", "KitaPlus" und "Betriebliche Kinderbetreuung"

Über diesen Qualitätsprozess und dem schrittweisen Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren hinaus bietet der Bund weitere Bundesprogramme im Bereich Kindertagesbetreuung. Beispielsweise starten im Januar 2016 die neuen Bundesprogramme "Sprach-Kitas" zur Verbesserung der sprachlichen Bildung, "KitaPlus" für passgenaue Betreuungsangebote außerhalb der üblichen Betreuungszeiten und "Kindertagespflege" zur weiteren Qualifizierung der Tagespflegepersonen. Darüber hinaus fördert der Bund die Einrichtung neuer, betrieblicher Kinderbetreuungsplätzen mit dem Förderprogramm "Betriebliche Kinderbetreuung". Zudem entlastet der Staat Eltern in Steuerzahlerfamilien von Kinderbetreuungskosten, die von der Einkommensteuer teilweise abgesetzt werden können. Zudem sind Arbeitgeberleistungen für die Kinderbetreuung unter bestimmten Voraussetzungen steuer- und sozialabgabenfrei.

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Quelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend